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vivafernanda
Granadaseggl
Krankenschwesterin war der Berufswunsch einer Mitschülerin in der Grundschule.

Ich musste als Kind immer wieder darüber nachdenken, warum das so falsch klingt.

Ansonsten Jungs: Wenn ihr zur Genderdebatte nichts beizutragen habt, als dass sie Euch nervt, einfach öfter mal: :stumm:

;)
Für Euphorie ist´s stets zu früh.



Bundes-Jogi
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Lombaseggl
Interessant, der französische Finanzminister heißt auf Deutsch "Bürgermeister" (Le Maire). Zum Glück ist er Franzose, denn "Bruno Bürgermeister" klingt bescheuert und "Finanzminister Bürgermeister" auch
:bounce: :bounce: :bounce: :lol: :lol: :lol: :banane: :banane: :banane: :cyclops: :cyclops: :cyclops: :arr: :arr: :arr:


Gibts des
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Granadaseggl
[Nein, liebe Leute und Frauen ( :mrgreen: nur damit sie sich nicht benachteiligt fühlen) das oben von mir war natürlich reiner Sarkasmus. Selbstverständlich ist Gleichberechtigung wichtig, wo sie sinnvoll ist (boa eh, das hab ich wirklich jemand sagen hören :bleich: )]

Ernsthaft ist es wirklich eine Schande für eine sich zivilisiert nennende Gesellschaft, dass gleiche Arbeit unterschiedlich bezahlt wird. Ich glaub das immer gar nicht, scheint aber nur im Trump schen Sinne „Fake“ zu sein.
Und das geht ja noch weiter, dass Berufe, die weitgehend immer noch von Frauen ausgeübt werden weitaus schlechter bezahlt werden. Z.B. wird spätestens seit Einführung der Pflegeversicherung (1992?) daherschwadroniert, dass die Pflegeberufe aufgewertet werden müssten. Getan hat sich imho 0,0. Meine Frau ist in der Altenpflege tätig. Was die mir erzählt (on topic Zwischenmenschliches et al), da fällt mensch vom Glauben ab.
Und dann mach ich unsere Steuererklärungen und seh die Unterschiede, dabei kümmere ich mich bloß um Transfers größerer Geldmengen zwischen privaten und Sozialversicherungsträgern. Ziemlich alberne Beschäftigung im Vergleich...
Oder Erzieherinnen. Meine Tochter hat frühkindliche Bildung studiert, ja,
des gibts,
und angeblich sind uns unsere Kinder ja das Wichtigste. Und erwiesenermaßen bis zum sechsten Lebensjahr am besten auf die Spur zu bringen. Aber lohnt es sich für die, die das tun? Da wird immerfort Idealismus eingefordert, nicht ausdrücklich, aber durch die normative Kraft der Bezahlung.
Bei Investmentbankern oder mir käme niemand darauf...

[Edith erklärt mir soeben, „als Gott den Mann schuf, übte sie nur.“ Das ist aber auch ne ziemliche Dämlichkeitin, jetzt, oder? Ein männlicher Gomez Gott, würde niemals nötig haben zu üben :mrgreen: :roll:]
heute schon gelebt?




Unter Westfalen
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Granadaseggl
Bundes-Jogi hat geschrieben:http://www.spiegel.de/panorama/leute/jan-ullrich-muss-von-til-schweiger-wegen-ausraster-abstand-halten-a-1221735.html


Die eigenen Partner und Partnerinnen kann man sich aussuchen.
Nachbarn sind Schicksal.
Jezzd gang I ahans Brennale, drengg abor ned

Hasenrupfer
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Granadaseggl
Bundes-Jogi hat geschrieben:Sind das Spätfolgen des Blutdopings, frage ich mich da? Oder ist er "nur" übergeschnappt?


Klingt nach ner Psychose, drogen-induziert. Musste da leider in meinem Umfeld einige Erfahrungen machen.

UWe, kenn den Spruch so: Verwandte und Nachbarn kannsch dir net raussuchen.
Auch da musste ich einige Erfahrungen machen, hehe...

Strafraumgitarre
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Granadaseggl
Unter Westfalen hat geschrieben:
Bundes-Jogi hat geschrieben:http://www.spiegel.de/panorama/leute/jan-ullrich-muss-von-til-schweiger-wegen-ausraster-abstand-halten-a-1221735.html


Die eigenen Partner und Partnerinnen kann man sich aussuchen.
Nachbarn sind Schicksal.

