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exmatthes
Granadaseggl
flacher, ausnahmsweise: lesen bildet!
ich hatte stil, art und weise... infrage gestellt.
FALLS alles so ist (ala hitz), dann sollte/muß konsequent gehandelt werden - wenn's so nicht geht, geht's nicht.
schon.
aber nicht notwendigerweise so.

ala kurvengeschrei, wie bei halbstarken.
daß Dir das gefällt, wundert mich überhaupt nicht.

trotzdem auch nen guten rutsch.




Flache9
Erklärung Vogt

Eine jämmerliche Erklärung.
Er geht nicht richtig auf die Vorwürfe ein und behauptet lediglich das alles eine Verschwörung gegen ihn sei. Alle lügen , nur er nicht.
Er zieht die Opfer Karte, erinnert mich an Trump.


muffinho
Hasenrupfer hat geschrieben:Interessant, wie sehr man Hitz Vertrauen schenkt, und er bereits die Deutungshoheit über das Geschehen erlangt hat.


Aus meiner Sicht: es ist weniger Vertrauen in seine Integrität sondern mehr die realistische Ansicht meiner zuvor geschilderten Situation, dass es nun nur noch 2 Wege geben kann und man sich für einen entscheiden muss. Hitzlsperger hat eine weitere Zusammenarbeit ausgeschlossen, Vogt hat nach diesem offenen Brief keine andere Wahl mehr als dies ebenfalls auszuschließen, so kann man nicht mehr zusammenarbeiten.

Ich habe Hitzlsperger 2009 oder 2010 mal kennengelernt, bei einem Nichtfussballevent, lange Nacht der Museen stand er auf einmal neben mir. Entgegen meines schüchternen Zurückhaltung habe ich ihn einfach mal von der Seite angeblubbert und ihm gesagt dass sein Meisterschaftstor das zweitgeilste nach meinem 3:1 beim Jugendturnier in meiner Schulzeit war... so ähnlich halt. Daraus hat sich ein kleiner Plausch entwickelt, und mein Eindruck war dass er ein durchaus aufgeweckter und cleverer Zeitgenosse war, anders als Buchwald, den ich auch mal über einen Kumpel im Stadion kennengelernt habe, nett aber nicht gerade die hellste Kerze auf der VfB Torte.

Jedenfalls bin ich mir sicher, dass Hitzlsperger weiß war er tut, er weiß um die Risiken und verbunden mit den Punkten, dass er Vorwürfe bringt, die sich doch leicht belegen lassen, gehe ich davon aus dass er intelligent genug ist, diese Vorwürfe dann nur unter dem Aspekt zu bringen, dass er sie im Zweifelsfall auch nachweisen kann.

Ich für meinen Fall hätte lieber einen anderen Kandidaten, etwa Cem, denn die Konzentrierung von zu viel Macht auf einer Stelle muss man immer kritisch sehen, egal wie man die Integrität des Handelnden bewertet, aber das spielt nun alles keine Rolle, der Showdown scheint auf Hitzlsperger vs Vogt rauszulaufen, und da ist für mich der Fall klar, erstens auf Gründen der sportlichen Entwicklung, zweitens aufgrund der Personalie Mislintat und drittens wegen den Vorwürfen, die ich wie schon geschildert als nachweisbar einschätze und Hitzlsperger sie nicht einfach so nach Trumpmanier streuen würde, damit etwas Dreck hängen bleibt und Vogt dazu schweigt, statt sich zu verteidigen.

