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Southern Comfort
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Grasdaggl
Langerak: VfB Stuttgart? "Ein anderer Blick auf das Geschäft"

In Stuttgart konkurrierten Sie mit Przemyslaw Tyton um den Platz zwischen den Pfosten - dann zogen Sie sich kurz vor Saisonbeginn eine schwere Knieverletzung zu. Wie haben Sie diesen Rückschlag psychisch verarbeitet?

Langerak: Ich unterschrieb als Nummer eins, war dann aber sechs Monate außer Gefecht. Zum Zeitpunkt meiner Rückkehr steckte Stuttgart bereits mitten im Abstiegskampf und ich konnte nicht helfen. Es war hart, aber gleichzeitig interessant, einen anderen Verein zu erleben.

Was war, im Vergleich zu Dortmund, die größte Herausforderung beim VfB?

Langerak: Es war gut, einen anderen Blick auf das Geschäft zu erhalten. Beim BVB haben wir immer um Titel mitgespielt, in Stuttgart ging es direkt in den Abstiegskampf. Der VfB ist ein großartiger Verein, aber es herrscht nicht die gleiche Stabilität wie in Dortmund. Dort hatte ich fünf Jahre lang den gleichen Trainer und das gleiche Umfeld. In Stuttgart wurden hingegen die Trainer und Sportdirektoren häufig gewechselt. Es kann aber nicht alles ausschließlich positiv sein, so läuft es in einer Karriere nicht.

Am Ende der Spielzeit 2015/16 stieg der VfB ab - erstmals seit 1975. Wie waren die Stimmung und die Situation im Umfeld des Klubs?

Langerak: Es war eine absolute Katastrophe. Wir haben uns jedoch schnell wieder auf die nächste Saison konzentriert. Ich hatte einige Angebote und hätte gehen können, aber ich habe alles abgelehnt. Es war das Beste für mich, in der zweiten Liga jedes Spiel zu bestreiten. Deshalb habe ich gleich gesagt, dass ich bleiben werde.

Sie haben dann als einziger Profi jede Minute gespielt, wurden Zweitligameister und schafften den Wiederaufstieg. Im Anschluss kamen Sie früher aus dem Urlaub zurück, um sich auf die anstehende Bundesligasaison vorzubereiten. Dann wurde Ihnen wie schon in Dortmund erneut ein neuer Keeper vor die Nase gesetzt wurde - Ron-Robert Zieler. Wie haben Sie sich gefühlt?


Langerak: Es war natürlich enttäuschend, weil ich wahrscheinlich einer unserer besten Spieler in diesem Jahr war. Es war aber eine interessante Situation.

Inwiefern?

Langerak: Im März, als wir noch einige Spiele vor uns hatten, sagte ein guter Freund, der als Berater tätig ist: 'Mitch, da du mein Freund bist, möchte ich, dass du weißt, dass Stuttgart nächste Saison einen neuen Torhüter verpflichten wird.' Ich war verärgert, aber ich wollte professionell bleiben und noch härter am gemeinsamen Ziel Aufstieg arbeiten. Als wir Meister wurden und auf dem Feld feierten, wusste ich, dass dies mein letztes Spiel im Stuttgarter Trikot war.

Haben Sie mit dem Klub darüber gesprochen oder sind die Verantwortlichen auf Sie zugekommen?


Langerak: Es gab keinerlei Informationen seitens des Klubs, aber wir wussten natürlich Bescheid. Ich hielt mich ebenfalls bedeckt und habe mit niemandem gesprochen.
Bruno Labbadia ist wie ein Aschenbecher in einer Kneipe, die schon vor 20 Jahren hätte abgerissen werden sollen. Du weißt nicht, warum, aber er steht stetig in der Ecke, voller kalter Kippen und mit dem beharrlichen Geruch von verbrannter Vergangenheit.





de mappes
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Southern Comfort hat geschrieben:
Langerak: VfB Stuttgart? "Ein anderer Blick auf das Geschäft"

In Stuttgart konkurrierten Sie mit Przemyslaw Tyton um den Platz zwischen den Pfosten - dann zogen Sie sich kurz vor Saisonbeginn eine schwere Knieverletzung zu. Wie haben Sie diesen Rückschlag psychisch verarbeitet?

