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An handelsüblichen Baustellen wäre 50 % eine mehr als ordentliche Quote. Wobei man fair bleiben muss: solange der Teer nicht heiß ist, gibt’s halt auch nix zu schaffen, nicht wahr.

Komischer ist, dass man oft durch ganz verwaiste Baustellen fährt, auch tagsüber.

Local Zero
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Grasdaggl
Meine Wochen als Semesterferien -Jobber beim Daimler in der Motorenmontage in Untertürckheim haben sich damals sehr realsozialistisch angefühlt.

Hingegen in der Grau-Gießerei in Mettingen: Brutal, hatte noch nie in meinem Leben (und habe seitdem auch nicht mehr) so schwer geschafft wie in diesen Wochen. Der Job direkt am Gussofenkarussel, wo die immer noch über 100 Grad heißen 60 Kilo schweren LKW-Bremsscheiben-Rohlinge von den Gussresten mit nem Hammer getrennt werden mussten, ist extra von Dante für sein Inferno erfunden worden. War laut Betriebsarzt der Arbeitsplatz mit den meisten Arbeitsunfällen beim gesamten Daimler. Mich hatte es auch erwischt, die Narbe habe ich heute noch an meiner Hand.
"Ein Wort, Herr! Sag mir nur ein einziges Wort in diesem Elend!" - "Ich sage dir sogar zwei: Guten Appetit!"
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"Es gibt keine Lösung. Weil es kein Problem gibt."


Tamasi
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Allmachtsbachel
Local Zero hat geschrieben:Hingegen in der Grau-Gießerei in Mettingen: Brutal, hatte noch nie in meinem Leben (und habe seitdem auch nicht mehr) so schwer geschafft wie in diesen Wochen. Der Job direkt am Gussofenkarussel, wo die immer noch über 100 Grad heißen 60 Kilo schweren LKW-Bremsscheiben-Rohlinge von den Gussresten mit nem Hammer getrennt werden mussten, ist extra von Dante für sein Inferno erfunden worden. War laut Betriebsarzt der Arbeitsplatz mit den meisten Arbeitsunfällen beim gesamten Daimler. Mich hatte es auch erwischt, die Narbe habe ich heute noch an meiner Hand.

Haha, ich war auch an einem dieser Öfen, aber es waren Motorblock-Rohlinge??? Und nix mit dem Hammer. Aber heiß und schwer allemal. Wie sagte der Meister am ersten Arbeitstag: "Die Dünnsten sind die Zähesten. Du gehst an den Ofen." :?

Nach zwei Wochen kam der Hauptmeister aus dem Urlaub, ist erstmal erschrocken und hat mich woanders hinversetzt. Aber was soll's, ich hab gut Geld gemacht und als Ferienjobber ist die Zeit eh absehbar. Sagt sich leicht ohne Narben, auch nicht an der Seele, nirgends. Jedenfalls nicht von da.

Habe einen Sommer lang bei der Sondermüllannahmestelle gejobbt. Persönliches Highlight, im wahrsten Sinne: Lösemittel abfüllen, trotz Abzugshaube.

Einmal kam eine Stimme aus dem Container mit den Klinikabfällen: “He, hol amol dr Ölbendr” – Blutlache, uäh.

Aber einmal durfte ich Müllauto fahren, wenn auch nur 30 cm zurück, weil der Ali hinten den Aufsatz wechselte, mit dem die Tonnen angehoben werden. “Auf, du mache, isch kei Problem, isch wie bei normale Auto”

Bester Faux Pas: in der endkrassen Presse ein Ölfass zusammenpressen wie Pfannkuchen und nicht sehen, dass noch 10 cm Ölschlamm drin war.

Erhellendste Einsicht: ein cholerischer Chef, der komplett austickt mit Lautstärke 11 und hochroter Birne und allem drum und dran, als er mich beim Batteriesortieren sieht (Akkus vs Einmalbatterien) und bemerkt, dass ich die tatsächlich sortiere, anstatt alles einfach nur die Rutsche runterzuschieben. Das hat meine Sicht auf Recyclingbetriebe nachhaltig geprägt.


Spielgerät
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Halbdaggl
Tamasi hat geschrieben:
Local Zero hat geschrieben:Hingegen in der Grau-Gießerei in Mettingen: Brutal, hatte noch nie in meinem Leben (und habe seitdem auch nicht mehr) so schwer geschafft wie in diesen Wochen. Der Job direkt am Gussofenkarussel, wo die immer noch über 100 Grad heißen 60 Kilo schweren LKW-Bremsscheiben-Rohlinge von den Gussresten mit nem Hammer getrennt werden mussten, ist extra von Dante für sein Inferno erfunden worden. War laut Betriebsarzt der Arbeitsplatz mit den meisten Arbeitsunfällen beim gesamten Daimler. Mich hatte es auch erwischt, die Narbe habe ich heute noch an meiner Hand.