Das muss nicht heißen, dass die Vorwürfe von Hitzlsperger automatisch korrekt sind, aber imho spricht damit mehr dafür als dagegen


Balbriggan
Granadaseggl
Wenn hier nochmal über den HSV oder Schalke gelacht wird, hol ich den Thread hoch :shock:
So ein Scheissladen, wirklich zum Kotzen.
Dietrich wurde als Spalter verschrien, dass es jetzt Hitz und Vogt schaffen die Anhängerschaft zu spalten hätte auch keiner gedacht :puke: :puke: :puke:


higgi hat geschrieben:Sowas gibts jedenfalls net mal bei den Bayern
Aus gutem Grund nicht


Hoeneß managt die Beuern seit 1979, Rummenigge kam 1991 als Vizepräsident hinzu. Seither konnten die die Macht untereinander aufteilen wie sie wollten, die Mitglieder und Fans haben das abgenickt. Wahrscheinlich hätte der Hoeneß auch den Rummenigge abservieren und sich in eine Sechsfachfunktion wählen lassen können, aber das war nie nötig.


higgi hat geschrieben:Vogt los zu werden ist das Eine
Vorstandsvorsitzender und Präsident in Personalunion zu sein, das Andere.
Ich kann mich mit dem Gedanken nicht anfreunden


Ich glaube niemand kann sich damit so richtig anfreunden, und Hitzlsperger meiner Einschätzung nach auch nicht. Bin mir ziemlich sicher, dass der darauf eigentlich überhaupt keine Lust hat.

Machtpolitisch ist der Präsidentenposten ohne Sitz im Aufsichtsrat nichts wert. Er könnte höchstens mitentscheiden, wen der Verein in den Aufsichtsrat schickt: idealerweise sollte er sich bei dieser Frage raushalten, würde er vielleicht nicht, aber sich zum Präsidenten wählen zu lassen, nur um einen Günstling im Aufsichtsrat zu positionieren, das wäre mir ein bisschen zu viel Machiavelli.

Natürlich muss man berücksichtigen, dass Leute in solchen Positionen einen gewissen Tunnelblick haben. Wer schrub, dass das per Definition alles Soziopathen sind? Stimmt. Man darf ja nicht vergessen, dass Hitzlsperger Alternativen hätte: der könnte sicherlich den ARD-Experten geben, ein bisschen in Immobilien machen und sich ansonsten der Kunst widmen. Würde ich jedenfalls so machen.

Trotzdem sehe ich nur einen triftigen Grund für diese Kandidatur: der Vogt zerdeppert da Porzellan ohne Ende, Hitzlsperger und Mislintat sehen ihr Projekt gefährdet, und deswegen muss der weg. Was da noch mit dranhängt, steht auf einem anderen Blatt – das heißt es gibt eventuell im Verein Leute, die den Vogt aus anderen Gründen loswerden wollen.

Das sieht alles nicht gut aus, und das wusste Hitzlsperger auch von Anfang an. Gibt ja auch weit und breit niemanden, der denkt, dass das nun eine ganz wunderbare Lösung sei. Der Griff nach der Macht geht in diesem Fall auch nicht nach oben, sondern so schräg nach unten. Ist natürlich trotzdem ein machtpolitischer Schachzug, aber er verschafft sich in erster Linie mehr Arbeit, die er eigentlich nicht brauchen kann. Und er lässt sich seinen Vertrauensvorschuss vorzeitig auszahlen, das ist riskant.


factotum hat geschrieben:Das Briefle vom Hitz ist drakonisch. Keinerlei Diplomatie, nicht mal in Spuren. Und dafür war der Hitz all die Jahre eigentlich nicht bekannt, sozusagen wirklich out of character.


Eben, eben. Als Quattrex im Verein wütete, musste man dem Hitzlsperger eher zuviel Diplomatie vorwerfen – bis hin zu Untätigkeit und Opportunismus. Wenn der da Aufständchen und Machtergreifungen geprobt hätte, wäre er nicht auf dem Sitz des Vorstandsvorsitzenden gelandet. Der ist heute dort wo er ist, weil die anderen Soziopathen dachten, dass man mit dem arbeiten kann. Der will den Rücken frei haben und Wasser unter dem Kiel – nicht sich in Machtkämpfen aufreiben.

Spielgerät
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Halbdaggl
Früher hat man die Rivalen mit Ketten an einen Pflock gebunden, einen Kreis drum gezogen und jedem eine Keule in die freie Hand gedrückt. Heute wird sowas auf Twitter ausgtragen...pffft
"In this world there's two kind of people: Those who have loaded guns and those who dig. And you dig."

