29269 Beiträge

darkred
Benutzeravatar
Halbdaggl
Kronenclub hat geschrieben:
Manolo hat geschrieben:
Auswurf hat geschrieben:weil manche gerne bemängeln, die cdu sei zuweit von ihren früheren standpunkten abgerückt und hätte deshalb ihre integrative rolle für rechtsausleger eingebüßt
- würdet ihr wirklich gerne auf die liberalisierung in gesellschafts und familienfragen der letzten 20 jahre verzichten?
das wäre wohl der preis


Im ersten Schritt stellt man es ja nur fest. Im zweiten schritt wird es dann unterschiedlich bewertet. Was ich nicht unterschreiben würde, wäre ein freibrief für alljene, die konservativ sind und sich bis heute weil sie "verlassen" wurden einer rechtsnationalen partei an den hals werfen. Wobei man die afd unter lucke vielleicht noch als kobservative alternative ansehen konnte. Für einige, die am anfang zur afd wechselten, kann ich daher durchaus verständnis aufbringen. Nur allerspätestens jetzt müssten sie eben wieder raus.


Zu den Nichtwählern dann ?


Das ist genau die Frage.
Wohin sollen die Leute denn mit ihrem Protest gegen den aktuellen Politikstil und den darin "arrangiert" agierenden Volksparteien? Denn so ja die hauptsächliche Sicht der Unzufriedenen, nehm ich mal stark an. Sollen sie sich in einer neuen APO organisieren? Was ist denn die verfügbare Alternative (zur AfD) um ihre Anliegen wirksam zu gewichten und Gehör zu erfahren?

Und ich bitte diese Frage jetzt mal ohne Schaum vor dem Mund zu überdenken. Ohne konfrontative Haltung a la "es darf nicht sein, was nicht sein darf"...
Wie sollen die Menschen, die von reellen Zukunftsängste geplagt sind und sich weder verstanden noch mitgenommen fühlen, Druck auf die politischen Eliten ausüben?
Da spielt die Hoffnung eine große Rolle, dass die AfD als Türöffner wirkt, als Korrektiv, dass die 'Politik für Besserverdienende' (o.s.ä.) aufbrechen und zur Veränderung zwingen kann. Und die Motivation der Wähler dahinter ist nicht nur die hier stets vorn angestellte Triebfeder aus Rassismus und Nationalismus. Die spielt sicher auch eine Rolle, aber mir deucht, dass die Menschen mit den unterschiedlichsten Potpourris an Zukunftsängsten hier dtl. in der Überzahl sind.
Und wenn Politik nicht mehr das Ziel hat diese Menschen zurückzugewinnen, dann erodiert die politische Kultur nun mal dahin, wohin sie schon die letzten Jahren hin steuert. #isso

thoreau
Granadaseggl
darkred hat geschrieben:Was ist denn die verfügbare Alternative (zur AfD) um ihre Anliegen wirksam zu gewichten und Gehör zu erfahren?

Wie sollen die Menschen, die von reellen Zukunftsängste geplagt sind und sich weder verstanden noch mitgenommen fühlen, Druck auf die politischen Eliten ausüben?


Gegenfrage (ohne Schaum vor dem Mund): Wie gut funktioniert das bisher denn?

Strafraumgitarre
Benutzeravatar
Halbdaggl
darkred hat geschrieben:Wie sollen die Menschen, die von reellen Zukunftsängste geplagt sind und sich weder verstanden noch mitgenommen fühlen, Druck auf die politischen Eliten ausüben?
Da spielt die Hoffnung eine große Rolle, dass die AfD als Türöffner wirkt, als Korrektiv, dass die 'Politik für Besserverdienende' (o.s.ä.) aufbrechen und zur Veränderung zwingen kann. Und die Motivation der Wähler dahinter ist nicht nur die hier stets vorn angestellte Triebfeder aus Rassismus und Nationalismus. Die spielt sicher auch eine Rolle, aber mir deucht, dass die Menschen mit den unterschiedlichsten Potpourris an Zukunftsängsten hier dtl. in der Überzahl sind.

