Zurück aus dem Stadion mit einigen Erkenntnissen. Zuerst einmal schön, nicht im Forum lesen zu müssen, dass man nur die Chancen bzw. den Elfer hätte rein machen müssen. Nein, wir hätten das Ding auch nach einem 2:0 vergeigt - definitiv.
Am auffälligsten war Gentner. Eine weltklasse Leistung in meinen Augen. Zig Ballgewinne, durch hervorragendes Stellungsspiel und herausragender Bissigkeit, an die nur Asca rankommt. Gegenspieler reihenweise mit Drehungen und Körpertäuschungen stehen gelassen. Immer Zug nach vorn; manchmal ausgebremst weil z.B. Beck sich nicht einmal offensiv angeboten hat. Jeder Querpass bzw. jede Tempoverschleppung von Gentner lag gewiss nicht an ihm. Der hat vorbildlich gebrannt, gestikuliert und angetrieben!
Mit akzeptabler Leistung präsentierten sich Asca, der allerdings verschiedentlich ohne Not schlecht gepasst hat. Außerdem haben Baumgartl, manchmal bekannterweise staksig und Kaminski ihre Sache ordentlich gemacht.
Brekalo und Akolo na ja. Mitläufer die dem Spiel nach vorne keinerlei Stempel aufdrücken konnten. Statt denen noch zwei Gentner drin und wir hätten die Karnevalisten mit 4:0 geklatscht.
Völlig indiskutabel Aogo und Beck. 100% Alibigekicke. Vor allem bei Beck überhaupt nich nachvollziehbar nach seiner couragierten Leistung vom Samstag. Ich hab den angekrischen, dass er sich doch mal steil anbieten soll. Die zwei waren ein Wahnsinn.
Noch krasser war Özcan. Wenn Hannes Wolf nicht acht Adern geplatzt sind bei der Abreibung für Özcan in der Kabine, dann ist Wolf nicht mehr tragbar. Diese Schlaftablette ist m.E. mental nicht im Ansatz bundesligatauglich. Gleiches gilt für Asano, zwar nicht mental, aber fußballerisch. Der kann vielleicht Kür, definitiv keine Pflicht.
Zuletzt unser Trainer. Nur wenige Meter vom Spielfeldrand entfernt habe ich verstanden, was Mehmet mit seiner Kindergarten-Konzeptrainer-Kritik gemeint hat. Genau einer auf dem Platz hat richtig gebrannt; Gente. So geht das nicht. Sein taktischer Ansatz ist richtig und die Grundordnung gut - wenn er es aber nicht schafft Leidenschaft, Kampfkraft und Mut zu vermitteln, sollte er versuchen die deutsche Schach-Nationalmannschaft nach vorne zu bringen. Zu bestaunen war der Wahnsinn in seiner vollen Ausprägung kurz vor Schluss, als wir den Ball in der Mainzer Hälfte kontrollieren und sage und schreibe fünf Leute von uns in der eigenen Hälfte absichtslos verweilen.