2597 Beiträge

Wen wählt ihr am 13. März in Baden-Württemberg?

Umfrage endete am 12. März 2016 21:26

CDU
5
7%
Grüne
21
31%
SPD
6
9%
FDP
8
12%
Linke
5
7%
AfD
10
15%
Sonstige
1
1%
Ich nix Baden-Württemberg
11
16%

Southern Comfort
Benutzeravatar
Grasdaggl
Auswurf hat geschrieben:tiffi
... ob sie in aussenpolitischen fragen nicht etwas kompromisbereiter werden müssen um auch mal durch teilhabe an der macht im bund punkten zu können


Also beispielsweise einen Einsatz der Bundeswehr in Syrien befürworten? Siehe oben, da kannste schon die Farbbeutel fliegen sehen.
Bruno Labbadia ist wie ein Aschenbecher in einer Kneipe, die schon vor 20 Jahren hätte abgerissen werden sollen. Du weißt nicht, warum, aber er steht stetig in der Ecke, voller kalter Kippen und mit dem beharrlichen Geruch von verbrannter Vergangenheit.

Tifferette
Benutzeravatar
Grasdaggl
@SC: Das stimmt. Die Linke müsste sich mindestens ein Flaggschiffprojekt suchen und das ohne Rücksicht auf Verluste durchboxen. Nur dann könnte sie für sich beanspruchen, anders zu sein. Gleichzeitig dürfte sie an anderen Fronten keine Todsünden begehen. Wie übel das schiefgehen kann hat man an der FDP gesehen. Da war es die Vereinfachung des Steuerrechts. Und das ist gnadenlos an Wolle Schaüble zerschellt (auch dank Scheißpersonals, jaja, hatten wir schon alles). Die Grünen haben den Vorteil, dass sie eben eine generell "grüne" Agenda haben, die sich in vielen Bereichen auswirkt. Die haben aber auch auf die harte Tour lernen müssen, dass man mit allzu forschen Forderungen ziemlich auf den Bauch fallen kann (vgl . "Liter Benzin fünf Mack").

Ein logisches Flaggschiffprojekt für die Linke wäre der Mindestlohn. Gewesen. Das hat ihr die SPD nun weggeschnappt.
"They may be drinkers, Robin, but they are also human beings."

(Batman)

Auswurf
Benutzeravatar
Grasdaggl
Also beispielsweise einen Einsatz der Bundeswehr in Syrien befürworten?


der ist ja eh albern.
Die paar tornados schwirren dort symbolisch rum.
Aber ja, die haltung zu auslandseinsätzen ist immernoch der knackpunkt
das ist doch keine Musik

fkAS
Benutzeravatar
Halbdaggl
Auswurf hat geschrieben:der absage der spd an schwarz,rot,gelb liegt überwiegend der wählerwillen zu grunde.
Die fdp hingegen folgt ausschliesslich eigenen interessen und der nicht mehr nachvollziehbaren grünphobie der landes fdp.
Sollen sie's machen - ich behaupte nur, dass dies mal wieder nach hinten los gehen wird

Dass die SPD da nicht mitmacht sind doch auch überwiegend "eigene Interessen". Sie hätten kaum Chancen ihre Politik als Juniorpartner der "Bürgerlichen Koalition" durchzusetzen. Sie würden sich bei ihrem Wählerklientel komplett unglaubwürdig machen und in Zukunft weitere Verluste einfahren. Dazu gehört natürlich auch, dass eine Verliererkoalition mit Wolf als MP dem Wählerwillen widerspricht. Aber Parteien kann man ganz gut nach 2 Fragen einschätzen: Erstens: Haben sie in Regierungsverantwortung Chancen, ihre Positionen durchzusetzen? Zweitens: Können sie damit Stimmen gewinnen?
In der Ba-Wü-FDP herrscht offenbar die Überzeugung, dass sie als kleinstes Licht der Ampel zu viel von ihren Positionen aufgeben müssten und sich bei ihren Wählern unglaubwürdig machen. Dann ist es aus ihrer Sicht auch besser, in der Opposition weiterzumachen.

