Nice Weather hat geschrieben:Sehr schön, Zeit war’s. Der VfB musste viele Jahre lang geschubst werden, wenn’s um dieses Thema ging – jetzt wurde endlich ein Zeichen gesetzt.
“Der Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart erinnert mit einer Gedenksäule an Mitglieder, die in der Zeit des Nationalsozialismus aus dem Verein verdrängt oder ausgeschlossen wurden.”https://www.stuttgarter-nachrichten.de/ ... 832ff.html
Wichtige und bemerkenswerte Aktion, auch wenn das Unbehagen bleibt, dass es über 70 Jahre nach Kriegsende dauerte, bis die Erkenntnis reif war. Ich weiß auch nicht, ob es ein innerer Reinigungsprozess war oder ob es mehr auf Druck von außen erfolgt ist.
Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang auch an eine Reportage, die Lea Rosh vor Jahren über Buttenhausen gemacht hat. Die Schweigemauer war höher, als die von Trump geplante an der Grenze zu Mexico.
http://www.alemannia-judaica.de/buttenh ... nagoge.htmDas Wegschauen der "Schweigenden Mehrheit" und vor allem die "Arisierung" von jüdischem Eigentum ist für mich bis heute noch nicht zufriedenstellend aufgearbeitet worden.
Bei meiner Lektüre der Tagebücher von Victor Klemperer bin ich inzwischen bis zum Jahr 1942 vorgedrungen. Die tägliche Angst vor Durchsuchungen und Folterungen durch die Gestapo, ja die permanente Todesangst (wer wird der Nächste sein?), durchzieht alle Aufzeichnungen.
Was mich völlig überrascht hat, war die klare Analyse der Kriegsaussichten durch die Juden. Obwohl sie nahezu von allen Medien abgeschottet waren, hatten sie ihre Informationsquellen und konnten so die Propaganda der Nazis mehr als einmal entlarven. Bereits 1941 waren sie von der Niederlage Deutschlands überzeugt. Und sehr früh, spätestens ab 1941 wussten sie Bescheid über Theresienstadt und Auschwitz. Wenn die Asche eines Deportierten ("auf der Flucht erschossen" oder "an Herzattacke gestorben") an die Angehörigen geschickte wurde, handelte es sich in der Regel um Mord im KZ oder bei der Gestapo. War dies nicht der Fall konnte man davon ausgehen, dass Erschießungskommandos während der Deportation oder die Henker in Ausschwitz ihr blutiges Handwerk ausgeübt hatten.
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai