- Local Zero
-
- Grasdaggl
Ist über Doping reden nicht müßig? Ich mein: Radfahren/Tennis/Fußball/Schwimmen ist deren Beruf, damit verdienen die ihr Geld. So wie die vielen hunderte von Millionen weltweit, die jeden Tag nur noch desshalb an die Stanze, ins Büro, die Klinik, die Verwaltung gehen können, weil sie irgendwelche Substanzen nehmen (rauchen, schlucken, spritzen), die ihnen das überhaupt noch ermöglichen (und stellenweise erträglöich macht).
Ich mein: "Wir" dopen ja bereits unsere Kinder millionenfach (Ritalin/Medikinet), damit sie ein Verhalten drosseln, dass noch vor 3 Jahrzehnten kaum eine Sau gestört, weil man die Bratzen in einem eher nivellierenden und für (fast) alle gleichen Schulsystem irgendwie so mit durchgeschleppt hat. Mittlerweile scheint das System "Schule" voellends zur ersten Verwertungsstufe der Ressource "Humankapital" geworden zu sein. Da sind Zappelphillippe nicht mehr die lustigen Mitschüler, die man aus Kumpel-Gründen abschreiben lässt, sondern lästige Konzentrationszerstörer, die in einem der zahlreichen Unterschichtsschul-Modelle eines uferlos privatisierten und zerfledderten Schweinewettbewerbsschulsystems verklappt werden können.
Ich war ja gerade wegen einer Familienfeier ein paar Tage auf Reisen. Habe dabei einen alten Freund wiedergetroffen. Arbeitet 2/3 als Neurologe an einer Uni-Klinik und hat 1/3 Lehrstelle. Der erzählte, dass mittlerweile über die Hälfte seiner Studentenschaft vor Prüfungen Ritalin schluckt. Als Brain-Enhancer, weil man sich da einfach besser konzentrieren kann. Für mich ist das ein größerer Beschiss als wenn von 176 Fahrern der Tour 175 rollende Apotheken sind. Die wissen wenigstens worauf sie sich einlassen, egal in welcher Hinsicht. Udn sind medikamentös bestens eingestellt (es sei denn sie pfuschen ihrem Teamrzt ins Handwerk, aber das ist dann eine bewusste persönliche Entscheidung).
"Ein Wort, Herr! Sag mir nur ein einziges Wort in diesem Elend!" - "Ich sage dir sogar zwei: Guten Appetit!"
-------
"Es gibt keine Lösung. Weil es kein Problem gibt."