Wer sehenden Auges Rassisten und Nationalisten als Plattfom für sein Anliegen nutzt, die wiederum immer unverblümter den Schulterschluss mit dem äußersten rechten Rand suchen, der macht auch zwangsläufig deren Anliegen zu seinem eigenen.

Und wer aus oftmals durchaus realen und berechtigten Zukunftsängsten heraus auch nur den Hauch eines Lösungsansatzes in Parolen wie "Deutschland den Deutschen" sieht, der weckt damit Zukunftsängste in mir und hat aus meiner Sicht jegliche Berechtigung auf Gehör bereits im Ansatz wieder verspielt.

Man kann sich nicht mit jenen einlassen, die sich im Urschlamm niederster Instinkte suhlen und dabei selbst eine weiße Weste bewahren. Das funktioniert einfach nicht.

Es macht schlicht und einfach einen entscheidenden Unterschied, ob man sich für die eigenen Rechte ensetzt, oder gegen die Rechte anderer. Und wer zu dieser elementaren und dabei ganz und gar simplen Unterscheidung geistig oder moralisch nicht in der Lage ist, darf sich dann bitteschön auch mit keiner Silbe beschweren, wenn er mit den Hetzern und Brandstiftern in einen Topf geworfen wird, denn er macht sich bereits durch pure Anwesenheit mit ihnen gemein. Oder in der bunten Welt des Internets und der asozialen Medien eben durch das Nachplappern und Wiederholen ihrer Parolen und "Argumente".

Das magst Du nun möglicherweise als "moralinsauer" abtun, es ist und bleibt aber dennoch meine Überzeugung.


Konfuzius sagt: "In der Nähe von Zinnober wird man rot, in der Nähe von Tusche wird man schwarz."
Strafraumgitarre ergänzt: "In der Nähe von Scheiße wird man braun!"
Fick den Reichskanzler! Und den Kaiser!


factotum
Benutzeravatar
Granadaseggl
Eigentlich gehts doch genau darum hier die ganze Zeit. Die Abgrenzungsfragen sind doch so schwierig.
Macht sich jemand zum Nazi, oder auch nur mit denen gemein, der gerne einen kontrollierteren Zuzug hätte? Oder einfach weniger Einwanderer (nicht meine Meinung, sake of argument)? Reicht es wirklich schon, dass die Nazis das auch wollen?

Bei den Demos ist das noch vergleichsweise einfach zu lösen. Wenn man da merkt, das man in schlechte Gesellschaft gerät, dann verlässt man die Veranstaltung, wenn man nicht tapfer genug ist, die Gelegenheit gleich zu politischer Agitation zu nutzen. Aber ansonsten bleibt den Demokratiefreunden doch wenig anderes übrig, als immer wieder zu checken, zu reden, zu klären. Das wird nie aufhören. Können.
The shit that used to work, won`t work now.

Paleto Gaffeur
Halbdaggl
factotum hat geschrieben:Eigentlich gehts doch genau darum hier die ganze Zeit. Die Abgrenzungsfragen sind doch so schwierig.
Macht sich jemand zum Nazi, oder auch nur mit denen gemein, der gerne einen kontrollierteren Zuzug hätte? Oder einfach weniger Einwanderer (nicht meine Meinung, sake of argument)? Reicht es wirklich schon, dass die Nazis das auch wollen?

Bei den Demos ist das noch vergleichsweise einfach zu lösen. Wenn man da merkt, das man in schlechte Gesellschaft gerät, dann verlässt man die Veranstaltung, wenn man nicht tapfer genug ist, die Gelegenheit gleich zu politischer Agitation zu nutzen. Aber ansonsten bleibt den Demokratiefreunden doch wenig anderes übrig, als immer wieder zu checken, zu reden, zu klären. Das wird nie aufhören. Können.


