Rückrundenstart, das Wasser steht dir bis zum Hals, man ist sich einig, es muss mehr Tempo, mehr Intensität rein - und dann sowas. Kein Team-Spirit zu sehen, keinerlei sichtbares sich gegen den Trend stemmen. Man sehe sich nur mal die Handballer an. Die gehen mit 99° Betriebstemperatur rein und feiern sogar ein normales Festmachen als gelungene Abwehraktion einschließlich der gesamten Bank. Das ist Team-Spirit, den du in dieser Ausprägung sicher nicht die ganze Saison durchhalten kannst, aber während einer WM geht sowas schon mal, oder wenn dir das Wasser bis zum Hals steht - dann sollte das auch gehen.
Stattdessen sehen wir eine Vorstellung, die spielerisch, wie ich meine, gar nicht so schlecht war - zumindest deutlich besser als die Zeiten in der Vorrunde, wo wir praktisch gar nicht vor des Gegners Tor kamen - aber mit katastrophaler Körpersprache. Der eine rennt, der andere nicht, nimm du ihn, ich hab ihn sicher. Die Entstehung des 0:1, ein Gegner rennt los und Asci hinterher und grätscht dann noch unglücklich in den Schuss. Kein anderer bekommt Zugriff. Das 0:2, mehrere Leute direkt am Ballführenden dran, derweil Aogo in der ganzen Entstehung keinen Kontakt zu irgendeinem Mainzer herstellen kann. Und das 0:3 dann ein Eckball, wo zwei Leute am Fünfer praktisch frei stehen, während drei unsrige in der Nächer der Sechzehnergrenze staunen.
Die Einwechslung von Gonzalez hat die Misere dann schön augenscheinlich gemacht. Einen seiner ersten Pässe spielt er ins Seitenaus - nicht weil er schlecht gespielt ist, sondern weil der Abnehmer einfach nicht mit dem zu erwartenden Tempo steil geht. Dieser Kerle hat es dann übrigens mit seinem unermüdlichen Vollgasanrennen geschafft, die anderen immer mehr mitzuziehen, bis sich dann jeder die letzten 10 Minuten so präsentiert hat, wie ich das von Anfang an erwartet hätte. Ein Armutszeugnis für alle anderen, außer Ascacibar, der aber immer rennt und rackert.
Wenn Weinzierl nicht ganz schnell einen Teamgeist entfachen kann, wird sich die Truppe vollständig in ihre Bestandteile auflösen. Beteuerungen, man wäre eine Mannschaft, reichen nicht aus - das zeigt sich im Match.