Haha, ich war auch an einem dieser Öfen, aber es waren Motorblock-Rohlinge??? Und nix mit dem Hammer. Aber heiß und schwer allemal. Wie sagte der Meister am ersten Arbeitstag: "Die Dünnsten sind die Zähesten. Du gehst an den Ofen." :?

Nach zwei Wochen kam der Hauptmeister aus dem Urlaub, ist erstmal erschrocken und hat mich woanders hinversetzt. Aber was soll's, ich hab gut Geld gemacht und als Ferienjobber ist die Zeit eh absehbar. Sagt sich leicht ohne Narben, auch nicht an der Seele, nirgends. Jedenfalls nicht von da.


Gießereirevival :)
Ich habe auch am Ofen für die (Diesel-) Motoren gearbeitet. Der Funny Part war, die Öfen mit dem Magnetkran mit Schrott zu beladen. Not so funny: Die Öfen wurden entleert, in dem man sie gekippt hat - keine Ahnung, wie man das heutzutage macht. Jedenfalls hat dann Ali oder Giuseppe oder wer auch immer, mit dem Deckenkran so einen Riesenbottich vor den Ofen gefahren, in den das flüssige Eisen gekippt wurde. Auf der Oberfläche des Bottichs mit dem flüssigen Eisen bildete sich sofort eine Schlackeschicht, die man (=ich) mit einem langen und höllisch schweren Rechen abziehen musste, ehe das Eisen zu den Gussformen gefahren wurde. Wenn der Fahrer des Deckenkrans besoffen war, was ziemlich oft vorkam, konnte es passieren, dass a weng von dem Eisen auf den Boden schwappte, das gab dann ein lustiges Feuerwerk... Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass diese Abläufe heute noch zulässig wären.
"In this world there's two kind of people: Those who have loaded guns and those who dig. And you dig."

Local Zero
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Grasdaggl
Mit einem Ali habe ich einen Sommer lang auch mal beim Daimler geschafft. Der hieß mit vollem Namen tatsächlich Ali Gümüsü, dachte erst, der verarscht mich. Auch in Mettingen, aber ein bisschen weiter Richtung U-Türkheim, da (ist?) war die Alu-Gießerei. Warn cooler Job: Die ganze Nacht (habe 10 Wochen lang nur Nachtschicht geschoben wegen der Extra-Zuschläge) auf der Bühne oben rumlatschen und gelegentlich mal ne Messlanze in die flüssige Alusuppe halten. Ab und zu kam jemand mit nem riesigen Stapler mit so ner fetten Tonne vorne dran und hat sich die Krempel abgeholt. Da musste man dann mit nem Kran den Schmelzofen drehen und ablassen. Danach gabs dann das einzige Mal in der Schicht was zum Arbeiten: Alu-Barren per Hand nachfüllen. Oder wenn der Zulieferer (wars aus der Butze vom Ex-VfB-Hundt, den Allgaier-Werken?) mal extra vorverflüssigtes Alu anbrachte, dass musste man dann Umfüllen.

Als Ali geschnallt hatte, dass ich wusste wie der Bums funzt, hat der den Pausenraum eigentlich nur noch verlassen, wenn ich mal kacken oder Pause machen wollte. Zum Schichtende war der jedesmal de facto breit. Aber da war er nicht der einzige. Da haben ausnahmslos alle gesoffen wie die Löcher. Der Daimler war auch deren Dealer, in der Kantine gabs damals noch Bier zu kaufen (haben sie später wohl abgeschafft, gab zu viele Unfälle).
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Kindergartenfreund hat irgendwann von Drucker auf Druckmaschineteschniker weitergeschult, unter anderem weil die Leute da vollen Ernstes mit der Thermoskanne Kaffee/Cognac 50/50 zur Schicht anrückten.

Tamasi
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Allmachtsbachel
In seinem alten oder neuen Job?