Und was noch viel schlimmer ist: Auf dieser Ebene werden gar keine Sachfragen mehr geklärt.....die sind so gar nicht mehr klärbar, weil es nur darum geht was der andere für einer zu sein scheint. Die Hirntoten haben die Diskussionsfähigkeit in einen Catch22 getrieben, der nur ihnen nützt, weil sich keiner mehr Sachfragen widmet aus Angst, als linksversiffter Gutmensch oder Nazi tituliert zu werden.

de mappes
Benutzeravatar
Spamferkel
Unter Westfalen hat geschrieben:@ de mappes
Könntest Du Dich auch mal dazu äußern, was ich jetzt auf Deinen Wunsch hin, erläutert habe?


Ja werde ich zeitnah...wenn ich es bis dahin vergesse erinnere mich gerne nochmal...gerade reicht die Zeit nicht, die die Antwort verdient ;)
Don't criticize what you can't understand

Unter Westfalen
Benutzeravatar
Grasdaggl
de mappes hat geschrieben:
Unter Westfalen hat geschrieben:@ de mappes
Könntest Du Dich auch mal dazu äußern, was ich jetzt auf Deinen Wunsch hin, erläutert habe?


Ja werde ich zeitnah...wenn ich es bis dahin vergesse erinnere mich gerne nochmal...gerade reicht die Zeit nicht, die die Antwort verdient ;)


Ja, pass auf, dass Dein Schwenkbraten nicht ankohlt.!
;)
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai


factotum
Benutzeravatar
Granadaseggl
Und was noch viel schlimmer ist: Auf dieser Ebene werden gar keine Sachfragen mehr geklärt.....die sind so gar nicht mehr klärbar, weil es nur darum geht was der andere für einer zu sein scheint.


Ha. PG, habe grade beim sonntäglichen Zeitvertreib Zeitunglesen was gefunden, was deinen (leider sehr zutreffenden) Punkt etwas umfangreicher behandelt. Obacht, sind 4 Seiten. Zwischendurch schwurbelts etwas (oder ich bin zu blöd, auch gut möglich).

Debattenkultur also:

https://www.zeit.de/2018/37/moral-hypermoral-ideologiekritik-arnold-gehlen


edit sagt: Leseempfehlung ist beabsichtigt, trotz der relativierten Schwurbelbemerkung..
The shit that used to work, won`t work now.


Manolo
Grasdaggl
Kronenclub hat geschrieben:
Manolo hat geschrieben:
Auswurf hat geschrieben:weil manche gerne bemängeln, die cdu sei zuweit von ihren früheren standpunkten abgerückt und hätte deshalb ihre integrative rolle für rechtsausleger eingebüßt
- würdet ihr wirklich gerne auf die liberalisierung in gesellschafts und familienfragen der letzten 20 jahre verzichten?
das wäre wohl der preis


Im ersten Schritt stellt man es ja nur fest. Im zweiten schritt wird es dann unterschiedlich bewertet. Was ich nicht unterschreiben würde, wäre ein freibrief für alljene, die konservativ sind und sich bis heute weil sie "verlassen" wurden einer rechtsnationalen partei an den hals werfen. Wobei man die afd unter lucke vielleicht noch als kobservative alternative ansehen konnte. Für einige, die am anfang zur afd wechselten, kann ich daher durchaus verständnis aufbringen. Nur allerspätestens jetzt müssten sie eben wieder raus.


Zu den Nichtwählern dann ?


Zum Beispiel. Wenn man als Konservativer Homo-Ehen ganz schrecklich findet, kann man aber auch PBC wählen. Geht es einem um den Euro bsp. Luckes Partei. In Bayern sind mW die Freien Wähler eine ziemlich konservative Alternative. Kommt eben auch immer darauf an, was einen stört und was man mit seiner Stimme zeigen will. Geht es einem nur darum, Protest zu zeigen, kann man auch Die Partei wählen.
Hier könnte ihre Werbung stehen.

muffinho
darkred hat geschrieben:Das ist genau die Frage.
Wohin sollen die Leute denn mit ihrem Protest gegen den aktuellen Politikstil und den darin "arrangiert" agierenden Volksparteien? Denn so ja die hauptsächliche Sicht der Unzufriedenen, nehm ich mal stark an. Sollen sie sich in einer neuen APO organisieren? Was ist denn die verfügbare Alternative (zur AfD) um ihre Anliegen wirksam zu gewichten und Gehör zu erfahren?


