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de mappes
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Spamferkel
redrum hat geschrieben:Ich möchte mal kurz von draußen bei euch reinplatzen und euch bitten, die Kirche im Dorfe zu lassen und keinen Inquisitionsplatz daraus zu machen. Sicher ist der Beck’sche Artikel keine Sternstunde des Sportjournalismus. Aber rassistisch? Im Ernst?

Beck bezieht sich auf ein Transparent der Frankfurter Fans und die haben das Bild vom Klavier und den schwarz-weißen Tasten nicht erfunden. Zehn Jahre zuvor sangen Stevie Wonder und Paul Mc Cartney von Ebony und Ivory. Diese Rassisten.

Beck drückt sich reichlich unbeholfen aus, das ist wohl wahr und dieser Satz: „Wenn der VfB dort dringend ein Tor braucht, drückt Sebastian Hoeneß auf seiner Trainerbank einfach geschwind diese schwarze Taste“, ist sehr, sehr unbeholfen. Aber von der Intention her kaum rassistisch gemeint.

Klar, man kann es so lesen dass der Weiße Hoeness den schwarzen Guirassy auf Knopfdruck rennen lässt. Und man kann dann auch unterstellen, dass Beck meint, dass Guirassy nur gedankenlos durch die Gegend rennt und nur durch Herrn Hoeneß überlegene Persönlichkeit zum Goalgetter wurde. Aber dazu muss man schon eine infame Ader haben.

Beck freut sich einfach, dass der VfB wieder einen guten Stürmer hat. Das macht er Bildern und einer Sprache die in seiner Zeit gang und gäbe waren. Dass sich die Welt seither weiter gedreht hat ist klar und dass sich jüngere Zeitgenossen anders aussdrücken würden auch. Aber Beck aufgrund dieses Lapalienartikels als Rassisten zu verunglimpfen gibt dieser nicht her.

Passt aber in die Zeit. Neulich wurde in Hamburg ein Konzert eines deutschen Jazzmusiker abgesagt, weil er unter anderem auch Didgeridoo spielt. Kulturelle Aneignung sei das, sagte der Veranstalter. Ich hingegen halte den Veranstalter für ein autoritäres, ignorantes und kleingeistiges Arschloch mit Blockwartmentalität.

Wenn ich deutsche Zeitungen, blogs oder Foren lese, fällt mir auf, wie unentspannt alle geworden sind. Geht mal in euch und fragt, ob es wirklich jede Mücke wert ist, zu einem Elefanten aufgeblasen zu werden.
Dieser die-Hölle-das-sind-die-anderen-Modus vergällt das Leben und lenkt vor allem von den wirklich wichtigen Dingen ab.

So, mit diesen warmen Worten werde ich mich wieder verabschieden und gemütlich noch ein Bierchen trinken und dann, wenns etwas kühler geworden ist, mein Bett aufsuchen.
Don't criticize what you can't understand

Gibts des
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Halbdaggl
Unter Westfalen hat geschrieben:Das Auslöschen ist keine Lösung.
Der Hass auf die Juden ist eine Hydra.
Je mehr Köpfe Du abschlägst, desto mehr wachsen nach.
Eine Lösung kann nur sein, wenn sich die Vernünftigen auf BEIDEN Seiten durchsetzen.
Davon ist der Nahe Osten aber weiter entfernt, denn je.
Als das Fenster zur Zweistaatenlösung noch offen war, hatte man eine Chance.
Doch die Fanatiker auf BEIDEN Seiten haben das verhindert.
Ihr religiöser Wahn ist ihnen wichtiger als das Wohlergehen ihrer Bevölkerung.
Es ist manchmal hart ein :vfb: Fan zu sein - aber immer geil!

Gibts des
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Halbdaggl
Strafraumgitarre hat geschrieben:Ich hab's mit Musik versucht, ich hab's mit Blumen versucht...

Jetzt versuch ich's halt nochmal mit Worten. Aber nicht mehr vielen, denn ich bin müde von diesem Hass.


Aber halt als Denkanstoß:

Ja, der Terror der Hamas ist zu verurteilen, wie JEDER Terror zu verurteilen ist.