Cantona
...nachdem ich anfangs etwas zwiegespalten, bzgl. der Machtfülle Vorstandsvorsitzender & Präsident in einer Person, muss ich zugeben, dass ich mich - und das unabhängig von Hitz - mittlerweile sehr wohl damit anfreunden kann, ja es sogar begrüsse, dass diese beiden Ämter durch eine Person ausgeübt werden:

-> es gibt einen Verantwortlichen für die Führung des Vereins und der AG.

Nichts ist nerviger in Organisationen (ja, streng genommen und formal sind es hier 2, aber für mich ist es eine), als die organisierte Verantwortungslosigkeit mit vielen Häuptlingen, die sich, wenn's mal schlecht läuft, den schwarzen Peter zuschieben bzw. sich gegenseitig behindern.

Das Thema Aufsichtsrat kann man lösen (stehe zur Verfügung, Anfragen bitte hier über's Forum... :mrgreen: )


Unter Westfalen
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Grasdaggl
30. DEZEMBER 2020

WHAT THE FUCK?

Da ist er wieder, der schlechte alte VfB, den niemand, aber auch wirklich niemand vermisst hat:

Machtkampf beim VfB: Hitzlsperger tritt gegen Vogt an

QUELLE: SWR SPORT

Thomas Hitzlsperger (Vorstandsvorsitzender und Vorstand Sport der VfB Stuttgart 1893 AG) will also auch noch Präsident des VfB Stuttgart e.V. werden. Das hat er mittlerweile auch bestätigt und einen langen offenen Brief geschrieben, in dem Claus Vogt massiv angegangen wird und man ganz nebenbei auch viele interne Informationen lesen kann. Vielleicht ist an diesen Vorwürfen etwas dran, vielleicht ist es aber auch nur eine Frage der Perspektive auf die Themen. Wir kennen bisher nur eine Seite, da fällt eine Einschätzung schwer. Dass seit Wochen eine öffentliche Kampagne gegen Claus Vogt läuft, ist allerdings unübersehbar, über die Hintergründe kann jede*r selbst Vermutungen anstellen.

Diese Meldung ist natürlich wie eine Bombe eingeschlagen und wirft ein zweifelhaftes Licht auf den VfB und die handelnden Personen. Zumindest auf einige von ihnen. Solch ein Affront gab es bisher wahrscheinlich nicht allzu oft im deutschen Profifußball, aber der VfB war sich ja noch nie für neue Tiefpunkte zu schade.
Im Artikel wird für eine mögliche Wahl Hitzlspergers folgende Konstellation genannt: Hitzlsperger bleibt weiter Vorstandsvorsitzender (mit den entsprechenden Bezügen), übernimmt das Amt des Präsidenten auf ehrenamtlicher Basis und stellt seinen Sitz im Aufsichtsrat zur Verfügung. Dieser frei werdende Sitz könnte dann grundsätzlich mit jedem ordentlichen Mitglied des e.V. besetzt werden. Zunächst wäre das die endgültige Übernahme der „Macht“ beim VfB durch die AG und deren Protagonisten. Der e.V. hätte zwar weiterhin die gleiche Zahl von Sitzen im Aufsichtsrat, würde aber meiner Vermutung nach den Posten des AR-Vorsitzenden verlieren und nur noch zwei „normale“ Mitglieder stellen. Oder anders gesagt: Der Verein hat nur noch eine eingeschränkte Kontrollmöglichkeit über die AG, die immer noch zur Mehrheit ihm (und damit auch den Mitgliedern gehört). Es ist nirgendwo festgeschrieben, dass der Präsident/die Präsidentin des Vereins auch den Vorsitz im Aufsichtsrat übernehmen muss, das wurde halt unter Dietrich und Vogt einfach so gehandhabt. Wer das ändern will, hat hier aber jegliche Möglichkeit auf seiner Seite. Zum anderen haben wir dann aber potenziell auch wieder die Gefahr des Interessenkonfliktes, weil Hitzlsperger dann nicht nur in der AG operativ alle Fänden in der Hand hält, sondern auch in entscheidender Position beim e.V. mitmischt. Immerhin wird im Präsidium ja auch entschieden, mit welchen Vorgaben man in den Aufsichtsrat geht und was dort erreicht werden soll. Den Zirkelbezug kann man sich dann ohne Schwierigkeiten vorstellen. Immerhin würden die Beschlüsse dann zukünftig ja wahrscheinlich wieder einstimmig gefällt werden …

