1024 Beiträge

Ein Ökothread?

Wichtige Themen, das können wir hier geballt diskutieren
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Uninteressant, aber gut, wenn es hierher ausgelagert wird, dann stört es mich nicht in anderen Threads
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Ach nö, lass doch in den anderen Threads diskutieren, wo es sich grad ergibt
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Scho recht
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Mir doch egal
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Neuer Fred? Find ich blöd, lass durch witzige Wortspiele boykottieren
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Neuer Fred? Find ich gut, endlich wieder lustige Spiele
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Bin besonders auf die Tipps, was ich selber besser machen kann, gespannt
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Seren Dipity
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Schoofseggl
Wundermann hat geschrieben:Im Prinzip kann ich dir zustimmen, aber die technologische Umsetzung solcher Projekte ist nicht so trivial. Hier nur einige der zu beantwortenden Fragen:
- Wie soll H2 von der WKA in das, noch nicht existierende, H2 Netz eingespeist werden?
- Wer soll den Wasserstoff und in welcher Form nutzen?
- Soll H2 mittel CO2 in CH4 transferiert und in das Gasnetz, trotz heftigen Verlusten, eingespeist werden?
- Stehen der Industrie die benötigten Kapazitäten zur Herstellung der Komponenten zur Verfügung?
- Stehen die entsprechenden Werkstoffe für diese Komponenten derzeit zur Verfügung?
Das sind nur einige wenige der offen Fragen, es gibt noch viel mehr davon. Deine durchaus populistischen Forderungen sind sehr leicht formuliert, eine Umsetzung dauert Jahrzehnte.

PS: Ich beschäftige mich beruflich schon 20 Jahre mit Wasserstoffanwendungen und mir geht auch alles zu langsam. Von der Politik wurde und wird leider zu sehr auf andere Technologien gesetzt.


Das hierzu eine Kraftanstrengung nötig ist, bestreite ich ja gar nicht. Dass wir schon die letzten Jahrzehnte hätten nutzen müssen, um die Energiewende auch technisch auf den Boden zu bringen, bezweifelt hoffentlich auch kaum noch jemand. Der Punkt ist aus meiner Sicht eher der: was hat unsere Bundesriegierung tatsächlich veranlasst, seit dem russische Soldaten an der ukrainischen Grenze herumturnten und den Verantwortlichen klar gesagt wurde, dass die Abhängigkeit von russischer Energie unserer Wirtschaft in Teilen das Genick brechen könnte?

Nichts, oder?

- Wurde der extreme Facharbeitermangel angegangen, der auch verhindert, dass die erneuerbaren Energien auf den Boden kommen?
- Wurde der Wiederaufbau der Solarbranche staatlich gefördert?
- Wurde ein Gasnetz aufgebaut?
- Wurde die Erdwärme weiter gefördert?

Es ist doch tatsächlich nichts passiert! Wir haben jetzt 100 Milliarden für die Bundeswehr und 200 Milliarden linke Tasche - rechte Tasche gegen die hohen Gaspreise. Konstruktiv und aktiv, direkt in die Ursachenbekämpfung haben wir nichts investiert, bzw. Subventionen die es hier bis vor kurzem noch gab, hat man sogar auslaufen lassen.

Was faktisch übrig bleibt, ist, das wir bis heute, trotz der dramatischen politischen Verwerfungen, immer noch nicht wirklich mit der Energiewende begonnen haben. Und diesen Vorwurf halte ich mitnichten für populistisch.


Seren Dipity
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Schoofseggl
Okay. Gerade weil du dich auskennst, möchte ich nochmal nachfragen, um das besser zu verstehen:

Ich hatte einen Bericht gelesen, dass wir aktuell nur 13 (oder waren es sogar nur 10?) technische Einrichtungen in Deutschland haben, wo man Elektrolyse industriell betreiben kann. Dieser Mangel wurde als das Nadelör beschrieben.

Teilst du diese Ansicht?

Und falls ja, warum denkst du, dass man nicht auch kurzfristig massiv in den Ausbau unserer Elekrolysekapazitäten hätte investieren können. Wo wäre da das Haupthemmnis?