Jetzt mit etwas mehr Zeit kann ich diesen Punkt mal aufgreifen. Manolo hat da schon die Vorarbeit geleistet, ich setze da mal tiefer an: wenn Du gegen irgendwas protestierst, dann solltest Du Dich nicht nur fragen, auf welchen Missstand Du eigentlich aufmerksam machen möchtest, sondern auch welche Konsequenzen dies haben kann. Anders formuliert, wenn Du aus Protest gegen hohe Zinsen bei Deiner Bank vor der Filiale entweder Dich oder die Filiale mit Benzin übergießt und anzündest, hast Du sicher die gewollte Aufmerksamkeit, aber auch entsprechende Konsequenzen. Bei einer Wahl sind die Konsequenzen eben, dass die gewählte Partei nicht nur auf das von Dir gewünschte Problem aufmerksam macht, sondern auch andere beiläufige Dinge anstellen kann, wie Blockade, negative Schlagzeilen, was sich auf Investoren, ausländische Firmen oder Studenten/Einwanderer auswirken kann, eine Bildung oder Verschärfung von gesellschaftlicher Spaltung oder andere Punkte wie Unterminierung der Pressefreiheit, Menschenrechte oder andere Errungenschaften, die unsere Vorfahren oder ausländische Soldaten teuer erkämpft haben. Wir lachen über Trump und sorgen uns über die dortige Entwicklung wie Zensur, Manipulation oder Druck von Amts wegen, bedenken aber nicht dass dies bei uns durch solche Wahlen ebenfalls in den Bereich des Möglichen fällt, oder kann man etwa behaupten dass die AfD und die Presse ein inniges Verhältnis pflegen?

Zudem, und hier ist es wieder mal schade dass Nice den alten Thread gelöscht hat, denn den folgenden Punkt hatte ich schon ausführlich franky erklärt, als er wieder mal über die zu lockere Mietbremse bzw. hohe Mieten und Hartz4 gekotzt und gleichzeitig wieder mal Sympathien für die AfD entwickelt hat, die er zwar nie wählen will, aber schon verstehen kann, dass Menschen sie wegen den o. g. Problemen wählen... ich habe ihm dann mal das Wahlkampfprogramm der AfD zu diesen beiden Punkten zitiert, danach war Ruhe. Was ich damit sagen will, man sollte bei Wahlen eben auch mal schauen, welche Punkte neben dem Hauptslogan der Partei auf mich zukommen könnten, und wenn ich da mal in den Osten schaue, dann würde ich mal sagen, dass ein nicht geringer Teil der Spacken, die am liebsten durch die AfD alle Ausländer in den nächsten Zug setzten würden, halt auch von staatlichen Leistungen abhängig sind, die die AfD halt auch nicht so toll findet. Da muss man dann eben schauen, was einem wichtig ist.... hundert Euro mehr Geld jeden Monat oder ein paar Ausländer weniger, wobei das eben auch lachhaft ist, gerade im Osten... ich war da dieses Jahr 2 Mal beruflich drüben, wenn Du da durch die City läufst, da kommt Dir kaum was ausländisches entgegen, wie man es etwa in Stuttgart gewohnt ist. Da haben die Leute teilweise einen niedrigen einstelligen Prozentanteil an Ausländern, aber die noch aus dem Dorf/Stadt/Landkreis zu bekommen ist dann wichtiger als Arbeit, Sozialleistungen oder kulturelles Angebot... ist doch der Wahnsinn, oder?

