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flux
Frank N Furter hat geschrieben:Wie erfolgreich die Maßnahmen des letzten Frühjahrs wirklich waren, wird sich über die zu kurzfristig gedachte Beurteilung hinaus, erst in der weiteren Zukunft weisen.

Ich nehme an, du meinst damit die Frage, ob nicht eine möglichst rasche Durchseuchung sich als langfristig besser herausstellt, als die Strategie der Eindämmung, bis genügend wirksamer Impfstoff vorhanden ist? Das ist sicherlich eine interessante Frage, aber eine andere Diskussion.
Ich war in meiner Antwort auf @de mappes von der Prämisse des Eindämmungsziels ausgegangen. Und vor diesem Hintergrund halte ich den im Herbst eingeschlagenen Weg, sich quasi schrittweise an das erforderliche Maß an Kontaktbeschränkungen heranzutasten, für völlig unsinnig und im Nachhinein für auf ganzer Linie gescheitert.

Edit ergänzt: Das eine ist ja die Frage, welche Strategie die Richtige ist. Und das andere die Diskussion über die operativen Maßnahmen, mit der eine bestimmte (evtl. auch falsche) Strategie verfolgt wird. Ich finde, diese beiden Ebenen sollte man versuchen zu trennen.

Frank N Furter
flux hat geschrieben:
Frank N Furter hat geschrieben:Ich war in meiner Antwort auf @de mappes von der Prämisse des Eindämmungsziels ausgegangen. Und vor diesem Hintergrund halte ich den im Herbst eingeschlagenen Weg, sich quasi schrittweise an das erforderliche Maß an Kontaktbeschränkungen heranzutasten, für völlig unsinnig und im Nachhinein für auf ganzer Linie gescheitert.


Dann darf ich vermutlich davon ausgehen, dass Du (in der nachträglichen Betrachtung?) im Herbst 2020 lieber einen harten Lockdown vorgezogen hättest und dabei Länder wie Australien, Taiwan oder Neuseeland vor Augen hast?

Leider können wir ja (noch) nicht bezüglich einer Parallelwelt nachträglich in die Zukunft schauen. Meine reine Vermutung wäre also, dass die zweite Welle dann sofort ausgebrochen wäre, sobald ein harter Lockdown notgedrungen hätte enden müssen. Man kann schließlich nicht die Leute dadurch retten wollen, in dem man sie alle umbringt. Hatten wir ja hier auch alles schon diskutiert, hinsichtlich der Argumentation, dass Deutschland ein wirtschaftlicher Knoten mitten in Europa ist, den man sehr wahrscheinlich mit Lockdown-Maßnahmen niemals aus der Pandemie herausbringen könnte, es sei denn, das Downlocken würde die "Abwicklung" größerer Teile der Gesamtbevölkerung mit einschließen.

Wenn es in der Corona-Krise jemals ein Zeitfenster gab, in dem man die Pandemie hätte wirklich erfolgreich stoppen können (also wenigsten eine Chance dazu bestanden hätte), dann hätte man sofort auf Augenhöhe mit China weltweit konzertiert handeln müssen und 4 Wochen lang alles komplett runterfahren.

Wahrscheinlich wäre das sogar versorgungstechnisch (Nahrung, Strom, Wasser, Abfall etc.) für 4 Wochen organisierbar gewesen, wenn auch nur als Mamutleistung und mit detailiert ausgearbeiteten Plänen in der Tasche. Es gibt allerdings eine Sache, die den Homo sapiens noch mehr auszeichnet als seine angedichtete Vernunftbegabung: WELTWEIT bekommt diese Art überhaupt nichts gebacken. Null! Weshalb wir uns vermutlich doch besser Homo meschino nennen sollten. :mrgreen:

de mappes
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Spamferkel
flux hat geschrieben:
de mappes hat geschrieben:Aber wie ist denn deine Meinung dazu?
Dass es so, wie aktuell von der Politik gehandhabt, der richtige Weg eingeschlagen wurde?

