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Tifferette hat geschrieben:Also ich will jetzt keine Grundsatzdebatte vom Zaun brechen, aber wo ist denn jetzt hier etwas abgefälscht?

Unabängig davon würde ich das mit den "solchen Typen" auch interessien, aber das ist hier vielleicht nicht das richtige Forum der richtige Fred.


Das Zitat stammt aus den Wochen nach dem Trainerwechsel. Da gab es konkrete Kritikpunkte an Reschkes Auftreten – wer sich nicht damit beschäftigen mag, kehrt die ins Positive um (“direkte Art”) und bezichtigt die Kritiker damit des Spießertums und der Erbsenzählerei.

Macht man zum Beispiel im Forum gern, da zählt das als fiese Frotzelei und gehört auch ein bisschen dazu. Von der Chefposition herab finde ich’s aber nicht so toll. Mittlerweile nennt man das glaube ich “grindeln”.



Haber
Granadaseggl
das gesamtgebilde profifußball lässt glaube ich kaum einen lieben, würdevollen, freundlichen- oder -wie -auch -immer menschen zu, egal in welchem verein, egal ob plastik oder daimlerblech oder - bank,

das gesamtsystem profifußball basiert auf werten und haltungen und deals, die es einfach nicht zulassen hier irgendwo in irgendeinem verein einen souveränen, humanen manager oder vereinsboss finden zu lassen, denke ich ...

aber ich bin auf gegenbeispiele gespannt und ja klar es gibt nuanchen und die feinen unterschiede. wir kennen dabei verbrechertypen die im knast saßen, wir kennen von WD seine unterlassungsklage, wir kennen so viel.

bitte nennt mir einen guten, humanen, souveränen, taktvollen, liebenswerten menschen der einen chefsessel innehat. oder einfach alle charateristika weglassen und sagen:

den mag ich


dangge. :D

es ist ähnlich wie im musikbizniz;
wir kennen und mögen die großen stars und bands aber nicht die profitöre oder manager oder eventgestalter.

wir lieben die musik.

und wir lieben den fußball des vfb.


:vfb:
"Noi, noi. I gang alloi hoim."

Warum soll das nicht möglich sein? Ein Chef muss manchmal unpopuläre Entscheidungen treffen – Arschlöcher werden deshalb in solchen Positionen toleriert, aber das eine bedingt nicht das andere.

Aus der Ferne betrachtet mag ich Oke Göttlich vom FC St. Pauli – und dort wird sehr ordentlich gearbeitet.



Ansonsten kenne ich ganz wenige – vielleicht gibt es den einen oder anderen, mit dem ich sehr zufrieden wäre.

Es muss auch kein Samariter sein, sondern einfach jemand mit ein paar Mindeststandards. Ich kann Wolfgang Dietrich nicht ausstehen, glaube nicht was er sagt, und würde ihm zu keiner Zeit vertrauen.

Haber
Granadaseggl
Warum soll das nicht möglich sein?


musst du unbedingt beantworten :!:

vielleicht gibt es den einen oder anderen, mit dem ich sehr zufrieden wäre.


ich wäre sehr gespannt wer dir einfallen könnte ;)

du glaubst ernsthaft dass im bereich profifußball von der vereinsführung, vom management, von der vereinsstruktur, von der satzung her, vom bizniz transfermarkt usw. ebbes laufen könnte mit dem ebber der ein bisschen gesunden menschenverstand besitzt und NACHDENKT zufrieden sein könnte? glaub ich dir nicht.

und dabei gehts schon weit hinaus über das: "du magst ihn nicht" oder "er ist dir halt nicht sympathisch"

das geht weit drüber hinaus!

das schöne am fußball ist doch: du siehst das spiel und du findest es einfach geil. wie bei der band: du findest sie einfach geil.

das ganze drumherum isch .... der komplette wahnsinn
"Noi, noi. I gang alloi hoim."


Manolo
Grasdaggl
Ich denke die wenigsten um nicht zu sagen (fast) keiner hier kann ein fundiertes urteil über einen präsidenten eines anderen vereins abgeben. Dafür fehlt es in der überregionalen Presse an Infos und ganz ehrlich, so spannend fände ich einen text über den präsidenten von augsburg (dessen name ich erst einmal googeln) müsste auch gar nicht. Zumal mir da auch reuter der entscheidende mann zu sei scheint.

Daher zurück zum vfb. Natürlich ist ein unsympath nicht zwingend erfolgreich ( siehe mäuser). Entscheidungsfreudig zu sein und auch vor unpopulären Entscheidungen nicht zurpckzuschrecken ist imo aber sehr wichtig. Birgt natürlich die gefahr sich wenig beliebt zu machen und auch mal falsch zu entscheiden. Noch schlimner kann es aber sein als netter entscheidungsscheuer Präsident abzusteigen - siehe wahler.
Hier könnte ihre Werbung stehen.

