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schwaebi
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Grasdaggl
Tamasi hat geschrieben:
schwaebi hat geschrieben:Finde diese ganze Aktion einfach weniger schlau als ich es ihm zugetraut habe.

Was ich ihm zugute halte: Er wurde von dieser Durchstecherei kalt überrascht.

Worüber ich mich wundere: Dass er von dieser Durchstecherei kalt überrascht wurde.

So
Die Dauer einer Minute hängt sehr davon ab auf welcher Seite der Klotüre man sich befindet.

Tamasi
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Allmachtsbachel
Leute. Gönnt euch ein Digital-Abo der SZ. 10 Euro im Monat, das ist eigentlich selbstausbeuterisch von denen.

Mit diesem ernst gemeinten Appell rechtfertige ich jetzt mal, dass ich einen Artikel in voller Länge poste. Manches ist einfach zu schön:

100 Millionen für Woltemade? Karl Marx wäre begeistert

Kommentar von Philipp Schneider

100 Millionen Euro Ablöse für Nick Woltemade? Das Preisschild, das der VfB Stuttgart seinem vom FC Bayern umworbenen Stürmer gerade um den Hals gehängt hat, weist Spuren auf von Trotz, Kalkül und Humor. Auch im Schwabenländle wissen sie selbstverständlich, dass nicht einmal die saudi-arabischen Ölmagnaten von al-Hilal, König Ludwig II. von Bayern oder Hans im Glück höchstpersönlich so viel Geld gegen einen 23-Jährigen tauschen würden, der gerade seine erste ausgezeichnete Saison spielt. Die 100 Millionen sind lediglich die charmanteste Weise, um den Bayern zu sagen: Ihr kriegt Woltemade nicht! Und falls doch, dann nur zu einem Preis, über den die Liga lacht.

Die geforderte Summe ist zugleich Resultat eines vortrefflichen Pokerblatts, das ihnen Münchens Sportvorstand Max Eberl in die Hände gegeben hat. Weil das Münchner Interesse an Woltemade und jenes des Spielers an den Bayern öffentlich wurde, noch bevor der VfB Stuttgart überhaupt kontaktiert wurde, müssen die Bayern nun liefern. Erst die Irrfahrten durchs Trainerland im Vorjahr, dann die Absage von Florian Wirtz – wenn jetzt nicht einmal das Stuntdouble von Errol Flynn als Robin Hood nach München gelockt werden kann, wer kommt dann überhaupt noch?

Das Problem der Bayern ist nicht so sehr, dass sie mit ihrer Geheimdienstoperation Woltemade, die manche bei einem Spieler mit drei (!) Jahren vertraglicher Restlaufzeit unanständig finden, den stets schlummernden Hass der Ligakonkurrenten auf das Münchner Großkapital erweckt haben. Darauf stehen die Bayern heimlich. Sie haben allerdings ein Szenario heraufbeschworen, in dem sich der Kampf um Woltemade bis zum Deadline Day der Transferperiode ziehen könnte. Ähnlich wie vor zwei Jahren bei Harry Kane dürfte die Jagd der Bayern auf den Stuttgarter Stürmer sämtliche Debatten des Sommers überlagern.

Diese Jagd hilft Eberl dabei, von seiner bislang erfolglosen Suche nach einem Flügelstürmer abzulenken – er verabreicht der Öffentlichkeit sozusagen Morphium. Kurzfristig verschafft der Name Woltemade Linderung, langfristig könnten die Münchner Transfermarktschmerzen jedoch schlimmer sein als vor der Therapie. Dann nämlich, wenn Woltemade gar nicht kommt.

Nichts fürchten die Bayern so sehr, wie wenn sie über den Tisch gezogen werden. Und zugleich, das ist kein Widerspruch, schaffen sie die Basis für ihre Ausbeutung selbst. Je reicher sie werden, desto größer ist die Lust der anderen, sie auszunehmen. Verstand Karl Marx unter Ausbeutung den Zwang der Arbeiterklasse, ihre Arbeitskraft zu verkaufen, so wäre er nun garantiert aus dem Häuschen, dürfte er erleben, wie das Proletariat auf dem Transfermarkt gegen die herrschende Klasse zurückschlägt.

