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thoreau
Granadaseggl
cordoba hat geschrieben:thoreau,
beschleicht Dich nicht auch das Gefuehl, dass wir in Zeiten der illiberaler Regression leben?
In D, in Eurotopia, in der besten aller Welten.-
(Unabhaengig des politischen Standpunktes).


Mich beschleicht das Gefühl, dass - wenn man "illiberale Regression" raushaut - wenigstens der Casus halbwegs sitzen sollte ;)
Ich habe dazu eine Meinung, aber gerade fehlen mir Zeit und Motivation sie hier zu diskutieren. Ich sehe dieses Thema ziemlich ambivalent weshalb es mich auch schon wieder nervt mit welcher Oberflächkeit es gesellschaftlich und politisch diskutiert wird.

cordoba
Granadaseggl
Du sollst Dich doch nicht nerven lassen!

Als Zeichen illiberaler Regression sehe ich z.B. das tendenzielle Zurueckfallen hinter die sokratische Aufklaerung, in welcher das richtige Argument die einzige Waffe darstellt.


@Airwin
Noch besitzen wir die Freiheit abzuschalten - oder gar nicht erst anzuschalten.
Der OeR produziert auch hervorragende Arbeit,
z.B. SWR2-Wissen als Audio- Podcast.
Ich bin Brustringer ©

Tifferette
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Grasdaggl
cordoba hat geschrieben:Als Zeichen illiberaler Regression sehe ich z.B. das tendenzielle Zurueckfallen hinter die sokratische Aufklaerung, in welcher das richtige Argument die einzige Waffe darstellt.


Und seit wann fallen wir dahinter zurück? Oder anders gefragt: wann hat das denn mal für eine Mehrheit der Bevölkerung oder die Entscheider in der Politik funktioniert bzw. gegolten? Mir fällt da wenig bis nichts ein.

Wenn hundert Jahre Psychologie und ein paar Jahrzehnte Behavioural Sciences etwas nahelegen, dann dass MEnschen sich sehr häufig sehr irrational verhalten. Oder wie es Phil Connors so schön ausdrückt: "Menschen mögen auch Blutwurst. Menschen sind Schwachköpfe."
"They may be drinkers, Robin, but they are also human beings."

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Tifferette
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Grasdaggl
Airwin hat geschrieben:Die NZZ huldigt nun beinahe wöchentlich unserem gemeinsamen freien rundfunk ARD. man merkt aber deutlich dass sie nicht lange genug dem framing ausgesetztzu unserer offentlich rechtlichen glaubensgemeinschaft gehören:

https://www.nzz.ch/feuilleton/eine-ziem ... ld.1464422

https://www.nzz.ch/international/deutsc ... ld.1463811

https://www.nzz.ch/feuilleton/framing-b ... ld.1459569


Ich schätze die NZZ für ihre Draufsicht auf viele Dinge. Aber mich nervt manchmal, dass es teilweise an Detailwissen fehlt. Da schreibt der Autor in einem der Links:
ARD und ZDF wollen wieder mehr Geld vom Bürger. Wie kommen sie nur dazu?

Danach wird noch geunkt, dass der Beitrag vielleicht sogar auf über EUR 18,- p.M. steigen könnte.
Dabei wird ausgeblendet, dass der Beitrag in den letzten Jahren gesunken ist und dass er bereits 2009 knapp unterhalb der EUR 18,- (nämmisch EUR 17,98) lag. Man denke sich jetzt noch die Inflation dazu, dann sind die Beiträge in den letzten zehn Jahren spürbar gesunken. Da frage ich mich - weiß der das nicht oder ist ihm das egal?
"They may be drinkers, Robin, but they are also human beings."

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cordoba
Granadaseggl
Tifferette,
Defaetismus ist die falsche Antwort.

Wir fallen staendig dahinter zurueck. In letzter Zeit offenbart sich mir im Allgemeinen jedoch ein deutliches Schwinden derjenigen Kraft, welche das Argument an der Oberflaeche haelt.
Wie lassen sich denn aktuell gesellschaftliche Verwerfungen besser beleuchten?
Im Glanz der ' Moral'?


Tragbare Reformen benoetigen ueberparteilichen Konsens. (In der Bonner und fruehen Berliner Republik soll es dazu schon gekommen sein.)
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Tifferette
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Grasdaggl
Naja, auch Moral ist ein Argument. Nur eines von vielen und auch ein recht konturenloses. Aber es ist eben auch ein Argument.

Hinzu kommt, dass ein moralisches Leitbild in unserer Zeit, in der viele Leute auf gesicherte Fakten schXXXen, wohl wirklich eines der kleineren Probleme ist. Wobei ich es überhaupt nicht als Problem sehe. Das wäre ja noch schöner.
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Tifferette
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Grasdaggl
Und ach ja, das hat mit Defätismus eigentlich nichts zu tun. Es ist eher ein Anerkennen der Realitäten - so wie ich sie wahrnehme.
"They may be drinkers, Robin, but they are also human beings."

