Mit etwas Abstand.
Der Beginn ließ zunächst Schlimmes ahnen, aber nach 5 Minuten hatte man das Spiel voll im Griff und auch einigermaßen gefällig und vor allem auch mal mit Tempo nach vorne gespielt. Der Skyreporter hat es schon richtig gesehen, mit Insuas Rolle kamen die 60er überhaupt nicht zurecht. Aber auch in dieser relativ guten und dominanten Phasen gab es keinen richtigen Zug zum Tor (dieses Phänomen zieht sich schon länger durch). Die von Gentner kläglich vergebene Kopfballchance, ein in letzter Sekunde abgeblockter versuch von Teroddes nach Asanos guter Vorarbeit.
Aber mit dem Slapstick-Abseitstor war alles Selbstvertrauen bei einigen Spielern völlig im Keller.
Ab da haben zwei 5er-Ketten genügt, den VfB bis auf die letzten 10 Minuten völlig harmlos erscheinen zu lassen. 60 konnte sich ja sogar den Luxus erlaube, auf jegliche Art von Konterspiel zu verzichten - dieser VfB würde in hundert Jahren kein Tor schießen...
Das Erschreckende an diesem Spiel war wie stereotyp und inspirationslos das alles von statten ging. Bis auf Ofori, Insua und Pavard war kein Wille erkennbar, mal etwas zu versuchen, das Spiel schneller zu machen. Spätestens bei Green, gentner und Asano war Endstation.
Die Kritik an Grgic verstehe ich nicht. Was hätte der gestern anders machen können? Wie Mitspieler in Szene setzen, die sich nicht bewegen? Ein Green spielt auf dem Flügel, hat aber überhaupt keine Lust sich steil schicken zu lassen. Ein Gentner tummelt sich zwischen den 60er Ketten, hat Probleme bei jeder Ballannahme und traut sich nicht einmal, sich mit dem Rücken zum Tor zu drehen und in den offensiven Zweikampf zu gehen. Nein, er spielt den Ball schnurstracks wieder hinter die zweite 60er Kette zurück. Ab dem gegentor bis zum Schluß kann ich mich nciht erinnern, dass es zu einem Versuch kam, außen an die Grundlinie zu gelangen und dann zu flanken. Terodde hat sich nicht viel bewegt, aber warum auch. Selbst wenn Green oder Gentner die Möglichkeit hatten, mal schnell in die Spitze zu spielen - sie machen es nicht. Noch einen Kringel und noch ein Rückpass.
Aktuell ist es eine gravierende Mischung zwischen Verunsicherung und kapitaler Formkrise (Asano). Und mit Mané ist jetzt genau der Spielrtyp ausgeschieden, der zu jedem Zeitpunkt die eine gute Idee oder Aktion hatte, die eben zum Erfolg führte.
Dass Wolfs Wechsel gestern nichts gebracht haben war klar. Es waren alles 1:1 Wechsel, keine Umstellung, keine neue taktische Vorgabe und mit der klaren Vorgabe, kein Risiko, um nicht das 0:2 zu bekommen. Rein ergebnistechnisch alles richtig gemacht.
Ein Zusammenhang des fehlenden Selbstvertrauens mit den Fehlentscheidungen der Schirris kann man mE schon ziehen. 1 Punkt in Fürth, 2 gegen Dresden und jetzt wieder 2 gegen 60. 5 Punkte allein in den letzten 3 Spielen.
Da komme ich zum nächsten Punkt. Während andere Mannschaften pausenlos den Schirri und den 4.Mann unter Druck setzen bewirbt sich der VfB um den Fairnesspreis. Jede Entscheidung wird klaglos akzeptiert. Man steht daneben, wenn Gegenspieler dem Schirri eine gelbe Karte rausleiren.
Zum Teil finde ich das gut, ich möchte nicht, dass sich die Unsrigen auch ständig mit dem Schirri anlegen. Und sich stattdessen auf das Spiel konzentrieren. Aber der Kapitän darf sich auf dem Platz schon mal zu Wort melden und in geeigneter Form kann man sich auch mal den vierten Offiziellen wenden. Aber ich betone, dass das nur ein Randthema ist, allerdings eines mit Aussagekraft über die Mentalität auf dem Platz.
Ein Fazit für mich ist, dass Gentner jetzt auf die Bank gehört. Er gibt der Mannschaft seit Wochen nichts, weder sportlich, noch als Kapitän. Und es hat immer den Anschein, als ob die Taktik so ausgerichtet ist, dass man eine Position für Gentner findet. Weil er im Kern ein guter Fussballer und ein feiner Kerl ist. Aber er kann im Kern eben auch nichts besonders gut, die seine dauernde Berücksichtigung rechtfertigen.