So, wie sieht dann artgerechter Protest aus? Ich kann es Dir nicht sagen, weil ich nur für mich entscheiden kann, was ich für eine Motivation, Erwartungen und Ziele an einen Protest knüpfe, und ich kann nicht für andere Menschen sprechen. Ich kann nur sagen, dass die AfD aus einer euroskeptischen Partei entwachsen und längst zu einer Partei geworden ist, die je nach Strömung oder Bundesland entweder fremdenfeindlich oder rechtsradikal geworden ist. Jeder sollte über die Nachrichten mitbekommen, was da teilweise abgeht, sei es geleakte Chatprotokolle oder Verhalten von Besuchergruppen im KZ, analog zu Pegida, und wer dann zu solch einer Demo wie in Chemnitz geht, die von selbigen Gruppen initiiert wurde, dann braucht mir nachher keiner mit "ich bin doch nur ein besorgter Bürger und will auf einen Missstand hinweisen" kommen.... wer mit der Scheiße spielt, stinkt eben nachher.

Unter Westfalen
Benutzeravatar
Grasdaggl
@darkred

1. Du badstuberst mich wegen einigen ironisch-polemischen Posts an.
2. Du stellst eine Frage über den Islam in Deutschland in den Raum.
3. Ich nehme ausführlich dazu Stellung. Sogar mappes horcht auf.
4. Und Du?
5. Der Rest ist Schweigen.
6. Echt geil.
7. Badstuber.
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai

de mappes
Benutzeravatar
Spamferkel
Unter Westfalen hat geschrieben:
de mappes hat geschrieben:oh Rudi fungiert hier auch nur noch als pressewart...

@uwe

[/4. Dass dies so geschehen konnte, ist ein schweres Versäumnis der jeweiligen in den europäischen Ländern regierenden Parteien. Dies hat den in ganz Europa wachsenden Widerstand gegen alles, was islamisch ist, beschleunigt.quote]

wie meinst du das?
könntest du das Versäumnis etwas genauer beschreiben?
würde mich interessieren..danke :prost:


@de mappes

Der Absatz 4 bezieht sich auf den vorangegangenen Absatz 3.
Ich möchte damit sagen, dass es eigentlich seit Jahren bekannt ist, dass es im Islam Strömungen gibt, die unseren westliche Werten (Definition siehe bei @ Airwin) diametral gegenüberstehen, die den modernen Islam wieder zurückführen wollen. Man hat es in allen europäischen Ländern, in denen der Anteil der Muslims über der Wahrnehmungsschwelle ist, laufen lassen, man hat sich nicht darum gekümmert, was in den Moscheen gepredigt wird und man hat es versäumt, den Islamunterricht an die Schulen zu bringen. Und jetzt läuft man hinterher.


ja das ist nicht von der Hand zu weisen.
danke für die Erläuterung.
ich gehe noch einen schritt weiter: Gerade Frankreich ist ein extremes Beispiel dafür, wie sich in den vororten (banlieues) ghettoänliche gebilde formen, bei denen jegliche art von Extremismus auf fruchtbaren boden fällt. ich würde behaupten (ohne beleg), dass selbst bei radikalem entgegensteuern hinsichtlich der Verbreitung dieser "negativen" islamischen Strömungen unter diesen Umständen auch eine andere art von Extremismus sich breit machen würde. Also unsere beiden ansätze sind eng miteinander verknüpft und ich denke man kann bzw. hätte sie nur zusammen angehen/lösen können
Don't criticize what you can't understand

darkred
Benutzeravatar
Halbdaggl
thoreau hat geschrieben:
darkred hat geschrieben:Was ist denn die verfügbare Alternative (zur AfD) um ihre Anliegen wirksam zu gewichten und Gehör zu erfahren?

Wie sollen die Menschen, die von reellen Zukunftsängste geplagt sind und sich weder verstanden noch mitgenommen fühlen, Druck auf die politischen Eliten ausüben?


Gegenfrage (ohne Schaum vor dem Mund): Wie gut funktioniert das bisher denn?


@thoreau und @strafraumgitarre

Es geht mir doch nicht um die Sinnfrage bei der Beleuchtung des Themas.
Ich bin ja weitestgehend bei Euch, dass die AfD keine Alternative im konstruktiven, sachpolitischen Sinne ist.
Mir geht es darum, nachvollziehen zu können, worin die Motivation liegt ein Kreuz bei den Pfeifen zu machen. Und in dieser Betrachtung geht es mir wiederum nicht um die unbelehrbaren Stammtischnazis, sondern um die Erosion der konservativen Mitte, ohne die eine solch beispiellose Prosperität der AfD ja gar nicht möglich wäre.

