Auswurf hat geschrieben:Was mich bei dir irritiert ist jedenfalls deine neigung das politische auf alle lebensbereiche auszudehnen - etwas was m.E übrigens stark zur hysterie und spaltung der gesellschaft beiträgt
ich hab ausreichend kontakt zu leuten deren politische meinung ich missbillige,
mit denen ich aber trotzdem wie mit jedem anderen umgehe.
wenn ich schrieb, dass ich keine rechten in ner mannschaft wünsche,
könnte ich das ganz allgemein auf arschlöcher erweitern.
Ich will keinen basler beim VfB
Ich will die spieler mögen und achten können.
Dies fordere ich aber nicht als maßstab für andere ein,
sondern ist nur meine meinung
Okay, dann kann man -mit Verlaub- aber nicht fortwährend die holzschnittartige Pauschalbetrachtung pflegen , dass die rechts von der politische Mitte Verorteten allesamt Arschlöcher und Migranten durchweg beschützenswerte, willkommene Menschen sind. Leider liest sich das bei dir so undifferenziert. Ohne dich jetzt ankacken zu wollen...
Ich trainiere nun seit 3 Jahren eine Jugendmannschaft, deren Zusammensetzung sich bedingt durch die "Flüchtlingskrise" (furchtbarer Terminus eigentlich) sehr verändert hat. Ein Sudanese, zwei Afghanen, zwei Syrer sind dazu gekommen, Zu einer Melange aus Detuschen, Deutschen mit türkischem Elternhaus, Thailändern und Kroaten. Eine wahrlich bunte Truppe ... und dennoch sind wir ein eingeschworener Haufen, weil es absolut keine Bevorzugungen/Andersbehandlung auf Basis ethnischer Abstammung gibt, sondern ausschließlich die sportliche Leistung (und die Trainingsbeteiligung) zählt. Das wissen die Kids und sie haben es verstanden. Wenn es Theater gibt, dann nur mit den Eltern, die meinen hier und da auf unterschiedlichste Art protektionistisch eingreifen zu müssen. Ich lasse da erst gar keine Diskussion aufkommen, aber darum gehts nicht. Es geht um die Art und Weise, wie sich Eltern in solchen Situationen gerieren. Ich will jetzt nicht in die Tiefe gehen, aber wie von Airwin angeführt ("Noch nie gegen ein türkische/albanische/serbische etc mannschaft amateurfußball gespielt?") gibt es da definitiv Unterschiede in der Haltung, in der Wortwahl/Ansprache, im Temperament und vor allem im übersteigerten Ehrverständnis ... und all das zusammen genommen, gerät nicht immer zum Vorteil selbiger. Aber sowas darf man hier ja nicht schreiben, weil per se rassistisch. Svst. gibt es überall Arschlöcher, aber mpüssen deshalb solche Beobachtungen zum Tabuthema erklärt werden?
Das meinte ich übrigend auch mit Eskapismus.
Unsere Gesellschaft verändert sich durch den Einfluss von außen ... und das nicht nur zum Guten hin. Die freiheitlichen Werte unseres Zusammenlebens werden von sich wechselseitig immer geringer schätzenden Gesellschaftsteilen bedroht. Ohne das jetzt unnötig dramatisieren zu wollen, ist dies aber seit der ersten Gastarbeiterwelle ein fortwährender, schleichender Prozess, dem wir bislang weit zu wenig entgegengesetzt haben. Als Gesellschaft sowie seitens der Politik. Man schaut der Bildung von Parallelgesellschaften, dem Betonieren von Perspektivlosigkeit durch fehlende integrative Maßnahmen und Bildungszugang einfach mal zu und hofft, dass sich dieses drängende, wenn nicht drängendste Problem unserer Zeit, irgendwie von selbst löst.
Gegenwärtig leben wir in einer hochkonjukturellen Phase wo für Vieles Geld da zu sein scheint, dennoch ist die Organisations- und Gestaltungskraft hier derart mager, das es fast schon beschämend ist. Das wahre Außsmaß diese ungesteurrten Politik wird dann so richtig bleiern zum tragen kommen, wenn die nächste große Wirtschaftskrise Einzug hält und die Verteilungskämpfe losgehen. Aber so lange darf man gerne aus der Kanzlei, dem Managerbüro oder einer andere finanziell ungefährdeten Situation heraus, locker flockig die Zoten mit Bediensteten, Pferdehaltung und interkulturellem Austausch bei Feldhockey pflegen und weiterhin dieses Damoklesschwert weg ignorieren. Ja ich weiß, ich übertreibe wieder maßlos, habe aber dennoch ballaststoffreich gefrühstückt, wenn's denn interessiert.