219 Beiträge

Plan B
Granadaseggl
Ihr beide (Auswurf/Uwe) solltet in die Schweiz auswandern und auch mit den Feinheiten der hochalemannischen Dialekte vertraut machen. Da spricht jedes Dorf anders.

Ansonschde soll jääder und jääde so schwedse und schreibe wiar/wise moind, s'däd schdimma.
Meine Muttersprachen sind Ironisch, Sarkastisch und Zynisch.

Hasenrupfer
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Granadaseggl
Unter Westfalen hat geschrieben: [...] warum antworten fast alle Schwaben, die ich hier in der Diaspora treffe, mir auf gequältem Hochdeutsch, wenn ich sie in unserer Muttersprache anrede?



Guter Punkt, könnte an der regionalen Distanz liegen.
Ich schwätz hier in Wü auch kein Schwäbisch, aber streue immer mal wieder bissle ein, des basst scho bei die Franggen. Zumal es da durchaus sprachliche Berührungspunkte gibt.

Wenn ich aber jemanden treffe, von dem ich weiß, dass er ausm Schwoabaländle kommt, wird halt gschwätzt, und das immer beiderseits. Schätze mal, das dies auch so ein schwäbisches Ding ist; sprich, nur gegenüber Nicht-Schwaben zu versuchen, Hochdeutsch zu reden.

In Stuttgart wiederum pack ich mein breitestes Schwäbisch aus, macht da ja sonst leider keinr...


Unter Westfalen
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Halbdaggl
Auswurf hat geschrieben:sorry uwe
- keine zeit...
aber ich hab mich jetzt umentschieden und finde jegliche schreibweise gut
- scheint mir die lustigste lösung

Alles klar,
Schwobeseckel,
Schwohbeseckel,
Schwoobeseckel,
Schwabenseckel,
Schwoabeseggl,
Schwoobeseggl,
Schwoobaseggl
Schwaobaseggl.
:prost:
Jezzd gang I ahans Brennale, drengg abor ned

vivafernanda
Granadaseggl
bist Du Dir sicher, dass Du aus Stuttgart kommst? Bzw. könnte es nicht sein, dass ein Elternteil aus dem oberen Neckartal stammt ( Horb, Sulz, Rottweil...?)Denn Dein oa hört sich für mich eher nach au an . Du sagst Schwaubaseggl. Du sagst ja nicht, wie die Oberbayern hoast mi? Bei denen hört man ganz klar zwei Vokale. Im Schwäbischen gibts sowas nicht. Aber oberes Neckartal oder Oberschwaben, da gibts ein sehr offenes au . Im mittleren Neckartal nicht. Daher die Weigerung Deine Schreibweise zu akzeptieren, da niemand so redet. Also hier. Also in S und Umgebung.
Für Euphorie ist´s stets zu früh.


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Halbdaggl
vivafernanda hat geschrieben:bist Du Dir sicher, dass Du aus Stuttgart kommst? Bzw. könnte es nicht sein, dass ein Elternteil aus dem oberen Neckartal stammt ( Horb, Sulz, Rottweil...?)Denn Dein oa hört sich für mich eher nach au an . Du sagst Schwaubaseggl. Du sagst ja nicht, wie die Oberbayern hoast mi? Bei denen hört man ganz klar zwei Vokale. Im Schwäbischen gibts sowas nicht. Aber oberes Neckartal oder Oberschwaben, da gibts ein sehr offenes au . Im mittleren Neckartal nicht. Daher die Weigerung Deine Schreibweise zu akzeptieren, da niemand so redet. Also hier. Also in S und Umgebung.


Du meinst "ao" oder? ;)

"oa" benütze ich nur in "oaognehm" 8)

Würde wirklich gerne mal einige Stuttgarter hier persönlich kennenlernen. Ich glaube wir würden schnell gemeinsam feststellen, dass nur die Schreibweise unterschiedlich ist.
Jezzd gang I ahans Brennale, drengg abor ned


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@Vivafernanda

Geboren in Stuttgart, aufgewachsen in Stuttgart unter Stuttgartern, Vater geboren in Tübingen, Opa geboren in Lustnau, Familie über 7 Generationen davor in Herrenberg ansässig und der bis jetzt nachgewiesene älteste Urahn stammt aus Merklingen an der Würm.
Mutter Gelbfüßlerin aus Maleck im Südschwarzwald. Aber als junges Mädchen nach Tübingen gekommen, hatte nichts allemannisches mehr in ihrem Dialekt.
Oberschwaben habe ich weder in der väterlichen noch in der mütterlichen Linie.