Wundermann
Granadaseggl
Das erste Nadelöhr ist der politische Wille zur Wasserstoffwirtschaft, nicht der Mangel an entsprechenden Elektrolysestationen. Natürlich dauert eine Umsetztung gewisse Zeit. Ein interessanter Ansatz kommt aus der Schweiz. Dort wird versucht CO2 aus der Zementherstellung mit mit H2 aus regenerativen Quellen in Methan umzuwandeln.
Eine kurzfristige Umsetzung ist leider aufgrund derzeit schwierig zu beschaffender Materialien und Komponenten nicht so einfach. Zum Beispiel werden spezielle Werkstoffe benötigt, die keine Neigung zur Wasserstoffversprödung haben. Diese Eigenschaft kann nur durch spezielle Chrom- Nickellegierungen oder wenige Kunststoffe (etl. auch Carbon) erreicht werden. Das ist ein Haupthindernis für Wasserstofftransport. Weiterhin gibt es kaum Anlagen, die Wasserstoff direkt verwerten können (beispielsweise Heizungen). Das Haupthindernis für die Umwandlung in Methan ist der hohe Energieaufwand für, bzw der geringe Wirkungsgrad der Umwandlung. Der Vorteil ist die existierend Infrastruktur.

Iron
Grasdaggl
Wundermann hat geschrieben:Weiterhin gibt es kaum Anlagen, die Wasserstoff direkt verwerten können (beispielsweise Heizungen).


Technisch ist das aber möglich:

Wasserstoff kann wie Erdgas in einem Brennwertkessel verbrannt werden. Durch die Verbrennung entsteht Wärmeenergie, mit welcher sich Warmwasser oder Heizungswasser erzeugen lässt. Abhängig von den baulichen Gegebenheiten wird der Wasserstoff in einem Tank vor dem Haus gespeichert oder über ein Wasserstoffnetz eingespeist.

Obwohl diese Variante technisch möglich ist, findet sie bis dato nur eine sehr geringe Verbreitung. Das liegt daran, dass Wasserstoff aktuell noch mit sehr hohem Energieaufwand gewonnen wird und deshalb eine solche Wasserstoffheizung noch nicht wirtschaftlich betrieben werden kann. Darüber hinaus gibt es noch keine dem Erdgas ähnliche Versorgungsinfrastruktur für Wasserstoff.

Dennoch laufen europaweit Tests mit Wasserstoff, der als Brennstoff zum Heizen verwendet wird, u. a. von Bosch.


Wobei Bosch nicht richtig ist, das machen alle Heizungshersteller, nur aufgrund der aktuellen Lage, wird sehr viel in Wärmepumpen investiert und u.A. bleiben dann solche Projekte eben auf Eis oder auf sehr kleiner Flamme.

Allerdings viele Bestandgebäuden werden mit Wärmepumpen nicht effektiv heizen können...

Seren Dipity
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Schoofseggl
@Wundermann

Danke!
Das mit den Leitungen und der Wasserstoffversprödung war für mich neu.

Dass die verschiedenen Methoden um deshalb besser Methan zu nutzen alle mit einem geringeren Wirkungsgrad behaftet sind, hatte ich hingegen auch schon mehrfach gelesen.

Wenn ich jetzt nochmal kurz zurück gehe: Sobald im Norden der Wind zu kräftig weht, müssen die Windkraftwerke ganz von Netz genommen werden, weil sonst eine gefährliche Überspannungssituation in den Leitungen entstünde. Also müssen wir heute noch aus technischen Gründen die Windkraftanlagen just in dem Moment aus der Energieversorgung herausnehmen, wo eigentlich die allerbesten Bedingungen zu ihrer Nutzung bestehen.

Und wenn man das nun berücksichtigt, dann wäre doch die geringere Energieeffizienz für die Herstellung von Methan wieder gar kein Argument, oder? Denn lieber produziere ich doch mit geringer Effizienz aus massenhaft vorhandener Windenergie Methan, als dass ich einfach die erneuerbare Energie gar nicht nutze?


Iron
Grasdaggl
barbarossa hat geschrieben:Naja, es wäre noch effizienter, einfach mal die entsprechenden Stromtrassen fertig zu bauen.

Aber auch das wird verzögert was das Zeug hält


Weil wir in Deutschland leben ... wir sind zu großen Teilen eben erstmal dagegen.


publicenemy
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Halbdaggl
...oder unsere populistischen Politiker verhindern das. Suedlink war als Freileitungstrasse sehr weit geplant. Dann hat Herr Seehofer im bayerischen Landtagswahlkampf den Wählern versprochen, dass so eine Trasse nicht zu sehen sein darf und im Boden vergraben gehört. Dann ging alles von vorne los und Suedlink, Südostlink usw. wurden auf Null gestellt und jetzt als Kabeltrassen geplant und gebaut. Aber so gegen 2030 werden sie in Betrieb gehen.



