Schließe mich meinen Vorschreibern vollumfänglich an.
Die entscheidende Frage ist ja auch die, ob das System "Luhukay" mit einem Stamm "eigener" Spieler in dieser Saison zum Aufstieg geführt hätte. Die wird nun - manche sagen "Gott sei Dank" - nicht beantwortet werden können.
Man konnte da aber durchaus daran zweifeln, denn zum einen sind genau diese Spieler gegenüber 2011 oder 2013 nicht jünger geworden, zum anderen hat sich auch die zweite Liga insofern gewandelt, als die Aufstiegsaspiranten in den letzten Jahren viel Wert auf Teambuilding und eine gut einstudierte Spielidee gelegt haben (selbst Darmstadt!). Nur Kampf und Einsatz (und kurze Momente individueller Klasse) allein sind jedenfalls für den Aufstieg nicht genug.
Anfangs konnte man allerdings darauf hoffen, dass Luhukay aus seinen vergangenen Stationen gelernt haben könnte, in denen nach dem erfolgreichen Aufstieg nicht mehr viel zusammenlief. Er wählte neue Co-Trainer (darunter einen ehemaligen Juniorentrainer), er testete intensiv alle talentierten Jugendspieler des Clubs, auch die ersten Transfers (Kaminski, Grgic) waren keine "Luhukay-Spieler". Bei Beerens, den er wohl gerne verpflichtet hätte, wurde aufgrund überzogener Forderungen des Spielers nach einem Rentenvertrag von Vereinsseite glücklicherweise abgewunken. Und dann kam Schindelmeiser, und mit ihm wohl vom ersten Tag an eine gewisse Verstimmung auf Seiten Luhukays (ich erinnere gerne an das erste Photo der beiden). Nun folgte also der Machtkampf zwischen Trainer und Sportvorstand - und wenn ich mir all die Informationen über gescheiterte Transfers, die Aussagen Luhukays in der Presse und (GANZ WICHTIG) den Zustand der Mannschaft ansehe, dann bin ich erst mal sehr froh, dass nicht JLu, sondern JSch diesen gewonnen hat.
Klar ist jedenfalls, dass nun Schindelmeiser liefern muss (das weiß er auch selbst, hat er ja in der PK ausdrücklich und sehr selbstbewusst so geäußert), klar ist auch, dass das Theater mit JLu auf ihn zurückfallen wird, wenn der Aufstieg nicht klappt. Nun können wir nur hoffen, dass sich die von ihm verpflichteten jungen Spieler als wirkliche Verstärkung für die Mannschaft erweisen und dass er auch den "richtigen" neuen Cheftrainers auswählt. Dann hätte der Verein aufs richtige Pferd gesetzt, auch wenn man nun nie wissen wird, wie es mit dem "falschen" Pferd Luhukay weitergegangen wäre.
Wenn die Unfähigkeit einen Decknamen braucht, nennt sie sich Pech.
- Charles Maurice de Talleyrand -