Ond wie isches bei Dir? 8)
Jezzd gang I ahans Brennale, drengg abor ned

vivafernanda
Granadaseggl
Keine echten Oberschwaben in der Familie. Der Vater meines Vaters stammte aus einem kleinen Dorf an der Starzel.
Meine Oma kommt aus dem mittleren Neckartal. Dort lebt ihre Familie seit vielen Generationen. Mütterlicherseits stamme ich aus einem Dorf bei Reutlingen. Die Familie meines Großvaters ist dort seit Ewigkeiten ansässig. Meine Ahne ( wer von Euch nannte seine Großeltern noch Ehne und Ahne?) hat einen spannenderen Hintergrund. Sie war adoptiert worden von einem verwandten Ehepaar, das eben in jenem Dorf wohnte. Ihre Mutter stammte aus der Stuttgarter Linie eben dieser Verwandtschaft. Ihr Vater ist der große Unbekannte. Niemand weiß, wer er war. Meine Urgroßmutter starb und hinterließ ihre 10jährige Tochter, die dann an den Albtrauf zog. Ohne diese traurige Geschichte würde nun keine schweißgebadete Nachfahrin am Sofa festkleben und Zeug tippen anstatt sie was schafft.
Für Euphorie ist´s stets zu früh.

Unter Westfalen
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vivafernanda hat geschrieben:Keine echten Oberschwaben in der Familie. Der Vater meines Vaters stammte aus einem kleinen Dorf an der Starzel.
Meine Oma kommt aus dem mittleren Neckartal. Dort lebt ihre Familie seit vielen Generationen. Mütterlicherseits stamme ich aus einem Dorf bei Reutlingen. Die Familie meines Großvaters ist dort seit Ewigkeiten ansässig. Meine Ahne ( wer von Euch nannte seine Großeltern noch Ehne und Ahne?) hat einen spannenderen Hintergrund. Sie war adoptiert worden von einem verwandten Ehepaar, das eben in jenem Dorf wohnte. Ihre Mutter stammte aus der Stuttgarter Linie eben dieser Verwandtschaft. Ihr Vater ist der große Unbekannte. Niemand weiß, wer er war. Meine Urgroßmutter starb und hinterließ ihre 10jährige Tochter, die dann an den Albtrauf zog. Ohne diese traurige Geschichte würde nun keine schweißgebadete Nachfahrin am Sofa festkleben und Zeug tippen anstatt sie was schafft.


Danke.
;)
Jezzd gang I ahans Brennale, drengg abor ned


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Haber hat geschrieben:
Unter Westfalen hat geschrieben:
Auswurf hat geschrieben:sorry uwe
- keine zeit...
aber ich hab mich jetzt umentschieden und finde jegliche schreibweise gut
- scheint mir die lustigste lösung

Alles klar,
Schwobeseckel,
Schwohbeseckel,
Schwoobeseckel,
Schwabenseckel,
Schwoabeseggl,
Schwoobeseggl,
Schwoobaseggl
Schwaobaseggl.
:prost:


:shock: total daneben:

:!:

https://www.youtube.com/results?search_ ... s%C3%A4kel



Jezzd ben e abbr bladd.
Wo haosch denn des uffgabelt?
Jezzd gang I ahans Brennale, drengg abor ned

Haber
Granadaseggl
das ist ein richtig verblöderter Titel eines Stuttgarter Live-Mitschnittes aus der MAUSEFALLE 1982, die DLP erschien 1983 (bin auch dabei). Schwer gehandelt um 250 Euro derzeit. Punk/NDW/New Wave, alles aus Stgt und Umgebung.

Nur mal so nebenbei: in der damaligen Ausgeh/Punk/Wave-Szene befanden sich in der MAUSEFALLE mal grob von mir geschätzt - aber auf der Basis von 200 Zeitzeugenaussagen:

1% Migranten!!!
39 % Stuttgarter
und 60% aus dem nahen Umland
"Noi, noi. I gang alloi hoim."

Gibts des
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Granadaseggl
[code][/code]
Auswurf hat geschrieben:sorry uwe
- keine zeit...
aber ich hab mich jetzt umentschieden und finde jegliche schreibweise gut
- scheint mir die lustigste lösung

Dann gebe ich @auswurf recht. Das @uwe geschwurbsel hat mit schwäbisch nix zu tun imho.finde es ebenfalls unlesbar. Da kann das westfälische(!) Dehnumgs-e doch nicht ernsthaft als Erklärung herangezogen werden :(
heute schon gelebt?