Auswurf
Benutzeravatar
Grasdaggl
Einge wähler der grünen sind zu den linken abgewandert und würden sich erneut verraten fühlen.
Ich denke aber, dass der mehrheit der Linken wähler das garnicht so wichtig ist(vor allem im osten),
denen geht's doch viel mehr um die soziale komponente.
Die grünen stehen heute nicht schlechter da, als zu den zeiten, als sie sich noch nicht für die heutige linie entschieden hatten.
Ich denke noch an die zeiten, als die westgrünen garnicht mehr im bundestag vertreten waren


as
kann man so sehen!
Wie die gewichtung aller komponenten bei den einzelnen parteien vorgenommen wurde/wird,
ist natürlich schwerlich überprüfbar
das ist doch keine Musik

exmatthes
Granadaseggl
"wählerwille"?
quatsch mit soße!
je nach couleur anders interpretierbar.
"rot-grün ist abgewählt" ist objektiv genauso richtig wie
"quer durch alle parteien ist kretschmann überragend populär"
und? was leitet sich draus ab? was wiegt stärker/ist entscheidend?

jeder wähler hat seinen willen qua stimme kundgetan; die erreichten prozente sind der kumulierte wählerwille.
und von diesen prozenten, übersetzt in sitze, braucht man 50.
drum konnte vor 5 jahren selbst eine 39%-cdu in den a... gekniffen sein.
weil 39 weniger als 50 sind und andere zusammen über 50 kamen.

weiß doch jeder! warum ewig darüber hinaus schwadronieren?!

man lese dazu (glaub ich net online) den kommentar vom dorfs in der stz.

das ergebnis ist schwierig, klar. aber nun müssen sie halt irgendwie zurechtkommen, eine koaltition zimmern.
ala kretsch: "irgendwer muß das land ja regieren"
daß wolf nen führungsanspruch aus dem desaster ableitet: forget ist. eigentlich. aber wenn er welche findet, die ihm zur mehrheit der sitze verhelfen, dann hat er's geschafft. amen.

andererseits hat auch der populärste wahlgewinner keinen automatischen anspruch auf den chefsessel.
dorfs (m.e. sehr zutreffend): "es ist also nicht so, daß winfried kretschmann nach dem wahlsieg auf einer sänfte in die villa reitzenstein getragen werden müßte"

regieren wird, wer - wie auch immer - ein bündnis hinkriegt. basta!

auch dieses "gewinner"- bzw. "verlierer"gerede bringt doch nix.

denn, mal angenommen, die spd hätte nicht dramisch, sondern nur deutlich verloren, und es hätte für grün-rot grade noch so gereicht.
dann gäb's die ganzen diskussionen jetzt nicht - grün-rot wäre bestätigt.
und trotzdem wär ein fetter loser dabei. gewinner-verlierer-koaltition also?!

==> es geht um die prozente, sprich sitze, die man errungen hat.
wie? warum? gewinner? verlierer? - jetzt nimmer wirklich relevant! allenfalls noch als atmosphärisches hintergrundrauschen.

inhaltliche und personelle zugeständnisse untereinander.
handeln, feilschen.

alles andere: überflüssiges blendwerk.







crown
letzterschwob hat geschrieben:Die Realo-Grünen lachen sich gerade einen ab, weil sie ohne die SPD gestalten dürfen und aus BW ab 2017 viel Einfluss auf die schwarz-grüne Bundesregierung haben werden.

Die CDU BW freut sich zu 50 % weil Wolf weg ist und es trotzdem massig Posten in der Landesregierung gibt, mit dem auch innerhalb der CDU beliebteren Winfried, der dann irgendwann in Rente geht, während man sich mit dem Vize-MP für die Wahl in Position bringt, an der Spitze.

Ich denke der Kretschmann würde lieber mit der SPD anstatt einer verzweifelten CDU denen an beiden Flanken in der Mitte und Rechts das Wahlvolk geklaut wird.