Der erste Satz stimmt eben leider nur zum Teil - aus dem Artikel:
Ullrich und seine Ehefrau Sara hatten sich vor wenigen Wochen getrennt. Die drei gemeinsamen Kinder leben seitdem bei ihrer Mutter. Im Gespräch mit der "Bunten" gab Ullrich kürzlich Alkoholprobleme zu.


Und eine Vorgeschichte hat das alles halt auch:

2002 verursacht er unter Alkoholeinfluss einen Autounfall, begeht Fahrerflucht. Dann wird er positiv auf Amphetamine getestet, Ullrich erklärt, er habe Ecstasy genommen. Dopingsperre, das Team Telekom wirft ihn raus.

...

2010 muss er sich behandeln lassen: Burn-out.

...

2014 baut er den nächsten Unfall: Mit 1,8 Promille und Valium im Körper rast er mit weit überhöhter Geschwindigkeit in zwei Autos; zwei Menschen werden verletzt, zum Glück nicht schwer.

...

http://www.spiegel.de/sport/sonst/jan-u ... 52055.html


Wie geht es Jan Ullrich nach der Trennung von Ehefrau Sara? "Mein Herz ist gebrochen, mein Knie ist kaputt. Ich bin ein Wrack", wird der ehemalige Rad-Profi vom Magazin "Bunte" zitiert. "Ich dachte immer, Sara kommt zu mir zurück. Ich habe sechs Monate keinen Tropfen Alkohol angerührt. Erst seit Ostern trinke ich wieder." Er lebe jetzt nach seinen Regeln, so Ullrich: "Ich trinke und rauche, wann ich dazu Lust habe."
https://www.focus.de/sport/mehrsport/ja ... 89199.html


Als Sportler auf dem Gipfel, während das Leben danach der weitaus härtere Kampf zu sein scheint.
Jan Ullrich, Boris Becker, Diego Maradona, etc. pp. ... Ich nenne es das "Ikarus-Syndrom." :|

knaust
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Schoofseggl
Jetzt mal langsam, Jan Ullrich mag ein Alkoholproblem haben. Aber nur weil man Til Schweigers Freunde mit einem Besenstiel verprügeln möchte, muss in diesem Fall nicht zwingend Alkohol oder andere Drogen im Spiel gewesen sein. Eigentlich ist das doch völlig sozialadäquates Verhalten....

Unter Westfalen
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Granadaseggl
knaust hat geschrieben:Jetzt mal langsam, Jan Ullrich mag ein Alkoholproblem haben. Aber nur weil man Til Schweigers Freunde mit einem Besenstiel verprügeln möchte, muss in diesem Fall nicht zwingend Alkohol oder andere Drogen im Spiel gewesen sein. Eigentlich ist das doch völlig sozialadäquates Verhalten....


In diesem ganz speziellen Fall gebe ich Dir Recht.
;)
Jezzd gang I ahans Brennale, drengg abor ned

Bundes-Jogi
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Lombaseggl
knaust hat geschrieben:Jetzt mal langsam, Jan Ullrich mag ein Alkoholproblem haben. Aber nur weil man Til Schweigers Freunde mit einem Besenstiel verprügeln möchte, muss in diesem Fall nicht zwingend Alkohol oder andere Drogen im Spiel gewesen sein. Eigentlich ist das doch völlig sozialadäquates Verhalten....


Ich würde gar nicht neben Schweiger wohnen wollen. Und schon gar nicht auf Malle. Da war ich übrigens, (anders als der VfB :mrgreen: ) noch nie. Aber das Warum wäre interessant.


Tifferette
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Halbdaggl
knaust hat geschrieben:Jetzt mal langsam, Jan Ullrich mag ein Alkoholproblem haben. Aber nur weil man Til Schweigers Freunde mit einem Besenstiel verprügeln möchte, muss in diesem Fall nicht zwingend Alkohol oder andere Drogen im Spiel gewesen sein. Eigentlich ist das doch völlig sozialadäquates Verhalten....

Allerdings. Und wenn man dafür noch über nen Zaun klettert, dann können wir fast schon von Zivilcourage sprechen.
'Of all the gin joints in all the towns in all the world, she walks into mine.'

Unter Westfalen
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Granadaseggl
de mappes hat geschrieben:warum du da nie warst kannst doch nur du uns sagen?!