Was im Gaza-Streifen passiert ist, ist ein ganz und gar abscheulicher Horror! Bestialisch!
Und niemand hier drin stellt das meiner Wahrnehmung zufolge in Frage. :idea:

Aber jetzt geht's halt um Denkmuster:
Wer sagt: "Alle auslöschen!" "Ausrotten!" "Das Krebsgeschwür vollständig entfernen!", etc. ...

... der bedient sich exakt derselben Logik und derselben Rhetorik, wie diejenigen, die er zurecht verurteilt.

Emotional nachvollziehbar? Vermutlich.
Praktikable Lösung mit Aussicht auf etwas Besseres? Hinterher? Nach dem "Ausmerzen"?
Mit absoluter Sicherheit ganz und gar nicht. Das Gegenteil wäre zu erwarten und die Antwort auf dieses (brauchst nicht raten: blutige) Gegenteil wären noch mehr "auslöschen", noch mehr "ausrotten" und noch mehr"ausmerzen".
Auf beiden/allen Seiten.

Wenn man dies anmahnt, dann unterstützt oder befürwortet man mitnichten die Taten der Hamas, wie es@higgi mit geschätzten 80% seiner Beiträge suggeriert. Aber die Fähigkeit zur Vernunft ist etwas, dass uns Menschen (angeblich!) von Tieren unterscheidet. Die Möglichkeit, Einsichten (und auch Erfahrungen) Emotionen gegenüberzustellen und abzuwägen.

Ich bin nicht sicher, ob man den Tieren da nicht Unrecht tut. Ob die wirklich so blöd sind, wie es die ach so menschzentrierte Menschheit annimmt. Ich hatte z.B. mal einen Hund, der konnte ziemlich dickköpfig sein, aber auch durchaus "vernünftig". Ist aber egal, weil ich abschweife.

So manche vielfachen Beiträge eines einzelnen Users lassen mich aber gerade weitaus mehr daran zweifeln, ob sich nicht vielmehr die Menschheit selbst hochgradigst überschätzt, wenn sie sich tatsächlich anmaßenderweise so etwas wie Vernunft attestiert.

George R.R.R.R.R.R. Martin (der mit dem Eis und dem Feuer, bzw. halt Game of Thrones) hat in seinen Wälzern ein oder zweimal einen wirklich klugen Satz geschrieben, der bei mir hängengeblieben ist:
"Niemand ist der Bösewicht in seiner eigenen Geschichte."

Eigentlich selbsterklärend, aber mit meinen Worten:
Der Blickwinkel der Draufsicht bestimmt die Perspektive der Wahrnehmung.
(wäre jetzt nicht nötig gewesen, aber ich fand, das klingt zu gut, um es wegzulassen...) :)

Jetzt haben wir es hier mit einem Konflikt zu tun, an dem sich schon Generationen die Zähne ausgebissen haben, die Vernünftigen, wie die weniger Vernünftigen. Die Bedächtigen, wie die Eiferer.
Alle und alles scheiterten bislang an einer unüberwindbar scheinenden Spirale aus Hass und Gewalt, die aktuell wahlweise so unüberwindlich scheint, wie zuvor, oder eben noch unüberwindlicher denn je.

Aber dann - nach einem erneuten Ausbruch von Hass und Gewalt - ruft ein unbedeutender kleiner User eines unbedeutenden kleinen Forums in einem unbedeutenden kleinen Teil der Welt als Antwort zu was genau auf?
Klar doch: Zu Hass und Gewalt! Eine andere Lösung kann's offenbar nicht geben. Hat sich ja auch fabelhaft bewährt. Und selbst wenn nicht, aber das muss man doch verstehen, muss man doch!

Und ein anderer unbedeutender kleiner User eines unbedeutenden kleinen Forums in einem unbedeutenden kleinen Teil der Welt - in diesem Fall dann ich - langt sich halt an den Kopf und kann es zwar verstehen, aber weiß eben einfach nicht, wo die Menschheit in den letzten paar tausend Jahren denn so mit ihrem Kopf war.

Lösung? Große Überraschung: Nicht einmal ich habe eine!

Aber den Hass nochmals potenzieren, das muss man nicht und das hilft auch NIE-MAN-DEM!
Nicht einmal auf einer so unbedeutenden kleinen Seggl-Spielwiese wie hier.

Strafraumgitarre hat geschrieben:Jetzt versuch ich's halt nochmal mit Worten. Aber nicht mehr vielen, denn ich bin müde von diesem Hass.

