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Airwin
Heute in der NZZ (gehört die auch zu den rechtsradikalen twitteraccounts?) ein artikel darüber warum die osis so rebellisch sind. Denunziantenseelen wie schorschi, die am liebsten auch noch ausspionieren würden welchen twitteraccounts der nachbar/der kollege/der präsi des lieblingsvereins folgt, dürften ein wichtiger grund sein.

Die «volkseigene Erfahrung» macht viele Ostdeutsche empfindlich und rebellisch: Warum die DDR in Deutschland plötzlich wieder zum Thema wird

Im Landtagswahlkampf im deutschen Osten beruft sich die AfD auf die friedliche Revolution von 1989. Diese steht im Zentrum der Debatte, was aus deren ideellem Erbe geworden ist und wer dieses vertritt. In den Gebieten der einstigen DDR gibt es historische Empfindlichkeiten, die man im Westen nur schwer verstehen will.

«Vollende die Wende», so prangt es auf der Startseite der AfD Brandenburg im Internet. Für die Landtagswahl am 1. September ruft die Partei, die gemäss Umfragen derzeit im Osten stärkste politische Kraft ist, zur «friedlichen Revolution mit dem Stimmzettel» auf. Auch Spitzenpolitiker der AfD wie Alexander Gauland vergleichen ihre politische Konkurrenz schon mal mit den DDR-Blockparteien, die Bundesregierung mit dem SED-Politbüro und die AfD mit dem Neuen Forum. Wie kommt es, dass die DDR, dreissig Jahre nach dem Mauerfall, plötzlich wieder zum Thema wird?


Folgt man der Nachrichtenredaktion der ARD, sind die Vergleiche der AfD «eine Frechheit» und «ein Schlag ins Gesicht der Mutigen von 1989» – so der aus Leipzig stammende Korrespondent Gábor Halász unlängst in den «Tagesthemen». Auch laut dem «Faktenfinder» der «Tagesschau» handelt es sich um «gezielte geschichtspolitische Verzerrungen». Überdies stammten die Spitzenkandidaten in Brandenburg und Thüringen aus dem Westen – und könnten deshalb, so die Botschaft, in Sachen DDR gar nicht mitreden. «Spiegel Online» zitiert verschiedene DDR-Bürgerrechtler, die sich «fassungslos» zeigen über die Kaperung der friedlichen Revolution.

Flucht in den Frontalangriff
Wie so oft beim Umgang mit der AfD scheint vielen Journalisten der Frontalangriff die einzig angemessene Reaktion zu sein. Dabei übersehen sie nicht nur, dass sie der nationalkonservativen Partei damit mehr nutzen als schaden. Sie ignorieren auch, dass die AfD Stimmungen zum Ausdruck bringt, die offenbar tatsächlich existieren. Wenn im Osten mehr als 20 Prozent der Wahlberechtigten erklären, die AfD wählen zu wollen, muss es dafür Ursachen geben. Aber welche?

Es ist die «volkseigene Erfahrung» der DDR, die viele Ostdeutsche empfindlich und rebellisch macht. Erstaunlicherweise gilt das auch für einen Teil ihrer Kinder.


Die Antwort auf diese Frage ist häufig kaum verhüllte Verachtung gegenüber «den» Ostdeutschen oder «den» Sachsen, die undankbar und grundlos den Pfad der politischen Tugend verlassen hätten. Die weniger Überheblichen reagieren mit einer Mischung aus Mitleid und Schmeichelei, wie bei einem schwer erziehbaren Jugendlichen. Laut dem «Tagesthemen»-Kommentator haben die anderen Parteien «den Osten zu oft allein gelassen». Auch die Bundeskanzlerin erklärte den Unmut der Ostdeutschen damit, dass die Wiedervereinigung für diese «zu harten Umbrüchen» geführt habe. «Tagesspiegel»-Kolumnistin Liane Bednarz forderte deshalb, der AfD-Rhetorik durch eine positive Betrachtung des im Osten Geleisteten Paroli zu bieten. Die Bundesregierung plant ebenfalls, bei den anstehenden Jubiläumsfeiern «das gemeinsame und gegenseitige Verständnis für die Leistungen zu fördern, die zur Wiedervereinigung geführt haben».

