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Mahlzeit

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Goofy
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Grasdaggl
Frank N Furter hat geschrieben:Gestern habe ich mal wieder nach langer Zeit schwäbischen Kartoffelsalat gemacht. Also nicht diesen Mayonesse-Scheißdreck den der Rest der Republik für gewohnlich für Kartoffelsalat hält. Leider ist er mir doch weitestgehend nicht gelungen. Das Problem bestand hauptsächlich darin, dass ich ihn in Berlin gemacht habe, mit Zutaten aus berliner Verkaufsständen. In Berlin gibts aber keine gescheiten Kartoffeln, obwohl bekanntlich der Preußenkönig Friedrich der Große die Kartoffel überhaupt erst nach Deutschland gebracht hat. Die mit Abstand beste Kartoffelsalat-Kartoffel nach meiner Erfahrung ist "Sieglinde", aber ausgerechnet die gibts hier nicht zu kaufen. Wenn die Kartoffel aber keinen markanten Eigengeschmack hat, dann kann man bei einem schwäbischen Kartoffelsalat kaum über die Note 3 hinauskommen.

Ich frage mich, wie das andere Schwaben in Berlin meistern? Lassen sich die ihre Potatoes einfliegen? Kann ich auf Amazon Sieglinde-Kartoffeln kaufen? Ohne Sieglinde werde ich jedenfalls hierzulande keinen Kartoffelsalat mehr machen, das habe ich mir geschworen. Aufwand und Ertrag stehen in keinem akzeptablen Verhältnis.



Wie viel Arbeit ist so ein Kartoffelsalat eigentlich?


Ich frage für einen Idioten.


vivafernanda
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Granadaseggl
Also während die Kartoffeln im Dampfkochtopf vor sich hin zischeln machst Du die Salatsoß:

Zwiebel kleinschneiden, Essiggürkles in feine Scheibchen, alles in die Schüssel, Senf dazu, Salz, Pfeffer, bissle Knoblaugranulat ( kein Muss), Gemüsebrühpulver, Essig, Öl ( das ist der Haken, zuviel schmeckt nicht gut, zuwenig, well, kein Schlotz… mir fehlt der nicht, manchen schon), warmes Wasser. Du rührst alles zusammen und nimmst eine Geschmacksprobe, ob irgendwas grundlegend zuviel oder zu wenig drin ist und lässt die Soß ziehen.
Kartoffeln sind fertig, Du holst sie raus, lässt sie kurz abkühlen, dann schälst Du sie und lässt sie ruhen. Kümmerst Dich um Deine Fleischküchle, Bratwürste, Rinderbraten oder was es halt gibt.

Dann rädelst Du die Kartoffeln in die Soß, mischst durch und lässt ihn wieder ziehen. Tisch decken, Spätzle machen, Grill beobachten.
Kartoffelsalat probieren, ich muss immer noch ein bissle Salz und Essig nachlegen.
Noch ein bissle Zeit lassen, aber zur Essenszeit ist er dann soweit.

ODER: Du rädelst die heißen Kartoffeln, was schwierig ist, aber egal, in die lauwarme Soß und isst ihn sofort. Ich liebe das sehr. Dann gehts subbr schnell.
Eine Hand, die schiebt, ist besser als 100 Hände, die ziehen.


Frank N Furter
vivafernanda hat geschrieben:Also während die Kartoffeln im Dampfkochtopf vor sich hin zischeln machst Du die Salatsoß:

Zwiebel kleinschneiden, Essiggürkles in feine Scheibchen, alles in die Schüssel, Senf dazu, Salz, Pfeffer, bissle Knoblaugranulat ( kein Muss), Gemüsebrühpulver, Essig, Öl ( das ist der Haken, zuviel schmeckt nicht gut, zuwenig, well, kein Schlotz… mir fehlt der nicht, manchen schon), warmes Wasser. Du rührst alles zusammen und nimmst eine Geschmacksprobe, ob irgendwas grundlegend zuviel oder zu wenig drin ist und lässt die Soß ziehen.
Kartoffeln sind fertig, Du holst sie raus, lässt sie kurz abkühlen, dann schälst Du sie und lässt sie ruhen. Kümmerst Dich um Deine Fleischküchle, Bratwürste, Rinderbraten oder was es halt gibt.

Dann rädelst Du die Kartoffeln in die Soß, mischst durch und lässt ihn wieder ziehen. Tisch decken, Spätzle machen, Grill beobachten.
Kartoffelsalat probieren, ich muss immer noch ein bissle Salz und Essig nachlegen.
Noch ein bissle Zeit lassen, aber zur Essenszeit ist er dann soweit.

ODER: Du rädelst die heißen Kartoffeln, was schwierig ist, aber egal, in die lauwarme Soß und isst ihn sofort. Ich liebe das sehr. Dann gehts subbr schnell.


Das ist natürlich alles Geschmackssache. trotzdem:

1. "Essiggürkle" gehören für mich nicht in einen schwäbischen Kartoffelsalat. Nachdem inzwischen wissenschaftlich erwiesen ist, dass 99% dessen was an einer Salatgurke wertvoll genannt werden könnte in der Schale steckt, kann man vielleicht darüber nachdenken auf das Schälen zu verzichten.