Deine Definition von Volkspartei ist übrigens seltsam. Dumm ist es aus reiner Polemik zur erklären die SPD sei in BW nie eine Volkspartei gewesen. Dabei hat die SPD bei den meisten Wahlen deutlich über 30 % bekommen. Keine Ahnung was dich also zu solchen Behauptungen verleitet. Keine Ahnung von der Geschichte?

crown
Hat eigentlich heute schon einer der neuen Auf-Rechten plakativ das Demokratiedefizit unter Merkel beklagt und rumjammert das man in diesem Land keine abweichende Meinung von einer Merkel-Doktrin mehr haben darf? :banane:

Auswurf
Benutzeravatar
Grasdaggl
reines wunschdenken vom letzten schwaben.
Mag die spd nicht und träumt schon lange von schwarz/grün
Bundesweit wird die spd noch ewig vor den grünen liegen und deren wähler kommen immernoch aus unterschiedlicheren schichten, als die, der grünen.
Da macht es ja so schwer für die spd.
Der begriff volkspartei lässt sich eben nicht alleine von ner prozentzahl ableiten
Hat eigentlich heute schon einer der neuen Auf-Rechten plakativ das Demokratiedefizit unter Merkel beklagt und rumjammert das man in diesem Land keine abweichende Meinung von einer Merkel-Doktrin mehr haben darf?

bislang nur airwin, aber ich warte noch auf crastro
das ist doch keine Musik

crown
Räpper hat geschrieben:Es gibt keine Schnittmenge mit den Grünen und warum soll sich jetzt die CDU verbiegen nur um den Rentnern zu dienen welche den Opa als MP haben wollen.

Ich würde gerne die Grünen hören, wenn die Juniorpartner der CDU sein sollen.

Wenn die CDU wirklich die Mitglieder befragt, dann wird es keine Gespräche geben. Es sei denn 51% sind über 65 Jahre alt.

Ach komm das stimmt doch nicht. Es gibt sehr wohl Schnittmengen. Ob man die allerdings für ausreichend hält und ob man überhaupt meint Partei koalieren will die einem die Wähler abspenstig macht und gemacht hat, ist einer andere Sache. Juniorpartner gehen schnell mal unter. Siehe die SPD unter der Merkel-CDU in den letzten Jahren

Das ist eher die Angst bzw. das Kalkül der FDP und nicht die Schnittmengen.
Die FDP geht verständlicherweise lieber in die Opposition und gewinnt wieder ein paar Wähler zur nächsten Wahl zurück, als das Risiko einzugehen unter den Grünen wieder zu verschwinden. Das ist doch offensichtlich!

crown
Auswurf hat geschrieben:reines wunschdenken vom letzten schwaben.
Mag die spd nicht und träumt schon lange von schwarz/grün
Bundesweit wird die spd noch ewig vor den grünen liegen und deren wähler kommen immernoch aus unterschiedlicheren schichten, als die, der grünen.
Da macht es ja so schwer für die spd.
Der begriff volkspartei lässt sich eben nicht alleine von ner prozentzahl ableiten
Hat eigentlich heute schon einer der neuen Auf-Rechten plakativ das Demokratiedefizit unter Merkel beklagt und rumjammert das man in diesem Land keine abweichende Meinung von einer Merkel-Doktrin mehr haben darf?

bislang nur airwin, aber ich warte noch auf crastro

Täglich grüßt das völkisch deutsche Murmeltier. :mrgreen:


crown
Auswurf hat geschrieben:der absage der spd an schwarz,rot,gelb liegt überwiegend der wählerwillen zu grunde.
Die fdp hingegen folgt ausschliesslich eigenen interessen und der nicht mehr nachvollziehbaren grünphobie der landes fdp.
Sollen sie's machen - ich behaupte nur, dass dies mal wieder nach hinten los gehen wird

manolo
PS:
finde es als rot-grüner auch schon lange dumm, dass auf bundesebene eine koalition mit der linken ausgeschlossen wird.

ja, die zeit ist reif

Jetzt soll In Sachsen Anhalt erstmal die CDU einen Feldversuch mit der AfD machen. Würde mich sehr freuen wenn deren Wähler auch in den Genuss deren Wahlprogramms kommen.


Airwin
@Tifferette

so nochmals zu gestern: was schief lief hab ich ja ganz grob skizziert, interessanter vielleicht was noch schief läuft und was man besser machen sollte:

Man muß sich den irrsinn der da abläuft nochmals vor augen halten:
D profitiert von der schleißung der balkanroute. Der ratspräsident tusk bedankt sich bei den balkanländern für die schließung, faymann und hollande verkünden die route ist und bleibt geschlossen und was ist muttis wichtigstes anliegen auf dem gipfel? es wird um formulierungen gefeilscht bis da nicht mehr steht " die route ist geschlossen" sondern "bei den irregulären migrationsströmen entlang der westbalkanroute ist nun das ende erreicht" :lol: . Noch offensichtlicher hätte man es den anderen europäern nicht machen können , dass es hier um nichts anderes geht als um merkelsche gesichtswahrung. Und die route bleibt dicht und die flüchtlinge im dreck. (Wobei es immerhin griechischer und nicht ungarischer dreck ist und diese flüchtlinge daher jetzt nicht nach deutschland dürfen :roll: .)