Und es wäre für mich auch so, dass man sich damit ganz klar gegen das Votum der Mitglieder stellt, die nicht nur Wolfgang „Sonnenkönig“ Dietrich das Misstrauen ausgesprochen oder ihn sogar abgewählt hätten (wenn man denn damals hätte wählen können), sondern auch ganz bewusst mit Claus Vogt einen Präsidenten gewählt haben, der eben NICHT in dem ganzen Klüngel aus Männerfreundschaften im und um den VfB drinsteckt. Weil wir hier endlich etwas ändern wollten. Aber scheinbar ist es wie mit der Hydra: Sobald man einen Kopf abschlägt, wachsen an anderer Stelle zwei neue nach.

Es gibt aber neben all den vereinspolitischen Aspekten für mich auch noch eine persönliche, menschliche Komponente. Ähnlich wie bei der Datenschutz-Affäre, wo es eine rechtliche und eine moralische Ebene gibt. Denn selbst wenn das den Statuten/Rechtsvorschriften/etc. nach in Ordnung ist, dann macht man so etwas einfach nicht. Punkt! Hier wird Claus Vogt als Person und Unternehmer massiv beschädigt, hoffentlich bleibt da nichts hängen. Das ist definitiv ein Stil, den ich beim VfB nicht mehr sehen möchte.
Bei allem sportlichen Erfolg: Das alles ist einfach nur zum Kotzen!


https://nachspielzeit.online/2020/12/30/what-the-fuck/
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai

Aleksiander
Grasdaggl
higgi hat geschrieben:Dass man ne sechs- oder siebenstellige Summe hingelegt hat, ohne Ergebnis, ist ein Witz, egal ob die Kosten versichert sind oder nicht.

Apropo Versicherung, Hat Hitzl das vergessen oder verschwiegen?


Vielleicht nicht erfahren? Offenbar beginnt die angemahnte interne Kommunikation erst jetzt unter Druck über Twitter.

Ich sag mal: ganz schwaches Bild von AG, Verein und Aufsichtsrat dass Sie das nicht intern am Tisch Regeln konnten.
Nichts muss, aber alles kann.

RedBlues
Halbdaggl
So, habe nun auch den Brief von Vogt gelesen. Nun, da steht ja wirklich nicht viel drin.
Er stellt sich in die Opferrolle, nennt eigentlich keine Gründe, setzt auf die Karte Verschwörung gegen ihn.

Mein Problem bei der ganzen Geschichte ist folgendes:
ich traue es den Leuten im Aufsichtsrat und Vorstand zu, dass sie versuchen die Datenaffäre zu vertuschen. Aber ich glaube nicht, dass Hitz so blöd ist, und sich vor deren Karren spannen lässt. Denn der würde auch im Fall eines großen Skandals aller Wahrscheinlichkeit als Gewinner aus der Sache herausgehen, einfach weil er zu besagten Zeitpunkt nur Chef des NLZ war.

Wenn er sich also so gegen Vogt positioniert, dann hat das andere Gründe. Mag schon der Datenskandal sein, aber nicht so wie es jetzt Vogt versucht darzustellen.

Und 2 Sachen sind mir etwas suspekt.
Nummer 1: Die Kosten sind GRÖSSTENTEILS von einer Versicherung gedeckt
Nummer 2: Dem VfB wird ein 6 stelliger Betrag gutgeschrieben.

Er gibt keine Hinweise zu den Kosten, aber zur Gutschrift gibt er welche. Er schreibt, dass Hitz was anderes behaupten würde, das stimmt nicht, Hitz hat zu Versicherung und Gutschrift gar nichts geschrieben.

Und dann für mich die juristische Versicherung von Vogt:
" der Brief von Hitz erhält nach SEINEM KENNTNISSTAND weitere falsche Behauptungen."

Sorry, aber sowas sagt man um sich in Sicherheit bringen zu können, wenn man doch einen Treffer einstecken muss

Unter Westfalen
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Grasdaggl
ALLGEMEIN

DIE NOTBREMSE
31. Dezember 2020

Man zieht sie erst dann, wenn nichts anderes mehr hilft. Der DFB erläutert auf seiner Internetseite: „Wenn ein Spieler mit einem Vergehen gegen einen Gegner (…) eine offensichtliche Torchance vereitelt (…)“. Der Gegner heißt Claus Vogt, und die Torchance ist die Präsidentenwahl am 18. März 2021. Die zuletzt lancierten Zeitungsartikel haben den amtierenden Präsidenten noch nicht genug beschädigt. Bei den Mitgliedern ist er nach wie vor äußerst beliebt. Kurz vor Jahresende verlieren seine Gegner nun die Nerven und greifen zum letzten Mittel.

Wer ist hier der Schurke?

Die öffentliche Stellungnahme von Thomas Hitzlsperger beginnt mit verträumter Klaviermusik. „Der VfB liegt mir am Herzen. Der VfB ist ein wichtiger Teil meines Lebens, ja, er ist ein Teil von mir.“ Wer hoch springen will, muss Anlauf nehmen. Der offene Brief des Vorstandsvorsitzenden folgt einer Agenda. Er bedient so viele Interessen im Club, dass eine Task-Force wahrscheinlich wochenlang daran gefeilt hat. Dass ihn Hitzlsperger aus Verzweiflung geschrieben hat, weil er nicht mehr zusehen konnte, wie sein Herzensclub sehenden Auges ins Verderben rennt, ist eines der Narrative, die ihm niemand abkauft.

Dunkle Wolken ziehen auf, bedrohliche Klänge setzen ein: „Ein Riss geht durch unseren Club.“ Auf der einen Seite der von den Mitgliedern gewählte Präsident, auf der anderen Seite der „gesamte Vorstand der AG“ und „zahlreiche Gremienmitglieder aus Präsidium, Aufsichtsrat und Vereinsbeirat sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“. Ein Eklat! Der Schurke zerstört mutwillig das Werk der Guten. Zur Erinnerung: Ihr Werk besteht aus der Zusammenarbeit mit halbseidenen Werbefuzzis, Manipulation der Mitglieder und Veruntreuung ihrer Daten. Außerdem verantworten sie zwei Abstiege und eine gravierende Misswirtschaft.

Diagnose Selbstüberschätzung

Laut Hitzlsperger ist es nun aber der „Kreis um den Präsidenten“, der „dem Club massiv schadet“. Obgleich der offene Brief haufenweise schmutzige Wäsche wäscht, bleibt er an dieser Stelle dünn. Wen meint der selbsternannte Mr. VfB damit? Vogts Berater? Andere Gremienmitglieder, die nicht zu den Guten gehören? Überhaupt muss man sich die Selbstüberhöhung des Lehrlings im Amt des Vorstandsvorsitzenden einmal auf der Zunge zergehen lassen: Erst referiert er über „die viel zitierte Corporate Governance“ und beklagt offene Rechtsfragen, um einem gestandenen Unternehmer dann öffentlich Nachhilfe in Projektsteuerung zu geben. Entweder überschätzt sich da jemand maßlos, oder er wird seinerseits aus dem Hintergrund von Leuten beraten, die ihn als Schutzschild benutzen.