Die öffentlich bekannten Schlüssel zur Geldverteilung im internationalen Fußball lassen die Welt an den enormen Summen teilhaben, die die Bayern erwirtschaften. Bis dato haben sie allein bei der Klub-WM 40 Millionen Euro verdient durch ihren Achtelfinal-Einzug; für den Finaleinzug gäbe es noch 26 Millionen Euro on top, der Turniersieger streicht 34,7 Millionen Euro extra ein und kommt am Ende auf über 100 Millionen Euro. Macht umgerechnet zwei Nick Woltemade. Oder, wie sie in Stuttgart rufen: Nix da, nur ein Woltemade! Sonst übernehmen Klubs wie Werder Bremen und wir nicht länger die Ausbildungsarbeit!

Die Bayern leiden unter einem Prinzip, das an Fahrt aufnimmt, seit es gestartet wurde. Jeder überteuerte Transfer bedingt den nächsten überteuerten Transfer. Wenn Sacha Boey angeblich 30 Millionen, Min-jae Kim 50 Millionen und Lucas Hernández 80 Millionen wert sind: Wieso sollte Nick Woltemade dann nicht 90 Millionen teuer sein? Ähnlich verhält es sich mit Gehältern und Handgeldern. Die Vertragsverhandlungen mit Dayot Upamecano stocken derzeit, weil der Franzose spitzbekommen hat, dass Alphonso Davies 22 Millionen für seine Verlängerung eingestrichen hat. Die will Upamecano jetzt auch haben. Wer, bitteschön, fragt er in die Runde, ist denn hier der Abwehrboss?

Die Litanei der Bayern-Verantwortlichen Anfang des Jahres, wonach vom einst legendären Festgeldkonto nicht mehr viel abzuheben sei, war der Versuch, der Ausbeutung Einhalt zu gebieten. Die Sätze waren Signal nach innen (an die Spieler) und außen (an Bayer Leverkusen), um zu sagen: Wir sind nicht so reich, wie ihr denkt, hier wird nichts geteilt, kauft euch selbst einen Wintermantel!

Brechen lässt sich das Gesetz der einander verstärkenden Ablösen und Gehälter nur in jenen seltenen Momenten, wenn die Bayern einen Spieler verpflichten, für den es keine enorme Nachfrage gibt. Alphonso Davies war eine Entdeckung. Das Talent von Jamal Musiala war bekannt, doch die Bayern waren schneller als die Konkurrenz. Auch Ryan Gravenberch war ein Schnäppchen, erkannt haben dieses aber nicht die Bayern-Trainer Nagelsmann und Tuchel, sondern die Liverpool-Trainer Klopp und Slot.

Wenn die Bayern nun die von der Fifa bei der Klub-WM unter die Besserverdiener geworfenen Goldschätze dafür nutzen, dem Überraschungspokalsieger aus Stuttgart seinen Überraschungsstürmer Woltemade wegzukaufen, dann ist das: keine originelle Idee. Und wer keine Idee hat, der muss für die Ideen der anderen halt bezahlen.


https://www.sueddeutsche.de/sport/fc-ba ... li.3276336






Local Zero
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Grasdaggl
Tamasi hat geschrieben:Leute. Gönnt euch ein Digital-Abo der SZ. 10 Euro im Monat, das ist eigentlich selbstausbeuterisch von denen.

Mit diesem ernst gemeinten Appell rechtfertige ich jetzt mal, dass ich einen Artikel in voller Länge poste. Manches ist einfach zu schön:

100 Millionen für Woltemade? Karl Marx wäre begeistert

Kommentar von Philipp Schneider

100 Millionen Euro Ablöse für Nick Woltemade? Das Preisschild, das der VfB Stuttgart seinem vom FC Bayern umworbenen Stürmer gerade um den Hals gehängt hat, weist Spuren auf von Trotz, Kalkül und Humor. Auch im Schwabenländle wissen sie selbstverständlich, dass nicht einmal die saudi-arabischen Ölmagnaten von al-Hilal, König Ludwig II. von Bayern oder Hans im Glück höchstpersönlich so viel Geld gegen einen 23-Jährigen tauschen würden, der gerade seine erste ausgezeichnete Saison spielt. Die 100 Millionen sind lediglich die charmanteste Weise, um den Bayern zu sagen: Ihr kriegt Woltemade nicht! Und falls doch, dann nur zu einem Preis, über den die Liga lacht.

