sehr gutes positing. ich kann es ebenfalls verstehen, wenn man die derzeit im parlament vertreten parteien nicht wählen will, weil einem zu viel an ihnen nicht passt. ich kann es aber nicht verstehen, dass man daher dann die afd wählt.
@Manolo
was würdest du dann vorschlagen? Nichwählen? Yogiflieger?
denn nach meinern verständnis wählt man eine partei, weil man denkt diese habe bessere lösungen. lustigerweise lese ich hier aber (fast, lese nichts alles) immer nur, was die etablierten parteien falsch machen, aber (fast) nie, wie jemand daralegt, welche lösung der afd nun besser ist.
eine etwas schlichte erklärung des wahlverhaltens. Ich kann eine partei aus voller inbrunst wählen, überzeugt das einzig richtige zu tun - so wie wahrscheinlich thoreau.
Ich kann auch zähneknirschend das imo kleinste übel wählen - wie wahrscheinlich sehr viele
ich kann aber auch taktisch wählen, wenn ich wie von kronenclub beschrieben, eine veränderung erreichen will.
Es sieht doch jeder wie die AfD die parteien der GroKo vor sich hertreibt (und in weit geringerem maße ) auch die grünen und linken beeinflußt. Und damit ist die frage schon beantwortet. ich wünsche mir keine AfD in der regierung, aber dass sie durch bloßes vorhandensein zu einer korrektur der merkelpolitik beiträgt. Zugegeben nicht unbedingt die einflußmöglichkeit die man sich wünscht.
Die situation in der man sich als kritiker der merkelpolitik befindet, beschreibt besonders schön Monika Maron in der FAZ
Monika Maron
Merkels kopflose Politik macht die Rechten stark
Die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung spielt den Falschen in die Hände, meint Schriftstellerin Monika Maron. Wer nicht Pegida oder AfD will, hat keine politische Heimat. Es gibt nur Merkel oder Merkel – und die Grenzen bleiben offen. Ein Gastbeitrag .....
Wer vor zwei Monaten verlangt hat, was heute Regierungspolitik ist, war rechtsradikal oder ein Nazi, wenigstens aber Rassist und Fremdenfeind. Wer vor Masseneinwanderung junger muslimischer Männer gewarnt hat, war islamophob. .... .
Ich weiß nicht, woran es unseren Regierenden mehr mangelt: an Phantasie, Mut oder Verstand.
Sie beschwören die europäische Solidarität, während Herr Oettinger und Herr Schulz die Polen beschimpfen. Sie erklären ihre Handlungsohnmacht mit Gesetzen, an die sich außer Deutschland niemand hält, weil keines der Gesetze, auf die sie sich berufen, ein Volk zum kollektiven Selbstmord verpflichtet. Sie erklären, das Stück Grenze zwischen Deutschland und Österreich sei nicht zu sichern, und versuchen stattdessen, unsere Sicherheit für einen nicht zahlbaren Preis von Erdogan zu kaufen, der gerade für die nächste kurdische Einwanderungswelle sorgt. Sie versprechen, in Zukunft kriminelle Ausländer schneller abzuschieben, wohl wissend, dass auch veränderte Gesetze wenig Erfolg versprechen, weil wir in Kriegsländer nicht abschieben dürfen, viele ihre Pässe vernichtet haben oder die Heimatländer ihre Staatsbürger nicht zurücknehmen und eine Heerschar deutscher Anwälte darauf wartet, jahrelange Prozesse um ein Bleiberecht zu führen. ...
....Vor allem aber brauchen wir den politischen Willen, leichtfertig gebrochenem Recht wieder Geltung zu verschaffen. Der Parlamentarismus in Deutschland ist lahmgelegt. Wenn die eigene Partei der Kanzlerin die Gefolgschaft versagt, springt die Opposition für sie ein. Wir haben Merkel oder Merkel, und die Grenze bleibt offen.
http://www.faz.net/aktuell/politik/flue ... 15-p2.html