Local Zero
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Grasdaggl
Wundermann hat geschrieben:Das erste Nadelöhr ist der politische Wille zur Wasserstoffwirtschaft, nicht der Mangel an entsprechenden Elektrolysestationen. Natürlich dauert eine Umsetztung gewisse Zeit. Ein interessanter Ansatz kommt aus der Schweiz. Dort wird versucht CO2 aus der Zementherstellung mit mit H2 aus regenerativen Quellen in Methan umzuwandeln.


In Heidenheim bei Schwenk wird gerade etwas ähnliches gebaut, eine Pilotanlage, mit der ein Konsortium aus vier großen Zementherstellern die Gewinnung von CO2 aus den Abgasen der Zementherstellung testen will. Die Idee hinter dem Verfahren ist es, reines CO2 zu gewinnen, das wiederum für die Herstellung von synthetischen Kraftstoffen verwendet werden kann.


Wundermann hat geschrieben:Weiterhin gibt es kaum Anlagen, die Wasserstoff direkt verwerten können (beispielsweise Heizungen).
Es gibt das PICEA-Verfahren . Wird auch bereits in privaten Haushalten verbaut. Muss man sich allerdings leisten können.

Bei Wasserstoff-Tech in privaten Haushalten geht es ja vor allem um das Problem "Saisonaler Speicher", also zur Überbrückung der Dunkelflautenzeiten. Da scheint mir die Natrium-Batterie eine breiter einsetzbarere, kostengünstigere und schneller zu implementierende Technologie zu sein als H2-Speicher, die wohl eher für großindustrielle Einsätze geeignet sind.
"Ein Wort, Herr! Sag mir nur ein einziges Wort in diesem Elend!" - "Ich sage dir sogar zwei: Guten Appetit!"
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"Es gibt keine Lösung. Weil es kein Problem gibt."

Iron
Grasdaggl
„Aktuell überlegt man, ob Gasgeräte schon sehr bald eine Beimischung von 20 Prozent Wasserstoff verarbeiten können müssen. Diese technische Anforderung wird voraussichtlich eingeführt, sobald der entsprechende Sicherheitsnachweis erbracht ist, und würde weitreichende Auswirkungen auf den Markt haben. Darüber hinaus gibt es derzeit eine Vielzahl von Aktivitäten, welche die Machbarkeit der Verwendung von 100 Prozent Wasserstoff betrachten. Damit dies Realität wird, ist es wahrscheinlich, dass ,wasserstoffreife‘ Heizgeräte ab 2025 gesetzlich vorgeschrieben werden. Ein wasserstofftaugliches Heizgerät verlässt das Werk für den Betrieb mit Erdgas, ist aber bereits für eine spätere Umrüstung auf den Betrieb mit 100 Prozent Wasserstoff zertifiziert.“




https://www.vaillant-group.com/news-storys/heizen-mit-wasserstoff.html


Im Segment der Gas-Brennwertgeräte wird aktuell für mehrere Vaillant Gerätegenerationen eine CE-Zertifizierung für eine 20-Prozent-Wasserstoff-Beimischung vorbereitet. Dazu zählen die Modellserien ecoTEC plus und ecoTEC exclusive. Diese verfügen über das gasadaptive Verbrennungssystem IoniDetect. Damit können sich die Geräte automatisch schwankenden Gasqualitäten anpassen, inklusive solcher mit Wasserstoffanteilen. Bei der neuesten Gerätegeneration kann dieser Anteil sogar rund 30 Prozent betragen.

Auch auf die Nutzung reinen Wasserstoffs als komplett CO₂-freien Energieträgers für Gas-Heizgeräte ist die Vaillant Group vorbereitet. Ein serienreifes Gerät für die Verbrennung von 100 Prozent Wasserstoff wird getestet. „Besondere Herausforderungen bei dieser Technologie ergeben sich aufgrund der unterschiedlichen Eigenschaften von Wasserstoff und Erdgas“, erläutert Projektleiter Michael Paul, der für das Projekt „100 Prozent Wasserstoff“ zuständig ist. Wegen der spezifischen Verbrennungseigenschaften von Wasserstoff muss unter anderem ein neuer Brenner zum Einsatz kommen, und weitere Komponenten der Wärmezelle müssen auf die Eigenschaften von Wasserstoff adaptiert werden.