Die geforderte Summe ist zugleich Resultat eines vortrefflichen Pokerblatts, das ihnen Münchens Sportvorstand Max Eberl in die Hände gegeben hat. Weil das Münchner Interesse an Woltemade und jenes des Spielers an den Bayern öffentlich wurde, noch bevor der VfB Stuttgart überhaupt kontaktiert wurde, müssen die Bayern nun liefern. Erst die Irrfahrten durchs Trainerland im Vorjahr, dann die Absage von Florian Wirtz – wenn jetzt nicht einmal das Stuntdouble von Errol Flynn als Robin Hood nach München gelockt werden kann, wer kommt dann überhaupt noch?

Das Problem der Bayern ist nicht so sehr, dass sie mit ihrer Geheimdienstoperation Woltemade, die manche bei einem Spieler mit drei (!) Jahren vertraglicher Restlaufzeit unanständig finden, den stets schlummernden Hass der Ligakonkurrenten auf das Münchner Großkapital erweckt haben. Darauf stehen die Bayern heimlich. Sie haben allerdings ein Szenario heraufbeschworen, in dem sich der Kampf um Woltemade bis zum Deadline Day der Transferperiode ziehen könnte. Ähnlich wie vor zwei Jahren bei Harry Kane dürfte die Jagd der Bayern auf den Stuttgarter Stürmer sämtliche Debatten des Sommers überlagern.

Diese Jagd hilft Eberl dabei, von seiner bislang erfolglosen Suche nach einem Flügelstürmer abzulenken – er verabreicht der Öffentlichkeit sozusagen Morphium. Kurzfristig verschafft der Name Woltemade Linderung, langfristig könnten die Münchner Transfermarktschmerzen jedoch schlimmer sein als vor der Therapie. Dann nämlich, wenn Woltemade gar nicht kommt.

Nichts fürchten die Bayern so sehr, wie wenn sie über den Tisch gezogen werden. Und zugleich, das ist kein Widerspruch, schaffen sie die Basis für ihre Ausbeutung selbst. Je reicher sie werden, desto größer ist die Lust der anderen, sie auszunehmen. Verstand Karl Marx unter Ausbeutung den Zwang der Arbeiterklasse, ihre Arbeitskraft zu verkaufen, so wäre er nun garantiert aus dem Häuschen, dürfte er erleben, wie das Proletariat auf dem Transfermarkt gegen die herrschende Klasse zurückschlägt.

Die öffentlich bekannten Schlüssel zur Geldverteilung im internationalen Fußball lassen die Welt an den enormen Summen teilhaben, die die Bayern erwirtschaften. Bis dato haben sie allein bei der Klub-WM 40 Millionen Euro verdient durch ihren Achtelfinal-Einzug; für den Finaleinzug gäbe es noch 26 Millionen Euro on top, der Turniersieger streicht 34,7 Millionen Euro extra ein und kommt am Ende auf über 100 Millionen Euro. Macht umgerechnet zwei Nick Woltemade. Oder, wie sie in Stuttgart rufen: Nix da, nur ein Woltemade! Sonst übernehmen Klubs wie Werder Bremen und wir nicht länger die Ausbildungsarbeit!

Die Bayern leiden unter einem Prinzip, das an Fahrt aufnimmt, seit es gestartet wurde. Jeder überteuerte Transfer bedingt den nächsten überteuerten Transfer. Wenn Sacha Boey angeblich 30 Millionen, Min-jae Kim 50 Millionen und Lucas Hernández 80 Millionen wert sind: Wieso sollte Nick Woltemade dann nicht 90 Millionen teuer sein? Ähnlich verhält es sich mit Gehältern und Handgeldern. Die Vertragsverhandlungen mit Dayot Upamecano stocken derzeit, weil der Franzose spitzbekommen hat, dass Alphonso Davies 22 Millionen für seine Verlängerung eingestrichen hat. Die will Upamecano jetzt auch haben. Wer, bitteschön, fragt er in die Runde, ist denn hier der Abwehrboss?

Die Litanei der Bayern-Verantwortlichen Anfang des Jahres, wonach vom einst legendären Festgeldkonto nicht mehr viel abzuheben sei, war der Versuch, der Ausbeutung Einhalt zu gebieten. Die Sätze waren Signal nach innen (an die Spieler) und außen (an Bayer Leverkusen), um zu sagen: Wir sind nicht so reich, wie ihr denkt, hier wird nichts geteilt, kauft euch selbst einen Wintermantel!

