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Tifferette
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Grasdaggl
flux hat geschrieben:Die 50+1-Regel bezieht sich auf die Stimmenverteilung in der Gesellschafterversammlung, bei AGs Hauptversammlung genannt. Wer warum und wieso im Aufsichtsrat der Gesellschaft sitzt und wer von diesen den Vorsitz hat, ist davon völlig unberührt.


Was mir erst auf den Hinweis von Martin Kind hin klargeworden ist: das ist im Grunde totaler Murks. Die gehen in §8 der DFL-Satzung augenscheinlich von einer GmbH für die Ausgliederung aus. Für die KG aA haben sie extra eine Sonderregel dazugeschrieben.

Aber: bei einer AG ist der Vorstand nicht weisungsgebunden, weder gegenüber dem Aufsichtsrat noch gegenüber der Hauptversammlung. Natürlich kann der Aufsichtsrat einen Vorstand (in den Grenzen des § 84 Abs. 4) abberufen. Eine unmittelbare Einwirkungsmöglichkeit gibt es aber eben - anders als bei der GmbH - nicht. Eine Ausgliederung wie bei uns oder den Bauern genügt daher auf dem Papier zwar 50+1. Der mit 50+1 verfolgte Zweck wird zumindest in der AG aber nicht erreicht. Ist mir bislang gar nicht so klar gewesen.

:?

Okay, es gibt schon Instrumente, um den Vorstand etwas an die Kette zu legen. Aber wenn man es sich durchdenkt, dann ist der Wortlaut der 50+1-Regel ziemlich sub-par.
"They may be drinkers, Robin, but they are also human beings."

(Batman)


Frank N Furter
Die 50+1-Regel (manchmal auch 50+1-Regelung) ist eine Vorschrift in den Statuten der Deutschen Fußball Liga. Nach dieser Vorschrift ist es Kapitalanlegern nicht möglich, die Stimmenmehrheit bei Kapitalgesellschaften zu übernehmen, in die Fußballvereine ihre Profimannschaften ausgegliedert haben. Erlaubt ist hingegen, dass sich die Mehrheit des Kapitals im Eigentum privater Investoren befindet. So hält der Ballspielverein Borussia 09 e. V. Dortmund lediglich 5,53 Prozent der börsennotierten Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA, aber vollständig die zur Geschäftsführung berechtigte Komplementärin, die Borussia Dortmund Geschäftsführungs-GmbH. Fangruppen protestieren immer wieder gegen ein Aufweichen oder gar Kippen der 50+1-Regel und gegen die Kommerzialisierung im deutschen Profifußball.

https://de.wikipedia.org/wiki/50%2B1-Regel

Tifferette
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Grasdaggl
flux hat geschrieben:Ist denn der Zweck von 50+1 tatsächlich die unmittelbare Einwirkungsmöglichkeit? Ich glaube eigentlich nicht.

Tja, das ist die große Frage. Aber mal andersherum gefragt - warum sollte die mittelbare Einwirkung genügen? Das Beispiel mit der Investorenbeteiligung ist gut. Denn so kann der Vorstand rechtmäßig Entscheidungen treffen, die für die Kapitalgesellschaft bindend sind, auch gegen den Willen des Mehrheitsaktionärs. Wenn man 50+1 so versteht, dass der eingetragene Verein das letzte Wort haben müsste, dann wäre das hier ein Verstoß.

Offensichtliches Gegenargument: egal ob weisungskonform oder nicht, eine Abstimmung als rechtsgeschäftsähnliche Haftung ist nach allgemeinen gesellschaftsrechtlichen Grundsätzen auch dann bindend, wenn weisungswidrig gehandelt wurde. Rechtshandlungen sind im Außenverhältnis wirksam.

Tricky.
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(Batman)





Frank N Furter
:lol:
...wenn der AR seinen Vorsitzenden morgen tatsächlich absägen will, dann haben die Revolutionäre hoffentlich vorher Riethmüller und Adrion ins Boot geholt*. Fehlt ihnen nämlich nur einer von beiden, kann das Präsidium im Rahmen einer Hauptversammlung die revolutionären Aufsichtsräte der e.V.-Seite austauschen und z.B durch linientreue Anhänger Vogts ersetzen...

...dann hätte man sich wirklich komplett in die Scheiße manövriert.

*Hat man Adrion und Riethmüller im Boot, frage ich mich, wie die zukünftig im Präsidium weiter zusammenarbeiten wollen. Halbwertzeit wäre sowieso wieder nur die nächste Präsidiumswahl durch die Mitglieder...

Ich verstehe ehrlich gesagt immer weniger, wie Porsche sich in so einen Tumult stürzen konnte. Haben die sich nicht vorher mit der Materie beschäftigt und den AG-eV-Konflikt völlig unterschätzt?


Frank N Furter
Unwahrscheinlich:

Fall 1: Porsche ginge es wirklich um die Person Vogt und dessen durch einen Brief verbürgte Inkompetenz. Dann würde man den e.V.-Mitgliedern versichern, dass selbstverständlich jeder neue Präsident immer auch ARV der AG wird, nur eben bitte nicht Vogt, weil dieser bekanntlich völlig inkompetent sei. In dem Fall, wäre ich Porsche, hätte ich meinen Einstieg offen von dieser Personalie abhängig gemacht. Die Mitgliederabstimmung wäre nicht sonderlich überraschend ausgefallen.

Falls 2. Porsche stört sich gar nicht an der Person Vogt, sondern nutzt lediglich das alluviale Geraune um prinzipiell und in erster Linie eine Trennung vom Amt des Präsidenten und dem Amt des ARV der AG zu bewirken.

Man muss ja noch nicht mal ein Auge im Kopf haben um zu sehen, welcher Fall zutreffend ist.