Und dann die geschichte vom neuen deutsch ähm türkischen :) vorschlag :oops: : Stacheldrähte sind pfui und merkel ist moralweltmeister, aber sich gemein zu machen mit dem türkischen autokraten ist ok.
Dummerweise war dieser türkeiplan auch wieder so dilettantisch eingefädelt, dass der "überraschungs"vorschlag alle anderen EU-länder v.a. verärgert hat.
abgesehen von der moralischen scheinheiligkeit und der handwerklichen fehler bei der einführung dieses vorschlages, kann man auch bzgl des inhaltes eines vorhersagen: Die anderen EU länder - und hoffentlich nicht mal die CDU - werden es nicht zulassen , dass das flüchtlingsproblem durch ein visaproblem ersetzt wird.
Im endeffekt hat ankara merkel nicht nur die deutsche gesellschaft gespalten sondern auch noch deutschland in europa isoliert und die EU an den abgrund geführt. Und zu ihrer verteidigung wird dann vorgebracht "aber sie hats doch nur gut gmoint" :) .

innenpolitisch war die faktische außerkraftsetzung zentraler asylregeln am bundestag vorbei zumindest unklug. Wobei man zugeben muß dass es im bundestag ja abgesehen von der CSU keine opposition gibt :? .
Der ständige nachbesserungsbedarf, asylpacket1, asylpacket2, neue sicher herkunftsländer etc zeigt ja auch deutlich, dass man die lage keinesfalls im griff hat. Durch den (willkommenskulturbedingten?) verzicht auf transitzentren hat man nun zehn- wenn nicht hunderttausende unregistrierte im land und v.a. unberechtigte in ähnlichen größenordnungen. Und keinen realistischen plan wie man diese "menschen ohne bleibeperspektive" wieder loswerden soll. In der realität wird erst nach jahren oder gar nicht abgeschoben.

deshalb wir es ungefähr so kommen wie vom ramsauer hier beschrieben. das hätte man aber auch einfacher und v.a besser haben können:

"Merkel ist wie der Klavierspieler auf der Titanic"

Ex-Verkehrsminister Ramsauer hat Verständnis für jene, die Merkel 2017 nicht als Kanzlerin wollen. Die Union müsse Mitte-rechts-Partei werden. Denn er traut der AfD bei der Bundestagswahl viel zu.

Der Haussegen bei den Unionsparteien hängt gehörig schief: Jeder schiebt dem anderen die Schuld am Erstarken der AfD zu. Horst Seehofer kündigte nun eine schonungslose Analyse der Wahlergebnisse an. Quelle: Die Welt

Die Welt: Herr Ramsauer, wäre am Sonntag Bundestagswahl, was käme heraus?

Peter Ramsauer: Das Ergebnis wäre für die Union verheerend. Und da nehme ich die CSU nicht aus. Durch die Flüchtlingspolitik, die Griechenland-Politik, aber auch so idiotische Diskussionen wie die Beschränkung von Bargeld wird auch die CSU nach unten gezogen. Wir sind mitgefangen und mitgehangen. Mitgefangen mit Angela Merkel und mit ihr gehangen.

Die Welt: Ist Merkel noch die Richtige?

Ramsauer: Wenn ich meine Ortsvorsitzenden frage, ob sie bereit seien, in 17 Monaten wieder Merkel-Plakate aufzuhängen, dann sehe ich nur in lange Gesichter. Ich habe Verständnis für diese Position. Diese Leute stehen an vorderster Front und sind nicht mehr bereit, jede Politik mitzumachen.
DWO_IP_Wanderung_BadenWu_1.jpeg
Foto: Infografik Die Welt

Die Welt: Wäre ein zweistelliges Ergebnis für die AfD drin?