Die Datenaffäre

Der Kernvorwurf an Vogt lautet: Bei der Beauftragung der Kanzlei zur Aufarbeitung der Datenaffäre habe er Verfahrensfehler begangen und sich zu wenig abgestimmt. Von außen können wir schwer beurteilen, ob der Präsident bei der Auswahl der Ermittler unangemessen vorgegangen ist. In der offiziellen Meldung von Vereinsseite hieß es seinerzeit: „Der Vorstand der VfB Stuttgart 1893 AG folgte der Empfehlung seines Aufsichtsratsvorsitzenden und löste ebenfalls einen externen Untersuchungsauftrag für die die AG betreffenden Vorwürfe aus.“ Ich kann mir dennoch vorstellen, dass es im Club Widerstand gegen die Beauftragung der Berliner Kanzlei gegeben hat. Rechts- und Verfahrensfragen werden dabei weniger ins Gewicht gefallen sein als der Wunsch einiger Funktionäre, mehr Einfluss auf den Aufarbeitungsprozess zu erhalten.

Nachhilfe in politischer Theorie

Auf Seite zwei des Schreibens, das mit stilisiertem Hitz-Logo und Agenturfoto mit lässig hochgekrempelten Ärmeln daherkommt wie ein Werbeprodukt, folgt eine gewagte Hypothese: Der Profilierungswunsch eines Einzelnen bedrohe die Existenz des ganzen Vereins. Der VfB wieder einmal am Abgrund? So wie damals, als einige Verblendete den Rücktritt von Wolfgang Dietrich forderten? Doch der Heilsbringer lächelt uns auf Seite vier schon entgegen – ein tatkräftiger Mann mit dem Herz am rechten Fleck, der nicht anders kann, als seinen Lieblingsverein zu retten. Das einzige, was er dazu braucht: neben den Ämtern als Vorstandsvorsitzender und Sportvorstand auch das Amt des Vereinspräsidenten.

Die Reflektion der Governance-Theorien fällt an dieser Stelle knapp aus. Vielleicht ist der gute Hitz noch nicht bis zum Kapitel Absolutismus vorgedrungen. Dass die Lizenzspielerabteilung, die ausgegliederte AG insgesamt und der Verein von ein und derselben Person geführt werden, widerspricht nämlich jedem demokratischen Prinzip, auch wenn der Super-Boss großzügig ankündigt, den Vorsitz im Aufsichtsrat nicht zu beanspruchen und das Präsidentenamt ehrenamtlich zu führen.
Ein Saubermann entzaubert sich
Einer der Hauptvorwürfe des offenen Briefs besteht darin, dass der amtierende Präsident allzu oft sensible Interna an Dritte weitergebe. An dieser Stelle muss man sich anschnallen, um die Orientierung nicht zu verlieren: Der Chef der VfB AG demontiert den Präsidenten des Vereins, der knapp 90 Prozent der Anteile seines Ladens hält, in aller Öffentlichkeit mit dem Vorwurf, jener sei nicht diskret genug? Als Krönung der gnadenlosen Abrechnung gibt der ehemalige Fußballspieler dem Unternehmer noch ein paar naseweise Ratschläge, wie ein glaubwürdiger Vorgesetzter zu agieren habe.

Für die Climax haben die Autoren – oder glaubt irgendjemand immer noch, Hitzlsperger habe den Text alleine geschrieben? – tief in die Dose mit dem Schmalz gegriffen: „Ich kann mich mit meiner Geschichte, meiner Leidenschaft, meiner Verantwortung und in meiner Position jetzt nicht wegducken.“ Es ist der Moment im Heldenepos auf der Leinwand, in dem feierliche Musik einsetzt und sich die Lippen der Verliebten auf den Kinosesseln nähern: „… alles andere wäre Euch und meinem Gewissen gegenüber verantwortungslos …“. Es ist schwer zu ertragen. Die Illusion von dem authentischen Teamplayer, der im harten Fußballbusiness so sensibel und menschlich geblieben ist, zerbröselt in Sekunden.

Für eine Notbremse gibt es im Fußball die rote Karte. In diesem Fall müssten wohl gleich mehrere Spieler den Platz verlassen. Vogt dürfte so beschädigt sein, dass er vielleicht sogar freiwillig seinen Hut nimmt, während der Vorstandsvorsitzende und sein Märchen vom neuen VfB dermaßen unglaubwürdig geworden sind, dass es nicht einmal mehr für den Kitschabend im Kleinstadtkino reicht. Mutig, Herr Hitzlsperger, ist an dieser Notbremse gar nichts.


https://stuttgart.international/die-notbremse/

Edit: Wenn ich hier zwei Beiträge gepostet habe, heißt das nicht, dass ich mich mit den Inhalten identifiziere.

