403 Beiträge






Als Kapitän Christian Gentner nach der jüngsten 0:2-Niederlage gegen Leipzig auf die Stimmungslage des eigenen Anhangs angesprochen wurde, sagte er: „Da ist immer noch die Angst in den Köpfen.“ Die Angst vor dem Abstiegskampf – oder schlimmer: vor dem neuerlichen Gang in die 2. Liga. Eine derartige atmosphärische Störung kann von den Rängen schnell auf die Mannschaft überspringen, die Spieler lähmen und zu Fehlern führen. Ein gern genommener Weg zur Korrektur ist die Suche nach einem Sündenbock: Über Trainer Tayfun Korkut wird deshalb wenig überraschend diskutiert.


Nehmt dem doch endlich mal die Kapitänsbürde ab. Man hätte das Amt Gomez geben können, ohne dass Gentner das Gesicht verliert – allerdings würde Gomez das vermutlich gar nicht wollen. Zieler könnte den Job auch übernehmen. Gentner ist ständig im Verwaltungsmodus – angeblich verstreut er in der Kabine durchaus den nötigen Pfeffer, aber der Eindruck von außen ist ein ganz anderer, das bestätigt sich überhaupt nicht.

Gegen Mainz kann man verlieren. Das kann man sagen, aber dass man gegen Mainz nicht gewinnen muss, kann man nicht sagen, obwohl es das selbe meint. Und die Fans haben nicht unbedingt Angst vor einem Abstieg, sondern sie haben ihren Verein für Investoren geöffnet und wollen was dafür sehen. Eine Phase, in der nix zusammenläuft, ist immer möglich – aber trotzdem muss man die Panik der Leute verstehen: es sind nur 34 Spiele, so eine Saison hat man sich schnell versaut. Dabei bin ich mir sicher, dass die meisten am Ende auch mit Platz 11 zufrieden wären (oder vielleicht 9), aber sie wollen das Feld nicht schon wieder von hinten aufrollen müssen, das macht einfach keinen Spaß.


Als „grenzwertig“ bezeichnete Florian Kohfeldt diese Debatte, schließlich habe der VfB-Kollege sein Team zuletzt zu einer starken Rückrunde geführt. Die ausbleibenden Ergebnisse sind jedoch das eine, der zentrale Vorwurf an Korkut ist, dass er nicht das Optimale aus dem Kader herausholt und nicht offensiv genug agiert. Das sieht Kohfeldt anders. In der Vorsaison habe Stuttgart tatsächlich sehr kompakt agiert und versucht, über einzelne Aktionen zum Erfolg zu kommen. „Jetzt sind sie eher offensiv ausgerichtet. Sie versuchen, das Spiel zu machen und aktiv zu gestalten“, sagte der Werder-Coach.


Richtig, und das ist halt ein Baustein. Letzte Saison ist ihnen auch oft der Spielverlauf zugute gekommen, weil sie in Führung gingen. Liegst du hinten, musst du das Spiel machen – das funktioniert nicht, aber das heißt nicht, dass sie es nicht wollen oder versuchen. Korkut hat recht, man muss nicht vier Stürmer aufstellen, um offensiv zu agieren. Ein Sechser mit so Feldherr-Qualitäten wäre halt nicht schlecht – stattdessen hat man mit Gentner und Castro zwei Schweizer Offiziersmesser, die ALLES können und eine Handvoll Leute die AUCH auf der Sechs können, aber keinen Spezialisten. Ascacibar halte ich auch an schlechten Tagen für quasi unverzichtbar, aber nicht allein auf dieser Position.

Vielleicht ist der Gedanke, dass der Trainer sie nicht lässt, nicht so deprimierend wie der Gedanke, dass sie es überhaupt nicht können. Dabei sehe ich darin kein spezielles VfB-Problem: Spielzerstörung ist leichter und billiger als Spielgestaltung, das ist halt so, daran haben andere Mannschaften auch zu knabbern, und das ist der Hauptgrund für die Ausgeglichenheit der Liga: es treffen viele ideenlose Teams aufeinander. Korkut wirkt aufgrund seiner Umstellungen ratlos, und wahrscheinlich wird er eh rausgeschmissen, weil sich Reschke gezwungen sieht, aber der Kader bzw. die Aufstellung ist halt kein Puzzle, für das es genau eine Lösung gibt.


muffinho
Ich sehe ehrlich gesagt gerade nichts positives, und ich kann nicht glauben, dass ich mal so negativ tippe, aber ich rechne mit einer dicken 0:3 Klatsche und am Montag haben wir einen neuen Trainer.