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cordoba
Granadaseggl
'Moral' als Totschlagargument, ja.
Argumente sollten ausgetauscht werden, bevor Fakten geschaffen werden. Nicht umgekehrt.
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Airwin
Hinzu kommt, dass ein moralisches Leitbild in unserer Zeit, in der viele Leute auf gesicherte Fakten schXXXen,


Darf ich zum thema fakten das ARD framing manual zitieren :mrgreen: ?



@cordoba

klar gibt es auch viele gute sendungen, es gibt auch - und das ist meine überzeugung - nicht-erfundene spiegelartikel :) .

Ernsthaft: Das problem framender journalisten ist ja nicht auf den vonunsmitunsfüruns-sender beschränkt. Deswegen ist das mit dem ausschalten auch so eine sache. Du kannst ARD und ZDF auschalten, aber das reicht ja nicht aus um den ganzen moralisierenden haltungsjournalisten zu entgehen
(wenn man das denn überhaupt möchte und wie richtig geschrieben gibt es ja tatsächlich auch gute sendungen).
Dank internet kann man sich allerdings unkompliziert anderswo informieren, z.B bei der NZZ.
Lediglich die kohorte der über 80 -jährigen bleibt schwerpunktmäßig bei ARD und ZDF gefangen und fürchtet sich dementsprechend vor (bzw. freut sich über) die unmittelbar bevorstehende machtergreifung.

fkAS
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Halbdaggl
Moralisierende Haltungsjournalisten gibt es auch bei der NZZ, die haben halt ne andere Haltung/Meinung. IMHO muss man seltenst auf ausländische Presseerzeugnisse zurückgreifen, um sich ein ausreichend breites Meinungsspektrum zu Gemüte zu führen. Und nahezu jedes Presseerzeugnis, das mehr als nüchterne Zahlenberichterstattung bietet ist aus einer gewissen Haltung heraus geschrieben. Selbst bei ganz nüchten anmutenden Informationen ist die Auswahl der Info zu beachten.

Airwin
@fkas findest du es irgendwie anstößig, wenn unser gemeinser freier rundfunk ARD ein manual erstellen läßt wie man das eigene publikum am wirksamsten manipuliert?


edit: Und haltungsjournlist relotius paßt(e) optimal zum spiegel, er hat dort genau das geliefert wasbestellt die kollegen bei diesem und ähnlich ausgerichteten blättern gut finden und lesen wollen.

Tifferette
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Grasdaggl
Was soll eigentlich immer das Gerede mit Moral als "Totschlagsargument"? Manche hängen einen moralischen Kompass in ihrer Entscheidungsfindung höher, andere weniger hoch. So what?

Glauben die Leute (jetzt zB Cordoba, vielleicht) wirklich, dass zB Merkels Entscheidung, in 2015 die Grenzen nicht zu schließen, alles andere ausgeblendet hat? Das halte ich für ziemlich fernliegend. Das war eine Abwägung, und das moralische Element eben stark ausgeprägt. Das kann man jetzt für richtig oder falsch halten, für eine Krise des politischen Diskurses taugt es mE nicht.

Generell habe ich häufig das GEfühl, dass der maulige Verweis auf die Moralkeule eher darin begründet liegt, dass man selbst nicht gefragt worden ist und es selbst anders gemacht hätte. Aber so ist halt das Leben.
"They may be drinkers, Robin, but they are also human beings."

(Batman)

cordoba
Granadaseggl
Auf der Ebene der Moral, als Normensystem vernuftbegabter Lebewesen und einem Allgemeinheitsanspruch, laesst es sich trefflich streiten, aber nicht ergebnisoffen diskutieren.
Wer Politik mit blossem Verweis auf die herrschende Moral betreibt, laesst keinen Diskurs zu. Die oeffentliche Sache wird zur Privatsache.

Ueber Moral diskutiert man mit Ethik.
Aber an das *vermeintlich* zerbrechliche Schneckenhaus der Moralisten darf man ja nicht anklopfen.
Zuletzt geändert von cordoba am 6. März 2019 23:39, insgesamt 1-mal geändert.
Ich bin Brustringer ©


cordoba
Granadaseggl
Hab's editiert. So besser?

Ich fordere lediglich eine Diskursethik ein!
(Mensch, dass ich den ollen Habermas mal Bei-Fuss bekomme)
Ich bin Brustringer ©

muffinho
Auch wenn aus dem Saarland irgendwie nicht gescheites kommen mag, so wie man Reschke mal loben muss, dass er - Stand jetzt - mit Kabak einen guten Transfer getätigt hat (man soll den Tag nicht vor den Details im Vertrag loben), so muss man auch mal sagen dass AKK mit einer Aussage nicht ganz Unrecht hat, wenn sie die Deutschen als "verkrampfteste Volk der Welt" bezeichnet, jedenfalls sind wir auf einem Level mit den Schweizern, was schon traurig ist.