ET AUDIATUR ALTERA PARS
Zuletzt geändert von Unter Westfalen am 31. Dezember 2020 13:36, insgesamt 1-mal geändert.
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai


Tifferette
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Grasdaggl
Da lehnt sich der Autor der Notbremsendingens mit seinem Governance-Seitenhieb aber mal ziemlich aus dem Fenster. Geht schon damit los,dass der augenscheinlich politische Theorie und Unternehmensführung nicht so ganz auseinanderhalten kann....
"They may be drinkers, Robin, but they are also human beings."

(Batman)

Iron
Grasdaggl
Es ist doch völlig egal was die beiden behaupten. Offensichtlich funktioniert Hitzlsperger mit Vogt nicht. Ob da hinter Vogt oder Hitzlesperger noch einige Leute, Projekte dahinter stehen ... zweitrangig.

Ich würde gerne sehen dass Hitzlsperger der Weg fortführt, von daher Pro Hitz.

killroy
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Granadaseggl
Ich finde es schon bemerkenswert, wie eindeutig hier die Sache offensichtlich von der großen Mehrheit abgehalt wird. Ich mein ich kenn mich wenig aus - viele andere hier stecken offensichtlich ganz tief drin - aber ich hab da soe in Feeling.

Richtig, Hitz ist bis dato noch nie als Machtspieler in Erscheinung getreten. Ich bin seit gestern wirklich konsterniert, denn dieser Brief ist übel, ganz übel. Da wird einer öffentlich vernichtet.
Über den Vogt weiß ich nur, dass er bei den Mitgliedern gut ankommt ... wenn der wirklich so unfassbar schlimm ist, wieso erfährt man das am 30.12.! dermaßen geballt?
Das es im Hintergrund weiterhin unangenehme Machtspielereien von den Üblichen gibt ... daran zweifel ich keine Sekunde. Auch nicht daran, dass die in den Hitz-Brief voll involviert sind.

Wäre ich noch Mitglied hätte ich ganz eindeutig die Sorge, dass der Verein und somit auch die MV mit diesem Zug machtpolitisch ausgehebelt wird. Wie ich gestern schon geschrieben hab: Alles zugunsten der AG. Wenn Hitz das Doppelamt bekommt kann die AG dem e.V. künftig alles erzählen, eine echte Kontrolle kann dann kaum mehr stattfinden. Das hatten wir schonmal, 2011, als sich der Vereinspräsident Staudt zum Büttel von Hundt gemacht hat. Ergebnis bekannt

Vermutlich muss das heutzutage so ein um da oben mitmischen zu können. Schön ist es nicht und mit solchen Zügen verkommt 50+1 vollends zur kapitalen Lachnummer.
seit/seid

Herr der (Brust-)Ringe III - Die Rückkehr des Präsidenten

RedBlues
Halbdaggl
Iron hat geschrieben:Es ist doch völlig egal was die beiden behaupten. Offensichtlich funktioniert Hitzlsperger mit Vogt nicht. Ob da hinter Vogt oder Hitzlesperger noch einige Leute, Projekte dahinter stehen ... zweitrangig.

Ich würde gerne sehen dass Hitzlsperger der Weg fortführt, von daher Pro Hitz.


Jup, so sehe ich das auch.

Zu Herrn Vogt. Er ist Präsident des e.V. und hat "nur" die Aufsichtsrolle des Vereins in der AG. Der Löwenanteil seines Jobs sollte eigentlich sein sich um die Dinge des Vereins zu kümmern, Breitensport, Volleyball, Frauenfußball, Leichtathletik und was da alles dazu gehört. Und ja er vertritt den Verein nach außen und damit uns Mitglieder, aber von den 72k Mitgliedern sind die wenigstens im Verein aktiv, wir sind Mitglied wegen der Fußballprofimannschaft.

