schwaebi hat geschrieben:Mein Jonger lernt auf der Gitarre gerade dieses Lied hier. Er ist 7 und hat seine 5. Unterrichtsstunde. Mehr als 3 Griffe braucht's dafür nicht. Spricht das für oder gegen die Qualität des Songs?

Weder noch: Der Gesamteindruck spricht gegen die Qualität. Simplizität ist fast nie das Problem – in diesem Fall zum Beispiel hat das Lied einfach keinen Arsch in der Hose. Macht aber nix, jeder hat das Recht, sich an Kackmusik zu erfreuen. Und für einen schlechten Song ist der noch relativ unaufdringlich – der tut nix, will nur spielen.
Andere sind viel schlimmer: zur Zeit höre ich sowohl in der Werbung als auch woanders im Fernseh und überall sonst diese unerträgliche
Leave a Light On-Scheiße. LEAVUH LAAADOUNG – erweckt extreme Gewaltfantasien in mir. In Deutschland ist das besonders furchtbar: da wird sowas mit einem halben Jahr Verspätung aufgegriffen und dann totgenudelt, bis überhaupt nix mehr geht. Und dann noch vier Monate länger.
Die Verantwortlichen hinter den Kulissen sind Leute wie
Steve Mac, die mittels Glück und Übung eine Formel für glattgequirlte Pop-Soße im Köcher haben und fortlaufend dieses klebrige Zeug in die Industrie pumpen. Das sind Verbrechen ohne Täter, weil es a) keine Gesetze gibt, die das abdecken und b) diese Leute nicht böse sind. Kenne selbst ein paar, deren Musik jeder schonmal gehört haben dürfte: hochtalentierte, ganz liebe Menschen, die mit ihren eigenen, richtig guten Sachen leider nie gelandet sind und seitdem auf Zuruf so Schema-F-Zeug für andere schreiben. Teilweise auch unter Pseudonym, teilweise auch gegen Kohle unter Verzicht auf Copyright. Man kann von denen nicht verlangen, das Geld auf dem Tisch liegenzulassen.
Es gibt tonnenweise tolle Musik, die auf Halde bzw. Festplatten liegt, weil sich keine Plattenfirma rangetraut hat. Ein riesiger Teil davon ist auch veröffentlicht, das liegt auf YouTube oder sonstwo rum – lauter Schätze auf mittlerweile mausetoten MySpace-Profilen und so weiter. Das findet man nicht: per WWW kannst zwei Milliarden Menschen erreichen, aber du musst halt die 200.000 finden, die deine Musik wollen und zu deinen Konzerten kommen. Schwierig.