Ramsauer: Damit würde ich auf alle Fälle rechnen. Die Union hat sich von vielen Wählern entfernt. Sie sind heimatlos geworden und landen bei der AfD. In der CDU scheint leider nicht der alte Leitsatz zu gelten, dass rechts von ihr keine demokratisch legitimierte Kraft existieren darf, sondern links von ihr. Diesen Eindruck erweckt die Politik Angela Merkels.

Die Welt: Hat die AfD-Politikerin Beatrix von Storch also recht, wenn sie sagt, dass ein Standpunkt rechts von der CDU noch immer einer in der Mitte ist?

Ramsauer: Sie hat recht. Rechts von der CDU ist man immer noch in der Mitte. Deshalb muss man das Ergebnis der Landtagswahlen nicht nur, wie es Horst Seehofer getan hat, als tektonische Verschiebung ansehen, sondern als Kontinentalverschiebung. Bei CDU und CSU traut sich doch schon lange keiner mehr, von der Union als einer Partei des Mitte-rechts-Spektrums zu sprechen. Das ist aber ein Fehler. So entsteht der Raum für die AfD. Wir müssen wieder Mitte-rechts-Partei werden.
Peter Ramsauer fordert in der Flüchtlingspolitik von der Regierung eine Kehrtwende
Foto: dpa Peter Ramsauer fordert in der Flüchtlingspolitik von der Regierung eine Kehrtwende

Die Welt: Wird der Zeitpunkt kommen, wo man mit der AfD auch über Zusammenarbeit reden muss? Gerade wenn sie Mitte-rechts so betonen, liegt das doch nahe?

Ramsauer: Für die CSU muss ich das ausschließen. Nur darf ich daran erinnern, dass die SPD vor 35 Jahren nie mit den Grünen koalieren wollte. Von der CDU zu schweigen. Wie es heute aussieht, wissen wir.

Die Welt: Einige der wirtschaftspolitischen Positionen der AfD sind von denen Peter Ramsauers gar nicht so weit entfernt. So ist auch die AfD kritisch gegenüber Erbschaftsteuer und Mindestlohn, lehnt Gentechnik in der Landwirtschaft ab, favorisiert eine längere Laufzeit der Kernkraftwerke. Ist die AfD der CSU zu ähnlich?

Ramsauer: Es stimmt, dass die AfD Positionen vertritt, die auch unsere sind oder an unsere erinnern. Aber es gibt auch genügend, die dem zuwiderlaufen. So lehnt sie das Freihandelsabkommen TTIP ab. Ich befürworte es entschieden. Das ist ein Sammelsurium von liberal bis antiliberal. Da kann sich jeder was raussuchen, das ist keine konsistente Politik.


Die Welt: Viele vergleichen die Situation derzeit mit Weimar. Mit 1933.

Ramsauer: Wer so redet, der hat im Geschichtsunterricht nicht aufgepasst. Das ist dümmliches Zeug, das sind Schlagworte. Das heutige Deutschland ist Lichtjahre von einer Situation wie 1933 entfernt. Wir sind und bleiben eine Demokratie.

Die Welt: Angela Merkel soll im CDU-Vorstand gesagt haben, der Aufstieg der AfD sei kein existenzielles Problem für die CDU?

Ramsauer: Das erinnert mich an den Klavierspieler auf der "Titanic". Der spielte auch bis zum Schluss, denn sein Flügel funktionierte ja. Und abgesoffen ist er trotzdem. Wer jetzt das Wahlergebnis in dieser Weise schönredet, bringt die Menschen noch mehr in Rage.

Am absurdesten sind jene Interpretationen in der CDU, die davon sprechen, dass all jene, die nicht AfD gewählt haben, den Kurs der Kanzlerin in der Flüchtlingspolitik unterstützen. Ja, will man denn den Wähler veräppeln und sich selbst belügen? Da haben viele mit der Faust in der Tasche ihr Kreuz gemacht.

Die Welt: Bleibt die AfD?

Ramsauer: Ich bin lange in der Politik, ich habe viele Parteien kommen und gehen sehen. Die NPD, die Republikaner, die Piraten. Ich habe die Hoffnung, dass die AfD das gleiche Schicksal ereilt. Aber dazu brauchen wir die Kraft, dem Wählerwillen zu folgen. Man kann nicht auf Dauer gegen breiteste Teile der Bevölkerung regieren. Die CDU muss ihren Kurs dringend ändern, sagen, dass sie verstanden hat.