2. "Zwiebel kleinschneiden". Sehr, sehr klein schneiden. Ich dünste die Hälfte an. Erstens, weils den gealterten Darm weniger blähet und zweitens, weil es besser schmeckt (mir).

3. "Senf dazu". Normalen Senf und etwas süßen Senf. Manche zuckern sogar den Kartoffelsalat noch etwas, dass kann man sich durch den süßen Senf sparen. Der normale Senf darf nicht scharf sein, weil das sonst mit dem Pfeffer in der Summe zu kräftig werden kann.

4. "Gemüsebrühpulver". So stehts wahrscheinlich im Originalrezept, falls es eines gibt. Ich rate von Gemüsebrühe ab, es sei denn, man hat vom Vortag noch zufällig einen selbst gemachten Sud übrig und den rechtzeitig abgegossen (das ist sehr lecker!)

5. "Essig, Öl". Kritischter Punkt bei einem Kartoffelsalat neben den Kartoffeln. Erst Essig rein und den Salat lange ziehen lassen und kurz vorm Servieren dann das Öl. Das Öl sollte natürlich wirklich gut sein, was heute ja gar nicht mehr so einfach ist im Einkauf.

6. Zu Kartoffeln wurde schon fast alles gesagt. Eine bekannte von mir macht immer eine oder zwei zu Muss verstampfte Opferkartoffeln rein. Ich merke da aber keinen großen Unterschied in der Konsistenz. Wenn die Kartoffeln klein sind, kann man sie optimal festkochend machen. Sie sollten nach dem Schneiden auf gar keinen Fall weiter zerfallen. Dann kriegt man nämlich Schlonz pur. Wenn man das hinbekommt, hilft die Opferkartoffel vielleicht tatsächlich etwas die Konsistenz zu optimieren.

7. Am Ende " immer noch ein bissle Salz und Essig nachlegen" ist ganz normal, weil die optimal gekochten Kartoffeln, wenn sie abgedampft sind, Flüssigkeit und Salz ziehen.

8. Ein Kartoffelsalat ohne Petersilie wäre für mich auch kein schwäbischer Kartoffelsalat. Die Petersiliensträucher sollte man sehr ordentlich klein hacken, damit sie beim Schlucken nicht stören, wozu nicht klein gehackte Petersilien leider stark neigen.

9. Bei Essig reicht übrigens ganz gewöhnlicher Apfelessig. Alle Versuche mit irgendwelchen Edelessigs haben nach meinem Kartoffelsalatgedächtnis nichts bewirkt.

Auswurf
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Grasdaggl
Keine Gürkle
Schnittlauch und Liebstöckl statt Petersilie
Natürlich Brühe, was sonst?
Opferkartoffel :nod:
Bitte kein Apfelessig
Scharfer Senf und fast kein Pfeffer
- schmeckt trotzdem mild, weil's nur auf die Dosis ankommt
das ist doch keine Musik



Auswurf
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Grasdaggl
Nachtrag zu Gürkle

Es ist natürlich einfach schbidze, wenn man noch einen schönen Gurkensalat zusätzlich zum
Kardofflsalaad macht, oder gar einen Endiviensalat
das ist doch keine Musik

Strafraumgitarre
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Halbdaggl
Auswurf hat geschrieben:Weinessig - den find ich milder und neutraler als Apfelessig
:nod:

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Mehr als den braucht's nicht und weniger sollte es nicht sein.

Auswurf hat geschrieben:Nachtrag zu Gürkle

Es ist natürlich einfach schbidze, wenn man noch einen schönen Gurkensalat zusätzlich zum
Kardofflsalaad macht, oder gar einen Endiviensalat

Ehrenschwabe des Tages! :D
Fick den Reichskanzler! Und den Kaiser!

Strafraumgitarre
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Halbdaggl
Opferkartoffel

Fährt ein Bauer mit einer Dampfwalze über seinen Acker. Von links nach rechts und wieder zurück.
Und nochmal. Und nochmal. Und immer und immer wieder.
Ein Spaziergänger auf seinem Weg nach Markgröningen beobachtet ihn dabei (er hat ja Zeit) und fragt ihn schließlich irgendwann, was er denn da macht.
Sagt der Bauer: "Ich züchte Kartoffelpüree." :)
Fick den Reichskanzler! Und den Kaiser!

Unter Westfalen
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Grasdaggl
Strafraumgitarre hat geschrieben:
Auswurf hat geschrieben:Weinessig - den find ich milder und neutraler als Apfelessig
:nod:

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Mehr als den braucht's nicht und weniger sollte es nicht sein.

Auswurf hat geschrieben:Nachtrag zu Gürkle

Es ist natürlich einfach schbidze, wenn man noch einen schönen Gurkensalat zusätzlich zum
Kardofflsalaad macht, oder gar einen Endiviensalat

Ehrenschwabe des Tages! :D


Der schwäbische "Gemischde" isch des Beschde, wo gibt.
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai



Für Leute mit Gasherd ist der Ofen eine prima Alternative für Eintöpfe und Soßen: kontrollierte Temperatur, man muss nicht so aufpassen und das Gas runterdrehen, wenn die Pampe dicker wird.


