Deutschland ist eine Wüste, was moderne Musik angeht – da wuchs und wächst kaum ein Pflänzchen – und Rio Reiser war in der Tat eine der seltenen Ausnahmen.
Dabei mögen die Deutschen eigentlich gute Musik, und es gab immer einen Markt, und auch eine Live-Kultur: auf YouTube gibt es tonnenweise bestes Material von Gigs in Deutschland aus allen Jahrzehnten, meistens Rockpalast. Alle Musiker die ich kenne, gehen total gern in Deutschland auf Tour – da gibt’s gutes Essen, gutes Bier, gute Unterbringung, gutes Geld, nette und kompetente Leute, und obendrein noch ein dankbares Publikum. Die verlieren kein schlechtes Wort über den Arbeitsplatz Deutschland.
Mag zum Teil daran liegen, dass die Deutschen überall hingehen wo’s tut und bläst und auch dafür bezahlen, aber da sind schon auch echte Fans dabei. Die Sprache ist sicherlich ein Problem: “Deutsch klingt wie wenn man eine Schreibmaschine in Alufolie einwickelt und die Treppe runterkickt” (Dylan Moran, irischer Comedian). Aber der Unterschied ist auch, dass Rio Reiser mit Arsch und Herz gesungen hat, und die meisten eben nicht.