Ob diese Strategie zum Erfolg führt, ist zweifelhaft. Denn der Vergleich der heutigen Lage mit der in der DDR hat tiefere Ursachen. Es ist die «volkseigene Erfahrung», wie der Historiker Lutz Niethammer vor Jahren ein Oral-History-Buch zur DDR nannte, die viele Ostdeutsche empfindlicher und rebellischer auf bestimmte politische Entwicklungen reagieren lässt. Erstaunlicherweise gilt das nicht nur für diejenigen, die die DDR bewusst miterlebt haben, sondern auch für einen Teil ihrer Kinder.


Da ist zum einen die Abgehobenheit der politischen Klasse, die viele Ostdeutsche an früher erinnert. Angela Merkel ist bald genauso lange im Amt wie Erich Honecker, über elf Millionen Bundesbürger haben nur diese eine Kanzlerin erlebt. In der Praxis, so empfinden es viele, entscheidet nur eine kleine Gruppe von Politikern über die Geschicke der Bundesrepublik – oft genug, ohne sich um die Vorstellungen grosser Bevölkerungsteile zu kümmern. Wer die Welt nur aus der Perspektive des postmaterialistischen Milieus in den Grossstädten betrachtet, muss sich nicht wundern, wenn sich viele Ostdeutsche auf dem Lande darin nicht wiederfinden.

Der altbekannte Haltungsjournalismus
Schon zum 25. Jahrestag der Wiedervereinigung hat der Richter am Bundesverfassungsgericht, Peter M. Huber, vor einer zunehmenden Selbstreferenzialität des politischen Systems in Deutschland gewarnt. Das Wahlrecht, die Ausgestaltung der Politikfinanzierung, das Fehlen direkter Demokratie auf Bundesebene und die Organisationsstrukturen der politischen Parteien verstärkten die Sprachlosigkeit zwischen Bürgern und Politik. «Auch die inhaltliche Annäherung der grossen Parteien nimmt dem Wähler die Möglichkeit zur Einflussnahme. Wo es keine Alternativen gibt, gibt es auch keine Wahl.» Das kennen viele Ostdeutsche aus der Vergangenheit.

Verstärkt wird die Entfremdung zwischen Volk und Regierung durch das Agieren der Medien, vor allem der öffentlichrechtlichen. In seinem Buch «Zur Sache, Deutschland» ist der Journalist Jochen Bittner unlängst mit seinen Kollegen ins Gericht gegangen. Am Beispiel des Redaktionsleiters der WDR-Sendung «Monitor», Georg Restle, beschreibt er «das zunehmende Bedürfnis vieler Journalisten, der Öffentlichkeit zu beweisen, wo sie politisch stehen». Dem hält er entgegen, dass die im Grundgesetz verankerte Freiheit der Berichterstattung die Presse auch dazu verpflichte, «die in der Gesellschaft und ihren Gruppen unaufhörlich sich neu bildenden Meinungen und Forderungen kritisch zusammenzufassen». Im Klartext: Neue Parteien müssen in gleicher Weise Gehör finden wie alte.

Der Haltungsjournalismus stösst im Osten Deutschlands auf besonders empfindliche Ohren. Zu gut ist den Älteren noch die «Rotlichtbestrahlung» :D der DDR-Medien in Erinnerung. Überschriften wie «Flüchtlinge könnten Wirtschaftswunder bringen» erinnern manchen an die Schlagzeilen über Produktionserfolge im SED-Zentralorgan «Neues Deutschland» :nod: . Das ständige Bemühen, den Ostdeutschen zu sagen, was sie zu denken oder zu wählen haben, führt wie einst in der DDR zur Flucht vor der Berieselung, nur dass heute die sozialen Netzwerke die Rolle des Westfernsehens übernommen haben. Selbst wenn sämtliche Journalisten Bittners Appell folgen würden, die «Fahnen runterzunehmen», dürfte es lange dauern, das verloren gegangene Vertrauen in ihr Bemühen um Objektivität wieder aufzubauen.