Haber
Granadaseggl
es gibt's doch
koan Koaner
, ich meine
koin Neuer
und es gibt's des:
DIE GESCHICHTEN VOM HERRN KEUNER
(Brecht)

müssten die nicht so gibtsen/heißeren:

DIE GESCHICHTEN VOM HERRN KOINER


:P

Brecht war doch Schwabe gell
"Noi, noi. I gang alloi hoim."


Bundes-Jogi
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Granadaseggl
„1960. D’ Stuttgarter Bolizei isch hender ’ma myschteriösa Gangschter-Genie her, dem wo sei Hurglerei arg an des vom Dr. Mabuse erinnert, der wo in der 30er Jôhr verschtorba isch. Es sieht so aus, als hätt’s der Lombasiach uff d’ neischte schwäbisch Erfindung abg’säa: Des no unbekannte, obacha g’schickte Internet, dem wo sei geheime Schaltzentrale m’r im Hotel ‚Zum güldenen Grasdackel’ in Leimerstetta uff d’r schwäbischa Alb onderbrôcht hôdd. D’r Kommissar Krass (Gert Fröbe) muaß ermittla. Em Hotel lauft’r onder anderem em Millionär Helmut Wurster (Peter van Eyck) iber’n Weg, d’r lebensmüda Sabine Hirrlinger (Dawn Addams), ond em Vertreter Hans-Martin B. Lamparter (Werner Peters). Ond nô taucht au no d’r Mark Sackerberg (Wolfgang Preiss) uff, an schmieriger Denger, der wo au edd älles sagt, was ’r denkt. Die Anschläg’ uff’s Internet werdet emmer meh. Ond iber ällem schwebt d’r zwielichtige Wahrsager Dieter Gekeler, der wo ebafalls fescht d’rvo iberzeigt isch, dass d’r Dr. Mabuse von de Dode ufferschtanda isch. Kriagt’s d’r Kommissar Krass nô, des Internet zom schütza?“
JUHASZ! - GESUNDHEIT!

Unter Westfalen
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Halbdaggl
Gibts des hat geschrieben:[code][/code]
Auswurf hat geschrieben:sorry uwe
- keine zeit...
aber ich hab mich jetzt umentschieden und finde jegliche schreibweise gut
- scheint mir die lustigste lösung

Dann gebe ich @auswurf recht. Das @uwe geschwurbsel hat mit schwäbisch nix zu tun imho.finde es ebenfalls unlesbar. Da kann das westfälische(!) Dehnumgs-e doch nicht ernsthaft als Erklärung herangezogen werden :(


Haot a bissle lengor (lenger) dauort (dauert).

Muss Dich erst noch mal aufklären.
Das "westfälische" oder niederdeutsche "Dehnungs-E" hat in der Tat überhaupt nichts mit schwäbischen Wörtern zu tun.
Es ging mir ja nur darum, @Auswurf zu zeigen, dass "noe" eben nicht immer und schon gar nicht überall als "nö" ausgesprochen wird.
Genau so wenig, wie "Laer" "Lär" oder "Lähr" ausgesprochen wird, sondern "Lahr". Insofern ist das Dehnungs-E wieder dabei.
@Auswurf hat ja eingeräumt, dass man alle schwäbische Wörter unterschiedlich aussprechen und natürlich auch unterschiedlich schreiben kann, zumindest, solange es keine vom Institut für schwäbische Volkskunde vorgegebene Schreibregeln gibt. ;)
Beispiel:
Hast Du vielleicht ein Schwäbisches Kochbuch?
Ja, dann schau mal nach, wie darin "Schbäzzla" geschrieben ist. Oder "Buabaschbizzla", oder "Waibergschnägga."
Also alles kein Grund zur Aufregung. Jeder Schwabe hat sein eigenes Schwäbisch. Hauptsache, man versteht sich. Ich habe bis jetzt älles vrschdannda und mein Schwäbisch ist auch hier noch nicht als unverständlich bezeichnet worden. :mrgreen:

Meine Hypothese, beim Schwäbischen könnte es sich eventuell (unter Umständen, vielleicht) um eine tote Sprache handeln, ist bislang durch Beispiele, nicht älter als 40-50 Jahre, nicht falsifiziert worden. Die suebalen Linguisten schweigen sich aus. 8)

Ein anderes Thema ist die Diskussion über das Stuttgarter Schwäbisch, die wir hier führen. In der Tat weiß ich nicht, ob meins inzwischen veraltet ist. Daher möchte ich jetzt mal einen Test machen.