Ein paar Worte mehr wurden es jetzt doch, aber damit habe ich aktuell zu diesem Thema nun wirklich alles gesagt, was ich zu sagen habe und wenn ich mich in näherer Zukunft trotzdem wieder dazu äußern sollte, dann wahlweise mit
a) Musik
b) Blumen
c) was anderem
oder
d) eben gar nicht mehr

Gehabt Euch!

:cry:
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Tamasi
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Grasdaggl
Wenn es nicht das Pfeifen im Wald ist, dann isses hier richtig:

Tifferette hat geschrieben:Genau. Mehr positive Denke!

:vfb:




Ernsthaft: in den letzten Tagen habe ich zwei Rankings gesehen, bei denen Deutschland in punkto Lebensqualität weltweit auf Platz 2 und Rechtsstaatlichkeit* auf Platz 5 steht. Habe gelesen, dass deutsche Automobilzulieferer gerade Elektromotoren entwickeln, die in Sachen Effizienz Lichtjahre vor der Konkurrenz aus China und USA liegen. Die Strompreise sind in D nicht prohibitiv, sondern liegen europaweit im Mittelfeld. Ach ja, die Zubauziele in Sachen Solar werden dieses Jahr weit übertroffen, und auch die Fertigung von Batterien und Großspeichern nimmt in D viel schneller Fahrt auf als erwartet. Alles Einzeleindrücke und Rankings sind - vorsichtig formuliert - ja immer so eine Sache. Aber Eigenwahrnehmung und Wirklichkeit scheinen derzeit massiv auseinanderzufallen.

Kein Grund zum Ausruhen, aber ein bisserl mehr Optimismus ist schon angezeigt. Ist auch gut für die Galle.



de mappes
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Spamferkel
Gibts des hat geschrieben:
Bundes-Jogi hat geschrieben:Man sollte Labbadia vor einen Fernseher setzen, festbinden, und ihm die letzten VfB-Spiele zeigen, und ihm sagen, dass er jetzt sieht, was ein guter Trainer aus der Truppe machen kann. Zudem ohne Endo, Sosa und Mavropanos.


Aber mit guirassy
Ihr habt ihn doch gehört…oder war das sein Advocate: der fehlte ja fast die ganze Zeit bei ihm
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Gibts des
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Halbdaggl
George Best hat geschrieben:Das ist wirklich sehr sehr traurig.

Vermutlich der beste Präsident der Hertha seit sehr vielen Jahren - trotz Abstieg. Für den konnte er sicherlich am wenigsten.

Ein erfrischend anderer Präsident, mit dem man sympathisieren konnte, selbst wenn einem die Hertha zutiefst unsympathisch ist. Er war eben kein Watzke, kein Rummenige, kein Mäuser.

Er war einer, dem man abnahm, dass er seinen Verein liebt und dass er alles für ihn tut.

Ich bin echt schockiert über diese Nachricht. Wenn es stimmt, dass er am Geburtstag seiner kleinen Tochter starb, ist das mehr als tragisch. Finde dafür keine Worte.

R.I.P Kay Bernstein. Und herzliches Beileid an die Hinterbliebenen. Das muss unvorstellbar schrecklich für sie sein.
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flux hat geschrieben:Die Amtszeit Vogts ist nun weiss Gott von genügend Streit und Querelen im Verein geprägt. Es stünde dem Präsidenten deshalb gut zu Gesicht, jetzt, in einer Situation, in der dem VfB sportlich die Sonne aus dem Arsch scheint, zu versuchen, ein paar der Wunden, die dabei entstanden sind, zu heilen. Er hätte zum Beispiel feststellen können, dass Hitzlsperger und Mislintat den Grundstein für den heutigen Erfolg gelegt haben. Den heute Verantwortlichen wäre genug geschmeichelt, wenn man über das Labbadia- und Beraterdebakel den Mantel des Schweigens ausbreitet und ihnen obendrein zu Recht zugesteht, durch das Drehen der richtigen Stellschrauben für das i-Tüpfelchen auf dem Werk ihrer Vorgänger gesorgt zu haben. Auch mit Blick auf die im Ärger zurückgetretenen Vereinsbeiräte wären ein paar versöhnliche Worte angezeigt gewesen. Nach dem Motto: Die letzten Jahre waren nicht immer einfach, und auch er als Präsident habe vielleicht nicht immer alles richtig gemacht. Sowas erwarte ich von einem Präsidenten.
Stattdessen bekommen wir ein grosskotziges "Ich und von mir Ausgewählten sind die Besten, alle anderen waren Scheiße". Deshalb ist und bleibt Vogt als Präsident ein Arschloch.
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Halbdaggl
higgi hat geschrieben:Jetzt mal langsam
Niemand gibt 4 Leistungsträger ab und macht einfach so weiter als ob nichts wäre
War die Erwartung dass man trotzdem von Sieg zu Sieg eilt?
Ohne Guirassy wäre die Hinrunde ganz sicher anders verlaufen
Wir werden jetzt paar Spiele verlieren und die 4 hoffentlich bald wieder unverletzt an Bord haben.
Aber auch dann ist’s noch lange nicht gesagt, dass man wieder genauso eingespielt sein wird, wie in der Vorrunde.
Wir sollten uns auf eine längere Durststrecke einstellen und das Gemaule sein lassen
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Grasdaggl
Ich erkläre den Hitz mal zum "Mitschreiber ehrenhalber":