Aufpassen, was man sagt
Politik und Medien tragen auch die Hauptverantwortung dafür, dass in Deutschland immer mehr Menschen Angst haben, offen ihre Meinung zu sagen. Laut einer Allensbach-Umfrage hatten 45 Prozent der Befragten im November 2015 den Eindruck, man müsse vorsichtig sein, wenn man sich zur Flüchtlingsfrage äussere. Im Mai 2019 hatten bereits zwei Drittel der Befragten das Gefühl, man müsse im öffentlichen Raum «sehr aufpassen», was man sage. Neben der Flüchtlingsfrage wurden jetzt auch die Themen Nationalsozialismus, Juden, Rechtsextremismus, Patriotismus, Homosexualität und die AfD als angstbesetzt benannt. Die Aggressivität und Intoleranz im politischen Diskurs erinnert zuweilen fatal an DDR-Verhältnisse, nur dass der Druck jetzt nicht nur von oben kommt, sondern auch von der Seite durch manche Journalisten und von ihnen gehypte Minderheiten.

Die Umfrage brachte auch zum Vorschein, dass die Bevölkerung inzwischen deutlich zwischen Meinungsäusserungen im öffentlichen Raum und im privaten Kreis trennt – ein Phänomen, das viele Ostdeutsche ebenfalls nur allzu gut aus der DDR kennen. Auch dort sahen sich die meisten genötigt, an der Schule, in der Universität oder im Betrieb anders zu reden als zu Hause. Vor besonderen Schwierigkeiten standen dabei diejenigen, die Kinder hatten. Wenn der Lehrer in der Schule scheinbar harmlos fragte, ob die Uhr im Fernsehen Punkte oder Striche hatte, konnte er damit feststellen, ob die Familie Westfernsehen schaute. Im schlimmsten Fall landete die Antwort beim Staatssicherheitsdienst. Von dieser Angst, am Mittagstisch offen mit seinen Kindern zu reden, weil «sich die Kleinen in der Schule verplappern könnten», sprach jetzt auch der thüringische Spitzenkandidat Björn Höcke beim Wahlkampfauftakt der AfD in Cottbus unter dem Beifall seiner Anhänger.


Angst hielt die überwiegende Mehrheit der DDR-Bewohner auch lange Zeit davon ab, sich gegen die SED-Diktatur aufzulehnen. Die wenigen Unerschrockenen – nach Stasi-Analysen etwa 2500 Menschen – wurden zumeist überwacht, schikaniert, verhaftet oder aus dem Lande gegrault. Die Staatsmedien verunglimpften sie als «Konterrevolutionäre», «Agenten» oder «feindlich-negative Elemente» – wenn sie überhaupt darin Erwähnung fanden.

Der rabiate Umgang mit der AfD erinnert viele Ostdeutsche deshalb an alte Zeiten. Wenn der Bundestag der grössten Oppositionspartei beharrlich einen Posten als Vizepräsident verweigert, bestärkt er selbst den Eindruck, er sei bereits «gleichgeschaltet» mit der DDR-Volkskammer. Auch die Entscheidung des Verfassungsschutzes, die AfD stärker zu überwachen, aktiviert im Osten sofort die Erinnerung an die Stasi. Die Behinderung ihrer Veranstaltungen durch Gegendemonstranten, die Nichtzulassung ihrer Kandidaten in Sachsen, die Forderung prominenter Politiker, die AfD zu verbieten oder einzelnen Personen ihre Grundrechte zu entziehen – all dies gerät im Osten automatisch in den Kontext der DDR-Vergangenheit. Wie das Beispiel der PDS gezeigt hat, wird die AfD durch solche Massnahmen aber nicht schwächer, sondern stärker, weil viele Ostdeutsche sich dadurch motiviert fühlen, endlich den Widerstand zu leisten, zu dem sie in der DDR nicht den Mut hatten.