In einer Studie der Bertelsmann-Stiftung (2017) nach Milieu-Zugehörigkeit, zeigt sich eine stärker werdende Konfliktlinie zwischen Modernisierungsbefürwortern und -skeptikern. Und zwar insbesondere daran, dass zwei Drittel der AfD-Wähler bei den Modernisierungsskeptiker eingeordnet werden können. Die AfD sei also ganz überwiegend von Menschen gewählt worden, "die der sozialen und kulturellen Modernisierung zumindest skeptisch gegenüberstehen". Damit habe die AfD ein Alleinstellungsmerkmal im Parteispektrum. Denn die Wähler aller anderen Parteien gehören laut Studie mehrheitlich den Milieus der Modernisierungsbefürworter an. Dies gilt demnach für 52 Prozent der Unionswähler und für 56 Prozent der SPD-Wähler. Bei der FDP liegt der Anteil bei 59 Prozent, bei der Linken bei 62 Prozent und bei den Grünen sogar bei 72 Prozent.

Weiter geht aus der Studie hervor, dass die Wahbeteiligung in wohlhabenderen Wahlbezirken zurück gegangen ist, während im sozial prekären Milieu die AfD mit 28 Prozent ihr stärkstes Ergebnis erzielt habe. "In keinem anderen Milieu ist der Erosionsprozess der etablierten Parteien und die Dominanz der Nicht- und Protestwähler so weit fortgeschritten wie im prekären Milieu", sagte die Studienautorin Klaudia Wegschaider.

Beim Kampf um das Milieu der "Bürgerlichen Mitte" machte die AfD der Studie zufolge vor allem CDU und CSU Konkurrenz. So gewannen die Rechtspopulisten in dieser Gruppe mit 20 Prozent der Stimmen rund 15 Prozent hinzu, während die Union dort genauso viel einbüßte. Damit erlitt sie laut Studie den größten Verlust aller Parteien in einem einzelnen Milieu.

Daraus ergibt sich ja ein recht eindeutiges Lagebild.
Die AfD schafft es zunehmend (Nicht-)Wähler aus prekären Milieus für sich zu gewinnen, plus den Modernisierungsskeptikern die den Volksparteien von der Stange gingen und gehen. Indem die Wohlstandsgewinner gleichzeitig weniger wählen gehen, verschiebt sich die Parteienarithmetik deutlich nach rechts. Meine Schlussfolgerung daraus ist und bleibt die, dass die arrivierten Regierungsparteien die AfD vllt. nicht hätte verhindern können, aber das Ausmaß des Erstarkens alle mal. Und das ist für mich nun mal das kausal Wichtige, wenn man die Entwicklung nachvollziehen will.

Dass man mit dem Kreuz als Protestwähler die eklige braune Soße "mitkauft" leuchtet mir ein und das verurteile ich als Bürger auch, nur kann ich es eben genauso gut nachvollziehen (nicht billigen!), wenn sich konservative, unzufriedene, nicht verstandene ... Wähler der AfD zuwenden, weil sie darin ihr einzige Chance auf Kurskorrektur, auf Veränderung sehen. Ich komme immer wieder darauf zurück. Die etablierten Parteien, haben beim "Sturm auf die politische Mitte" Teile der Gesellschaft links liegen lassen ... und wenn es auch nur darum ginge, den Leuten die Politik so zu erklären, dass diese Modernisierungsskepsis nicht in totalem Vertrauensverlust in die "Volksparteien" mündet. Das ist der Punkt der mich interessiert und umtreibt.

darkred
Benutzeravatar
Halbdaggl
Unter Westfalen hat geschrieben:@darkred

1. Du badstuberst mich wegen einigen ironisch-polemischen Posts an.
2. Du stellst eine Frage über den Islam in Deutschland in den Raum.
3. Ich nehme ausführlich dazu Stellung. Sogar mappes horcht auf.
4. Und Du?
5. Der Rest ist Schweigen.
6. Echt geil.
7. Badstuber.