Spielgerät hat geschrieben:Ein langes und sehr interessantes Interview mit Hitz in der SZ aus Anlass seines Coming Outs vor 10 Jahren . Leider hinter der Paywall. Ich stelle mal wieder fest, dass der Mensch Hitzlsperger für den VfB eine Nummer zu groß war. Mindestens.
Ein paar Auszüge:

SZ: Herr Hitzlsperger, was haben Sie am Vormittag des 8. Januar 2014 gemacht?

Thomas Hitzlsperger: Ich war hier in München und die Tage vorher extrem angespannt. So viele Jahre, in denen ich mir den Kopf zerbrochen hatte, Gespräche geführt, Interviewfassungen hin und her redigiert. Aber an dem Vormittag hatte ich das gute Gefühl: Ich bin vorbereitet, jetzt geht’s endlich los. Familie und Freunde waren informiert, mit einer Agentur hatte ich zwei Videos vorbereitet, eines auf Deutsch, eines auf Englisch. Das Interview war geführt und musste nur noch in Druck, es war nichts mehr zu ändern. Ein Gefühl, wie wenn du vom Zehn-Meter-Turm gesprungen und noch nicht unten angekommen bist.

m 11.49 Uhr ging die Pressemitteilung der „Zeit“ raus. Was passierte dann?

Der Server der Zeit brach zusammen. Mein Handy stand nicht mehr still, einfach alle haben sich gemeldet. Viel Lob, ganz viel Zuspruch. Es hagelte Interviewanfragen, die Tagesschau hat berichtet. Ich war die ganze Zeit im Austausch mit der Agentur, gemeinsam haben wir das abgearbeitet.

Und all das, weil ein Mann öffentlich sagt: Ich bin schwul. Ehrlich, das gibt einem schon zu denken.

Ja, stimmt. Aber alle Beteiligten wussten lange vorher, dass es eine große Sache sein könnte. Homosexualität im Profifußball: Das Thema waberte so. Darüber wurde getuschelt, darüber wurde geschrieben, es gab auch mal ein Interview mit einem anonymen Fußballer. Philipp Lahm und andere prominente Spieler haben sich geäußert. Und du denkst: Nein, das bringt uns hier nicht weiter, ich könnte einen besseren Beitrag leisten. Denn es gab schon ein paar Aussagen, die mich geärgert haben. Es hieß immer, die Medien sind das Problem, die Sponsoren, die Fans. Aber das war es gar nicht. Sondern ich habe mich halt unwohl in der Kabine gefühlt.

Welches Motiv hat damals überwogen: Der Wunsch, sich selbst zu befreien, oder das Bedürfnis, anderen auf diesem Weg zu helfen?

Es gab viele Aspekte, die mir wichtig waren. Ich wollte auf gar keinen Fall geoutet werden – wenn, dann sollte es zu meinen Bedingungen geschehen. „Selbstbefreiung“ trifft es nicht, denn ich war ja raus aus dem Fußball, meine Eltern und Freunde wussten alle Bescheid. Ich dachte vor allem: Wenn ich es nicht sage, dann sagt’s keiner. Ich wollte eine Diskussion über Homophobie im Fußball auf den Weg bringen, anderen eine Hilfestellung geben, indem ich aus meinem Leben erzählte.

