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Iron
Halbdaggl
Tamasi hat geschrieben:
kicker hat geschrieben:Inzwischen hat sich Videoschiedsrichter Perl selbst zum Handspiel geäußert und erklärt, was im "Kölner Keller" los war. "Es war fahrlässig von mir. Zeitgleich fand ein potenzielles Foul in Herthas Strafraum statt. Dieses wurde von uns überprüft, dabei haben wir das Handspiel von Rekik übersehen", sagte Perl der "Bild"-Zeitung.

Und weiter: "Das Handspiel haben wir erst zwei Minuten später auf den Bildschirmen gesehen. 'Schöne Scheiße', habe ich mir gedacht. So etwas nehme ich natürlich mit nach Hause."

Hm, naja. Dieses zeitgleich stattgefundene potenzielle Foul war nicht irgendwo anders im Strafraum, sondern die direkte Fortführung des Handspiels. Rekik ist danach mit Gonzalez zusammengeprallt. Deshalb wurde das Spiel kurz darauf ja auch unterbrochen und der Schiri ist zu Gonzalez hingelaufen.

Schon blöd, dass sie die Spielszene überprüfen, aber das Handspiel nicht sehen. Tja, vermutlich haben sie wirklich nur den exakten Moment des Zusammenstoßes zwischen Rekik und Gonzalez angeschaut. Wären sie ein halbes Sekündchen früher in die Bilder eingestiegen, hätten sie das Handspiel doch sehen müssen. Bzw. sie hatten das vielleicht im Bild, haben aber einfach nicht drauf geachtet, weil sie nur auf den Kontakt zwischen den zwei Spielern fokussiert waren.


Die waren wahrscheinlich so fokussiert zu schauen ob ein Foulspiel vorlag, so dass keiner das Handspiel bemerkte.

Der Schiri hatte gute Sicht auf die Szene, kein Spieler bemerkte es und selbst in der ersten Zeitlupe von Sky sah das einer... außer dass kein Foul vorlag. Erst Minuten später wurde es auf Sky nochmals eingeblendet in einer anderen Einstellung.

Wenn die mit der Fragestellung, ob ein Handspiel vorlag, die Szene untersucht hätten, dann wäre das vermutlich gleich aufgefallen.

Hessoschwabe hat geschrieben:Ich vermute das Handspiel wurde übersehen, weil der Keeper da reingerauscht ist und die Hand instinktiv ihm zugeordnet wurde. Anders ist so eine kollektive Falschwahrnehmung kaum zu erklären. Das verbuche ich unter Pech.


Ja. Anders ist es nicht zu erklären – und das ist auch eine gute Erklärung. Dazu gab es vor einigen Jahren mal einen Artikel: wenn die Bewegungsabläufe passen, dann ergänzt unser Gehirn Bilder, die wir in Wirklichkeit gar nicht gesehen haben. Man nimmt dann nicht nur an, dass der Torhüter den Ball rausgefaustet hat, sondern man denkt tatsächlich, dass man es gesehen hat. In diesem Fall vielleicht nicht genau der selbe Effekt, weil es da um die Geschwindigkeit von Bewegungsabläufen ging – aber das selbe Prinzip.


Hessoschwabe hat geschrieben:Aber die Szene, die Nice beschreibt, geht so gar nicht. Nach meiner Wahrnehmung ist Gomez nicht Abseits. Jedenfalls war es extrem knapp und da warte ich doch als Schiri ab, ob das Ding reinfährt und pfeife danach Abseits, damit das überprüft werden kann.


Genau das sollen die Schiris aber nicht tun – sie sollen nicht den Videobeweis abwarten, sondern frohgemut und mit Schmackes ihre Entscheidungen treffen, damit die Leute ein richtiges Fußballspiel sehen, und nicht anderen beim Videospiel zugucken. Dadurch beraubt sich der Videobeweis in diesem Fall leider seines Zweckes.

