Moin, moin,
ich hoffe, Ihr habt keine schlaflose Nacht hinter Euch aus Sorge um die Gesamtsituation in meinem Garten.
Vor 20 bis 25 Jahren ahnte man vom jetzigen Rückgang von Schmetterling & Co. noch wenig. Es gab aber auch damals schon Gärtner, die durch Auswahl von besonders geeigneten Pflanzen, insektenfreundlichen Mauerbau usw. darauf geachtet haben, dass es kreuchen und fleuchen kann. So einer war auch bei uns zugange. Selbst die pöse Kübelpflanzen-Importware Agapanthus ist bei uns bis in den Herbst hinein übersät mit Bienen und Hummeln (da geht’s zu wie am Strand von Rimini im August). Es mangelt auch nicht an gefiederten Freunden. Sogar an Wespennestern in Rolladenkästen durften wir uns schon „erfreuen“.
Wenden wir uns dem Taraxacum zu:
Wenn ich meine Latifundien komplett löwenzahnfrei halten wollte, müsste ich sie mit dem Flammenwerfer bearbeiten. Es würde aber nicht lange dauern, bis sich neuer ansiedelt, da die benachbarten Gärten und die nahe gelegenen Streuobstwiesen reichlich Nachschub heranwehen. Wir sprechen also nicht über Massenmord, sondern lediglich über ein „halbwegs in Schach halten durch gelegentliches Ausstechen“.
Die Pharmazie, Heilkundler und Kaninchenbesitzer freuen sich über den Löwenzahn. Als Frühblüher ist er auch wichtig für den Aufbau der Bienenvölker.
Im von Monitor verlinkten Artikel klingt aber schon an, dass Löwenzahn im Übermaß diverse negative Begleiterscheinungen hat. In der bitteren Milch der Wurzeln ist ein Stoff, der Maikäferlarven und auch andere Insekten vom Fressen abhält und in die Flucht schlägt oder eingehen lässt. Dazu kommt, dass der krautig-dichte Wuchs und die oft sehr langen Wurzeln (können locker 1,50 m lang werden) den Boden nasskalt halten. Dass verändert das Klima im Boden und macht manchen Insektenarten das Leben unmöglich. Gerade im Frühling wäre es wichtig, dass die Sonnenwärme schnell in den Boden vordringt und die Engerlinge anreizt, sich zu Käfern zu entwickeln.
Stickstoffhaltige Böden fördern übrigens das Wachstum von Löwenzahn. Dazu braucht man noch nicht mal übertrieben düngen. Allein durch Niederschlagswasser wird genug Stickstoff eingebracht, um den Löwenzahn wuchern zu lassen und gleichzeitig andere Wiesenblumen und Gräser zu verdrängen. Wer schon mal Quadratmetergrosse Löwenzahnflächen im Garten hatte, weiss, wovon ich schwätze. Da kommt kein Gras mehr durch. Und auch die später als Löwenzahn blühenden Wiesenblumen, die von Mai bis Oktober für die Insekten so wichtig wären, haben keine Schaase mehr.
Hier noch Links rund um den Löwenzahn.
@ de mappes: ausser Salat kann man auch Brotaufstrich von den Blüten fabrizieren (ich hab es aber noch nicht ausprobiert).
http://www.kraeuterallerlei.de/lowenzah ... ben-blutenhttps://www.continental-reifen.de/speci ... -dandelionIn der Hoffnung, Euch geholfen zu haben und im Wissen, meine Gier nach Aufmerksamkeit für heute befriedigt zu haben

verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen
Hortensie
"Toren bereisen in fremden Ländern die Museen, Weise gehen in die Tavernen."
(Erich Kästner)