Nein, ganz und gar nicht. Wobei ich hierfür nicht "die Politik", sondern Teile davon verantwortlich mache. Was ich mir gewünscht hätte, wäre im Prinzip das Vorgehen wie bei der ersten Welle. Damals wurde (vergleichsweise) frühzeitig und umfassend gehandelt. Mal abgesehen von dem Masken-Theater hielt ich das alles für vollkommen richtig. Und im Ergebnis waren die Bürger mit sich und ihrer Regierung ja auch hochzufrieden.
Seit dem Herbst und der 2.Welle ist alles anders: Da wird gezögert und gezaudert, manche Maßnahmen gleich mal völlig ausgeschlossen, auf regionale Eigenheiten gepocht, nach besseren Zahlen geschielt, wenn die Inzidenzen explodieren, Lockdown scheibchenweise serviert und das Recht auf nächtliches Jogging vor dem Verfassungsgericht verteidigt. Und was ist das Ergebnis? Ein Volk im mittlerweile ewig andauernden Dämmerzustand des Halb-Lockdowns, das in der Summe und über die Zeit betrachtet deutlich mehr Einschränkungen zu erleiden hat, als es den Verfechtern von Grund- und Freiheitsrechten - deren Anliegen ich ja durchaus teile - doch eigentlich lieb sein kann. Großer Mist also.


Fazit würde ich ähnlich sehen...aber bin der Meinung, dass ein Lockdown wie im Frühjahr, als das Infektionsgeschehen nicht universell war sondern eher auf kleine Hotspots begrenzt war...alles unbekannt...da konnte man die Massen mitholen

Das ging im Herbst nicht mehr und dieses Jahr noch weniger
Die Leute machen es nicht mehr mit in der Anzahl und Disziplin und man hat Erkenntnisse gewonnen über Ansteckungswege...schlicht also die Situation eine andere

Das hin-und her der Politik aber verschlimmerte alles noch
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Nilkheimer
Halbdaggl
flux hat geschrieben:
de mappes hat geschrieben:Aber wie ist denn deine Meinung dazu?
Dass es so, wie aktuell von der Politik gehandhabt, der richtige Weg eingeschlagen wurde?

Nein, ganz und gar nicht. Wobei ich hierfür nicht "die Politik", sondern Teile davon verantwortlich mache. Was ich mir gewünscht hätte, wäre im Prinzip das Vorgehen wie bei der ersten Welle. Damals wurde (vergleichsweise) frühzeitig und umfassend gehandelt. Mal abgesehen von dem Masken-Theater hielt ich das alles für vollkommen richtig. Und im Ergebnis waren die Bürger mit sich und ihrer Regierung ja auch hochzufrieden.
Seit dem Herbst und der 2.Welle ist alles anders: Da wird gezögert und gezaudert, manche Maßnahmen gleich mal völlig ausgeschlossen, auf regionale Eigenheiten gepocht, nach besseren Zahlen geschielt, wenn die Inzidenzen explodieren, Lockdown scheibchenweise serviert und das Recht auf nächtliches Jogging vor dem Verfassungsgericht verteidigt. Und was ist das Ergebnis? Ein Volk im mittlerweile ewig andauernden Dämmerzustand des Halb-Lockdowns, das in der Summe und über die Zeit betrachtet deutlich mehr Einschränkungen zu erleiden hat, als es den Verfechtern von Grund- und Freiheitsrechten - deren Anliegen ich ja durchaus teile - doch eigentlich lieb sein kann. Großer Mist also.


:!:
Aber das macht doch nichts.

flux
de mappes hat geschrieben:Das ging im Herbst nicht mehr und dieses Jahr noch weniger
Die Leute machen es nicht mehr mit in der Anzahl und Disziplin und man hat Erkenntnisse gewonnen über Ansteckungswege...schlicht also die Situation eine andere

