higgi hat geschrieben:Sowas gibts jedenfalls net mal bei den Bayern
Aus gutem Grund nicht
Hoeneß managt die Beuern seit 1979, Rummenigge kam 1991 als Vizepräsident hinzu. Seither konnten die die Macht untereinander aufteilen wie sie wollten, die Mitglieder und Fans haben das abgenickt. Wahrscheinlich hätte der Hoeneß auch den Rummenigge abservieren und sich in eine Sechsfachfunktion wählen lassen können, aber das war nie nötig.
higgi hat geschrieben:Vogt los zu werden ist das Eine
Vorstandsvorsitzender und Präsident in Personalunion zu sein, das Andere.
Ich kann mich mit dem Gedanken nicht anfreunden
Ich glaube niemand kann sich damit so richtig anfreunden, und Hitzlsperger meiner Einschätzung nach auch nicht. Bin mir ziemlich sicher, dass der darauf eigentlich überhaupt keine Lust hat.
Machtpolitisch ist der Präsidentenposten ohne Sitz im Aufsichtsrat nichts wert. Er könnte höchstens mitentscheiden, wen der Verein in den Aufsichtsrat schickt: idealerweise sollte er sich bei dieser Frage raushalten, würde er vielleicht nicht, aber sich zum Präsidenten wählen zu lassen, nur um einen Günstling im Aufsichtsrat zu positionieren, das wäre mir ein bisschen zu viel Machiavelli.
Natürlich muss man berücksichtigen, dass Leute in solchen Positionen einen gewissen Tunnelblick haben. Wer schrub, dass das per Definition alles Soziopathen sind? Stimmt. Man darf ja nicht vergessen, dass Hitzlsperger Alternativen hätte: der könnte sicherlich den ARD-Experten geben, ein bisschen in Immobilien machen und sich ansonsten der Kunst widmen. Würde ich jedenfalls so machen.
Trotzdem sehe ich nur einen triftigen Grund für diese Kandidatur: der Vogt zerdeppert da Porzellan ohne Ende, Hitzlsperger und Mislintat sehen ihr Projekt gefährdet, und deswegen muss der weg. Was da noch mit dranhängt, steht auf einem anderen Blatt – das heißt es gibt eventuell im Verein Leute, die den Vogt aus anderen Gründen loswerden wollen.
Das sieht alles nicht gut aus, und das wusste Hitzlsperger auch von Anfang an. Gibt ja auch weit und breit niemanden, der denkt, dass das nun eine ganz wunderbare Lösung sei. Der Griff nach der Macht geht in diesem Fall auch nicht nach oben, sondern so schräg nach unten. Ist natürlich trotzdem ein machtpolitischer Schachzug, aber er verschafft sich in erster Linie mehr Arbeit, die er eigentlich nicht brauchen kann. Und er lässt sich seinen Vertrauensvorschuss vorzeitig auszahlen, das ist riskant.
factotum hat geschrieben:Das Briefle vom Hitz ist drakonisch. Keinerlei Diplomatie, nicht mal in Spuren. Und dafür war der Hitz all die Jahre eigentlich nicht bekannt, sozusagen wirklich out of character.
Eben, eben. Als Quattrex im Verein wütete, musste man dem Hitzlsperger eher zuviel Diplomatie vorwerfen – bis hin zu Untätigkeit und Opportunismus. Wenn der da Aufständchen und Machtergreifungen geprobt hätte, wäre er nicht auf dem Sitz des Vorstandsvorsitzenden gelandet. Der ist heute dort wo er ist, weil die anderen Soziopathen dachten, dass man mit dem arbeiten kann. Der will den Rücken frei haben und Wasser unter dem Kiel – nicht sich in Machtkämpfen aufreiben.