Zu seiner guten Arbeit die er wohl bei den Fans macht kann ich echt zu schreiben. Ich habe als Mitglied von ihm nicht viel mitbekommen. Auf Twitter und Facebook bin ich nicht. Sonst, naja, gute Frage wie er in Kontakt mit den Mitgliedern ist.

Beim VfB hat man sich wohl gedacht, wenn als Silvester keiner schießen darf, dann lassen wir es halt digital so richtig im Verein knallen :mrgreen:

flux
Der bemerkenswerteste Absatz aus Vogts Erklärung - weil er tief blicken lässt - ist der folgende:

Ich hatte den VfB auch um eine offizielle Stellungnahme seitens des Vereins gebeten, um seinen Präsidenten und Aufsichtsratsvorsitzenden zu schützen. Warum dies nicht geschehen ist - kann sich jetzt jeder seine eigenen Gedanken machen.


Lieber Herr Vogt, ich habe mir Gedanken gemacht: Offenkundig sind Sie wirklich völlig isoliert - und zwar nicht nur in AG und deren Aufsichtsrat, sondern eben auch im Verein. Warum das so ist? Nun ja, vielleicht ist an den Vorwürfen, die Hitzlsperger in seinem offenen Brief erhebt, tatsächlich etwas dran...


Hessoschwabe
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Lombaseggl
killroy hat geschrieben:Ich finde es schon bemerkenswert, wie eindeutig hier die Sache offensichtlich von der großen Mehrheit abgehalt wird. Ich mein ich kenn mich wenig aus - viele andere hier stecken offensichtlich ganz tief drin - aber ich hab da soe in Feeling.

Richtig, Hitz ist bis dato noch nie als Machtspieler in Erscheinung getreten. Ich bin seit gestern wirklich konsterniert, denn dieser Brief ist übel, ganz übel. Da wird einer öffentlich vernichtet.
Über den Vogt weiß ich nur, dass er bei den Mitgliedern gut ankommt ... wenn der wirklich so unfassbar schlimm ist, wieso erfährt man das am 30.12.! dermaßen geballt?
Das es im Hintergrund weiterhin unangenehme Machtspielereien von den Üblichen gibt ... daran zweifel ich keine Sekunde. Auch nicht daran, dass die in den Hitz-Brief voll involviert sind.

Wäre ich noch Mitglied hätte ich ganz eindeutig die Sorge, dass der Verein und somit auch die MV mit diesem Zug machtpolitisch ausgehebelt wird. Wie ich gestern schon geschrieben hab: Alles zugunsten der AG. Wenn Hitz das Doppelamt bekommt kann die AG dem e.V. künftig alles erzählen, eine echte Kontrolle kann dann kaum mehr stattfinden. Das hatten wir schonmal, 2011, als sich der Vereinspräsident Staudt zum Büttel von Hundt gemacht hat. Ergebnis bekannt

Vermutlich muss das heutzutage so ein um da oben mitmischen zu können. Schön ist es nicht und mit solchen Zügen verkommt 50+1 vollends zur kapitalen Lachnummer.

Möchte mich dieser Einschätzung anschließen und noch ein paar Thesen anfügen.

1. Hitz ist ein 38-jähriger Rookie und in schwindelerregender Geschwindigkeit da hochgespült worden. Niemals ist dieser Plan mit der Kandidatur und diesem Drecksbrief (anders kann man das Ding nicht nennen) auf seinem Mist gewachsen.

2. Mit diesem Schachzug schließen die alten Seilschaften den Kreis wieder und sind unkontrollierbar.

3. Wenn Vogt nicht freiwillig zurückzieht, wird der Vereinbeirat ihn nicht nominieren. Darauf könnt ihr Gift nehmen.

4. Und wenn Hitz nicht mehr "spurt", ist der schneller weg, als man sich vorstellen kann. Könnte mir vorstellen, dass Jochen Schneider dann zur Verfügung steht und vielleicht Reschke mitbringt. :puke: