Kopiervorlage. Wer mag, kann sich bedienen. Am besten per Einschreiben an:
VfB Stuttgart 1893 e.V.
Verein für Bewegungsspiele Stuttgart 1893 e.V.
Mercedesstraße 109
70372 Stuttgart
und
VfB Stuttgart 1893 AG
Mercedesstraße 109
70372 Stuttgart
Sehr geehrter Herr Claus Vogt,
sehr geehrter Herr Rainer Adrion,
sehr geehrter Herr Alexander Wehrle,
ich bin seit vielen Jahren Mitglied des VfB Stuttgart und noch sehr viel länger Anhänger dieses Vereins. Ich habe mit ihm sehr viele Höhepunkte und leider auch sehr viele - vielleicht zu viele, aber das ist halt manchmal so - Tiefpunkte erlebt. Dazu gehören nicht zuletzt auch die beiden Abstiege in den vergangenen Jahren. Aber es sind nicht nur diese beiden Abstiege, der VfB ist in den Jahren nach der letzten Meisterschaft leider nie zur Ruhe gekommen, Chaos, Versagen und Peinlichkeiten rund um die Vereinsführung (und seit diesem Jahr auch im Vorstand der Aktiengesellschaft) waren beinahe ständige Begleiter in Cannstatt. Was aber in all den Jahren bei mir trotzdem nie dazu geführt hat, die tiefe Verbundenheit mit dem VfB Stuttgart und den aufrichtigen Stolz auf diesen Verein erschüttern zu können.
Das ist nun nicht mehr so. Das Maß an Identifizierung mit dem VfB sinkt bei mir seitdem mir klar geworden ist, wie Sie, Claus Vogt als Präsident des VfB Stuttgart ihr Amt tatsächlich ausüben. Und auf welche Weise Sie, Herr Adrion ihn dabei unterstützen. Und wenn ich mir die Meinungen und Haltungen anderer VfB-Sympathisanten anschaue, dann muss ich ernüchtert feststellen: Ein Großteil empfindet das genauso. Spätestens der Offene Brief von Thomas Hitzlsperger vor fast zwei Jahren hat mir und vielen anderen VfB-Sympathisanten die Augen geöffnet über die Art und Weise, wie Sie, Herr Vogt Ihre (auf Ihr Betreiben hin nun erstmals in der Geschichte des VfB bezahlte) Arbeit machen.
Sie, Claus Vogt hatten vor Ihrem Amtsantritt eigentlich die bestmöglichen Startbedingungen. Jeder Fan des VfB war erleichtert, als damals - der in weiten Teilen der Anhängerschaft und der Öffentlichkeit nur noch als „der Spalter“ berüchtigt gewordene - Wolfgang Dietrich unter etwas ominösen Umständen seinen Rücktritt erklärte. Zu offensichtlich war das Missmanagement unter dessen Ägide geworden. Ein Großteil der VfB-Mitglieder und Fans verknüpfte damals große Hoffnungen mit Ihrem Amtsantritt, Herr Vogt.
Doch rückblickend auf Ihre Präsidentschaft muss ich für mich konstatieren: Sie sind grandios gescheitert, Herr Vogt. Und Sie sind nicht nur gescheitert. Nein, Sie haben mit Ihrer Art und Weise zu präsidieren den Verein und einen Großteil seiner Basis - also uns, die Mitglieder und Fans - irreparabel enttäuscht. Herr Vogt, Ihr Vorgänger hat während seiner Präsidentschaft einen Keil zwischen Vereinsmitglieder einerseits und Vereinsführung andererseits geschlagen. Das war nicht schön und hat dem Verein schwer geschadet, aber es war noch keine existenzielle Bedrohung für den Verein, dass „Problem“ hat sich ja damals quasi selbst aus der Welt geschafft. Sie aber, sehr geehrter Claus Vogt haben in den letzten zwei Jahren eine noch viel tiefere - und in ihren Auswirkungen für den Club existenziellere - Spaltung „geschafft“: Nämlich die der Fans, Mitglieder und Sympathisanten von dem Subjekt ihres Fantums, ihrer Mitgliedschaft, ihrer Sympathie selbst - dem Verein VfB Stuttgart. Sie, Herr Vogt haben alle, denen der VfB Stuttgart am Herzen liegt noch viel tiefer gespalten, als es dem „Spalter“ Wolfgang Dietrich jemals hätte gelingen können.