Ich bin zwar immer da ;) , war aber auch noch nie dort.
Warum?
Eines meiner Vorurteile.
Befürchte, dass ich vielleicht über englische oder deutsche Sangrialeichen stolpern könnte.
Meine Töchter nebst Enkelkindern sind am Samstag von dort zurückgekommen.
Haben sich an irgendeiner ruhigen Ecke wunderbar erholt.
"Papa, Du musst Dir nur am Flughafen die Leute anschauen, dann weißt Du gleich Bescheid."
Also spare ich lieber noch ein wenig für Japan. 8)
Jezzd gang I ahans Brennale, drengg abor ned



Bundes-Jogi
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Lombaseggl
FKK in der DDR
Aufstand der Nackten
Von Solveig Grothe

"Schont die Augen der Nation!" Mit absurden Argumenten und seltsamen Mitteln versuchten DDR-Behörden in den fünfziger Jahren, die massenhafte Ausbreitung des Nacktbadens zu verhindern - erfolglos. Die Gegenwehr der Nudisten wurde immer wilder.

"Wie all die Jahre zuvor begann auch der Ostseeurlaub 1989 wieder mit einem kleinen Drama", erinnert sich Lutz Thormann an seine Eindrücke als zehnjähriger Urlauber an der DDR-Ostseeküste. "Meine Schwester testete mit den Zehen vorsichtig die Wassertemperatur, obwohl ihr bewusst war, dass diese hier - im äußersten Norden der Insel Rügen - selbst im Hochsommer die 18-Grad-Marke praktisch nie überstieg. Mein Vater überprüfte fachmännisch, wie sich die Algen- und Quallenpopulation seit dem letzten Urlaub entwickelt hatte. Und mein Bruder suchte fieberhaft nach dem großen Felsen im Wasser, von dem wir immer so gern hinunter sprangen. Schließlich erging an alle Familienmitglieder die Anweisung, sich komplett auszuziehen. Widerstand war zwecklos."

Nacktbaden gehörte für viele DDR-Bürger zum gängigen Urlaubsvergnügen - mit einer Selbstverständlichkeit, die es in wenig andere Ländern gab. Rund 40 offizielle Strände für Freikörperkultur wies der erste und einzige FKK-Reiseführer der DDR 1982 aus - noch nicht mitgezählt jene, die keinen Eingang in Lutz Rackows unter Pseudonym veröffentlichtes Buch "Baden ohne" fanden.

Ein ganz und gar ungeteiltes Vergnügen war textilfreies Plantschen nicht für jeden - jedenfalls nicht den damals zehnjährigen Thormann, der 2007 eine Magisterarbeit zum Nacktbadekult im Realsozialismus verfasste: "Östlich und westlich von uns tummelte sich kilometerweit die werktätige Bevölkerung des sogenannten Arbeiter- und Bauernstaates. Der größte Teil davon badete wie wir vollkommen hüllenlos. Natürlich kam ich damals noch nicht auf den Gedanken, diese geballte Nacktheit in irgendeiner Art und Weise zu hinterfragen - schon gar nicht kulturwissenschaftlich. Ich hatte mit meinem Schamgefühl genug zu tun."

Als der Höschenkrieg tobte

Nacktbaden im Sozialismus - eine Form von Gruppenzwang oder Ausdruck des unbändigen Freiheitsdranges einer eingeschlossenen Gesellschaft? Als Anfang der neunziger Jahre in bundesdeutschen Zeitungen der "Höschenkrieg" tobte - zentrale Frage: Sind Ostdeutsche sexuell freizügiger und sind FKK-Strände dafür ein Indiz? - waren die härtesten Schlachten vor Ort längst geschlagen. Das Recht auf Nacktheit als echte realsozialistische Errungenschaft war vom Volk zu DDR-Zeiten mit Penetranz und Chuzpe gegenüber der Obrigkeit hart erkämpft und verteidigt worden, mochte die Jugend auch vor Scham hinter dem Windschutz der Familiensandburg versinken.

Die Avantgarde der Nackerten lag seit jeher hinter einer Düne in Ahrenshoop. Schon in der Weimarer Republik war der Nacktbadestrand auf der Ostseehalbinsel Darß das Domizil der Intellektuellen. In Teilen der sozialistischen Arbeiterbewegung war die Nacktkultur sehr populär - als Akt der Gesundheitsvorsorge sollte sie die revolutionären Körper für die bevorstehenden Auseinandersetzungen mit den Kapitalisten stählen. Doch die Nationalsozialisten verboten im März 1933 alle Vereine und Verbände der Freikörperkultur. Der Körperkult bekam das Attribut völkisch. Mit der "Polizeiverordnung zur Regelung des Badewesens" von 1942 wurde das öffentliche Nacktbaden in Teilen wieder erlaubt - sofern die Betreffenden "von unbeteiligten Personen nicht gesehen werden können". Nach 1945 galt die Verordnung zunächst in beiden deutschen Staaten weiter.