:shock: :?:

Pardon.
Ich hatte in deinem Statement keine Aufforderung zur Diskussion gesehen. Zu mal ich mit dem meisten ja konform gehe.
Und was darf ich bitte mit "echt geil" und "anbadstubern"... anfangen?
Mit links aufgestanden heute? 8)

5. Die Hoffnung, in Europa könne sich eine Multi-Kulti-Gesellschaft etablieren, ist schon vor Jahren zerstoben. Daraus aber, in einer völlig verkehrten Bewertung der tatsächliche Verhältnisse, eine "Islamisierung" des Landes heraufzubeschwören und den Untergang unserer "westlichen Werte" (kann mir die mal jemand definieren) heraufzubeschwören und durch Hetzpropaganda, hier meine ich die AFD und rechtspopulistische Gruppierungen, einen Keil in die Gesellschaft zu treiben, ist moralisch verwerflich, wird aber zum Glück in unserer Gesellschaft, die ich nach wie vor als gefestigt ansehe, nie mehrheitsfähig werden.


Wer beschwört denn eine Islamisierung des Landes herauf?
Es wäre schön wenn man diese Fragen nicht immer derart polarisiert diskutieren könnte. Auch wenn es in der zeitgenössischen Medienhysterie gerne so vorgelebt wird. :P ;)

Ich frage mich halt letztlich nach den Motiven der Überfremdungsängste.
Und da muss man die Betrachtung meinetwegen auch gar nicht zu den "westlichen Werten" hoch stilisieren, denn was da landläufig drunter zu subsummieren ist, von der Individualität bis zum Pluralismus, von der Solidarität bis zum Hedonismus, von der Toleranz über die religiöse Vielfalt bis zum Laizismus, beschriebt man besser mit Gewohnheiten ... oder mit Rechte und Regeln ... oder um gesellschaftliche Ideale. Aber auch wurscht. Es geht im Grunde ja, wie im voran gegangenen Beitrag bereits dargelegt, um den gesellschaftlichen Wandel, verändert durch weltpolitische Geschehnisse und Entwicklungen. Besser gesagt, um die damit verbundenen Ängste der Menschen hierzulande.

Und dazu gehört auch das Aufeinandertreffen versch. Kulturkreise mit all den damit einhergehenden Eigenheiten und Vorurteilen. Das was Du als "Keil in die Gesellschaft treiben" der AfD zuschreibst, ist ja aber zuallererst eine Entwicklung den die Gesellschaft (Teile der Gesellschaft) selbst hervor gebracht hat und von der AfD letztlich nur aggregiert und populistisch ausgeschlachtet wird. Ist nicht der wirkliche Skandal der, dass die arrivierten Volksparteien diese geballte Protesthaltung erst ermöglicht hat, indem Sie die Potenzierung dieser Stimmen zusehends ignoriert hat?

Patriarchat, rückständiges Welt-, Frauen- und Religionsbild, Extremismus, gefühlt weit niedrigere Schwelle für Gewaltverbrechen (Messerstechereien, Amokläufe, etc.) sind die Dinge die die Menschen umtreiben, plus der ebenfalls gefühlten Unfähigkeit eben diese Menschen schnell abzuschieben. Und wenn die Regierenden nichts weiter zu verlautbaren haben als "wir schsffen das", dann ist es ein leichtes nachzuvollziehen, wieso der rechte Rand so erstarken konnte. Ich will das jetzt gar nicht gemäß Subjektivität/Objektivität werten, ich versuche nur die Motivation hinter dem schnellen Anwachsen zu ergründen.