Auswurf
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Halbdaggl
halt ich für kompletten blödsinn, dass anführer wichser oder midestens unsympathen sein müssen.
Ich hatte zb. schon klasse chefs

und ja, ich kenn die präsidenten auch kaum, aber der frankfurter ist doch recht cool und vom freiburger hab ich auch noch nichts stussiges gehört

für ne gute arbeitsatmo sorgen ist auch zwingend aufgabe eines chefs

Southern Comfort
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Granadaseggl
Von „müssen“ ist keine Rede, aber die Soziologie hat eine Spezialabteilung zum Gruppenverhalten unter Führung und bei diesen Studien gibt es regelmäßig wiederkehrende Ergebnisse:

Eine erfolgreiche Gruppe hat IN DER REGEL zwei Anführer:

- der, der mit den Leuten einen saufen geht und die Meute beieinander hält, sie antreibt und für Hygiene sorgt.
- und der, der wieder die Peitsche schwingt, dass die Leute ihre Arbeit geschissen kriegen.

Beide Führungsfiguren sind gleichermaßen wichtig und notwendig(!).Sie treten nicht notwendigerweise beide auf den gleichen Hierarchieebenen auf und ganz selten schafft es auch eine Person beide Rollen auszufüllen (Das ist aber nicht der Regelfall!), aber in den allermeisten Fällen trifft man beide Typen an.

Und das ist mir wichtig: Es geht nicht um „beliebt“ oder „Arsch“. Es geht um die Notwendigkeit der beiden Rollen. Auch im supercoolen Hipster-dot.com-Rudelbums-branding-work-loft gibt es einen, der die dead lines überwacht... und wenn es den nicht gibt, kraulen die sich ziemlich bald gegenseitig den Holzfällerbart, vor lauter AuftragslosigkeitLangeweile...

Das mag erklären, warum Du auch ganz tolle Chefs angetroffen hast, und mag auch ein Ansatz sein, bei der Funktionalität von Führung das Thema Sympathie differenzierter und breiter zu fassen.

Haber
Granadaseggl
die führungsetage eines profifußballvereins - und davon war die rede - steckt mittendrin in ganz bestimmten geflechten/beziehungsgebilden oder wie man heutzutage argumentiert: in systemen,

auf jeden fall in abhängigkeiten: buli, dfb, dfl, fifa, man ist abhängig von geldgebern jeglicher "art" (scheinbar extrem verwerflicher art bis zu geduldeten oder sogar angehimmelten). dabei gibt es wechselwirkungen und gesamtzusammenhänge die du nicht alleine durch gutmenschentum lösen kannst. die hierarchien, vereinsstatuten, satzungen, mitglieder, das ganze umfeld bis - in gewissem sinne - zur gesellschaftlichen verpflichtung ist ein riesiges geschäft, das nicht auf moral oder ethik, sympathie oder freundlichkeit beruht.

die außenwirkung (von der wir ein bisschen was mitbekommen) ist nicht entscheidend sondern was der boss - wie - tgl. unternimmt.

und um erfolgreich zu sein muss er auch sowas wie a bissle ein drecksack sein können. alleine entscheidungen durchboxen zb., sich in verwerliche oder unmoralische abhängigkeiten begeben zb., andere übers ohr hauen zb.? um sich in dem gesamten system (s.o.) gut bewegen zu können muss er pokern, tricksen, zocken, bluffen, andere ausstechen, notlügen, personen binden oder fallen lassen, mit ungerechtigkeiten leben können, mit rauswürfen, mit skandalen, dieses ganze millionen - und transfer-geschäft ist imo extremer als ein büro oder ein gschäft, betrieb oder sonst was.

der boss muss ja kein unmensch sein, sicher nicht. aber ich meine in diesem gesamtsystem, in das er eingebunden ist, kann er nicht immer nur allein tugendhaft positive oder christliche oder humane werte oder hehre ziele verfolgen.
"Noi, noi. I gang alloi hoim."

Paleto Gaffeur
Halbdaggl
Mir entzieht sich der Sinn dieser Diskussion beim VfB komplett. WDMR machen ALLES richtig im Moment....und da massen sich "Fans" an, die beide NIE live, weder privat noch im Arbeitseinsatz erlebt haben oder jemals erleben werden, deren Sympathietauglichkeit beurteilen zu können??

:shock:

wow...das ist wirklich..anmassend. und ich frage mich auch, wo genau das in der VfBgeschichte nun negativ einzuordnen ist: Seit ich mich erinnern kann, hatten wir Unsympathen in der Führung, grösstenteils fachliche Vollschwachmaten, die bestenfalls mal Zufallstreffer gelandet haben. ES war eine HALBE Ausnahme. ...oder nette komplett talentbefreite Onkels, mit denen man Hugoles spielen konnte. Seit 2 Jahren hat der VfB sich systematisch von den Trottel befreit...und nun isses auch nicht recht :roll: mannmannmann



Paleto Gaffeur
Halbdaggl
RedBlues hat geschrieben:Man muss sich als Fan auch mit den Leuten identifizieren können, ...

