Unter Westfalen hat geschrieben:Eins ist jetzt offensichtlich geworden. Es gibt in der Angelegenheit nur Verlierer.
Und die Stellungnahme Grindels, die ja wohl für heute zu erwarten ist, wird alles noch schlimmer machen.
Exakt dasselbe befürchte ich auch.
Unter Westfalen hat geschrieben:Wirklich, wir leben in aufregenden Zeiten.
Aber, jedem Neuanfang liegt auch ein Zauber inne.
Es kann jetzt nur noch besser werden.
Ein Zauber ist kein Hexenwerk.
Aber gelegentlich heißt es, dass es erst schlimmer werden muss, damit es besser werden kann - und ich befürchte, dass zumindest der erste Teil eintreten wird, während der zweite Teil zunächst fraglich bleibt.
In Zeiten von AfD, Pegida, Flüchtlingsdebatten und Islamophobie fällt eine sich nun zwangsläufig anschließende Integrationsdebatte auf denkbar ungünstigsten Boden. Und je mehr dieses Thema nun bis auf weiteres die öffentliche Landschaft beherrscht, einschließlich sämtlicher sozialen und asozialen Medien, desto mehr Schreihälse werden sich im Zuge dessen ebenfalls Gehör verschaffen.
Wissend, dass sie sich angesichts der aktuellen Gemengelage ruhig ein wenig weiter aus dem Fenster lehnen dürfen, als sie es sich vor einigen Jahren noch getraut hätten, weil Ressentiments wieder auf zunehmend fruchtbaren Boden zu fallen scheinen und sie sich in guter Gesellschaft wähnen, mit all dem, "was man ja wohl noch sagen können darf".
Ich halte eine "Integrationsdebatte", oder wie immer man es auch nennen wollen mag, ebenfalls für dringend geboten, weil eine Gesellschaft von Zeit zu Zeit definieren sollte, wofür sie in der Breite stehen will und wofür nicht. Nur befürchte ich, dass diese Debatte zu großen Teilen von ebenjenen Schreihälsen beherrscht werden wird und eher zu einer weiteren Spaltung führen wird, als zu einem Wertekonsens.
P.S.: Es gibt auch leise Schreihälse. Die etwa jedesmal einen Link in Internetforen setzen, sobald ein Migrant auch nur irgendwo einen Kaugummi geklaut hat. Jeder einzelne sollte sich bewusst machen, in welchem öffentlichen Klima er bevorzugt leben möchte und wie er selbst dazu beiträgt, auf die eine oder die andere Art ein solches zu schaffen.
Sei es ungewollt oder absichtlich.