Auch eine Wahrnehmungsgeschichte, auch dazu gibt es Untersuchungen: das VfB-Spiel ist dafür nun wieder kein perfektes Beispiel, aber es gibt viele Situationen, in denen die Augen des Linienrichters schlicht und einfach und rein anatomisch nicht dafür gebaut sind, eine Abseitsstellung zu erkennen – und zwar ganz einfach dann, wenn Ballabgabe und Passempfänger zu weit voneinander entfernt sind. Du kannst nicht gleichzeitig in zwei verschiedene Richtungen gucken, das konnte nur Marty Feldman.

Das wäre also ein Bereich, in dem der Fußball technische Hilfsmittel wirklich gut gebrauchen kann – aber wenn die Schiris so tun sollen als ob sie perfekt wären, und so pfeifen sollen als ob es kein Video gäbe (was im Grunde ja richtig ist), dann kann man ein abgepfiffenes korrektes Tor nicht geben.


kicker hat geschrieben:Inzwischen hat sich Videoschiedsrichter Perl selbst zum Handspiel geäußert und erklärt, was im "Kölner Keller" los war. "Es war fahrlässig von mir. Zeitgleich fand ein potenzielles Foul in Herthas Strafraum statt. Dieses wurde von uns überprüft, dabei haben wir das Handspiel von Rekik übersehen", sagte Perl der "Bild"-Zeitung.


Der hebt so schön die Hand und gibt seinen Fehler zu, das ist doch gut – dann braucht er nicht irgendwelche Ausreden hinterherschieben. Man kann damit leben.

Ich wüsste halt noch gern, wie Schiri Dingert nach Studium der Videobilder darauf kam, dass Boateng über telekinetische Kräfte verfügt und sich absichtlich von hinten an den angelegten Ellbogen schießen lässt.

Hasenrupfer
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Granadaseggl
Positiv: Die merken, dass sie es grad massiv verkacken, und versuchen sich zu erklären.

Negativ: Die Erklärungen.


Als Höhepunkt dann folgendes von Dr. Drees:

Die Situation war unscheinbar, es hat niemand reklamiert. Die Szene ploppte eigentlich erst in der Halbzeit auf.


Ja gut, äh, ergo sind die Spieler selbst Schuld. Bitte in Zukunft mehr Rudelbildungen um den Schiri...

:roll:

Hessoschwabe
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Lombaseggl
Nice Weather hat geschrieben:
Hessoschwabe hat geschrieben:Aber die Szene, die Nice beschreibt, geht so gar nicht. Nach meiner Wahrnehmung ist Gomez nicht Abseits. Jedenfalls war es extrem knapp und da warte ich doch als Schiri ab, ob das Ding reinfährt und pfeife danach Abseits, damit das überprüft werden kann.


Genau das sollen die Schiris aber nicht tun – sie sollen nicht den Videobeweis abwarten, sondern frohgemut und mit Schmackes ihre Entscheidungen treffen, damit die Leute ein richtiges Fußballspiel sehen, und nicht anderen beim Videospiel zugucken. Dadurch beraubt sich der Videobeweis in diesem Fall leider seines Zweckes....

Im Fall Abseits allerdings wird der Videobeweis ja als unfehlbarer Segen dargestellt, was Du mit Deinen Ausführungen hier schön widerlegst. Die Ungerechtigkeit, die ausgemerzt werden sollte, wird einfach verlagert.

Pfeift der Schiri ein Abseits fälschlich, so kann es nicht repariert werden, weil das Spiel damit unterbrochen ist. Pfeift er ein tatsächliches Abseits nicht, so kann ein Tor, das noch etliche Pässe später fällt zurückgenommen werden. Wo ist denn da die Gerechtigkeit?