Airwin
fast nur vernünftige beiträge heute, chapeau. Der ZEIT-artikel den factotum eingestellt hatte, ebenfalls sehr lesenswert.
Ein thema ging etwas unter - heute gibt es ja sicher noch was neues von maaßen. Seine bewertung "keine hetzjagden" ist eigentlich uninteressant. Aber die bewertung "zweifel an der authenzität des videos" ist spannend. Das video selber dürfte ja eindeutig echt sein - wurde in der ZEIT (?) ja ausführlich beschrieben.
Was meint der dann mit authenzität? Die wahrscheinlichkeit, dass in einer horde rechter hools ein verfassungsschutz-V-mann dabei war dürfte recht hoch sein. Auch die möglichkeit, dass antifa-zeckenstich seine brötchen bei herrn maaßen verdient sollte man im auge behalten. Irgendwas neues bzgl des videos muß er jedenfalls wissen - oder er ist halt ein vollidiot :arr:

Unter Westfalen
Benutzeravatar
Grasdaggl
@darkred

"badstubern" (©UWe): dem anderen etwas vorhalten, was man selbst manchmal, gelegentlich, ab und zu tut.

Edit: die Aufnahme in den Duden ist beantragt. :P

Geflissentliche Anmerkungen inhaltlicher Art folgen.

:lol:
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai

de mappes
Benutzeravatar
Spamferkel
wenn das die Wortbedeutung sein soll, könnte man es generell fussballern nennen..denn jeder wirft jedem ab und an dinge vor, die er selbst falsch macht...ansonsten wäre es auch sehr leise auf dem platz ;)
Don't criticize what you can't understand



Kronenclub
Granadaseggl
Manolo hat geschrieben:
Kronenclub hat geschrieben:
Manolo hat geschrieben:
Im ersten Schritt stellt man es ja nur fest. Im zweiten schritt wird es dann unterschiedlich bewertet. Was ich nicht unterschreiben würde, wäre ein freibrief für alljene, die konservativ sind und sich bis heute weil sie "verlassen" wurden einer rechtsnationalen partei an den hals werfen. Wobei man die afd unter lucke vielleicht noch als kobservative alternative ansehen konnte. Für einige, die am anfang zur afd wechselten, kann ich daher durchaus verständnis aufbringen. Nur allerspätestens jetzt müssten sie eben wieder raus.


Zu den Nichtwählern dann ?


Zum Beispiel. Wenn man als Konservativer Homo-Ehen ganz schrecklich findet, kann man aber auch PBC wählen. Geht es einem um den Euro bsp. Luckes Partei. In Bayern sind mW die Freien Wähler eine ziemlich konservative Alternative. Kommt eben auch immer darauf an, was einen stört und was man mit seiner Stimme zeigen will. Geht es einem nur darum, Protest zu zeigen, kann man auch Die Partei wählen.


Mit einer Stimmvergabe an die Grauen oder Bibeltreue Christen oder sonstige Parteien erreicht man sicherlich kein Umdenken bei den großen Parteien.
Zudem je höher Stimmenanteil der ganzen Parteien unter 5 %, umso weniger Stimmen brauchen die großen Parteien, um prozentual gesehen eine Mehrheit bei den Wahlen zu erreichen.
Genau das möchte man ja aber als Protestwähler auch nicht unbedingt.
#verpisst euch alle#

de mappes
Benutzeravatar
Spamferkel
Auswurf hat geschrieben:tiffi
wählst Du eigentlich Helmut Markwort,
oder hast Du das glück in nem anderen wahlkreis zu wohnen?


der macht mit 82 ernsthaft noch Politik?

btw:
Der Werbespruch des Focus „Fakten, Fakten, Fakten“ wurde zum geflügelten Wort. Dieser wurde vom Satiremagazin Titanic im Rahmen einer Karikatur als „Ficken, Ficken, Ficken“ humoristisch verarbeitet, was schließlich eine erfolglose[6] Klage seitens Markworts nach sich zog.[7]


:lol:
Don't criticize what you can't understand

Tifferette
Benutzeravatar
Grasdaggl
Auswurf hat geschrieben:tiffi
wählst Du eigentlich Helmut Markwort,
oder hast Du das glück in nem anderen wahlkreis zu wohnen?

Oh Gott, das musste ich kurz nachschauen. Anderer Wahlkreis. Puha, das war knapp, der ist für mich aus mehreren Gründen unwählbar.....

*schwitz*
"They may be drinkers, Robin, but they are also human beings."

(Batman)