Spontan musste ich da an den Papa vom besten Freund meines Kleinen denken, Schwabe mit kroatischem Hintergrund. Am Anfang habe ich ihn mal im Kindi getroffen und begrüße ihn mit "Grüß Dić" (Aussprache dürfte klar sein, also "Ditsch"... er schaut mit ernst an und antwortet "Warum müsst Ihr uns Jugos immer so begrüßen? Ich finde das ganz schön rassistić"... und lacht sich auf einmal tot.

Der gleiche Scheiss wie die Karnevalsgeschichte mit dem Doppelnamen und der Steuerberaterin... meine Fresse, es ist Fasching, so dick kann der Stock im Arsch doch gar nicht sein, muss man sich denn über jeden Scheiss echauffieren? Jeder, aber wirklich jeder Witz geht zu Lasten eines Subjekts oder Objekts, sonst gebe es ja nichts zu lachen... ehrlich, man kann sich auch anstellen, aber manche Leute haben eben Probleme, wie die Veganerin die sich aufgeregt hat dass in irgendeinem Rathaus "Fuchs Du hast die Gans gestohlen" als Glockenspiel lief... da muss der Stock im Arsch doch knüppeldick sein!

Unter Westfalen
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Grasdaggl
Hey muffi,
so, wie ich Dich kenne, lachst Du bestimmt am lautesten über die Witze,
die über Dich gemacht werden.
Oder?
:mrgreen:
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai


muffinho
Unter Westfalen hat geschrieben:Hey muffi,
so, wie ich Dich kenne, lachst Du bestimmt am lautesten über die Witze,
die über Dich gemacht werden.
Oder?
:mrgreen:


Über mich lacht man nicht, sonst gibt es im MMA-mappesstyle gleich eine auf die Backen...

:P :arr:

Im Ernst, Menschen die nicht über eine gute Portion Selbstironie verfügen und nicht über sich selbst lachen können, sind ganz arme Würstchen, auf eine Stufe mit Champagnerfans aus München.

Unter Westfalen
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Grasdaggl
Im Ernst, Menschen die nicht über eine gute Portion Selbstironie verfügen und nicht über sich selbst lachen können, sind ganz arme Würstchen.

:nod: ;) 8) :prost:
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai

Airwin
@muffinho, da kann ich zustimmen , auch wenn ich die brücke zu kabak , reschke und deinem kindergarten etwas lang finde :mrgreen: .


Ja , auch das ist deutschland 2019, ernsthafte diskussionen - angeführt vom berliner spd-bürgermeister - darüber ob AKK in der bütt witze über gendertoiletten machen darf. Oder ob kinder in rassistischen indianerkostümen in die kita kommen dürfen .
Ich finde "verkrampft" das falsche wort. Wir sind auf dem weg das politisch korrekteste volk der welt zu werden, was natürlich und in dem fall zurecht eine gegenreaktion auslösen wird. Und in den USA kann man sehen "dass sowas von sowas kommt" um meine freundin nena zu zitieren :D .

Gut fand ich allerdings AKKs reaktion gestern, kein kniefall vor den pcorretness-schwachköpfen:

Heute habe ich das Gefühl, wir sind das verkrampfteste Volk, das überhaupt auf der Welt herumläuft, das kann doch so nicht weitergehen.“

Man müsse an Silvester böllern dürfen, ohne dass Feinstaubalarm ausgelöst wird. Wer nicht Veganer werde, sondern beim Fleisch bleibe, sei kein Verbrecher. „Das Maß stimmt nicht mehr!“ Die Bitte einer Hamburger Kita, Kinder nicht mehr als Indianer zu verkleiden, ansprechend, meinte sie: „Das ist doch alles ein Wahnsinn, was wir hier erleben!“
Zuletzt geändert von Airwin am 7. März 2019 09:04, insgesamt 1-mal geändert.

Tifferette
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Grasdaggl
Ich frage mich, ob AKK es gezielt drauf angelegt hat, um sich so positionieren zu können. Sie spricht damit vielen Leuten aus dem Herzen, auch denen, die mit der Union wenig anfangen können.

Bei mir hat sie Punkte verloren, weil sie erstens so nen Karnevalsmist mitmacht und dann noch unlustige Witze erzählt. Aber für die Reaktion gibt es den Daumen hoch.

Vielleicht wird die Dame unterschätzt. Wie damals Merkel.
"They may be drinkers, Robin, but they are also human beings."

(Batman)


Tifferette
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Grasdaggl
Humor ist ja nicht unbedingt gleichzusetzen mit Intelligenz.

Ich meine - Du hast ja auch Humor.






*duckundweg*
"They may be drinkers, Robin, but they are also human beings."

(Batman)