Die Welt: Wie müsste dieses "Wir haben verstanden" aussehen?


Ramsauer: Wir als CSU müssen unsere Drohungen in puncto Flüchtlingspolitik in Richtung Kanzleramt scharf stellen. Da ist zu viel verhallt. Zu oft wurde Rücksicht genommen. Horst Seehofer hat nun klargemacht, dass mit der reinen Ankündigungspolitik Schluss ist. Das ist richtig.

Die Bundesregierung muss eine Kehrtwende vollziehen. Und diese ist sogar schon erkennbar. Wenn die Kanzlerin nämlich konsequent ihrer Politik gefolgt wäre, dann müsste sie die Menschen von der griechisch-mazedonischen Grenze abholen lassen. Das hat sie nicht getan, wohl, weil sie doch erkannt hat, dass es für ihre Wahlkämpfer ein Dolchstoß gewesen wäre. Sie hat sich also schon um 180 Grad gedreht. Diesen Kurs muss sie beibehalten.

Die Welt: Glauben Sie gar nicht mehr an Merkels europäische Lösung?

Ramsauer: Es gibt diese europäische Lösung doch schon. Was Österreich und die Balkanstaaten unter Billigung der Osteuropäer, Italiens und Frankreichs mit der Abriegelung der Balkanroute getan haben, ist quasi eine Art europäische Lösung. Vielleicht nicht im Sinne Merkels. Ausgerechnet das kleine Österreich hat der Kanzlerin das europapolitische Heft des Handelns aus der Hand genommen. Merkel ist ein Stück weit entmachtet worden. Nun muss sie diesem Kurs, der Fakten geschaffen hat, folgen und für Deutschland ein Ende der Aufnahmebereitschaft verkünden.

Die Welt: Das heißt, die Bilder aus Mazedonien und Griechenland werden bleiben?

Ramsauer: Diese Bilder sind nicht schön. Aber sie sind, so hart das ist, Teil der Lösung und entfalten eine politische Wirkung. Mit der Willkommenskultur sind völlig falsche Signale gesendet worden. Davon sind wir inzwischen Lichtjahre entfernt. Die Botschaft von der mazedonischen Grenze ist: Bleibt, wo ihr seid, wenn ihr nicht unmittelbar an Leib und Leben bedroht seid.

Die Welt: Die CSU fordert solche Signale schon seit einem halben Jahr. Ihre Erwartung war, dass dann der Strom schnell abebbt. Doch noch immer setzen täglich Tausende über die Ägäis über. Hat sich Ihre Partei also getäuscht? Ist Ihre Lösung gar keine?


Ramsauer: Ich bin sicher, dass das noch ein wenig Zeit braucht. Ich verspreche mir auch viel von der Nato-Mission. Das wird Wirkung entfalten. Nach dem Gipfel mit der Türkei Ende der Woche muss jedoch die Zahl von Überfahrten nach Griechenland deutlich zurückgehen.

Die Welt: Die Türkei fordert Visafreiheit für ihre Bürger als Preis für die Überwachung der Grenzen und Rücknahme der Flüchtlinge. Die CSU lehnt sie ab. Wofür entscheiden Sie sich, wenn dies zur Conditio sine qua non wird?

Ramsauer: Die Visafreiheit müssen wir mit allen Mitteln verhindern. Ich sehe darin eine Aufforderung an Hunderttausende Menschen, sich in Richtung Deutschland in Bewegung zu setzen. Kurden vor allem, aber auch westlich orientierte Türken, die mit der Politik Erdogans nicht mehr konform gehen.

Sollte die Türkei deshalb auf dem Junktim bestehen, dann müssen sich Europa und Deutschland gegen die Visafreiheit entscheiden und die Flüchtlingspolitik mit europäischen und nationalen Maßnahmen ohne die Türkei lösen.

Naja. Also, mit dem Mehrheitswahlrecht hätten die Bürger den Kretschmann nie entdeckt, weil 2011 die CDU weiterregiert hätte.