Die letzten Spiele haben irgendwie Spuren hinterlassen. Man kann verlieren, man kann auch in Serien verlieren oder nicht gewinnen, bei den Spielen unter Zorniger war unter dem Strich auch alles scheiße, aber spielerisch ging es nach vorne, man hat die spielerischen Ansätze gesehen, jedenfalls in der Offensive, und irgendwie hatte man jedes Spiel den Glauben, dass es dieses Mal besser in der Defensive klappt und die gefühlt 100 Chancen endlich mal besser verwertet werden. Dieses Mal sehe ich schwarz. Nach vorne geht nichts und hinten scheint das gegnerische Spiel oft zu schnell für unsere Mannschaft.

Haber hat geschrieben:ich würde den Gegner einfach auskontern. Natürlich kreativ. ..

;)


Natürlich kreativ, denn zum unkreativen Kontern geben einem die Säcke ja keinen Platz.

Der “Ballbesitzfußball” kommt mir allgemein zu schlecht weg – wenn einem der Gegner den Ball hinlegt und sich zurückzieht, dann muss man eben Ballbesitzfußball spielen, weil man den Ball besitzt. Das ist aber auch eine kulturelle Sache: von einem Verein wie dem VfB mit den vielen Zuschauern und Daimler im Rücken usw. wird verlangt, was fürs Spiel zu tun – man versteht sich als großer Verein, ganz egal ob das zum jeweiligen Zeitpunkt auch wirklich so ist oder nicht. Die Augsburger und Mainzer haben’s da leichter.


Unter Westfalen
Benutzeravatar
Grasdaggl
Vergeblicher Traum
(frei nach Franz Kafka)
@Haber gewidmet


Wenn
unser Mario
endlich vom Ochsen zum Bullen erwachte,
mit schnaubenden Nüstern den Rasen umpflügte
und die Feinde in Schrecken versetzte,
erhöbe sich meine Seele
in elysische Gefilde.

Da aber
Gomez
wie immer
als Blinder gegen Sehende
das Momentum des Tores
wie die Nähnadel
im vergilbenden Rasen
nicht findet,
umnachtet mich Traurigkeit
und ich weine.
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai


de mappes
Benutzeravatar
Spamferkel
Nice Weather hat geschrieben:
Haber hat geschrieben:ich würde den Gegner einfach auskontern. Natürlich kreativ. ..

;)


Natürlich kreativ, denn zum unkreativen Kontern geben einem die Säcke ja keinen Platz.

Der “Ballbesitzfußball” kommt mir allgemein zu schlecht weg – wenn einem der Gegner den Ball hinlegt und sich zurückzieht, dann muss man eben Ballbesitzfußball spielen, weil man den Ball besitzt. Das ist aber auch eine kulturelle Sache: von einem Verein wie dem VfB mit den vielen Zuschauern und Daimler im Rücken usw. wird verlangt, was fürs Spiel zu tun – man versteht sich als großer Verein, ganz egal ob das zum jeweiligen Zeitpunkt auch wirklich so ist oder nicht. Die Augsburger und Mainzer haben’s da leichter.


oder freiburger...oder...oder
klar...auch eine der vielen facetten der malaise :nod:
Don't criticize what you can't understand




de mappes
Benutzeravatar
Spamferkel
Könnte dann so aussehen:

Beck, Baumgartl, pavard, sosa
Ascacibar, Aogo
Gentner
Donis didavi
Gomez

Könnte aber auch sein, dass Donis den zweiten Stürmer gibt und gente sowie didavi auf den halbpositionen spielen
Man wird es sehen...bitte nicht gleich wieder nen frühen Rückstand

5er Kette wie hier vorgeschlagen erleben wir dann wieder beim Nachfolger
Don't criticize what you can't understand