Ich hab keinen Bock mehr, das wird immer schlimmer
Nur so am Rande:
Nach den griechischen Buchstaben kommt dann bitteschön welches Alphabet? Hebräisch? Kyrillisch? ...
Weil die Virusvarianten den Erfolg von Impfungen gefährden und die Infektionsdynamik zum Negativen verändern könnten, wird ihre Ausbreitung regelmäßig beurteilt. Etwa von der Weltgesundheitsorganistation (WHO), aber auch nationalen Gesundheitsbehörden wie hierzulande dem Robert Koch-Institut (RKI). Seit Ende Mai gibt es dafür auch eine von der WHO entwickelte vereinfachte Nomenklatur. Heißt: Relevante Viruslinien werden nach den Buchstaben des griechischen Alphabets benannt. Relevant meint dabei:
1) Varianten unter Beobachtung (VOI), also in Proben entdeckte Viruslinien, die verschiedene besorgniserregende Mutationen auf einmal vorweisen, die zu gehäuften Fällen führen oder in mehreren Ländern auftreten.
2) Besorgniserregende Varianten (VOC), also Viruslinien, die sich nachweislich besonders stark von herkömmlichen Varianten unterscheiden. Etwa weil sie übertragbarer sind, virulenter, und/oder die Immunantwort von genesenen oder geimpften Personen schlechter ausfällt.
Delta (B.1.617.2) und Delta Plus (B.1.617.2.1)
Diese seit Mitte Mai als besorgniserregend klassifizierte Variante wurde im Oktober vergangenen Jahres erstmals im indischen Bundesstaat Maharashtra nachgewiesen. Sie verbreitet sich inzwischen auch in Europa, besonders stark in Großbritannien. Auch für Deutschland rechnen Corona-Expertinnen und Experten damit, dass sich Delta in den kommenden Wochen durchsetzen und die Alphavariante verdrängen wird. Laut letztem Variantenbericht des RKI war sie Mitte Juni bereits in rund 15 Prozent der Proben nachgewiesen – Tendenz steigend.
Die Deltavariante kann die Immunantwort Geimpfter reduzieren. Erste Laborexperimente und Daten von Beobachtungsstudien aus Großbritannien deuten darauf hin, dass die Impfstoffwirksamkeit nach vollständiger Impfung geringfügig unterhalb der Wirksamkeit gegenüber B.1.1.7 liegt. Allerdings bleibe der Impfschutz vor allem nach der zweiten Dosis noch ausreichend, wie erste Daten zu den Mitteln von Biontech und Astrazeneca zeigen.
Vorläufige Ergebnisse aus Großbritannien weisen zudem auf eine höhere Übertragbarkeit im Vergleich zur Alphavariante hin. Britische Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass die Deltavariante um rund 60 Prozent ansteckender ist. Vermutet wird auch, dass Infektionen mit der Variante zu schwereren Krankheitsverläufen führen.
Ähnlich wie bei Alpha macht inzwischen auch eine Unterform der Deltavariante Sorge. Das indische Gesundheitsministerium berichtete diese Woche über eine sogenannte Delta Plus-Variante (B.1.617.2.1 oder AY.1). Diese wurde auch schon in Europa, aber noch nicht in Deutschland erfasst, die WHO verfolgt sie als Teil der Deltavariante. Delta Plus soll besonders ansteckend sein und stärker an Lungenzellen binden. Sie enthält eine zusätzliche Spike-Mutation K417N, die auch in der Betavariante vorgekommen ist. Bislang gibt es dazu aber nur wenig Daten.
Epsilon (B.1.427 / B.1.429)
Die als Epsilon bekannte Variante wurde im März 2021 in Kalifornien in den USA entdeckt, steht seitdem auch bei der WHO unter Beobachtung und gilt bei der örtlichen Gesundheitsbehörde CDC bereits als besorgniserregend. Sie hat zwei verschiedene Abstammungslinien, B.1.427 und B.1.429. Beide treten parallel in Kalifornien sowie in mehreren anderen Bundesstaaten in den USA auf.
Epsilon hat Schätzungen zufolge eine 20 Prozent höhere Übertragbarkeit. Analysen bei Geimpften und Genesenen haben auch eine Verringerung der neutralisierenden Antikörpertiter gezeigt. Derzeit laufen weitere Studien. Unklar ist noch, ob Epsilon schwerere Krankheitsverläufe verursacht. In Deutschland spielt Epsilon bislang keine Rolle. Der Gesamtanteil aller von der WHO unter Beobachtung stehenden Varianten lag hierzulande in der 23. Kalenderwoche bei 5,1 Prozent.
