6769 Beiträge


Tamasi
Benutzeravatar
Allmachtsbachel
Auch ein Teil der Story & ein hartes, moralisches Urteil:

Das Fanal des Managers Klopp

Als Loris Karius einer der größten Unglücksraben der Europapokal-Geschichte wurde, fehlte es seinem Trainer an Solidarität und Empathie: Er ließ den Torwart alleine leiden.

Kommentar von Birgit Schönau

Man kann nur hoffen, dass dem armen Loris Karius nicht mehr der Schädel brummt von jenem Spiel, das ihn nolens volens weltberühmt gemacht hat, den 24-jährigen deutschen Schlussmann des FC Liverpool. Nicht als Matchwinner - dieser Titel geht an den Waliser Gareth Bale, der Karius einen Doppelpack servierte. Und auch nicht als strahlender Finsterling - als solcher durfte Real Madrids Kapitän Sergio Ramos den Henkelpott in den Nachthimmel von Kiew heben. Beim 3:1-Sieg über Liverpool im Champions-League-Finale hatte Ramos sich unter anderem dadurch hervorgetan, dass er erst Mohamed Salah, den gefährlichsten Gegenspieler, unschädlich machte: Salah wurde von Ramos zu Fall gebracht, stürzte unglücklich und verließ unter Tränen den Platz.

Und dann Karius: Der habe nach Ramos' Ellbogenhieb eine Sehstörung infolge einer Gehirnerschütterung erlitten, wurde jetzt zumindest ärztlich diagnostiziert. Bale und vor allem Benzema hatten leichtes Spiel - und Karius ging mit zwei grotesken Patzern in die Annalen ein als einer der größten Unglücksraben der Europapokal-Geschichte.

Ein Antiheld, der Nachtreten provozierte. Manche Kommentatoren schreckten nicht davor zurück, Karius die finanziellen Verluste vorzurechnen, die Liverpool durch ihn erlitten habe - was in Zeiten von Millionenabfindungen für Manager, die zum Beispiel den Diesel an die Wand gefahren haben, besonders apart ist. Manager, so werden in England auch die Trainer tituliert. Und damit wären wir bei Jürgen Klopp. In Kiew konnte man ihn tatsächlich als modernen Exponenten der Führungsetage in einem Unternehmen der Unterhaltungsindustrie erleben.

Als sein Torwart sich nach dem Schlusspfiff vor Scham in den Rasen grub, blieb Klopp wie angewurzelt am Spielfeldrand stehen, den Blick ins Leere gerichtet, an Karius vorbei. Als der Schlussmann mit gesenktem Kopf unter die Fankurve lief, auf dem Schultern alle Schuld der Welt, stand Klopp weiter auf seinem Posten. Erst nachdem die Real-Spieler Karius tröstend zur Hilfe eilten, bewegte sich auch der Manager.

Doch da hatte Klopp schon jene eiserne Regel außer Kraft gesetzt, die besagt, dass im Fußball immer eine ganze Mannschaft gewinnt oder verliert. Dass im Falle des Triumphs alle jubeln und im Fall der Klatsche keiner allein in den Abgrund fallen muss. Dass, wie groß der Fehler auch sein mag, den ein Fußballspieler macht, sein Trainer ihm öffentlich immer Absolution zu erteilen hat. Unter vier Augen kann er den Kicker zusammenfalten, niemals in der Öffentlichkeit. Einzige Ausnahme: grobe Fouls und Platzverweise.

Karius hatte nicht gefoult, und Karius war geblieben, bis zum bitteren Ende. Klopp hatte ihn aufgestellt, und Klopp ließ ihn im Tor. Doch als sich der Vorhang senkte, ging er auf Distanz. Und alle sahen, dass hier ein junger Torwart die Verantwortung allein zu tragen hatte, ohne seinen Manager. Erst viel später spendierte Klopp ein paar Verständnisfloskeln, doch da waren die Bilder vom Leid des Spielers und von der Kälte des Trainers schon um die Welt gegangen. Als Fanal der neuen Zeit, in der Solidarität und Empathie noch nicht mal mehr Tugenden für Verlierer sind.

http://www.sueddeutsche.de/sport/juerge ... -1.4003091

Ich sehe das nicht ganz so hart. Für Klopp war es schließlich auch ein bitterer Moment und er ist auch keine Maschine (die auf Knopfdruck / Schlusspfiff "gut" ist). Andererseits hatte er genug Zeit bis zum Schlusspfiff, um diese Situation anzunehmen.


de mappes
Benutzeravatar
Spamferkel
Hasenrupfer hat geschrieben:Mir ist die ganze Geschichte ja ziemlich egal, aber interessant, dass er die Ärzte ausgerechnet in Boston aufsucht. Dies ist gaaanz zufällig der Sitz der Eigentümer von Liverpool...


Ja...hatte das nicht nice bereits klargestellt?
Ebenso, dass dort halt aber auch Experten sitzen, die sich aufgrund der häufigen hirnschäden der nfl spieler damit auskennen
Don't criticize what you can't understand










publicenemy
Benutzeravatar
Halbdaggl
Bundes-Jogi hat geschrieben:Und nächstes Jahr machen sie das Dutzend voll.


Eher nicht. Der österreichische Meister - und das werden sie wohl wieder werden - ist im nächsten Jahr direkt für die Gruppenphase qualifiziert. Schade eigentlich. Man hat sich sehr daran gewöhnt.






de mappes
Benutzeravatar
Spamferkel
thoreau hat geschrieben:Was ist denn das wieder für eine furchtbare Selbstbeweihräucherungsveranstaltung... Die sollen einfach ein paar Kugeln ziehen und gut ist.


Warum guckt man den scheiss auch?
Aber Sinn für Humor haben sie: Ramos fairster spieler :lol:
Don't criticize what you can't understand


GrinsiKlinsi
Granadaseggl
Iron hat geschrieben:Sieht schlecht für unsere deutschsprachigen Brüder.


aber dafür hat es Crvena Zvezda zum ersten Mal geschafft...

... und wird gleich mit einer Hammergruppe mit PSG, Napoli und Liverpool belohnt... :lol:


Reichert1984
Lombaseggl
Tifferette hat geschrieben:
Reichert1984 hat geschrieben:Heutzutage ist Ajax leider zum Freiburg Europas geworden (sprich Ausbildungsverein)

Und viele Kiffer.


Ja aber ich glaub die gabs schon immer in Amsterdam.
Wenn ich dir jetzt Recht gebe, liegen wir doch beide falsch!

Reichert1984
Lombaseggl
de mappes hat geschrieben:Aber Sinn für Humor haben sie: Ramos fairster spieler :lol:

Das wird Vidal bestimmt so aufregen, dass er in seinem ersten Classico erst mal Ramos umsensen wird :mrgreen:
Wenn ich dir jetzt Recht gebe, liegen wir doch beide falsch!