ACHTUNG. AM NACHFOLGENDEN TEST MÖGEN SICH NUR STUTTGARTER BETEILIGEN, DIE STUTTGARTER SCHWÄBISCH (KEIN HONORATIORENSCHWÄBISCH) SPRECHEN!!


Übersetzt bitte die folgenden Sätze in Stuttgarter Schwäbisch. Wenn sich wenigstens eine/r die Mühe macht, werde ich meine Version ebenfalls eingeben:

Der Sohn meiner Kusine hatte letztes Jahr Mumps.
Frau Saitenbrunner, bitte entfernen sie den Kehricht und Müll vom Bürgersteig.
Darüber habe ich mich sehr gefreut.
Die vielen Treppen in Stuttgart sind ganz schön anstrengend.
Ich wohnte lieber auf dem Killesberg, als in Heslach oder Kaltental.
Sind Sie schon einmal mit der Zahnradbahn gefahren?
Abends würde ich viel lieber das Radio anmachen, als im Garten zu arbeiten.
Wo steht die Butter? Auf der Anrichte?
Die Königstraße ist auch nicht mehr so, wie sie früher einmal war.
Haben Sie noch Erdbeeren? Letzte Woche waren die Kartoffeln aber sehr teuer.


Morgen kommt mein Vetter 2. Grades, Karl, mit seiner Frau zu Besuch. Lustnauer Urgestein, wohnt jetzt in Hirschau. Der sprach schon immer anders, als ich. Dem werde ich die Sätze ebenfalls vorlegen. Bin schon gespannt auf das Ergebnis.
Kleines Beispiel:
Ich: dao hann e.
Er: dao haue.
Jezzd gang I ahans Brennale, drengg abor ned

Strafraumgitarre
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Granadaseggl
Unter Westfalen hat geschrieben:Kleines Beispiel:
Ich: dao hann e.
Er: dao haue.


Stuttgart: Laufa lassa, I muaß ganga...
Gäu (Schönbuch-Region): Laufa lao, I muaß gao

Unter Westfalen hat geschrieben:Der Sohn meiner Kusine hatte letztes Jahr Mumps.
Frau Saitenbrunner, bitte entfernen sie den Kehricht und Müll vom Bürgersteig.
Darüber habe ich mich sehr gefreut.
Die vielen Treppen in Stuttgart sind ganz schön anstrengend.
Ich wohnte lieber auf dem Killesberg, als in Heslach oder Kaltental.
Sind Sie schon einmal mit der Zahnradbahn gefahren?
Abends würde ich viel lieber das Radio anmachen, als im Garten zu arbeiten.
Wo steht die Butter? Auf der Anrichte?
Die Königstraße ist auch nicht mehr so, wie sie früher einmal war.
Haben Sie noch Erdbeeren? Letzte Woche waren die Kartoffeln aber sehr teuer.

Frau Saidabronnr, raimedse no ao bidde den Kuddr vom Droddwar, gell!!!

Send Sie scho amole midd dr Zagge gfahra?

Wo schdôhd dr Buddr? Uffem Biffeh?

D'Kenigschdrôhs isch ao nemme dees...

Hend Sie no Breschdleng? Dui Grombiera send leddschde Woch abbr saumäßich deier gwäsa!

Dui viele Schdäffela in Schduergrd schlauched me ganz schee.

Dees hodd me jeddsd abbr saumäßich gfreid!

I däd lieber uffm Killesberg wohna, wie en Heslach oddr en Kaldadal.

Hemmer älle? Wurschd, gnuag gschaffd! :prost:



Unter Westfalen
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Halbdaggl
@Strafraumgitarre, Vivavernanda

Danke für Eure Beispiele. Meine kommen morgen Nachmittag, wenn der Besuch sich verabschiedet hat. :prost:

Jetzt zeige ich ihnen erst mal den Markt und unsere schöne Stadt.

Hier noch ein Nachtrag zum Übersetzen:

Junge, Trödle nicht herum, mach voran!

Friederike, nein, nicht die von Besigheim, die von Tübingen, hat mir erzählt, ihr Mann habe Herpes.


Nebenbei:
Horrormeldung. Gestern sind im Aasee massenhaft Fische wegen Sauerstoffmangels verendet. Die Feuerwehr, THW und der Angelverein haben bis jetzt 20 (!) Tonnen tote Fische aus dem Wasser geborgen. Es riecht bis zu uns herüber.

https://www1.wdr.de/mediathek/video/sen ... e-100.html
Zuletzt geändert von Unter Westfalen am 11. August 2018 10:22, insgesamt 1-mal geändert.
Jezzd gang I ahans Brennale, drengg abor ned