Tamasi
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Allmachtsbachel
Nice Weather hat geschrieben:Für Leute mit Gasherd ist der Ofen eine prima Alternative für Eintöpfe und Soßen: kontrollierte Temperatur, man muss nicht so aufpassen und das Gas runterdrehen, wenn die Pampe dicker wird.

Drei Tage zu spät. Am Montag ist mir die Kokosmilchsoße übergekocht. Woher soll ich auch wissen, dass sie genauso hitzköpfig ist wie Milch nur weil sie Milch heißt?!

Meine erste Begegnung mit einem Induktionsfeld endete in Milch auf dem Feld, auf der Arbeitsplatte, an den Schränken runter und in den Griffen. Diese Felder schalten zwar auch runter wenn die gewünschte Temperatur erreicht ist, aber die gewünschte Temperatur für Milch ist viel niedriger als ich seinerzeit dachte.

Tamasi
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Allmachtsbachel
Ich habe sogar mal Linsen an die Decke gekriegt, aber das hing mit dem System "Schnellkochtopf" zusammen und einem fest verschlossenen Deckel.

Vielleicht sollte ich das mal als Patent bei Rheinmetall anbieten.

schwaebi
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Grasdaggl
Tamasi hat geschrieben:Ich habe sogar mal Linsen an die Decke gekriegt, aber das hing mit dem System "Schnellkochtopf" zusammen und einem fest verschlossenen Deckel.

Vielleicht sollte ich das mal als Patent bei Rheinmetall anbieten.


Bei Vulkanen untersuchen sie das gerade. Nennt sich "System Stampfrakete". Mein Sohn hatte auch so eine...
Die Dauer einer Minute hängt sehr davon ab auf welcher Seite der Klotüre man sich befindet.

Unter Westfalen
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Grasdaggl
Nice Weather hat geschrieben:Meine erste Begegnung mit einem Induktionsfeld endete in Milch auf dem Feld, auf der Arbeitsplatte, an den Schränken runter und in den Griffen. Diese Felder schalten zwar auch runter wenn die gewünschte Temperatur erreicht ist, aber die gewünschte Temperatur für Milch ist viel niedriger als ich seinerzeit dachte.


Egal, welcher Herd.
Bei Milch musst Du immer daneben stehen und rühren. Am besten mit einem Rührbesen.
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai

Wobei man noch, dass Überkochen und Anbrennen ja zwei verschiedene Probleme sind. Gerichte in den Ofen zu schieben, die man normalerweise auf dem Herd machen würde, hilft in erster Linie gegen das Anbrennen. Auch weil die ganze Hitze nicht von unten kommt.

vivafernanda
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Granadaseggl
Also nomml zum Kartoffelsalat:

Vielleicht habt Ihr in der Grundschule auch noch das Loblied auf den Piraten Francis Drake gelernt:

Franz Drake (sing Dra-ke) hieß der brave Mann, der vor 200 Jahren
von England nach Amerika als Kapitän gefahren…

Er brachte die Kartoffel nach Europa…

In einer Strophe heißt es:

Salat davon gut angemacht, mit Feldsalat durchschossen,
das wird von jedermann mit Appetit genossen..

Da hätten wir gleich zeei Sachen:1. gut= das Originalrezept von dem Du schrubst, Frank, es gibt es nicht. Erlaubt ist, was schmeckt. Und jede schwäbische Großmutter macht ihr eigenes Ding.
2. Feldsalat: schmeckt hammergut im Kartoffelsalat, ebenso wie Salatgurken. In der zentralwürttembergischen Heimat meiner Mutter mischt man Salatgurke unter den Kartoffelsalat, solange man welche im Garten hat. Seeehhhr empfehlenswert.
Essiggürkle: meine Erfindung: In meiner Kindheit gab es gern zum Veschbr den vom Mittag übrigen Kartoffelsalat. Es standen aber auch Essiggürkle auf dem Tisch. Junglissy, der es nie herzhaft genug sein konnte, schnipselte sich die Gürkle in den nun richtig durchgezogenen Kartoffelsalat. Loving it till I die.
Ohne Einfluss von außerhalb.
Hr. V. brachte mir bei, dass Endiviensalat auch gut schmeckt im Kartoffelsalat. Man lernt nie aus.
Meine Mutter liebt Sieglinde wie Du Frank. Es gibt aber wirklich reichlich gute andere Sorten. Je nachdem wo man wohnt.
Schnittlauch gehört natürlich rein, Peterling nicht. Schnittlauch ist für kalte Speisen, Peterling für warme. Gell.

Grüßles aus M, wo man nicht weiß, dass das Kartoffelsalat machen Kunst, Ritual und reine Liebe ist. :D
Eine Hand, die schiebt, ist besser als 100 Hände, die ziehen.