Zeta (P.2)
Bereits seit April 2020 wurde die Zetavariante in Brasilien entdeckt. Unter Beobachtung steht sie durch die internationalen Gesundheitsbehörden seit März 2021. In ersten Experimenten hatte sich gezeigt, dass nach einer Impfung die Neutralisierung der Antikörper reduziert war. Sie trägt zudem die gleiche Mutation wie Beta und einige Alphafälle: E484K.
Diese Genveränderung steht im Verdacht, die Immunantwort durch schützende Antikörper bei Geimpften und Genesenen zu verringern. Aussagekräftige Studien dazu, wie stark, stehen noch aus.
Eta (B.1.525)
Die Etavariante wurde seit Dezember 2020 in Ländern Zentralafrikas registriert, etwa in Angola und Nigeria, aber auch vereinzelt in Großbritannien. Seit März steht sie unter Beobachtung, weil sie Mutationen aufweist, mit denen eine erhöhte Übertragbarkeit und eine veränderte Immunantwort einhergehen könnte.
Auch in Deutschland gab es Ende Juni einen ersten nachgewiesenen Fall. Auf einer Paderborner Krankenhausstation wurde die Etavariante bei einer 89-Jährigen nachgewiesen und vorsorglich ein Besuchs- und Aufnahmestopp auf der Station verhängt. Wo genau sich die Patientin angesteckt hat, ist unbekannt.
Theta (P.3)
Entdeckt wurde die von der WHO unter Beobachtung stehende Thetavariante Anfang dieses Jahres in den Philippinen, später auch beispielsweise in Japan, den USA, vereinzelt auch in Deutschland.
In den untersuchten Proben wurden sieben Spike-Protein-Mutationen ausgemacht, vier davon konnten mit besorgniserregenden Abstammungslinien in Verbindung gebracht werden. Etwa die in einigen Varianten vorkommende Mutation E484K, die einen verringerten Immunschutz auslösen könnte, aber auch N501Y, die unter Verdacht steht, die Übertragbarkeit zu erhöhen.
Iota (B.1526)
Die Iotavariante wurde im November 2020 zuerst in New York City entdeckt und breitete sich bis zum Frühjahr überall in den USA aus, sowie in zahlreichen weiteren Ländern. Seit Ende März dieses Jahres steht sie unter Beobachtung.
Auch bei Iota wurde die E484K-Spike-Mutation festgestellt, die dem Virus helfen kann, Antikörper zu umgehen. Zudem enthält sie die S477N-Mutation, die dem Virus hilft, sich enger an menschliche Zellen zu binden – was zur erhöhten Übertragbarkeit führen kann.
Kappa (B.1.617.1)
Mitte Dezember vergangenen Jahres wurde die Kappavariante erstmals in Proben in Indien entdeckt. Vermehrt tritt sie auch in Großbritannien und den USA auf, auch in Deutschland gibt es immer wieder Fälle. Wie auch die Deltavariante gehört sie zur Viruslinie „B.1.617″. Allerdings steht sie derzeit unter Beobachtung, und ist noch nicht als besorgniserregend klassifiziert.
Die Kappavariante zeigt drei relevante Veränderungen in den Aminosäure-Sequenzen, die allesamt im genetischen Covde für das Spike-Protein enthalten sind. Sie könnten mit einer verringerten Immunität und höheren Übertragbarkeit im Zusammenhang stehen.
Lambda (C.37)
Die bisher vor allem in Südamerika auftretende Variante Lambda steht erst seit Mitte Juni unter WHO-Beobachtung. Aufgrund ihrer Mutationen könnte sie möglicherweise ansteckender sein oder vom menschlichen Immunsystem schlechter bekämpft werden. Belastbare Studien und gesicherte Erkenntnisse dazu liegen jedoch noch nicht vor.
Die Variante wurde erstmals im August 2020 in Peru identifiziert. In dem Land wurden seit April 81 Prozent aller analysierten Corona-Fälle Lambda zugeordnet. In Argentinien und Chile waren es in den vergangenen Monaten rund ein Drittel. Auch in weiteren Ländern in Südamerika kursiert Lambda bereits.
https://www.rnd.de/gesundheit/corona-va ... GF7JM.html