Nice Weather hat geschrieben:Augenblick. Buchwald hat mit Berthold gequatscht, und Berthold hat die Kritik in die Öffentlichkeit getragen. Ist ein feiner Unterschied.
Und ja, ich bin glücklich darüber, dass so ein Mist nach außen dringt – ich stand noch nie auf der Seite derer, denen die öffentliche Darstellung des Vereins wichtiger war als Transparenz (auch ungewollte Transparenz).
Buchwald hatte doch bereits vor Berthold Reschke öffentlich kritisiert - übrigens erst, nachdem der Erfolg ausgeblieben war, im Sommer war er nämlich von den Transfers noch recht angetan gewesen - und wurde dafür öffentlich von WD kritisiert und musste anschließend vor dem AR den Kotau machen und hoch und heilig versprechen, dass so etwas nie und nimmermehr vorkommen wird. Und erst danach fand das Interview mit Berthold statt, wo halt deutlich wurde, dass Buchwald nochmals (?) Interna an Dritte herausgegeben hat.
Rein formal ist das absolut nicht in Ordnung. Allerdings "giltet" dies für alle AR - und so ist ein Angehen eines Kollegen in der Öffentlichkeit wie von Porth gegenüber Buchwald ebenso ein Nogo - und zeigt auch den mangelnden Respekt der Wirtschaftsleute vor verdienten Spielern, unabhängig davon, wie man deren sportfachliche Kompetenz nun einschätzen mag. Genau da setzt die Kritik von Klinsmann an - und da hat er absolut recht.
Dennoch kann man natürlich froh sein, dass man über die inneren Prozesse etwas erfährt, was man eigentlich schon mehr oder weniger vorher erahnt hat. Beispielsweise über den formell nicht vorgesehenen so genannten Präsidialrat, der sogar über den Kopf der sportlichen Leitung hinweg essentielle Entscheidungen trifft wie über die Entlassung bzw. die Nichtentlassung von Trainern. Oder, dass Buchwald (und wohl auch der im Präsidingens nicht vertretene Rest-AR) gar nicht gefragt wird, wenn es um solche Entscheidungen geht. Woraus man dann seine Schlüsse ziehen mag, inwieweit sportliche Kompetenz im AR überhaupt gefragt ist (nicht, dass wir die Antwort nicht schon zuvor zu wissen meinten...)
Dass solche Prozesse offiziell werden, ist offensichtlich nicht im Interesse der grauen Eminenzen. Und dass Personen in die AG einsteigen, die genau diese Prozesse abschaffen wollen, wohl auch nicht.
Dennoch muss erwähnt werden, dass Leute wie Klinsmann und Buchwald wohl ebenfalls eine eigene Agenda verfolgen, und deswegen hier auch nicht jede Kritik objektiv und ausschließlich zum Wohle des VfB geäußert wird...
Und schließlich kann man natürlich auch eine Grundsatzdiskussion beginnen, welche Kompetenz der "sportliche" Teil des AR überhaupt mitbringt - aber das würde hier jetzt zu weit führen...
Wenn die Unfähigkeit einen Decknamen braucht, nennt sie sich Pech.
- Charles Maurice de Talleyrand -