... will sagen, die Arschlöcher, Unsympathen und Idioten waren halt mehr wie der gemeine Querschnitt durch das Fanlager


ja sind sie....muss man mit leben. ich vermute mal mehr als die Hälfte der VfBfans sind Arschlöcher...gut immer noch weniger als beuernkunden, da sind es alle.

Paleto Gaffeur
Halbdaggl
de mappes hat geschrieben:Ich fände es schon wichtiger sich mit der Mannschaft identifizieren zu können und nicht mit dem Präsident oder Aufsichtsrat


Mit denen kann ich mich bestens identifizieren....die die den VfB vor 2 Jahren gerettet und aus den Klauen der Dilettanten befreit haben sind nämlich durch die Bank weg auch nur VfB-Fans, die halt zufällig mit Sponsorship gesegnet waren oder guten Beziehungen und deshalb etwas tun KONNTEN. Waren andere auch und haben es nicht getan.

Und das regt viele auf....ICH hätte den VfB auch gerettet und ICH bin viel netter als WD...der Drecksack. Das ertragen wohl viele nichr...



Tamasi
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Halbdaggl
Nochmal zurück zu Reschke: Dass er Pavard noch ein Jahr gehalten hat und auch sonst eher klotzt als kleckert, ist natürlich eine Ansage. Die Gehaltserhöhungen für Pavard, Ascacibar, Badstuber dürften sehr üppig sein, Castro wird ebenfalls viel verdienen und Kempf ein fettes Handgeld bekommen haben. Außerdem haben wir mit Maffeo, Sosa und Gonzales mal eben rund 25-30 Mio. für drei Talente rausgehauen.

Ist schon ein Ding.

Mir wird da ein wenig zu sehr mit Gewalt der nächste Sprung erzwungen. Da wird z.B. lieber der gestandene Castro gekauft, anstatt auf das Potenzial von Mangala zu setzen. (Und ich fand Castro früher immer gut. Aber meine Güte, das ist ewig her. JETZT hätte ich den niemals mehr geholt.)

Okay, wenn‘s gut geht, freue ich mich natürlich. Gar keine Frage.

Aber es wirkt auf mich auch ein wenig, als ob Reschke sich noch bei Bayer oder den Bauern wähnt. Und Dietrich ist der letzte, der ihn da einbremst.

tommes
Granadaseggl
Mir wird da ein wenig zu sehr mit Gewalt der nächste Sprung erzwungen. Da wird z.B. lieber der gestandene Castro gekauft, anstatt auf das Potenzial von Mangala zu setzen. (Und ich fand Castro früher immer gut. Aber meine Güte, das ist ewig her. JETZT hätte ich den niemals mehr geholt.)

:nod:





Iron
Halbdaggl
Tamasi hat geschrieben:Nochmal zurück zu Reschke: Dass er Pavard noch ein Jahr gehalten hat und auch sonst eher klotzt als kleckert, ist natürlich eine Ansage. Die Gehaltserhöhungen für Pavard, Ascacibar, Badstuber dürften sehr üppig sein, Castro wird ebenfalls viel verdienen und Kempf ein fettes Handgeld bekommen haben. Außerdem haben wir mit Maffeo, Sosa und Gonzales mal eben rund 25-30 Mio. für drei Talente rausgehauen.


Glaubst du andere Manager erreichen die Transfers durch gutes zureden? Zudem wurde bei Pavard eine Beteiligung des alten Clubs gestrichen, was uns wohl deutlich mehr Geld einbringen wird.

Wenn wie damals unter Bobic keine Gelder zur Verfügung stehen (also die schwarze 0 hatte Vorrang) und erst gegen Ende der Transferperiode Spieler verpflichten werden können, dann bist du doch der Erste der das beklagt.

Tamasi hat geschrieben:Mir wird da ein wenig zu sehr mit Gewalt der nächste Sprung erzwungen. Da wird z.B. lieber der gestandene Castro gekauft, anstatt auf das Potenzial von Mangala zu setzen. (Und ich fand Castro früher immer gut. Aber meine Güte, das ist ewig her. JETZT hätte ich den niemals mehr geholt.)


Der Trainer hatte jetzt die komplette Vorbereitungszeit zur Verfügung, wenn da abzusehen ist das Mangela zumindest zu Beginn der Saison geringe Chancen auf Spiele hat, dann ist diese Leihe mehr als gerechtfertigt. Dann kann der VfB immer noch auf das Potenzial von Mangala bauen, hat sich aber diese Saison in diesem Bereich verstärkt.

Mit Ginczek haben wir einen Stammspieler abgeben müssen, zudem hatten wir im Mittelfeld bzw. beim Spielaufbau Probleme. Reschke musste Leute verpflichten. Ich möchte mal sehen wenn Reschke unser Prunkstück die Verteidigung mit Badstuber und Pavard geopfert hätte... dann sehe das vielleicht so wie in Köln aus, in der Breite verstärkt aber die Mannschaft ist dennoch deutlich schwächer als im Vorjahr.