Der Fußball hat es über die letzten Jahrzehnte ganz hervorragend hinbekommen, dass Politik und Justiz ihn in Ruhe lassen. Dadurch ist vieles den Bach runtergegangen - auch emotional - was nicht hätte sein müssen.
Im Grunde ist es recht einfach. Für jeden gelten Regeln, und bei Nichtbeachtung dieser Regeln gibt es nen Arschtritt. So weit, so einfach.
Es gibt Regeln, die gelten für jedermann, und es gibt Sonderregeln für bestimmte Bereiche. Das erste Problem beim Fußball ist, dass die für jedermann geltenden Strafgesetze (insb. Bestechung, Untreue und so) beim Fußball so gut wie nie ernsthaft verfolgt wurden. Da ist erst vor ein paar Jahren Bewegung reingekommen, als eine Staatsanwältin aus New York geschnallt hat, wie viel da im Argen ist und dass die Aufarbeitung ein Karrieresprungbrett sein kann. Dann kam das FBI und der FIFA-Prozess, mitsamt verschiedenen Verurteilungen. Es ist ein trauriger Fakt, dass das die einzige Gegebenheit war, in der juristisch mal irgendetwas passiert ist. Das passt leider ins Bild, denn in Deutschland und Europa klärt man Skandale erschreckend selten auf. Siemens, DFB, FIFA, die Liste ließe sich lange fortsetzen. Auch der Dieselskandal wäre ohne Einschreiten der US-Umweltbehörden nicht so ins Rollen gekommen. Daher reagiere ich etwas pelzig (hallo Nice!), wenn man die Aktivitäten des FBI nonchalant sarkastisch abtut. Denn das ist nicht perfekt, aber besser als nichts. Und die Strafverfolgungsbehörden können auch nur verfolgen (wenn sie wollen!), wenn Strafgesetze gebrochen werden. Einem Scheißladen treibt man so das Scheißesein nicht aus, man stellt nur bestimmte Praktiken ab.
Eine völlig andere Frage ist, ob der Fußball von außen gesondert reguliert werden muss. Also: Spezialregeln. Bisher reguliert sich der Fußball alleine selbst, und das auf die denkbar beschissenste Art und Weise. Man schreibt halbseidene Regeln (zB. 50+1 oder das Financial Fair Play) und setzt die dann nicht konsequent um. In der REgulierungstheorie ist so etwas der schlimmste Zustand, weil Regelbrecher und -umgeher gesonderte Renditen einführen. Daher verstehe ich absolut, wenn Fußballfans das Gefühl haben, dass ja ohnehin alles umsonst ist. Geld findet seinen Weg, und so. Man sollte dabei aber nicht vergessen, dass das alles auf einer unheilvollen Kombi aus Untätigkeit staatlicher Stellen und korrupten bzw. unfähigen Fußballverbänden ist. Und ich verstehe Trampel, wenn er auf gewohnt diplomatische Weise über dieses Kleinmäxchendenken abkotzt.
Ich habe über die Entwicklung des Profifußballs schon lange nachgegrübelt. Inzwischen bin ich der Meinung, dass man Regeln wie 50+1 über Bord werfen sollte. Die sind rechtlich nicht haltbar und es gibt inzwischen fast schon mehr Ausnahmen als Regelfälle. Das benachteiligt insbesondere Vereine wie den VfB. Das ist eine frustrierende Folge, aber ich sehe keine sinnvolle Alternative. Gleichzeitig müssen kartellrechtliche und strafrechtliche Regeln konsequent umgesetzt werden. Gerade letzteres ist bislang nicht der Fall, und das muss jawohl das absolute Minimum sein, auf das sich alle einigen können.
Und aus meiner sehr persönlichen Sicht: es ist in der Tat sehr frustierend, wenn Leute mit Begriffen um sich werfen, von denen sie augenscheinlich nichts verstehen. Regulierung und Strafverfolgung sind nunmal zwei ganz verschiedene Baustellen. Nicht jeder kann da trittsicher sein, das ist nun mal so und daher auch hinzunehmen. Dann ist es aber angezeigt, sich dusseligen Sarkasmus zu verkneifen.