Da erlaube ich mir leisen Widerspruch. Zumindest im Herbst war noch eine eindeutige Mehrheit für schnellere und konsequentere Massnahmen zur Corona-Bekämpfung bereit und hat diese geradezu gefordert. Das haben praktisch alle Umfragen dazu ergeben und lässt sich auch an dem Phänomen ablesen, dass ein Luftikus wie Söder zu einem der beliebtesten Politiker avancieren konnte. Und Laschet dagegen, der eher als Zauderer und Zögerer (und "Über-Ostern-mal-Nachdenker") aufgetreten ist, die Union ins Umfragetief reisst. Das soll mir aber egal sein, ist nicht mein Verein... :mrgreen:

de mappes
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Spamferkel
Hm klar die Meinung sei dir unbenommen und vielleicht wäre es so gewesen
Sehe es aber eher wie fränk oder nach meinem Gefühl
Man hätte vielleicht 3-4 Wochen mitgemacht in einer Schärfe analog zum März
Was dann passiert wäre ist natürlich Spekulation: die Zahlen wären dennoch nicht so drastisch gesunken weil Herbst/Winter und eben verteiltes infektionsgeschehen in ganz Deutschland
Oder sie wären drastisch gesunken und man hätte zu Nikolaus oder Weihnachten halt Lockerungen erwartet
Dann wäre es danach wieder los gegangen mit hohen Zahlen

Alles Spekulation natürlich; kann man schlicht nicht abbilden da man nur die eine Realität hat
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Halbdaggl
"Impfungen allein reichen nicht"

Je niedriger die Zahl der täglichen Neuinfektionen, desto besser für die Gesundheit und Wirtschaft. Ein Ökonom erklärt, weshalb es sich lohnen würde, das Virus weitgehend zu eliminieren.


SZ: Herr Pradelski, Sie und Ihre Kolleginnen und Kollegen argumentieren, das Virus zu eliminieren wäre besser, als es lediglich zu bremsen, wie es aktuell in Deutschland versucht wird. Wie kommen Sie darauf?

Bary Pradelski: Wir haben uns anhand von Daten unvoreingenommen angeschaut, wie sich Länder mit verschiedenen Strategien in den letzten zwölf Monaten entwickelt haben. Da sieht man, dass die Länder, die sich entschieden haben, das Virus schnell einzudämmen und nicht zu warten, bis die Intensivkapazitäten am Anschlag sind, weniger Tote zählen und weniger Klinikaufenthalte.

Nicht sehr überraschend.

Schon, aber man sieht eben auch, dass deren Wirtschaft mittlerweile wieder besser dasteht. Und was uns am meisten erstaunt hat, war, dass die Einschränkungen, also die Anzahl, Länge und Härte von Lockdowns, in diesen Ländern geringer waren.

Wie erklären Sie das?

Die Länder, die gut dastehen, verfolgen die klare Strategie, das Virus zu eliminieren. Wenn in Neuseeland ein Fall auftaucht, gibt es lokal eine Woche Lockdown, und man kann danach wieder normal leben, während das Hin und Her aus Lockdown und Lockerungen bei uns zu mehr Toten führt, zu geschwächter Wirtschaft und zum Verdruss der Menschen.

Warum hat sich die Strategie der Eliminierung dann nicht längst durchgesetzt?

Man muss sich schon bewusst sein, dass ein gewisser Preis zu bezahlen ist. Momentan sind die Maßnahmen in den meisten Teilen Europas nicht streng genug, um das Virus zu eliminieren. Dazu bräuchte es einen kurzen, harten Lockdown mit konsequenten Maßnahmen und Kontaktbeschränkungen wie im vergangenen Frühjahr. Was wirklich schmerzt: Wir würden heute gar keine strengen Maßnahmen in Deutschland mehr brauchen, wenn wir früh reagiert hätten. Im Oktober und noch viel früher haben Forscherinnen und Forscher gewarnt, dass eine weitere Welle heranrollt. Und doch wurde so lange gewartet, bis das Problem so groß war, dass strenge Maßnahmen nötig wurden für nunmehr fast ein halbes Jahr.

Ist es inzwischen nicht viel zu spät, um auf eine Niedrig-Inzidenz-Strategie zu setzen, wo bald ein Großteil der Bevölkerung geimpft ist?

