Stegemann muss in Dortmund nicht mehr versuchen ein Hotelzimmer zu buchen.
Nichts muss, aber alles kann.
Nice Weather hat geschrieben:Das hat man jetzt mal wieder davon:
"Für mich ist das eine sehr dynamische Situation. Ich sehe, wie ein Bochumer Verteidiger zum Ball gehen möchte und versucht, ihn zu spielen. Und meiner Wahrnehmung nach war es so, dass Adeyemi den Fuß rausstellt und versucht, diesen Kontakt zu initiieren, diesen Elfmeter ein Stück weit zu suchen und dann über den Bochumer Verteidiger fällt. Wenn ich am Ende des Tages die TV-Bilder sehe, muss ich feststellen, dass wir in diesem Moment die falsche Entscheidung getroffen haben. Der Kontakt wird entgegen meiner Wahrnehmung nicht von Adeyemi hergestellt wird, sondern vom Bochumer Verteidiger. Und deswegen hätte es hier nach Sicht der Fernsehbilder einen Strafstoß für Dortmund geben müssen."
"Der Videoassistent hat den Vorgang natürlich gecheckt und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass es sich nicht um eine klare und offensichtliche Fehlentscheidung handelt, weshalb er den Check beendet hat. Daraufhin habe ich das Spiel fortgeführt. (...) Grundsätzlich ist es mein Anspruch, die Szene auf dem Spielfeld selbst zu lösen. Jetzt gab es Gründe, warum wir auf dem Feld nicht zur richtigen Entscheidung gekommen sind und dass es sehr sinnvoll gewesen wäre, wenn ich es nochmal am Spielfeldrand auf dem Monitor hätte überprüfen können. Die Situation ist dann am Ende des Tages in Köln leider auch anders bewertet worden. Ja, als Schiedsrichter hätte man sich in diesem Moment einen Eingriff gewünscht, aber in Köln sitzen Menschen, die genauso Fehler machen wie wir auf dem Spielfeld auch. Wir haben an mehreren Stellen nicht die richtige Entscheidung getroffen."
https://www.kicker.de/stegemann-erklaer ... 26/artikel
Was ist denn daran keine klare und offensichtliche Fehlentscheidung, wenn die ganze Welt inklusive Stegemann selbst bei Ansicht der Bilder einhellig zum Schluss kommt, dass ein Elfer berechtigt gewesen wäre?
Vermutlich gehört das auch in den Schiri-Thread, weil hier wohl ein Versagen im Keller vorliegt – oder Schiebung – aber dieser beknackte Kompromiss für die Eingriffsschwelle wird immer wieder zu so einem Scheiß führen.
Video-Schiri war übrigens Robert Hartmann aus… wait for it: Bayern.
AxelKruse_FG hat geschrieben:Seit der Einführung des VAR sind sicherlich Hunderte von Fehlentscheidungen korrigiert worden.
AxelKruse_FG hat geschrieben:Den Beweis, daß die Verteilung der Fehlentscheidungen sich geändert hat, darfst Du gerne bringen. Und selbst wenn es so wäre, sind weniger Fehler besser als mehr Fehler.

flux hat geschrieben:AxelKruse_FG hat geschrieben:Den Beweis, daß die Verteilung der Fehlentscheidungen sich geändert hat, darfst Du gerne bringen. Und selbst wenn es so wäre, sind weniger Fehler besser als mehr Fehler.
Du darfst weniger Fehlentscheidungen natürlich für besser halten. Gerechter ist der Fußball damit nicht geworden. Und dass - zufällige Verteilung angenommen - bei weniger Fehlentscheidungen die Wahrscheinlichkeit für ungleiche Verteilung zunimmt, ist elementare Mathematik.
Southern Comfort hat geschrieben:Ich dachte immer, bei zufälliger Verteilung gibt es automatisch eine Tendenz zum Erwartungswert. Ist vielleicht eine Frage der Wartezeit, aber im Endeffekt erreichen wir eine Normalverteilung.
ist.
Southern Comfort hat geschrieben:Also reden wir doch wieder über Empfindungen und nicht über Mathematik
Die Genialität der Mathematik liegt in ihrer Einfachheit: Fluxens Erwartungshaltung an die Schiedsrichter geht gegen Null, was die fein austarierte Normalverteilung der Fehlentscheidungen nach unendlich langer Zeit aus der Waage und zum Einsturz bringt. Q.e.d. im Sinne der vollständigen Indikation.Southern Comfort hat geschrieben:Also reden wir doch wieder über Empfindungen und nicht über Mathematik.
AxelKruse_FG hat geschrieben:Die Genialität der Mathematik liegt in ihrer Einfachheit.
flux hat geschrieben:Southern Comfort hat geschrieben:Also reden wir doch wieder über Empfindungen und nicht über Mathematik.
Mathematik und Empfindungen gehen hier vollständig konform.
Nice Weather hat geschrieben:Es geht gar nicht um die Technik, die Technik funktioniert. Es geht um den haarsträubenden Unfug, dass die Videoten eine Fehlentscheidung sehen (bestenfalls bis jedenfalls) und dann nicht eingreifen, weil es diese idiotische Hilfsregelung mit “klar und offensichtlich” gibt. Weil man sonst 15 Minuten nachspielen müsste. Während die Leute zuhause das ja auch sehen können. Dann hocke ich da und denke “ja gut, diese Fehlentscheidung war jetzt eine Fehlentscheidung, aber laut Regel nicht klar und offensichtlich” – das hat ja mit Fußballgenuss nix zu tun, das ist totaler Scheißdreck.
Tifferette hat geschrieben:Es ist schon richtig, einigermaßen unbestimmte Begriffe wie eben "klar und offensichtlich" zu verwenden. Nur muss man sicherstellen, dass es dann einheitlich gehandhabt wird (vor Gericht ist das ganz genauso).
Tifferette hat geschrieben:Es ist schon richtig, einigermaßen unbestimmte Begriffe wie eben "klar und offensichtlich" zu verwenden. Nur muss man sicherstellen, dass es dann einheitlich gehandhabt wird (vor Gericht ist das ganz genauso). Eigentlich (!) wäre das sehr einfach lösbar gewesen: Vor Einführung des VAR müssen alle Bundesligaschiris eine besondere Schulung durchlaufen und dort in schneller Folge (zB 2x45 Minuten lang, harhar) Szenen bewerten. Sie haben nur 15 Sekunden Zeit, das zu tun. Die Frage ist lediglich, auf Grundlage der Schulung davor: ist das jetzt klar und offensichtlich oder nicht? Und danach wird verglichen und diskutiert.
Wer zu weit vom Mittelwert abweicht, durchläuft es noch mal. Nicht als Strafe, sondern "nur" zur Übung.
Zack, Bumm, da haste nach kürzester Zeit ein ganz hohes Level an Vergleichbarkeit drin. Hat man aber nicht gemacht. Vielmehr hat jeder Schiri irgendwie nach Gutsherrenart entschieden und das Chaos war perfekt. Vorhersehbarer Mist. Ein etwas schlaueres Vorgehen hätte zwar nicht alle, aber sehr viele Probleme des VAR gelöst bzw. von vornherein vermieden.