Im Grunde ist es recht einfach. Für jeden gelten Regeln, und bei Nichtbeachtung dieser Regeln gibt es nen Arschtritt. So weit, so einfach.
Es gibt Regeln, die gelten für jedermann, und es gibt Sonderregeln für bestimmte Bereiche. Das erste Problem beim Fußball ist, dass die für jedermann geltenden Strafgesetze (insb. Bestechung, Untreue und so) beim Fußball so gut wie nie ernsthaft verfolgt wurden. Da ist erst vor ein paar Jahren Bewegung reingekommen, als eine Staatsanwältin aus New York geschnallt hat, wie viel da im Argen ist und dass die Aufarbeitung ein Karrieresprungbrett sein kann. Dann kam das FBI und der FIFA-Prozess, mitsamt verschiedenen Verurteilungen. Es ist ein trauriger Fakt, dass das die einzige Gegebenheit war, in der juristisch mal irgendetwas passiert ist. Das passt leider ins Bild, denn in Deutschland und Europa klärt man Skandale erschreckend selten auf. Siemens, DFB, FIFA, die Liste ließe sich lange fortsetzen. Auch der Dieselskandal wäre ohne Einschreiten der US-Umweltbehörden nicht so ins Rollen gekommen. Daher reagiere ich etwas pelzig (hallo Nice!), wenn man die Aktivitäten des FBI nonchalant sarkastisch abtut. Denn das ist nicht perfekt, aber besser als nichts. Und die Strafverfolgungsbehörden können auch nur verfolgen (wenn sie wollen!), wenn Strafgesetze gebrochen werden. Einem Scheißladen treibt man so das Scheißesein nicht aus, man stellt nur bestimmte Praktiken ab.
Eine völlig andere Frage ist, ob der Fußball von außen gesondert reguliert werden muss. Also: Spezialregeln. Bisher reguliert sich der Fußball alleine selbst, und das auf die denkbar beschissenste Art und Weise. Man schreibt halbseidene Regeln (zB. 50+1 oder das Financial Fair Play) und setzt die dann nicht konsequent um. In der REgulierungstheorie ist so etwas der schlimmste Zustand, weil Regelbrecher und -umgeher gesonderte Renditen einführen. Daher verstehe ich absolut, wenn Fußballfans das Gefühl haben, dass ja ohnehin alles umsonst ist. Geld findet seinen Weg, und so. Man sollte dabei aber nicht vergessen, dass das alles auf einer unheilvollen Kombi aus Untätigkeit staatlicher Stellen und korrupten bzw. unfähigen Fußballverbänden ist. Und ich verstehe Trampel, wenn er auf gewohnt diplomatische Weise über dieses Kleinmäxchendenken abkotzt.
Ich habe über die Entwicklung des Profifußballs schon lange nachgegrübelt. Inzwischen bin ich der Meinung, dass man Regeln wie 50+1 über Bord werfen sollte. Die sind rechtlich nicht haltbar und es gibt inzwischen fast schon mehr Ausnahmen als Regelfälle. Das benachteiligt insbesondere Vereine wie den VfB. Das ist eine frustrierende Folge, aber ich sehe keine sinnvolle Alternative. Gleichzeitig müssen kartellrechtliche und strafrechtliche Regeln konsequent umgesetzt werden. Gerade letzteres ist bislang nicht der Fall, und das muss jawohl das absolute Minimum sein, auf das sich alle einigen können.
Und aus meiner sehr persönlichen Sicht: es ist in der Tat sehr frustierend, wenn Leute mit Begriffen um sich werfen, von denen sie augenscheinlich nichts verstehen. Regulierung und Strafverfolgung sind nunmal zwei ganz verschiedene Baustellen. Nicht jeder kann da trittsicher sein, das ist nun mal so und daher auch hinzunehmen. Dann ist es aber angezeigt, sich dusseligen Sarkasmus zu verkneifen.
"They may be drinkers, Robin, but they are also human beings."
(Batman)
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