Die Pfiffe sind die logische Konsequenz, die selbst der Dümmste Ballschieber hätte erwarten können.
Der gemeine Fan geht davon aus, dass jeder Fußballer ein Nationaltrikot mit Stolz trägt und bereit ist, dafür alles zu geben. Nun haben die beiden gezeigt, dass es eben nicht so sein muss, dass man das Deutschland-Trikot auch aus rein karrieretechnischen Gründen überstreifen kann, während man innerlich dann doch ein anderes Heimatland bevorzugt. Damit hat der Fan halt so sein Problem und reagiert entsprechend. Völlig normal und da muss man jetzt auch nicht rumflennen. Dass das umgekehrt genauso, wenn nicht sogar viel schlimmer ist, hat gerade Özil doch schon erfahren müssen, dagegen war das gestern ja noch Kindergarten.
Die offensichtlich inszenierten Relativierungsaktionen nebst dem Bundespräsidenten haben genau das Gegenteil von dem bewirkt, was eigentlich bezwekt war, denn dadurch fühlt sich der Fan halt noch mehr verarscht. Und das von seiner "one-and-only" Nationalmannschaft ...
Ich selbst würde nicht pfeiffen, weil meine Identifikation mit der N11 und dem DFB sowieso in etwa der Stimmung im Stadion bei Länderspielen entspricht... Deshalb ist es mir auch egal, ob die Spieler die Hymne singen oder nicht. Aber wundern oder beschweren dürfen sie sich eben nicht, wenn ein Großteil der Fans das nunmal anders sieht oder sehen will! Es geht hier nicht um Logik oder Verstand, es geht um Emotion und Identifikation und das gehört nunmal dazu.