Die hörbaren Reaktionen waren durch die Bank positiv. Mit dem Rückenwind im Kreuz: Wünschten Sie, Sie hätten den Schritt damals früher gemacht?

Ich wollte ja! Ich wollte wissen, wie sich das anfühlt, wie die Kollegen und die Fans reagieren. 2012 bin ich zu einem Medienanwalt gegangen und habe dem gesagt, dass ich der Zeit ein Interview geben werde. Ich wollte von dem eigentlich nur hören, was ich beachten sollte. Und der sagte: Lassen Sie das bleiben. Geben Sie auf gar keinen Fall ein Interview, Sie werden die Reaktionen nicht aushalten. Einerseits war ich sauer, andererseits habe ich seinen Ratschlag befolgt. Das war eine schwierige Zeit, weil ich da noch aktiver Fußballer war, eigentlich nicht mehr weiterspielen wollte und alles sich so vermischt hat.


.....

Gestehen Sie zu, dass der Schritt auch 2014 noch mutig war?

Hmmm. Das ist das, was die Leute automatisch sagen, heute noch: mutig. Gerade habe ich wieder eine Mail bekommen, in der mir jemand zu meinem Mut gratuliert. Meinen Eltern zu sagen, dass ich schwul bin, dafür habe ich Mut gebraucht. An dem Abend, als ich es ihnen erzählt habe, musste ich erst ein Bier trinken. Wenn jemand in einem Land, in dem Homosexualität unter Todesstrafe steht, offen homosexuell lebt: Das ist mutig. Aber in Deutschland?

Sie meinen, man riskiert hier eigentlich nichts.

Es gibt ja keine Gefahr durch die Gesetzgebung. Trotzdem muss ich aufpassen, das hier nicht kleinerzureden, als es war. Im Profifußball hatte sich vor mir in Deutschland noch keiner geoutet. Aber ich habe mich zunehmend unwohler gefühlt. Ich wollte auf keinen Fall mein Leben so verbringen, dass ich mich immer verdrehen muss, immer aufpassen, was ich sage. Das war keine Option mehr für mich.


...

Es gibt heute 265 000 Profifußballer weltweit, sieben von ihnen leben offen schwul. Wovor genau haben die anderen noch Angst?

Meine größte Sorge war die Mannschaftskabine. Ich erinnere mich an zwei Diskussionen, da wurden zum Teil krasse Sachen gesagt. „Mit einem schwulen Mitspieler würde ich nicht duschen.“ Oder eine Bemerkung zu unserem Physiotherapeuten: „Wenn du schwul wärst, ich würd’ mich von dir nicht anfassen lassen.“ Ich meine, das waren Mannschaftskollegen von mir!

Und Sie, was haben Sie gesagt?

Natürlich nichts. Weil ich total unsicher war. Meine Stimme hätte so gezittert, ich hätte mich quasi zwangsgeoutet.





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Langhaariges Monster hat geschrieben:Was mich bei der ganzen VAR-Thematik wundert: wieso hinterfragt kein einziger Journalist in der Printmedien oder von den Fernsehanstalten, wie denn die behauptete Genauigkeit auf Zentimeter zustanden kommen soll? Haben die alle in Mathe und Physik nicht aufgepasst?
Der Köllner Keller sei so viel besser ausgestattet, als was die Fernsehanstalten an Technik hätten? Wirklich? Man hört nichts von Kameras mit weit mehr als 50 Frames pro Sekunde. Warum wohl?
Das Problem ist doch, wir haben mit dem Fuß/Kopf des Passspielers, des Passempfängers und des Balls, drei Objekte, die sich mit einer Geschwindigkeit bewegen, die bei 50 Frames pro Sekunde (das wird gemunkelt, dass das im Köllner Keller zur Verfügung steht und solange ich nichts anderes höre, bleibt das die Annahme) unter allerbesten Vorraussetzungen auf 5cm genau sein können. Aber - und das ist ein ganz großes aber - diese Vorraussetzungen hat man vielleicht am Zeichenbrett in der Theorie, aber nicht auf dem Spielfeld. Wichtig ist ja der Zeitpunkt, wann der abspielende Spieler zuerst den Ball berührt. Wenn ich einen Frame habe, in dem genau zu diesem Zeitpunkt der Ball den Fuß des Passgebers berührt, wäre das so. Wie man z.B. bei den Screenshot von Nice da oben sehen kann, ist der Ball eher so ein diffuses Etwas. Dann liegen außerdem zwei Frames halt auch 20 Millisekunden auseinander. Auf dem einen ist der Ball noch nicht am Fuß/Kopf, auf dem anderen schon. Bewegt sich der Ball mit gemütlichen 50 km/h, macht das von Frame zu Frame mehr als 25 cm. Welchen Frame nehme ich jetzt? Interpolieren die im Keller frei Schnauze? Gleichzeitig bewegt sich ja auch noch der Passempfänger. Und das alles nicht plattgedrückt auf 2D, sondern im Dreidimensionalen Raum. Da spielt dann noch der Blickwinkel der Kameras mit rein.

