Tifferette hat geschrieben:Scharfmacher gibt es auch da genügend.
Very fine people on both sides.
Es geht um die Macht der Bilder: die Leute finden’s zynisch, dass Polizisten da rumknien und für eine Geste beklatscht werden, für die Colin Kaepernick mit einem faktischen Berufsverbot belegt wurde. Das ist einfach lächerlich.
Mike Pence besuchte seinerzeit ein Spiel, um ein Kasperltheater zu veranstalten und demonstrativ seinen Platz zu verlassen, als Kaepernick während der Hymne kniete – der selbe Mike Pence, der neulich tweetete, dass es die Leute doch mal mit friedlichen Protesten versuchen sollten, anstatt zu plündern. Da kotzt du doch im Strahl – das versuchen die Leute seit Generationen: Martin Luther King haben’s für seinen friedlichen Protest auf dem Balkon abgeknallt.
In den Medien sind jetzt der knuffelige Polizeichef von Flint und der Dicke aus New Jersey die Helden, dabei geht es darum, in diesem komischen Land aus Straßengangs in Uniform endlich einen Sicherheitsapparat zu formen: jemand schrub von einem Bezirk, in dem die Einführung einer unabhängigen Aufsichtsbehörde dazu geführt hat, dass dort nicht mehr 8 Leute pro Jahr von Polizisten getötet werden, sondern keine.
Ich verstehe nicht ganz, warum in New York Demonstranten die Polizisten zum knien aufgefordert haben – es ist eine beknackte, leere Geste, und die folgende Gewalt ist nicht nur gut dokumentiert, sondern war auch zu erwarten.
Die wussten nicht so recht, wie ihnen geschieht – sie wussten aber, dass sie das auf Twitter um die Ohren gehauen kriegen, wenn ihre Testosteronlappen später wie gehabt ihren Aggressionen freien Lauf lassen. Das NYPD ist eine Behörde mit 6 Milliarden Dollar Budget und anscheinend null Plan oder Ausbildung, wie man mit Menschenmengen umgeht. Dafür haben’s übermächtige Polizeigewerkschaften, und kein Bürgermeister traut sich an sie ran.
Die Schuld kriegen am Schluss wieder die Neger, weil sich einer dabei filmen lässt, wie er ein Pärle Turnschuhe aus einem Laden befreit. Dabei gibt’s natürlich haufenweise Video von friedlichen Protesten wie in Flint (glaube ich), und jede Menge Material davon, wie Organisatoren von Demos versuchen, Leute, viele davon sehr weiß, vom Plündern abzuhalten.
Aber du hast recht: wir brauchen kühle Analyse, keine voreiligen Schlussfolgerungen. Wie diese Journalistin:
Pulitzerverdächtig.