Ich spüre nach den blamabel-possenhaften Vorgängen rund um die - von Ihnen beiden, Herr Vogt und Herr Wehrle zu verantwortenden und letztlich aus ihrer Sicht „erfolgreich gescheiterten“ - Vertragsverlängerungsgespräche mit Sven Mislintat nur noch Defätismus und Verachtung. Zum ersten Mal in meiner langen Zeit als VfB-Sympathisant stelle ich an mir etwas fest, was ich noch nie gespürt habe: Eine wirklich tiefgehende Entfremdung von „meinem“ VfB Stuttgart und eine wirklich fundamental erschöpfte Hoffnung, dass dieser Verein jemals längerfristig die sportliche und wirtschaftliche Führung bekommt (und langfristig auch behält!), die in der Lage wäre, das unglaubliche Potenzial, das in diesem Verein steckt, freilegen zu können.
Für einen kurzen Moment - gemessen an der 129-jährigen Geschichte des VfB Stuttgart - ging mit der Tätigkeit von Thomas Hitzlsperger und Sven Mislintat beim VfB eine Tür auf und man konnte kurz einen Ausblick auf eine sportliche Zukunft erhaschen, die einem Verein mit einer so großen Vergangenheit wie dem VfB gut zu Gesicht gestanden hätte: Ein organisch aus sich selbst heraus zu sportlicher Kompetenz und vereinspolitischer Einigkeit gewachsenes Ensemble, in dem kein Platz ist für Eitelkeiten, Arroganz, Selbstherrlichkeit und der unheiligen Allianz aus Ahnungslosigkeit und Machtstreben. Doch leider ist der VfB Stuttgart wieder einmal - und ich befürchte mit Ausblick auf die weitere Zukunft zum letzten Mal - Opfer seines größten Feindes geworden: der eigenen Vereinsführung (und ihr unterstellter Körperschaften).
Sehr geehrter Herr Vogt, sehr geehrter Herr Adrion, sehr geehrter Herr Wehrle, zum ersten Mal in meinem Leben als VfB-Mitglied bin ich aufgrund Ihrer Tätigkeit beim VfB soweit entmutigt, desillusioniert und erschöpft, dass ich ernsthaft überlege, meine Vereinsmitgliedschaft zu kündigen. Warum soll ich einem Verein noch meine finanzielle und ideelle Unterstützung zukommen lassen, der sich so weit von den Werten, Überzeugungen und Praktiken entfernt hat, wie ich sie mir für den VfB immer gewünscht habe. Und wie sie in der Zeit von Thomas Hitzlsperger und Sven Mislintat beim VfB tatsächlich endlich einmal auch gelebt wurden. Ich will ehrlich zu Ihnen sein: Ich habe nur deshalb meine Mitgliedschaft noch nicht gekündigt, weil ich mir die Chance erhalten möchte, auf einer hoffentlich sehr schnell zustande kommenden Außerordentlichen Mitgliederversammlung Sie drei von allen Tätigkeiten und Funktionen beim VfB Stuttgart entbinden zu können.
Ich hoffe allerdings, dass es so weit erst gar nicht kommen muss. Ich bitte deshalb Sie, Herr Claus Vogt, im Interesse des Vereins von Ihren Ämtern als Präsident des VfB Stuttgart 1893 e.V. und Aufsichtsratsvorsitzender der VfB Stuttgart 1893 AG mit sofortiger Wirkung zurückzutreten. Ich bitte deshalb Sie, Herr Rainer Adrion im Interesse des Vereins von Ihren Ämtern als Vizepräsident des VfB Stuttgart und Mitglied des Aufsichtsrates der VfB Stuttgart 1893 AG mit sofortiger Wirkung zurückzutreten. Und bitte Sie, Herr Alexander Werle: Bitte geben Sie im Interesse des Clubs freiwillig und mit sofortiger Wirkung Ihre Funktionen als Vorstandsvorsitzender der VfB Stuttgart 1893 AG und Vorstand Sport der VfB Stuttgart 1893 AG ab.
Mit freundlichen Grüßen
xxx
"Ein Wort, Herr! Sag mir nur ein einziges Wort in diesem Elend!" - "Ich sage dir sogar zwei: Guten Appetit!"
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"Es gibt keine Lösung. Weil es kein Problem gibt."