Langerak: Ich unterschrieb als Nummer eins, war dann aber sechs Monate außer Gefecht. Zum Zeitpunkt meiner Rückkehr steckte Stuttgart bereits mitten im Abstiegskampf und ich konnte nicht helfen. Es war hart, aber gleichzeitig interessant, einen anderen Verein zu erleben.

Was war, im Vergleich zu Dortmund, die größte Herausforderung beim VfB?

Langerak: Es war gut, einen anderen Blick auf das Geschäft zu erhalten. Beim BVB haben wir immer um Titel mitgespielt, in Stuttgart ging es direkt in den Abstiegskampf. Der VfB ist ein großartiger Verein, aber es herrscht nicht die gleiche Stabilität wie in Dortmund. Dort hatte ich fünf Jahre lang den gleichen Trainer und das gleiche Umfeld. In Stuttgart wurden hingegen die Trainer und Sportdirektoren häufig gewechselt. Es kann aber nicht alles ausschließlich positiv sein, so läuft es in einer Karriere nicht.

Am Ende der Spielzeit 2015/16 stieg der VfB ab - erstmals seit 1975. Wie waren die Stimmung und die Situation im Umfeld des Klubs?

Langerak: Es war eine absolute Katastrophe. Wir haben uns jedoch schnell wieder auf die nächste Saison konzentriert. Ich hatte einige Angebote und hätte gehen können, aber ich habe alles abgelehnt. Es war das Beste für mich, in der zweiten Liga jedes Spiel zu bestreiten. Deshalb habe ich gleich gesagt, dass ich bleiben werde.

Sie haben dann als einziger Profi jede Minute gespielt, wurden Zweitligameister und schafften den Wiederaufstieg. Im Anschluss kamen Sie früher aus dem Urlaub zurück, um sich auf die anstehende Bundesligasaison vorzubereiten. Dann wurde Ihnen wie schon in Dortmund erneut ein neuer Keeper vor die Nase gesetzt wurde - Ron-Robert Zieler. Wie haben Sie sich gefühlt?


Langerak: Es war natürlich enttäuschend, weil ich wahrscheinlich einer unserer besten Spieler in diesem Jahr war. Es war aber eine interessante Situation.

Inwiefern?

Langerak: Im März, als wir noch einige Spiele vor uns hatten, sagte ein guter Freund, der als Berater tätig ist: 'Mitch, da du mein Freund bist, möchte ich, dass du weißt, dass Stuttgart nächste Saison einen neuen Torhüter verpflichten wird.' Ich war verärgert, aber ich wollte professionell bleiben und noch härter am gemeinsamen Ziel Aufstieg arbeiten. Als wir Meister wurden und auf dem Feld feierten, wusste ich, dass dies mein letztes Spiel im Stuttgarter Trikot war.

Haben Sie mit dem Klub darüber gesprochen oder sind die Verantwortlichen auf Sie zugekommen?


Langerak: Es gab keinerlei Informationen seitens des Klubs, aber wir wussten natürlich Bescheid. Ich hielt mich ebenfalls bedeckt und habe mit niemandem gesprochen.


Oh wei Schindel
Don't criticize what you can't understand


Local Zero
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Grasdaggl
Goofy hat geschrieben:Und wie geht's ihm jetzt?
Ruckartig anderschd.
"Ein Wort, Herr! Sag mir nur ein einziges Wort in diesem Elend!" - "Ich sage dir sogar zwei: Guten Appetit!"
-------
"Es gibt keine Lösung. Weil es kein Problem gibt."



Goofy
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Grasdaggl
Recherche ergibt: Er ist seit 2007 Zeugwart bei der Hertha.
Zwischendurch war er mal ein Jahr Co-Trainer der U19.