Einzige Abhilfe, wie bei der Torlinientechnik, die Maschinen müsste jedes Abseits entscheiden. Technisch nicht ganz einfach.

fkAS
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Granadaseggl
Hessoschwabe hat geschrieben:
Nice Weather hat geschrieben:Genau das sollen die Schiris aber nicht tun – sie sollen nicht den Videobeweis abwarten, sondern frohgemut und mit Schmackes ihre Entscheidungen treffen, damit die Leute ein richtiges Fußballspiel sehen, und nicht anderen beim Videospiel zugucken. Dadurch beraubt sich der Videobeweis in diesem Fall leider seines Zweckes....

Im Fall Abseits allerdings wird der Videobeweis ja als unfehlbarer Segen dargestellt, was Du mit Deinen Ausführungen hier schön widerlegst. Die Ungerechtigkeit, die ausgemerzt werden sollte, wird einfach verlagert.
....

Hab das nie so gelesen wie Nice. Schiris sollen nicht auf Verdacht pfeifen oder auf Verdacht laufen lassen, um dann zu überprüfen. Aber sie können bei strittigen Szenen durchaus laufen lassen und später überprüfen. Das Problem sind halt Szenen, in denen der Schiri/Linienrichter die Szene falsch wahrnimmt und von einer klaren Abseitsstellung ausgeht. Sowas passiert natürlich wenn man schlechte Schiris hat öfter. Der Videobeweis kann halt immer nur so gut sein, wie die Schiris, die dafür verantwortlich sind.

Freilich, freilich: Schiris können generell laufen lassen. Aber da ging es speziell um die neue Unart, dass sie den Videobeweis abwarten, weil sie nicht falsch pfeifen und korrigiert werden wollten, oder einfach, um die Verantwortung nach Köln zu verlagern – immer öfter, auffällig halt. Das war ein Diskussionspunkt irgendwann letzte oder Anfang dieser Saison.

Kronenclub
Granadaseggl
Aber sie können bei strittigen Szenen durchaus laufen lassen und später überprüfen.


Glaub bei Dortmund Düsseldorf gab es genau den Fall als Düsseldorf ein Tor gemacht hat.
Der Linienrichter hat erst abgewartet und dann nach dem Tor die Fahne gehoben.... das war einfach klasse.
#verpisst euch alle#

de mappes
Spamferkel
ich packs mal hier rein, weil wir ja Gott sei dank zur neuen Saison auch in Liga 2 nen VAR bewundern dürfen.

Tamasi hat geschrieben:Aber Leute, in HZ 1, als der Lewandowski den Leipziger im Bauernstrafraum umreißt - das war doch ein Elfer!

Der VAR hat es geprüft und abgewunken. Verstehe ich nicht. „Keine krasse Fehlentscheidung“ kann auch nicht gelten, weil ich einen Auswärtssieg bei Union verwette, dass der Schiri die Szene nicht wahrgenommen hat. Fokus war ja auf dem Lattenkopfball.

Ich finde, Winkmann hätte sich die Szene selbst anschauen müssen.

Für mich siehe oben: 11er und 1-0 Leipzig.


also offenbar war es kein klarer elfer, weswegen kein Signal kam oder die ansage aus köln, dass sich Schiri Welz(Sic!) es sich nicht ansehen muss...winkmann konnte es nicht gewesen sein, denn wie wir wissen saß der zu allem überfluss als VAR beim für uns entscheidenden spiel im keller. Wie man darauf kam DFL-seitig ist mir ein rätsel...lieber hätte er Bayern gepfiffen und den elfer für Leipzig, dann wärs halt 1:3 ausgegangen...wie dem auch sei: Auf dem Platz hat niemand das Abseits von Gonzalez wahr genommen...aber unser Freund im Keller hats natürlich gesehen (und dann kann man natürlich auch so entscheiden, keine Frage)
Leider werden wir in Liga 2 nochmal häufiger das vergnügen mit Winkmann haben...denn da gehört er neben uns auch leistungstechnisch eher hin...wenigstens gibt's dort in der neuen Saison auch nen VAR
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