Was muss man als Schlussmann ausstrahlen, für die Mitspieler, in diesen Momenten? „Dass ich stark bin und keine Angst habe. Ich habe das trainiert: keine Angst zu haben. Körperlich, durch Muskeln, die einen schützen. Und durch Aufpushen vor den Spielen, durch Musik und volle Konzentration… Aber wenn man sich so konzentriert, keine Angst zu haben, dauert es nach großen Spielen auch ein paar Tage, bis man von diesem Level wieder herunterkommt. Als ich fertig war mit dem Fußball, hat es bei mir ein paar Jahre gedauert, bis ich von diesem Psycholevel wieder runter gekommen bin“.
Guck an, unser Jensenmann weiß offenbar besser über sich selbst Bescheid, als er vor Gericht zugeben mag. Leider hat der Journalist vergessen nachzufragen, ob er denn mittlerweile tatsächlich wiedre völlig von diesem Psycholevel runter ist.
Passage stammt aus einem Text über Elfmeterschießen aus dem Zeit Magazin zur WM, das durchaus lesenswert ist. Gibt auch ein Interview mit Paule Breitner, Stefan Reuter und Fipsi Lahm. Da erzählt der Reuter, dass der Lorbeer- Franz 1990 unbedingt Klaus Augenthaler mit im Kader haben wollte, obwohl der sich selbst nicht einmal sicher war, ob er dafür überhaupt die Fitness hat.
„Ich weiß nicht, ob es Sinn hat, mitzufahren“, hat Auge gesagt, als er in Malente einen Laktattest abbrechen musste, weil er vollkommen platt war. Augenthaler hat dann bei der WM alle Spiele gemacht, über die volle Zeit.
Ach so, Paule Breitner äußert sich dann auch noch über Manuel Neuer als es darum ging, das der wieder die Nummer 1 im Tor ist:
„Weil er der Beste ist. Und wenn er 50 ist und nach wie vor der Beste und bereit dazu ist, dann muss er spielen.“Lahm immerhin gibt dann zu bedenken:
„Aber ich finde es schwierig, wenn kurz vor der Weltmeisterschaft eine solche Entscheidung gefällt wird. Es geht um eine tragende Rolle. Und eine Mannschaft muss sich festigen, sie muss wachsen. Ich finde es schwierig, wenn jemand die Qualifikationsspiele aussetzt und dann vor der WM sagt: Da bin ich wieder“.Breitner:
„Wir müssen klar unterscheiden zwischen Feldspielern und Torwart.“Lahm:
„Warum? Der Torwart ist eine entscheidende Position. Als wir Weltmeister geworden sind, war der Torwart unglaublich wichtig für uns.“Breitner:
„Deshalb brauchen wir den Besten dahinten“.Lahm:
„Genau, aber warum so spät?“Und jetzt haut Paule das Totschlagargument schlechthin raus, das aus der Sicht eines Bauern wie auch Bayern letzthin quasi die Weltformel für alles ist, womit man sich nicht weiter auseinandersetzen mag, weil es halt so unangenehm kognitiv dissonant ist und man sich in der Vorstufe zum Paradies einen Dreck um das eigene Gelaber schert:
„Aber das ist doch wurscht“.
"Ein Wort, Herr! Sag mir nur ein einziges Wort in diesem Elend!" - "Ich sage dir sogar zwei: Guten Appetit!"
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"Es gibt keine Lösung. Weil es kein Problem gibt."