Hab mich im Beitrag über Ofori an Hendrik Herzog erinnert, wie er beim Pokalspiel 1995 in Sandhausen den 26. Elfmeter an den Pfosten gesetzt hat. Die 21 Schützen vor ihm haben alle getroffen, inklusive ihm selber.

schwaebi
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Grasdaggl
Im März passierte es erneut: Hiroki Ito erlitt seinen dritten Mittelfußbruch im Spiel gegen den FC St. Pauli. Mittlerweile hat der Japaner leichtes Lauftraining gestartet und könnte sein Comeback im Oktober feiern.
Die Dauer einer Minute hängt sehr davon ab auf welcher Seite der Klotüre man sich befindet.









Goofy
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Grasdaggl
Torwart fand ich immer faszinierend. Eike Immel war der erste, den ich im Stadion gesehen hab. Auf der anderen Seite Stefan Klos. Das wurde dann nix :mrgreen:
Klos hat in der 85. ein Tor gegen sich bekommen, Fritz Walter mit dem zweiten oder dritten Nachschuss, alle aus ein, zwei Meter Entfernung, Klos lag am Boden.

Wenns damals schon Torwarttrikots mit Brustring gegeben hätte - ich hätte bestimmt eins.
Dass Rolf Fringer damals kurz vor Saisonbeginn angekündigt hat, den jungen Marc Ziegler ins Tor zu stellen und dass daraufhin Immel direkt nach England gewechselt ist, das fand ich nicht so super. Obwohl Immel die Runde davor echt nicht gut war.


Was slll ich machen? Jetzt hab ich halt gehofft, dass Ziegler richtig gut ist. Erstes Profispiel war in Sandhausen, Pokal. Von 13 Elfmetern keinen gehalten. :o

Hendrik Herzog damals an den Pfosten :cry:




In England war Immel wohl ganz gut. Waldhof Mannheim wollte ihn in die zweite Liga holen, doch da hat er kurz vor Start abgesagt. Nochmal erste Liga hätte er gemacht, zweite Liga ist die Gesundheit nicht wert - so meinte er.
Mit kaputter Hüfte hat er mit dem Kicken aufgehört. Und so nahm das Drama seinen Lauf.

Local Zero
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Grasdaggl
Goofy hat geschrieben:Mit kaputter Hüfte hat er mit dem Kicken aufgehört. Und so nahm das Drama seinen Lauf.

Wenn er also einfach immer weiter gekickt hätte, müsste er jetzt nicht in´ Kahn?
"Ein Wort, Herr! Sag mir nur ein einziges Wort in diesem Elend!" - "Ich sage dir sogar zwei: Guten Appetit!"
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"Es gibt keine Lösung. Weil es kein Problem gibt."


Goofy
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Grasdaggl
Local Zero hat geschrieben:
Goofy hat geschrieben:Mit kaputter Hüfte hat er mit dem Kicken aufgehört. Und so nahm das Drama seinen Lauf.

Wenn er also einfach immer weiter gekickt hätte, müsste er jetzt nicht in´ Kahn?



der andere Umkehrschluss :idea:


Mit weniger kaputter Hüfte hätte er noch ne Weile gekickt und womöglich leichter einen Job gefunden.
Wollte ja wohl Torwarttrainer werden und hat im Hotel gewohnt, weil er dachte, dass jeden Moment jemand anrufen könnte, der ihm einen Job anbietet. Das hat nicht so geklappt.


Aber trotzdem ja, mit entsprechendem Gehalt müsste er nicht.

Local Zero
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Grasdaggl
Felix Magath kehrt nach seinem gescheiterten Anlauf auf das Präsidenten-Amt beim Hamburger SV ehrenamtlich in seine unterfränkische Heimatstadt zurück - und das drei Ligen tiefer. Der 72-Jährige wird Sportvorstand bei Viktoria Aschaffenburg in der Regionalliga Bayern, wie der Verein am Samstag mitteilte.

https://www.stuttgarter-nachrichten.de/ ... 90a62.html
"Ein Wort, Herr! Sag mir nur ein einziges Wort in diesem Elend!" - "Ich sage dir sogar zwei: Guten Appetit!"
-------
"Es gibt keine Lösung. Weil es kein Problem gibt."