Frank N Furter
flux hat geschrieben:Es ist eindeutig Fall 1. Welchen Vorteil sollte ansonsten die "Entkoppelung" von AR-Vorsitz und e.V.-Präsidentschsft für Porsche denn mit sich bringen?


Gute Frage. Das Offensichtlichste wäre, dass man hofft die bestimmende Position des Präsidenten im Verein abzuschwächen, nach dem Motto: teile und herrsche. Aber ob das den Aufwand und die Irritationen wert ist?

Dass die Trennung jedoch der Hauptgrund ist, erkennt man daran, dass die Porsche-Initiative nur dieses Ziel verfolgt. Sie verfolgt ja nicht die Absetzung von Vogt als Präsident. Und wie geschildert werden sie ja auch dann seinen Einfluss nicht los. Dein Argument von oben, kehrt sich hier um. Wenn Vogt das Problem wäre, müsste er ganz weg, weil er im Präsidium immer noch zu viel Macht hätte.

Was würde denn wohl passieren, wenn die Investoren diesen Machtkampf gewinnen? Sehr wahrscheinlich bringt das die zurückgesetzten Mitglieder noch mehr auf, oder was denkst Du? Der "Fan-Präsident" scheint ja so eine neue Mode zu sein. Meine Vermutung ist: die Polarisierung zwischen den beiden Lagern wird immer weiter gehen, völlig unabhängig davon wer die handelnden Personen sind. Die Investoren wollen keine Millionen investieren und dann nichts zu sagen haben und die Mitglieder wollen sich nicht "ihren Verein" wegnehmen lassen. Ich sehe da keine Kompromissformel. Wenn Vogt weg ist, kommt der nächste "Fan-Präsident" und der muss und wird sich noch stärker mit den Mitglieder-Interessen verbünden, sonst wird er erst gar nicht gewählt.

Würde es Porsche wirklich nur um die Person Vogt gehen, wäre das klar kommuniziert worden und zur Bedingung eines Einstiegs gemacht worden. Dann hätten die Mitglieder selbst entscheiden müssen, was ihnen wichtiger ist, ihr Fan-Präsident Vogt oder die Kohle und der vermeintlich erkaufte sportliche Erfolg. Porsche wäre kein Risiko eingegangen, hätte sein Image nicht zur Disposition gestellt und stände jetzt nicht wie ein Intrigantenstadl da. Im Prinzip versucht Porsche gerade das Kind mit dem Bade auszuschütten.

Auswurf
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Grasdaggl
Würde es Porsche wirklich nur um die Person Vogt gehen, wäre das klar kommuniziert worden


Natürlich wäre es nicht kommuniziert worden.
Porsches Interesse lag nicht im höchstmöglichen Gesichtsverlust von Vogt.

Ein geräuschloser Wechsel war das Angebot !

auf den Rest geh ich nicht ein, ich überflieg das aus Erfahrung nur
das ist doch keine Musik



Spielgerät
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Halbdaggl
Auswurf hat geschrieben:
Würde es Porsche wirklich nur um die Person Vogt gehen, wäre das klar kommuniziert worden


Natürlich wäre es nicht kommuniziert worden.
Porsches Interesse lag nicht im höchstmöglichen Gesichtsverlust von Vogt.

Ein geräuschloser Wechsel war das Angebot !


Sehe ich genauso. Deshalb ja auch die "Zusage" eines Wechsels an der AR-Spitze von allen Räten. Nur CV behauptet jetzt, er habe seine Zusage unter den Vorbehalt der Mitgliederentscheidung gestellt.
"In this world there's two kind of people: Those who have loaded guns and those who dig. And you dig."

flux
Frank N Furter hat geschrieben:Dass die Trennung jedoch der Hauptgrund ist, erkennt man daran, dass die Porsche-Initiative nur dieses Ziel verfolgt. Sie verfolgt ja nicht die Absetzung von Vogt als Präsident. Und wie geschildert werden sie ja auch dann seinen Einfluss nicht los. Dein Argument von oben, kehrt sich hier um. Wenn Vogt das Problem wäre, müsste er ganz weg, weil er im Präsidium immer noch zu viel Macht hätte.

Wie in aller Welt soll denn Porsche den Rücktritt Vogts als e.V.-Präsident als Ziel verfolgen? Das wäre nun wirklich ein bisschen zu weit ausgedehnte Investorenmacht.
Nein, Porsche möchte, wie einige andere auch, einen vernünftigen AR-Vorsitzenden. Es ist leider so, dass sich der VfB einen Präsidenten leistet, der in allen Gremien,in denen er selbst Mitglied ist oder die mit ihm zu tun haben, für Ärger und Streit sorgt. Das geht vom Vereinsbeirat über das Präsidium bis in den Aufsichtsrat.
Dass die Ursache dafür Vogts wackerer Kampf um das Vereinserbe und die Rechte der Mitglieder gegen die finsteren Machenschaften der Kapitalgeber sei, ist ein reines Märchen aus der Zeit, als die Gegner noch die viel zitierten Seilschaften von Dietrich, Porth und Co. gewesen sind und der Verdruß über diese mehr als verständlich. Heute haben sämtliche Gremienmitglieder das persönliche Plazet von Vogt und trotzdem führt er mit bzw. gegen einen erklecklichen Anteil dieser Leute eine Dauerfehde und hat sich nun mittlerweile nachhaltig als völlig ungeeignet für die Gremienarbeit erwiesen. Das weiss man natürlich auch bei Porsche, weshalb man Vogt als AR-Vorsitzenden nicht hinnehmen will, denn in dieser Rolle ist Porsche von dem Dilletanten unmittelbar selbst betroffen.