In den frühen fünfziger Jahren entblößten sich Künstler, Schauspieler, Schriftsteller und Politiker der DDR am Strand von Ahrenshoop. Aus dieser Zeit wird die Anekdote kolportiert, wonach der damalige Kulturminister (und Dichter) Johannes R. Becher bei einem Kontrollgang am Strand eine hüllenlos Schlafende angeherrscht haben soll: "Schämen Sie sich nicht, Sie alte Sau?" Bei der Verleihung des Nationalpreises an die Schriftstellerin Anna Seghers wurde er unsanft an die Begebenheit erinnert: Als er zur Laudatio auf die "liebe Anna" anhob, unterbrach ihn diese: "Für Dich, Hans, immer noch die alte Sau!"

Wilde "Kameruner" an der Ostsee

Zu Beginn der Saison im Mai 1954 fiel dann ein kühler Schatten auf das Badeparadies an der Ostsee. "Wir freuen uns, Sie auch in diesem Jahr in Ahrenshoop als Feriengast begrüßen zu können", verkündete der örtliche Feriendienst des Kulturbundes: "Bevor die Saison beginnt, halten wir es für notwendig, unsere geschätzten Gäste darauf aufmerksam zu machen, dass die für die Verwaltung der Ostseebäder zuständigen Stellen wegen verschiedener Ausschreitungen, die es im Vorjahre leider gegeben hat, in dieser Saison das Nacktbaden nicht mehr gestatten."

Ab sofort galt ein Nacktbadeverbot.

Ausschreitungen? In Ahrenshoop? Was war passiert? Die Badegäste konnten es nicht glauben. Der Direktor des Progress-Filmverleihs, Rudolf Bernstein, erklärte, er habe von Ausschreitungen "nichts bemerkt". Außerdem sei er überzeugt, dass "die Organe unseres Staates gemeinsam mit den moralisch gesunden und ideologisch klaren Feriengästen sicher jederzeit in der Lage gewesen wären, solche Außenseiter in die gebührenden Schranken zu weisen." Auch der Dramaturg an der Komischen Oper Berlin, Werner Otto, wollte von Krawallen nichts bemerkt haben. Er könne sich auch nicht vorstellen, dass diese "vom Tragen oder Nichttragen einer Badehose abhängig" sein könnten. Nach heftigem Protest der elitären Nacktbadegemeinschaft - hohe Funktionäre eingeschlossen - blieb der FKK-Strand der Künstlerkolonie eine geduldete Ausnahme.

Andernorts allerdings griff die Volkspolizei konsequent durch - in Prerow etwa, dem 16 Kilometer weiter östlich auf dem Darß gelegenen Ostseebad der "normalen" FKK-Anhänger. Hier ging es lauter zu und wilder. Hier nahmen in den Fünfzigern die "Kamerunfeste" ihren Anfang, die sich bald als "Neptunfeste" über die ganze DDR verbreiteten. Martialisch bemalt, mit Muschelketten behängt und nur einem Schilfröckchen bekleidet führten FKK-Anhänger dabei kultische Tänze auf. Angesichts solch unkontrollierten Treibens wilder Nackter in Verbindung mit dem Namen "Kamerun" sorgte sich der SED-Staat gleich um sein internationales Ansehen.

"Spione zwangsweise entkleidet"

Erst recht, als die Westpresse darüber zu berichten begann. Im September 1954 erschien im SPIEGEL ein Artikel über das "Kamerun an der Ostsee", wie ein Strandabschnitt bei Bansin auf Usedom genannt wurde. Berichtet wurde von Hilferufen, die bei den zuständigen Ministerien in Ostberlin eingegangen seien. Vom "Terror der Nackten gegen die Badehosen- und Bikini-Träger" war die Rede. Spaziergänger an den Grenzen der Nudisten-Bezirke seien "als neugierige Spione entlarvt und zwangsweise entkleidet" und ihnen Fotoapparate entrissen worden.