Zunächst mal dauert es noch lange, bis genug Menschen geimpft sind, vielleicht erreichen wir auch nie eine Gemeinschaftsimmunität. Ich glaube deshalb, wir sollten aus dem vergangenen Jahr lernen. Da haben wir auch die Zahlen rasch sehr weit runterbekommen und konnten dann den Sommer genießen. Jetzt haben wir den Vorteil, dass wir Schnelltests haben, mit denen wir den Schulbetrieb zusätzlich zu den Hygienemaßnahmen sicherer machen können. Wenn wir hingegen weitermachen wie bisher, werden wir nicht aus der Krise kommen. Impfungen alleine reichen nicht.

Warum?

Wenn wir zurückblicken auf frühere Pandemien, sehen wir, dass Impfungen gegen den Seuchenzug sicher das wichtigste Werkzeug sind, aber alleine nicht ausreichen. Zudem weiß niemand, wie lange der Schutz der Impfung anhält - noch dazu vor dem Hintergrund der neuen Varianten. Gegen sie werden die Impfstoffe immer wieder neu angepasst werden müssen, damit sie ihre Wirkung nicht verlieren. Solange es viele infizierte Menschen auf der Erde gibt, wird sich das Virus verändern, und die neuen Varianten werden zu uns gelangen. Gegen sie können wir nur gewinnen, wenn wir global denken und handeln.


Bary Pradelski, 35, ist Associate Professor für Ökonomie am National Centre for Scientific Research (CNRS) in Grenoble, Frankreich. Zuvor studierte er Mathematik in München, Paris und Oxford. Seit dem Frühjahr 2020 setzt er sich für eine europäische Niedrig-Inzidenz-Strategie ein.


https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/ ... -1.5280144


Manchmal schadet der Blick der Wissenschaft nicht :!: Wobei man allerdings einwenden muss, dass man in Deutschland die Inzidenzen aus dem vergangenen Jahr mit jetzt nicht vergleichen kann, einfach weil ständig die Teststrategie geändert worden ist und weil erst seit wenigen Wochen überhaupt umfassender getestet wird...
Wenn die Unfähigkeit einen Decknamen braucht, nennt sie sich Pech.

- Charles Maurice de Talleyrand -

Goofy
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Grasdaggl
Und Neuseeland als Vergleich, naja.

Auf Helgoland gibts weniger Corona als in Neuseeland. Der Vergleich ist auch doof.

Und in Teilen von Australien haben mal kurz ein paar Wochen Lockdown auch nicht ausgereicht, um Corona loszuwerden

flux
@CZ: Danke, sehr schönes Interview. Es macht immer wieder Freude, wenn sich mit allen akademischen Weihen geweihte Wissenschaftler meine Ideen quasi 1:1 zu eigen machen. :mrgreen:

Spielgerät
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Halbdaggl
flux hat geschrieben:@CZ: Danke, sehr schönes Interview. Es macht immer wieder Freude, wenn sich mit allen akademischen Weihen geweihte Wissenschaftler meine Ideen quasi 1:1 zu eigen machen. :mrgreen:


Super, wenn das auch deine Ideen sind, dann kannst du mir ja bestimmt ein paar Fragen dazu beantworten, den Herrn Pradelski habe ich gerade nicht erreicht: :mrgreen:

1. Pradelski ist Mathematiker und Professor für Volkswirtschaftslehre. Hat so einer die medizinische Kompetenz, über die Ausrottung des Virus zu referieren?

2. Ich dachte bisher immer, es sei vorherrschende Meinung in der Wissenschaft, das Virus ließe sich nicht ausrotten bzw. eliminieren. Sagt zum Beispiel Prof. Sander von der Charité:

https://www.tagesspiegel.de/wissen/wann ... 91938.html

Ganz ausrotten werden wir das Coronavirus auch mit sehr hohen Impfquoten nicht mehr. Das Virus wird sich immer wieder in ungeimpften Bevölkerungsgruppen zurückmelden und vielleicht auch bei den Geimpften auf niedrigem Niveau zirkulieren. Es wird ein endemisches Virus werden, also immer mal wieder in begrenzten Arealen oder Gruppen ausbrechen und darunter wahrscheinlich auch immer wieder sporadisch schwere Krankheitsverläufe verursachen.