Brechen lässt sich das Gesetz der einander verstärkenden Ablösen und Gehälter nur in jenen seltenen Momenten, wenn die Bayern einen Spieler verpflichten, für den es keine enorme Nachfrage gibt. Alphonso Davies war eine Entdeckung. Das Talent von Jamal Musiala war bekannt, doch die Bayern waren schneller als die Konkurrenz. Auch Ryan Gravenberch war ein Schnäppchen, erkannt haben dieses aber nicht die Bayern-Trainer Nagelsmann und Tuchel, sondern die Liverpool-Trainer Klopp und Slot.

Wenn die Bayern nun die von der Fifa bei der Klub-WM unter die Besserverdiener geworfenen Goldschätze dafür nutzen, dem Überraschungspokalsieger aus Stuttgart seinen Überraschungsstürmer Woltemade wegzukaufen, dann ist das: keine originelle Idee. Und wer keine Idee hat, der muss für die Ideen der anderen halt bezahlen.


https://www.sueddeutsche.de/sport/fc-ba ... li.3276336
Passt. Nur an einer Stelle würde ich widersprechen. Nämlich hier:

"Nichts fürchten die Bayern so sehr, wie wenn sie über den Tisch gezogen werden."

Das ist ja eine Binse, trifft auf alle zu. Was das Pack allerdings tatsächlich am meisten fürchtet: Andere nicht mehr über den Tisch ziehen zu können.
"Ein Wort, Herr! Sag mir nur ein einziges Wort in diesem Elend!" - "Ich sage dir sogar zwei: Guten Appetit!"
-------
"Es gibt keine Lösung. Weil es kein Problem gibt."

vivafernanda
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Granadaseggl
Unter Westfalen hat geschrieben:
vivafernanda hat geschrieben:10€?

Ich zahl mittlerweile 20!


Notopfer Berlin.
:twisted:

Das war auch mein erster Gedanke.
Södi wäre begeistert
Eine Hand, die schiebt, ist besser als 100 Hände, die ziehen.



Local Zero
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Grasdaggl
Woltemade-Transfergespräche. Oder wie Trump sagen würde: One big beautiful bill.
"Ein Wort, Herr! Sag mir nur ein einziges Wort in diesem Elend!" - "Ich sage dir sogar zwei: Guten Appetit!"
-------
"Es gibt keine Lösung. Weil es kein Problem gibt."


Per Fetto
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Granadaseggl
vivafernanda hat geschrieben:10€?

Ich zahl mittlerweile 20!


Den gleichen Gedanken hatte ich auch. :prost:

Wahrscheinlich zieht mich da jemand aus München über den Tisch :mrgreen:

Aber der Artikel ist wirklich sehr gut, war auch kurz davor, zumindest einen Ausschnitt hier reinzustellen. :)

konfettikotz
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Granadaseggl
"Wenn's utopische Preise sind, muss man das akzeptieren. Dann geht man auf einen anderen Zielspieler. (...) Es gibt einen Plan, den wir im Kopf haben. Den versuchen wir umzusetzen, mit den Möglichkeiten, die wir haben. Wenn's nicht geht, dann geht's nicht" Eberl zu Woltemade"
Saufe und furz', das Leben ist kurz.



Mustermann
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Halbdaggl
Bei fcbähinside steht noch:
„Intern liegt die Schmerzgrenze des Rekordmeisters laut SPORT1 bei maximal 50 Millionen Euro – Stuttgart hingegen fordert doppelt so viel. Die Diskrepanz ist deutlich, doch das Interesse an Woltemade überwiegt. Die Bayern wollen nun nach der U21-EM zügig in Verhandlungen mit dem VfB einsteigen.

Eberl betonte zum Abschluss: „Wir haben uns dazu geäußert. Wir werden in Ruhe weiterarbeiten.“ Trotz aller Differenzen scheint eines klar: Der Poker hat begonnen – und der FC Bayern ist bereit, hart zu verhandeln.“

Macht doch 8) !
50 Mio.: Lächerlich ;) !
„I guess that concludes negotiations.“

killroy
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Granadaseggl
konfettikotz hat geschrieben:Ich will jetzt mal ein Interview mit dem Buben, auf VfB-Gelände.

Was soll er da erzählen? Das er sich vertan hat und sein Papa doch Bauern-Fan war? Soll da hingehen wo er hinwill, Dummschwätzer brauchen wir beim VfB nicht. Ulle hat den Ex-VfB-Bankdrückerplatz auf der Müllhalde sicher warm gehalten
seit/seid

Herr der (Brust-)Ringe III - Die Rückkehr des Präsidenten