Interessant an der Gießerei fand ich auch, dass man beim Ankommen noch vor der Halle dachte: „Was für eine schlechte Luft!“ Beim Rauskommen nach Schichtende: „Frischluft! Herrlich!“

Unter Westfalen
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Grasdaggl
Die Ziegenkinder beraten sich.
Sagt die Älteste: "Der Weihnachtsmarkt ist geöffnet. Habt Ihr Bock und Zeit?"
Ruft die Geißenmama aus der Küche: "Ich habe Zeit, aber keinen Bock. "
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai

konfettikotz
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Granadaseggl
Ich hab auch mal in UT in der Schmiede gejobbt. Als ich am ersten Tag da rumgeführt wurde, dachte ich, dass es ein Museum ist, wie früher gearbeitet wurde. Induktionsöfen, 1300°C heißes Metall, zum Werkzeugwechsel musste man in die Presse reinrobben, nur Feuerfeste Klamotten, und Sonntags kams immer noch schwarz aus der Nase raus.
Und ja, nach der NAchtschicht waren so gut wie alle blau. Hätten die da zum Schichtwechsel Alkkontrollen gemacht, wäre sicherlich in den Folgewochen die Produktion ausgefallen.^^
Saufe und furz', das Leben ist kurz.

schwaebi
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Grasdaggl
Püh.

DA wird schwaebi jun schon mal keinen Ferienjob suchen.
Die Dauer einer Minute hängt sehr davon ab auf welcher Seite der Klotüre man sich befindet.


schwaebi
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Grasdaggl
Ist nur noch eine aus Erinnerungsgründen :D Die anderen haben wir ja bei 75 vercheckt.
Die Dauer einer Minute hängt sehr davon ab auf welcher Seite der Klotüre man sich befindet.

higgi
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Grasdaggl
konfettikotz hat geschrieben:Ich hab auch mal in UT in der Schmiede gejobbt. Als ich am ersten Tag da rumgeführt wurde, dachte ich, dass es ein Museum ist, wie früher gearbeitet wurde. Induktionsöfen, 1300°C heißes Metall, zum Werkzeugwechsel musste man in die Presse reinrobben, nur Feuerfeste Klamotten, und Sonntags kams immer noch schwarz aus der Nase raus.
Und ja, nach der NAchtschicht waren so gut wie alle blau. Hätten die da zum Schichtwechsel Alkkontrollen gemacht, wäre sicherlich in den Folgewochen die Produktion ausgefallen.^^

Damals war das Bier in den Getränkeautomaten direkt neben dem Spezi
von daher

konfettikotz
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Granadaseggl
Ja, aber ich musste doch tatsächlich bis zum nächsten Bau laufen. Ich, als junger Jobber hatte die Aufgabe immer Bier zu holen.
In Sindelfingen war der Automat gleich neben dem Band. Kurze Wege -> höhere Produktivität.^^
Saufe und furz', das Leben ist kurz.

konfettikotz
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Granadaseggl
Als mal in den USA eine Bierflasche aus einer E-Klasse-Türe geholt wurde, wurde in Sindelfingen der Rüttler eingeführt, um verlorenes "Werkzeug" zu detektieren.
Saufe und furz', das Leben ist kurz.

konfettikotz
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Granadaseggl
Ich war da in der Türvormontage (Scheibe, Airbag, Türdichtung und so Kram), die lackierten Türen waren mit so nem Plastikschild größtenteils geschützt. Trotzdem kam es manchmal vor, dass man irgendwie den Lack verletzt hat. Bäbber druff und die Nacharbeit am Lack ist gesichert.
Freitags in der Spätschicht (ihr könnt euch vorstellen, was ich meine) fuhren nur Türen mit ganz vielen Aufklebern an mir vorbei.^^
Saufe und furz', das Leben ist kurz.

Goofy
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Grasdaggl
konfettikotz hat geschrieben:Als mal in den USA eine Bierflasche aus einer E-Klasse-Türe geholt wurde, wurde in Sindelfingen der Rüttler eingeführt, um verlorenes "Werkzeug" zu detektieren.
echt?


Spielgerät
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Halbdaggl
Aus der Gießereizeit sind mir auch noch die Schauergeschichten in lebendiger Erinnerung geblieben, die jedem Ferienjobber von den Stammkräften erzählt wurden, und die davon handelten, wie viele Selbstmörder im letzten Jahr ins flüssige Eisen gesprungen sein sollen.
Ich glaube ja bis heute, dass da einer aus Hollywood zugehört hat, wo die das dann in der Schlussszene von Terminator 2 verwurstet haben.
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barbarossa
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Schoofseggl
Scheint ja hier der Gießereitreff zu sein!
Ich war auch in Mettingen in der Alu-Gießerei. Das Bier wurde im Leiterwagen verteilt…
Ich habe 7 Liter Tee am Tag getrunken, war ein echter Knochenjob, aber der Zahltag war sensationell.