Besonders dramatisch: Der Strandfunk von Bansin habe berichtet, "dass zwei Mädchen von 16 und 17 Jahren von Nudisten entkleidet, an Bäume gebunden und beleidigt worden seien". Die Volkspolizei habe die Weisung erhalten, Anzeigen nachzugehen, denen zufolge an ausschweifenden "Sittenfesten" nicht nur etliche aktive SED-Genossen, sondern auch Mitglieder der "schaffenden Intelligenz" teilgenommen hätten.

Der Generalinspekteur der Deutschen Volkspolizei jedenfalls sah nun Grund zum Eingreifen. Schließlich würde es sich bei "der übergroßen Mehrzahl der Freikörperkulturtreibenden um Menschen handeln, die eine sexuelle Befriedigung suchen". Unzählige Vorkommnisse würden dies beweisen, schrieb der Oberpolizist an den Genossen Innenminister.

Gewagte Bademoden und deformierte Körper

Der reagierte: Am 14. August 1954 weitete die DDR-Regierung das Nacktbadeverbot auf die gesamte DDR-Ostseeküste und das Stettiner Haff aus. Doch das Verbot stachelte vielerorts Protest an. FKK-Anhänger schrieben Briefe und Eingaben an die Staatsführung, gespickt mit raffinierten Argumenten. Die Schauspielerin Traute Richter etwa empörte sich in einem Brief an Ministerpräsident Otto Grotewohl über die Verhaftung von FKK-lern auf Rügen mit ideologischem Furor: Die Freikörperkultur habe über "alle spießbürgerlich-kapitalistischen und religiösen Vorurteile" gesiegt, nur im kapitalistischen Amerika müsse man "dem kranken Gemüt mit Reizmitteln nachhelfen" und den Körper in "verwegene Bademoden" stecken, die einerseits als "erotische Stimulans" dienten, andererseits "den Textilkonzernen beträchtliche Summen" einbrächten.

Dass in der DDR noch immer die Badeverordnung aus der NS-Zeit galt, stärkte nicht unbedingt die Position der Obrigkeit. Aber auch sie gab argumentativ alles - bis hin zur Erklärung des Kulturministers, FKK sei auch "im Interesse der Ästhetik nicht zu vertreten", besonders weil "gewisse Leute sich mit ihren deformierten Körpern provokativ zur Schau stellen" würden. Bechers Rundumschlag gipfelte in dem pathosschweren Ausbruch: "Habt Mitleid! Zeigt Erbarmen! Schont die Augen der Nation!"

FKK-Verweigerer auf verlorenem Posten

Das Verbot der Nacktheit half nicht. Im Juni 1956 erließ die DDR deshalb eine neue "Anordnung zur Regelung des Freibadwesens". Fortan sollte das Baden ohne Schwimmbekleidung an "Orten, zu denen jedermann Zutritt hat" dann gestattet sein, wenn diese Orte "als ausdrücklich dafür von den zuständigen örtlichen Räten freigegeben und entsprechend gekennzeichnet" waren. Nacktbaden hatte nun, mit Einschränkungen, den staatlichen Segen - und wurde in der DDR bald zur Massenbewegung.

FKK-Verweigerer gab es natürlich weiter - etwa Lutz Thormann. "Standhaft weigerte ich mich, wirklich alles auszuziehen. Nachdem ich die Sinnlosigkeit meines Handelns erkannt hatte beziehungsweise mehr oder weniger freiwillig entkleidet worden war, packte ich die heimlich im Reisegepäck versteckte Badehose aus. Aber auch diese wurde umgehend konfisziert und dauerhaft verwahrt. Erst jetzt waren die 'nackten Tatsachen' unwiderruflich hergestellt. Wirklich jeder Ostseeurlaub begann mit dieser kleinen Demütigung", resümiert Thormann rückblickend. "Die nächsten vierzehn Tage verbrachte ich in der Regel geduckt auf dem Bauch liegend hinter dem Windschutz. Wenn ich überhaupt einmal ins Wasser ging, achtete ich peinlichst genau darauf, dass alle Mädchen meines Alters weit genug entfernt waren."

Zum Weiterlesen:

Thormann, Lutz: "Schont die Augen der Nation!" Zum Verhältnis von Nacktheit und Öffentlichkeit in der DDR. Magisterarbeit an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, 2007.

Friedrich, Hagen: Baden ohne. FKK zwischen Mövenort und Talsperre Pöhl, VEB Tourist Verlag Berlin-Leipzig, 1982.




http://www.spiegel.de/einestages/fkk-in ... 47073.html