https://www.schwaebische.de/politik/noc ... ge-4430483Zu diesem Interview mit Manuel Hagel habe ich folgenden Kommentar eines Politologen gelesen:
Hagel beteuert, dass er „für einen politischen Stil mit Anstand und Verantwortung“ stehe. Gefragt nach dem Rehaugen-Video, seiner früheren „Kommentierung“ desselben und den „öffentlichen Reaktionen“ darauf, spricht er dennoch nur von diesen, übernimmt also keine „Verantwortung“. Und auf die Frage, ob er angesichts von Forderungen aus seiner Partei, die nur bei einer absoluten Mehrheit der #CDU gerechtfertigt wären, „ein Machtwort sprechen“ müsse, antwortet er schlicht: „Nein.“ Denn: „Wir lassen uns nicht herumschubsen.“
Herumgeschubst hat freilich niemand irgendwen. Wahlkampf hat man getrieben, inklusive der Thematisierung des Charakters des CDU-Spitzenkandidaten anhand eines alten Interview-Ausschnitts. Das sind keine „neuen Methoden“, sondern es ist ein legitimes und wichtiges demokratisches Anliegen. Dies als Herumschubsen zu deuten, bricht nicht nur dieses Versprechen: „Sie werden von mir kein Gejammer hören.“ Es deutet legitimen Wahlkampf auch zu einem unanständigen Übergriff um.
„Ich möchte einfach keine amerikanischen Verhältnisse in unserem Land, in denen sich gesellschaftliche Gruppen ganz unversöhnlich gegenüberstehen.“ Wäre dann nicht doch „ein Machtwort“ gegen die überzogenen Forderungen z. B. des Herrn Bäumler nötig?
„Anderen ist das offenkundig ganz egal.“ Denjenigen, die Herrn Hagel „herumgeschubst“ haben, indem sie ihn kritisierten?
„Es geht aber nicht um mich – es geht ums Land. Zuerst das Land, dann die Partei, dann man selbst.“ Dieses Interview vermittelt leider den umgekehrten Eindruck.