Es wird von kalibrierten Linien geredet als ob damit eine Abseitserkennung auf 1cm oder genauer möglich wäre und eine hohe Genauigkeit vorgegaukelt. Zusammen mit einer Korinthenkackerei auf höchstem Niveau, die aufgrund der technischen Grenzen total fehlangebracht ist und dem Spiel überhaupt nicht dient. Die Technik gibt das auch mit doppelt so schnellen Kameras nicht her. Das ist, wie wenn ein digitaler Messschieber für 5€ eine Messgenauigkeit auf 10 Mikrometer verspricht.

Wenn der VAR 4 Minuten Linien ziehen muss und man fragt sich bei manchen Entscheidungen schon, was für Linien die (sich) da alles (rein)ziehen, dann wäre es doch sinnvoller zu sagen, in solchen Fällen zugunsten des Angreifers, denn der hat sich durch seine Kniescheibe oder seine Nasenspitze im Abseits sicher keinen Vorteil verschafft. Darum ging es doch ursprünglich in der Abseitsregel. Sollten mit dem VAR nicht klare Abseitsstellungen verhindert werden?
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halensee hat geschrieben:Wenn hier so viele Gscheidle sind, warum sind die dann nicht in verantwortlicher Position beim VfB. Alle 15 bis 20 Jahre geschieht ein Wunder. Diejenigen die weg sind, sind Heilige. Diejenige die da sind, sind Vollpfeifen. Mir geht das alles gewaltig auf den Sack und vermiest mir die Freude an dem was geleistet wurde. Wer Garantien für die Zukunft will, der kann gerne auf eine Sternschnuppe warten und sich was wünschen.
Ist doch ganz einfach. Finde einen Messi, Ronaldo, Beckenbauer oder Pelé. Man muss nur das Auge haben. Wenn etwas Geld eingespart werden muss, dann kann man alle Scouts und Wohlgemuth rauswerfen. Der Trainer wuppt das alleine. Zumindest solange bis er rausgeworfen wird. Schätz ich brauche mal wieder eine Pause.
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Halbdaggl
Nice Weather hat geschrieben:In einem Testspiel gegen Italien verletzte sich Sami Khedira nur sieben Monate vor der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien schwer. Die Diagnose: Kreuzbandriss. Seine Teilnahme an der WM war lange unklar. Nach einer intensiven Reha schaffte es Khedira tatsächlich in den WM-Kader. Während der WM wollte er sich einbringen, das Beste aus der Mannschaft herausholen - und eckte damit bei seinem Trainer Joachim Löw an.

"Während des Turniers kam Oliver Bierhoff auf mich zu und hat gesagt: 'Sami, du hast Büroverbot von Jogi Löw. Er will nicht mehr mit dir reden. Du gehst im auf die Nerven'", erzählt Khedira in der dritten Folge des kicker-Podcasts "Der vierte Stern". "Ich habe ihn immer angeschoben für die beste Aufstellung. Ich war nervig, definitiv! Aber nur mit Harmonie gewinnt man keine Titel, man muss auch eklig und nervig sein, immer nachbohren. Dann kann man das ganz Große erreichen."


Ich hätte jetzt gesagt, das ganz Große kann man erreichen, wenn man einem Quatschkopf, der sich maßlos überschätzt, auch mal Büroverbot erteilt. Aber so kann man’s sicherlich auch sehen.

Der wird der nächste Bobic.
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