Außer dass Wasserstoff zur Energiegewinnung CO₂-neutral verbrennt, hat das Gas weitere positive Eigenschaften, gerade im Heizsektor: Selbst auf reinem Wasserstoff basierende Heizgeräte können so entwickelt werden, dass sie die gleichen Abmessungen wie Erdgas-Heizgeräte haben und im Bestand einfach auszutauschen sind. So stellen sie keine neuen Anforderungen an das Fachhandwerk. Es müssten lediglich der Gaszähler und der Druckregler in der Hausinstallation ersetzt werden. Folglich sind bei einem Austausch vorhandene Radiatoren und Brennwert-Abgassysteme weiter verwendbar. Von all diesen Vorzügen profitieren die Kunden.



Goofy
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Grasdaggl
barbarossa hat geschrieben:genau.
Als hätten wir alle Zeit der Welt :-(

Wer kann denn da mal dazwischen hauen?



Der Robert.

Aber der ist grad massiv mit anderem beschäftigt.
Und falls er sich grade doch damit beschäftigt, kriegt es kaum einer mit, weil sein Krisenmanagement grade wichtiger erscheint.

Wundermann
Granadaseggl
de mappes hat geschrieben:@wundermann
Dann gib jetzt mal Gas; 20 Jahre schön und gut aber jetzt muss es halt auch mal weitergehen, wir brauchen die Technologien ;)
Nee, nee, ich mach langsam, die Arbeit wird genau bis zum Renteneintritt eingeteilt. :lol:



Local Zero
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Grasdaggl
Am 15.9.2022 schrub ich:

Local Zero hat geschrieben:Das ist eine gute Nachricht (ohne das ich das Gebäude vorher gekannt hätte). Mein Ansatz ist ein anderer:

Wir können es uns aus ökologischen und finanziellen einfach nicht mehr leisten, vorhandene sanierungsfähige Bausubstanz einfach abzureißen. Ich glaube, 90 Prozent der Bausubstanz ist sanierungsfähig.

Und wenn es so scheint, dass der Neubau günstiger ist als eine Sanierung, dann liegt das nur daran, dass in der Beschaffung und Bereitstellung der Neubau-Materialien und Ressourcen nicht alle tatsächlich anfallenden Kosten enthalten sind. Nämlich bspw. die Kosten, die im Laufe von Jahren und Jahrzehnten für Substitution, Entsorgung, Renaturierung, Versicherungsschäden (Starkregenereignisse z.B.), Sanierung von Umweltschäden für die Bereitstellung dieser Neubau-Ressourcen anfallen und von der Gesellschaft getragen werden müssen.


Ergänzung, vor 4 Tagen in der taz:

"Dabei wird zumeist übersehen, dass selbst ein klimaneutraler Neubau wenig Sinn ergibt, wenn Abriss und Neubau klimaschädliche Treibhausgase erzeugen. Und viele Mandatsträger, die sich in der Hoffnung wiegen, der Bauschutt werde recycelt, blenden aus, dass nur 7 Prozent davon im Neubau wiederverwendet werden. Desinteresse und mangelnder Sachverstand sind notorisch."

https://taz.de/Nachhaltigkeit-beim-Bauen/!5882374/
"Ein Wort, Herr! Sag mir nur ein einziges Wort in diesem Elend!" - "Ich sage dir sogar zwei: Guten Appetit!"
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"Es gibt keine Lösung. Weil es kein Problem gibt."

Spielgerät
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Halbdaggl
Das kann man sich nicht ausdenken.
Sie kleben sich in der Autostadt bei VW an den Boden. VW lässt sie gewähren, weigert sich aber, ihnen Eimer zu bringen, in die sie reinkacken können :D . VW lässt auch keine Essenslieferungen an die Festgeklebten zu, so dass diese mit dem VW- Fraß vorlieb nehmen müssen :D . Und schließlich dreht VW nachts die Heizung runter und macht das Licht aus :D Das alles postet dieser Herr hier, während er klebt, auf Twitter ...

"In this world there's two kind of people: Those who have loaded guns and those who dig. And you dig."




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