Das Mehrheitswahlrecht garantiert in UK, dass eine Bande verwöhnter Privatschüler das Land über den Küchentisch beugen und nach Lust und Laune durchnehmen kann. Seid froh dass es das in Deutschland nicht gibt.

Tifferette
Benutzeravatar
Grasdaggl
Plan B hat geschrieben:Weil jemand es angesprochen hat. Wenn wir Mehrheitswahlrecht hätten in BaWü, dann bräuchten die Grünen gar keinen Koalitionspartner, sondern könnten alleine regieren.

Lustigerweise ist das nicht notwendigerweise richtig. Erstens wählt man im Mehrheitswahlrecht üblicherweise sehr strikt nach Wahlkreiskandidaten. Mittelbar hat der Spitzenkandidat bzw. die Partei natürlich auch eine Menge Einfluss. Aber da kann es ziemlich auseinander gehen. Wobei das BW-Landeswahlrecht ja auch ein wenig anders ist als das anderswo in Deutschland Übliche (wenn ich es richtig verstanden habe, betrifft mich ja nicht).

Wichtiger aber: Beim Mehrheitswahlrecht gibt es in manchen Ländern sog. "Preferences". Ich kenne das so aus Australien, über die weitere Verbreitung weiß ich wenig. Jedenfalls kann man eine Zweit-, Dritt-, usw. -wahl angeben, falls der Kandidat, dem man die Erststimme gegeben hat, den Wahlkreis nicht holt. Es werden also bei allen diesen Wählern die Preferences in einer zweiten Runde ausgezählt. Und dann ggf. in einer dritten Runde, und so weiter. Das bedeutet, dass in einem Wahlkreis eben kein uneingeschränktes "Winnes Takes It All" gilt.

In der BaWü-Wahl hätte das wohl im Ergebnis wenig Unterschiede gegeben. Ich wollte halt nur Klugscheißer spielen. :) Und nebenher was zum Mehrheitswahlrecht klarstellen. Da wird nämlich immer gern argumentiert, dass die Stimmen derjenigen, die keine der großen Parteien wählen, verloren sind. So ganz stimmt das nämlich nicht, siehe oben. Und die Auszählungen am Wahltag sind viel, viel spannender, weil das für jeden Wahlkreis separat ausklamüsert werden muss. Viieeeeeel interessanter als bei uns, wo man um 18:06 üblicherweise weiß, wie es ausgegangen ist.
"They may be drinkers, Robin, but they are also human beings."

(Batman)

Tifferette
Benutzeravatar
Grasdaggl
Nice Weather hat geschrieben:Das Mehrheitswahlrecht garantiert in UK, dass eine Bande verwöhnter Privatschüler das Land über den Küchentisch beugen und nach Lust und Laune durchnehmen kann. Seid froh dass es das in Deutschland nicht gibt.

Nice, habt Ihr solche Preferences bei Euch nicht? In Australien hat das dazu geführt, dass die Grünen trotz Mehrheitswahlrecht zu einer starken Kraft wurden (Preferences gingen natürlich immer an Labour, und fast immer auch andersrum) und sie nach ein paar Jahren dann auch Wahlkreise gewinnen konnten, obwohl sie allenfalls zweitstärkste Kraft waren.
"They may be drinkers, Robin, but they are also human beings."

(Batman)

Tifferette
Benutzeravatar
Grasdaggl
Airwin, ich will jetzt nicht übertrieben nicklich sein, aber ich hatte was anderes gefragt. Nämlich was man vor nem knappen Jahr mit den Zehn- bis Hunderttausenden Flüchtlingen hätte machen sollen. Deine Antwort bezieht sich auf die folgenden politischen Wirrungen. Ich habe nun keinen Anspruch drauf, dass Du konkret antwortest, das ist mir schon klar.

Aber für mich ist das die allesentscheidende Frage - was hätte man damals denn anderes machen sollen? Darauf habe ich noch nirgends eine präzise, ehrliche Antwort bekommen. Nirgends. Und deshalb finde ich diese Debatte zum Teil so bizarr.

Vieles, was Du schreibst, halte ich für absolut diskutabel, und das Rumlavieren mit den Balkanrouten ist auch mich befremdlich. Aber das alles trifft halt nicht den Kern des Problems, sondern wabert drum herum.
"They may be drinkers, Robin, but they are also human beings."

(Batman)