Bary Pradelsky äußert sich ja leider nicht dazu, aber vielleicht kannst du mir erklären, wie das mit der Ausrottung gehen soll?

3. Hier ist die Studie in The Lancet, an der Mr. Pradelsky mitgearbeitet hat:

https://www.thelancet.com/journals/lanc ... 40-6736(21)00978-8/fulltext

Er sagt im SZ-Interview: Die Länder, die gut dastehen, verfolgen die klare Strategie, das Virus zu eliminieren.

Er meint damit folgende Länder: Australia, Iceland, Japan, New Zealand, and South Korea.

Und im Gegensatz zu diesen Winnern sind das hier die Loser: Austria, Belgium, Canada, Chile, Colombia, Czech Republic, Denmark, Estonia, Finland, France, Germany, Greece, Hungary, Ireland, Israel, Italy, Latvia, Lithuania, Luxembourg, Mexico, the Netherlands, Norway, Poland, Portugal, Slovakia, Slovenia, Spain, Sweden, Switzerland, Turkey, the UK, and the USA.

Wenn ich es richtig verstehe, müssten die Loser nur die Strategie der Winner kopieren, um das Virus in den Griff zu kriegen.
- Wie sollen wir in der Mitte Europas bitte ernsthaft eine Strategie der dünn besiedelten Inselstaaten Island und Neuseeland kopieren? Gibt es dafür eine nachvollziehbare Erklärung?
- Japan steht aktuell in der Kritik, weil es trotz steigender Inzidenz an Olympia festhalten will. So ganz scheint die Ausrottung dort nicht zu klappen?
- Südkorea hat den Datenschutz quasi abgeschafft und verfolgt - notfalls mittels Hausdurchsuchungen - Infektionsketten. Das kann man grundsätzlich machen (ich meine das ernst, die Abwägung Leben vs Datenschutz kann dieses Ergebnis rechtfertigen), ich halte das aber in allen westeuropäischen Demokratien für ausgeschlossen. Anderer Meinung?
- Australien hat vor kurzem Perth (2Mio Einwohner) komplett dichtgemacht wegen eines einzigen (!) Falles. Hälst du das auf D übertragbar? Imho kommen wir mit so einer Strategie die nächsten 10 Jahre nicht mehr aus dem Lockdown. Darüber hinaus verweigert Australien gerade den eigenen Staatsbürgern unter Androhung von 5 Jahren Haft die Einreise von Indien nach AUS, dh. die nehmen in Kauf, dass die eigenen Landsleute in Indien jämmerlich verrecken. Wollen wir diese Strategie kopieren?

4. Pradelsky meint, man habe das Virus im letzten Sommer schon einmal weitgehend eingedämmt, das könne wieder gelingen? Ich dachte, dass sich alle Experten darüber einig sind, dass dies aufgrund der Mutanten nicht mehr möglich ist (Brinkmann hat schon im Februar darauf hingewiesen, dass es dafür zu spät ist). Wie soll das also gelingen? Und vor allem: Wie will man die Zahlen dann niedrig halten?


Ich will dem Pradelsky gar nichts böses unterstellen, aber für mich klingt das alles ziemlich unausgegoren und irgendwie nach der "Zero Covid" Strategie, bei der sich eigentlich alle Experten von Anfang an einig waren, dass es - außerhalb von Inselstaaten, Diktaturen und totalitären Regimen - nicht funktionieren kann. Und wenn man der Politik - zu recht - vorwerfen kann, in den entscheidenden Momenten die falschen Entscheidungen getroffen zu haben, dann werfe ich Wissenschaftlern wie Pradelsky vor, mit äußert vagen Annahmen den Menschen falsche Hoffnungen zu machen. Eins ist für mich klar: Wenn wir uns keine "Versuchslabore" wie Tübingen leisten wollen, dann sollten wir aufgrund drohender verheerender Folgen auch dringend davon absehen, unser ganzes Land in ein Versuchslabor für mehr als zweifelhafte Eindämmungsstrategien zu verwandeln.

