Paleto Gaffeur hat geschrieben:ja ist schon saublöd, dass die Bundesliga kein Ponyhof ist und man bei Zeitüberschreitung absteigt, was das Geschäftsmodell ganz empfindlich stört....mehr als jeder Trainerwechsel.
Der VfB hat den 7. Platz seiner Abwehr zu verdanken. An der wurde punkto Stammpersonal nichts geändert, nur Sosa und Maffeo dazu. Korkut hat praktisch alle Mann hoch zur Verfügung gehabt ausser Pavard. Wenn die dann nicht funktioniert UND vorne nichts passiert UND von Spiel zu Spiel aufstellungstechnisch derselbe Bettel abgezogen wird, ist man halt letzter. WAS hat das mit Entscheidungen in Controllermanier zu tun?
Früher ist in diesem Verein zu lange gar nichts passiert, obwohl jeder gesehen hat, dass es nimmer geht und in einem Fall hat man die Schuld sogar auf die Strasse geschoben (remember Bochumheimspiel). Solche Pfeifen will ich nie wieder beim VfB sehen...NIE WIEDER!!
Stand heute gibt es nur EINE Altenative: Korkut raus oder nicht und angesichts der sich abzeichnenden Lernresistenz von TK hat man korrekt gehandelt und sich das ganz sicher nicht leicht gemacht.
Also zunächst: Ich kann die Entscheidung, Herrn Korkut freizustellen, komplett verstehen und nachvollziehen und hätte, wenn ich in der Entscheiderposition gewesen wäre, spätestens jetzt genau so gehandelt.
Denn das Auftreten der so genannten Mannschaft war erbärmlich (habe es drei Mal live im Stadion und zwei Mal im TV "erleben" "dürfen"): Da haben elf Individualisten auf dem Zufallsprinzip basierend den Fußball getreten, was sich folgerichtig in Fehlpässen zuhauf manifestiert hat, oft sogar eher als wilde Befreiungsschläge zum Gegner oder ins Aus denn überhaupt als Versuch, dem eigenen Mann die Kugel zukommen zu lassen. In sehr selten Momenten (die laut Wahrscheinlichkeitsrechnung nun mal auch im Rahmen der Möglichkeiten auftreten) hat man tatsächlich den eigenen Mann und sogar das gegnerische Tor gefunden und getroffen.
Das alles ist zunächst die ureigene Verantwortung des Trainers - und da hat er auf ganzer Linie versagt. Denn die Ergebnisse in dieser Saison waren fast immer in der taktischen Ausrichtung und Mannschaftsein- und aufstellung begründet.
Die Fragen, die ich mit meinem Post aufgeworfen habe, betreffen eher das Klima im Verein, in dem der jeweilige Trainer arbeiten muss.
Und da ist doch zunächst zu konstatieren, dass die beiden bislang unter WD amtierenden Trainer sehr defensiv spielen ließen. Hinten kompakt und sicher, vorne in der Hoffnung auf einen (Glücks-)Treffer, dabei der Fokus ganz klar auf Fehlervermeidung ausgelegt.
Natürlich kann man sagen, dass das eben die Taktik eines Aufsteigers oder eines Außenseiters sein muss, weil ja bekanntlich die Defensive die "Meisterschaften" gewinnt.
Interessanterweise gibt es aber genügend "Außenseiter", die durchaus mutiger und offensiver und insbesondere "zusammen"spielen, beispielsweise Freiburg, Bremen und sogar Düsseldorf. Das sind jetzt nur die Mannschaften, die ich bislang selbst beobachten konnte.
Woran liegt es also, dass hier von Seiten der Trainer offensichtlich die Hosensch...mentalität vorgezogen wird?
Mein Gefühl sagt mir (und ich behaupte mal, dass ich schon aus beruflichen Gründen ein sehr gut geschultes Gefühl habe, was Zwischenmenschliches angeht), dass hier (zumindest bisher) die Trainer unter ständigem Rechtfertigungsdruck gegenüber der sportlichen und sonstigen Führung gestanden haben und dass ein grundsätzliches Vertrauen in ihre Arbeit fehlte. Und da beide Trainer eher in der schwächeren Position waren, der eine bundesligaunerfahren und ohne den Sportvorstand, der schützend hinter ihm stand, der andere bislang nicht wirklich (und v.a. nicht längerfristig) erfolgreich, war es auch leichtes "Spiel" für die Leute im Verein, die gerne überall mitreden wollen. Und davon gibt es immer noch einige beim VfB, da bin ich mir sicher, und zwar nicht nur die, die es qua Position auch dürfen.
Wenn sich als nächster Trainer tatsächlich ein starker, selbstbewusster (und natürlich kompetenter) Typ von MR/WD verpflichten lässt, dann nehme ich meine Spekulationen zurück, versprochen.
Da die Hoffnung zuletzt stirbt, schaue ich durchaus positiv nach vorne. Denn besser als bisher muss es fast werden.
Wenn die Unfähigkeit einen Decknamen braucht, nennt sie sich Pech.
- Charles Maurice de Talleyrand -