Strafraumgitarre hat geschrieben:Vor etlichen hundert Personen sitzen zu müssen, die allesamt gegen einen sind und das auch laut und deutlich äußern, ist eine Sache. Eine andere Sache ist es, dass man es erst einmal schaffen muss, so viele Menschen gegen sich aufzubringen. Die sind ja nicht von Natur aus oder aus Langeweile aufgebracht, sondern haben Gründe für ihren Unmut.
*(d)
Lübcke oder Merkel saßen auch vor "etlichen hundert Personen"
Gegen Lübcke oder Merkel waren diese Leute auch "allesamt" aufgebracht
Lübcke und Merkel hatten es auch geschafft "diese Menschen gegen sich aufzubringen"
Merkst Du das wirkllich nicht? Es geht doch Nullkommanull darum, dass man in herausgehobenerer, handelnden Position Leute gegen sich aufbringt. Im Gegenteil: das ist quasi ein Naturgesetz. Verstehts Du nicht, wie furchtbar Deine Argumentation ist? Worum solls denn jetzt gehen? Wenn jemand Leute gegen sich aufbringt, dann ist es per se in Ordnung da mal ordentlich "gegenzuhalten", oder wie? Scheiss auf den Stil und eine argumentative Auseinandersetzung wird eh überschätzt, oder wie jetzt?
Wollen wir ernsthaft beginnen zu unterscheiden, ob statt einer wenigstens noch halbwegs zivilisierten Auseinandersetzung Hass und Gewalt akzeptiert wird? Und zwar immer dann, wo es einem gerade "eher passt", während man es sonstwo leidenschaftlich verdammt?
Wenn jetzt jemand käme und sagen würde: "Mächtige" müssen es halt aushalten, dass sie wie Zootiere in Plastikröhren zum öffentlichen Auftritt ein- und ausmarschieren und dahinter tobsüchtige "Kritiker" sich mit überschäumendem Geifer und Hasskappen ihres Fäkalvokabulars erinnern: okay. Bin ich zwar doch tendenziell eher anderer Meinung. Aber wenn jemand das durchgängig, also für alle "Mächtigen" so sieht: von mir aus, sieht er es halt so.
Wenn sich jetzt aber jemand hinstellt und meint: ja, den A,B oder C, den dürfe man schon mit allen Mittel bekämpfen, aber den D,E oder F nicht, weil der ist ja meiner Meinung, meiner Hautfarbe, meiner Herkunft oder sonstwas Dämliches, dann inszenieren wir hier jeden Tag weiter den neuen Gesellschafts-Krieg, bei dem Argumente gar keine Rolle mehr spielen können und können sollen.
Ich habe es überhaupt nur hier im Politik-Thread nochmal angesprochen, weil ich hoffte, dass es dann einigen generell mehr auffällt nicht ständig erst mit der Frage zu beginnen, ob mir die Meinung eines Hasskappenidioten zufällig gerade einmal gefällt. Und dann eben erst danach zu entscheiden, entweder das Hasskappentum sogar zu begrüßen oder eben den leidenschaftlichen Zivilisationsverfechter zu mimen.
Wer bei Meinungsverschiedenheiten damit beginnt sich zu fragen, ob ihm eine hasserfüllte Meinungsvorbringung gefällt, ist bereits auf dem falschen Dampfer, bzw. sollte sich dann halt mindestens nicht darüber beschweren, wenn nach und nach alle sozialen Bereiche den Hasskappen in die Hände fallen, statt den Argumentierern. *(D) Wer keine längeren Posting mehr lesen will, oder Probleme damit hat Texte inhaltlich zu interpretieren, darf auch gerne nur den letzten fett gedruckten Satz lesen.