Aber ich lerne gerne dazu ;)
"In this world there's two kind of people: Those who have loaded guns and those who dig. And you dig."


vivafernanda
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Granadaseggl
Ärzte sind bemerkenswert tolerant, wenn es ums Behandeln geht, denn das ist ihr Job. Pflegende und PT sind da einfach pragmatischer..

Ich habe einmal einen Oberarzt gefragt, als unser stationsbekannter Hypochonder wieder auftauchte und wir uns bereit machten, ihn zum x.Mal durch die Mangel zu drehen, ob das auch mal aufhören könnte.
Da meinte er nur: Und wenn es diesmal was Ernstes ist?
Ein anderer Oberarzt fand mal, dass es in seiner Macht stünde, einem Schwerverbrecher eine aufwändige und extrem kostspielige Behandlung zu verweigern, die aber sein Leben retten könnte.
Es war nur ein Gedankenexperiment. Zum Glück.
Nein, normalerweise lassen sich Ärzte noch nicht mal in ihrem Therapiewillen aufhalten, wenn die Kostenübernahme nicht gesichert ist.

Keep up the good work, gibsi ond werd schnell xond :D
Eine Hand, die schiebt, ist besser als 100 Hände, die ziehen.



de mappes
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Spamferkel
Zum Interview von CZ bzw. SZ:

Sehe ich wie Spielgerät
Ist quasi wie die zero covid Strategie und erneut ein Mathematiker, vermutlich Überflieger mit 35 schon Professor und an mehreren internationalen Unis gewirkt...für mich aber fehlt es diesen Leuten am Verständnis für die Menschen insbesondere eben jene hier in Deutschland: strengere Regeln...der Zug ist schon lange abgefahren und zero covid ist illusorisch...meine Meinung natürlich nur
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de mappes
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Spamferkel
Was ich bei all den Zahlen nicht verstehe: Frankreich mit einem angeblich schlechteren Gesundheitssystem seit Wochen oder Monaten mit enormen inzidenzen; seit Wochen über 300...lockern jetzt und man hört recht wenig über überlastete oder volle Intensiv Stationen

@cantona kannst du das vielleicht erläutern?
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killroy
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Granadaseggl
https://www.google.com/search?client=fi ... +stationen
Kleiner Service für dich, da du Google ja anscheinend nicht kennst
Aber klar, sind ja nur Ärzteblatt, Merkur, Spiegel, Rnd und Euronews, die darüber berichten

geht sogar Nachrichten-Sortenrein:
https://www.google.com/search?q=frankre ... 20&bih=976

deine Fragerei erinnert mich immer ein wenig an die BILD: Europa macht auf, warum Deutschalnd nicht? Wann bekommen wir endlich Corona-Freiheiten? usw usw usw
seit/seid

Herr der (Brust-)Ringe III - Die Rückkehr des Präsidenten

killroy
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Granadaseggl
i.Ü. wenn du schon Frankreich ansprichst:

Corona-Lockerungen in Frankreich ab Montag

Frankreich lockert ab Montag seine Corona-Auflagen: Wie von Präsident Emmanuel Macron angekündigt dürfen sich die Bürger erstmals seit Inkrafttreten des Lockdowns vor einem Monat tagsüber wieder frei bewegen; bisher galt eine Zehn-Kilometer-Grenze um die Wohnung für nicht notwendige Fahrten. Zudem kehren Mittelschulen und Gymnasien überwiegend zum Präsenzunterricht zurück. Kitas und Grundschulen sind bereits seit einer Woche geöffnet.

Ab dem 19. Mai ist unter anderem die Öffnung von Außengastronomie und Kulturstätten geplant. Die nächtliche Ausgangssperre soll dann später beginnen - statt bisher 19 Uhr um 21 Uhr. Die Lockerungen sind umstritten, die Inzidenz in Frankreich ist mit rund 300 weiter sehr hoch. Die Regierung setzt deshalb auf mehr Impfungen.

hehe, BILD dir deine Meinung
seit/seid

Herr der (Brust-)Ringe III - Die Rückkehr des Präsidenten


de mappes
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Spamferkel
Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 9160 Corona-Neuinfektionen gemeldet.


Am Montag vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 11 907 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 60 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner lag laut RKI am Montagmorgen bundesweit bei 146,9. Am Vortag hatte das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 146,5 angegeben.


Fast 3000 weniger Infektionen aber Inzidenz steigt?
Kann ich mir nur über diverse Nachmeldungen und Meldeverzüge erklären...oder hat jemand ne mathematische Erklärung? (Bitte nicht wieder Killroy, da kommt nur Murks raus :lol: )
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de mappes
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killroy hat geschrieben:https://www.google.com/search?client=firefox-b-d&q=frankreich+intensiv+stationen
Kleiner Service für dich, da du Google ja anscheinend nicht kennst
Aber klar, sind ja nur Ärzteblatt, Merkur, Spiegel, Rnd und Euronews, die darüber berichten

geht sogar Nachrichten-Sortenrein:
https://www.google.com/search?q=frankre ... 20&bih=976

deine Fragerei erinnert mich immer ein wenig an die BILD: Europa macht auf, warum Deutschalnd nicht? Wann bekommen wir endlich Corona-Freiheiten? usw usw usw


Ärzteblatt aus dem Oktober 20 :lol:

Euronews...wer kennt sie nicht :lol:

Danke für die Aufheiterung an einem Montag Morgen :prost:
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de mappes
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Spamferkel
killroy hat geschrieben:https://www.google.com/search?client=firefox-b-d&q=frankreich+intensiv+stationen
Kleiner Service für dich, da du Google ja anscheinend nicht kennst
Aber klar, sind ja nur Ärzteblatt, Merkur, Spiegel, Rnd und Euronews, die darüber berichten

geht sogar Nachrichten-Sortenrein:
https://www.google.com/search?q=frankre ... 20&bih=976

deine Fragerei erinnert mich immer ein wenig an die BILD: Europa macht auf, warum Deutschalnd nicht? Wann bekommen wir endlich Corona-Freiheiten? usw usw usw


nun sachlich ohne deine wie so oft völlig unnötige unreife provokation zu beachten:

Die Situation ist dort also vergleichbar mit jener in Deutschland (Hab ein paar deiner Links gelesen und unsere Situation ist ja auch bekannt)
Das verblüfft mich eben schon und da komme ich auf meine Frage zurück, die du nicht verstanden oder überlesen hast: Wieso ist die Situation vergleichbar mit unserer in einem angeblich schlechteren Gesundheitssystem (kenne deren System nicht en detail aber weiß, dass hier in der Grenzregion viele viele das deutsche System und die deutschen Krankenhäuser absolut bevorzugen) und mit seit Wochen/Monaten höheren Inzidenzen?
Die Gründe hätten mich interessiert
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higgi
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Grasdaggl
de mappes hat geschrieben:
Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 9160 Corona-Neuinfektionen gemeldet.


Am Montag vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 11 907 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 60 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner lag laut RKI am Montagmorgen bundesweit bei 146,9. Am Vortag hatte das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 146,5 angegeben.


Fast 3000 weniger Infektionen aber Inzidenz steigt?
Kann ich mir nur über diverse Nachmeldungen und Meldeverzüge erklären...oder hat jemand ne mathematische Erklärung? (Bitte nicht wieder Killroy, da kommt nur Murks raus :lol: )


Wenn ganz viele Leute übernacht sterben, umziehen oder auswandern dann steigt die Inzidenz
von daher


Tamasi
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Allmachtsbachel
Wenn Frankreich die Ausgangssperre von 19 auf 21 Uhr verlegt und der allgemeine 10-Km-Beschränkungsradius nicht mehr gilt, dann lockern sie zwar - aber sie kommen von viel strengeren Maßnahmen als wir. Und 21 Uhr ist immer noch strenger als bei uns.

Außengastro ist was anderes, klar. Aber man muss halt schon genauer hinschauen und den Mix der Maßnahmen bewerten.

Anders gesagt:
Ja, Frankreich plant Lockerungen in Bereichen, die wir auch gerne gelockert hätten. Dafür waren bzw. sind sie auch weiterhin in anderen Bereichen einschränkender als wir es jemals waren.

Jedes Land versucht halt seinen eigenen Mix.

cron