Schon dieser Tatsache ist zu entnehmen, dass die heutige Bundesrepublik keine DDR 2.0 ist – wie in den sozialen Netzwerken gerne behauptet wird. Aber es gibt Entwicklungen, die den fundamentalen Unterschied zwischen damals und heute verkleinern und die deshalb jeden Demokraten aufhorchen lassen sollten. Den wahrscheinlichen Wahlsieg der AfD bei den Landtagswahlen im Osten kann man deshalb auch als Weckruf begreifen: dass Politik und Medien aus ihren Fehlern lernen und sich, wie nach dem Sturz der SED-Herrschaft, der Sorgen der Menschen wieder annehmen.

https://www.nzz.ch/meinung/die-volkseig ... ld.1500906

Strafraumgitarre
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Halbdaggl
Airwin hat geschrieben: ... Denunziantenseelen wie schorschi, die am liebsten auch noch ausspionieren würden welchen twitteraccounts der nachbar/der kollege/der präsi des lieblingsvereins folgt ...


Das hat bei Dir echt Methode: In aller Unschuld rechtes Gedankengut verbreiten und den Kritikern daran postwendend Nazimethoden zu unterstellen.

Wenn ich das dann wiederum als Propaganda bezeichnen würde, wäre das dann auch wieder "ekelhafter Nazistyle"? Weil: Ich frage nach Möglichkeit jemanden, der sich offensichtlich damit auskennt.

Herzlichst,
Deine "Arschfickergitarre"

P.S.: Wie findesch eigentlich meinen neuen Avatar? Das isch ein original Strafraumgitarrenaffenmann?
Cool, oder? :)
Fick den Reichskanzler! Und den Kaiser!


Airwin
blablubb .....postwendend Nazimethoden.....



selbst eine kleingärtnerin wie du sollte erkennen, dass ich dem antifaschorsch - wenn überhaupt - stasimethoden unterstellt haben könnte, denn um die geht es ja im kontext DDR, gell?

Airwin
@redrum

http://www.thegwpf.com/african-nations-plan-more-than-100-new-coal-power-plants/africa-energy-electricity/

AFRICAN NATIONS TO BUILD MORE THAN 100 NEW COAL POWER PLANTS
Date: 10/05/17 Jonathan W. Rosen, National Geographic
More than 100 coal power plants are in various stages of planning or development in 11 African countries outside of South Africa — more than eight times the region’s existing coal capacity. Africa’s embrace of coal is in part the result of its acute shortage of power.

...According to data compiled by CoalSwarm, an industry watchdog, more than 100 coal-generating units with a combined capacity of 42.5 gigawatts are in various stages of planning or development in 11 African countries outside of South Africa—more than eight times the region’s existing coal capacity. Nearly all are fueled by foreign investment, and roughly half are being financed by the world’s largest coal emitter: China.

...Africa’s embrace of coal is in part the result of its acute shortage of power. Although the continent’s economy has doubled in size since 2000, more than two thirds of residents south of the Sahara still live without electricity and most states lack the grid capacity to drive the expansion of job-creating industries.

The International Energy Agency projects the region’s electricity demand to triple by 2040, with roughly half of new capacity coming from renewables. Yet coal-fired plants, which generate 41 percent of the world’s electricity today, remain attractive because coal is relatively cheap and their operation isn’t subject to the whims of nature—unlike solar, wind, or hydro.

thoreau
Granadaseggl
Airwin hat geschrieben:
blablubb .....postwendend Nazimethoden.....



selbst eine kleingärtnerin wie du sollte erkennen, dass ich dem antifaschorsch - wenn überhaupt - stasimethoden unterstellt haben könnte, denn um die geht es ja im kontext DDR, gell?


Auch die Methode sich einzelne unwichtige Details rauszusuchen und die kurz ironisch zu kommentieren und den Rest im luftleeren Raum stehen zu lassen ist weder neu noch originell.

Tamasi
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Allmachtsbachel
Vor allem ist es verlogen. Ein billiges Rettungsversüchle.

Deshalb bleibe ich bei: Feige.

Und ich versteh's nicht. Solche Ausflüchte sind nicht nötig; du hast hier keinen Ruf zu verlieren, Airwin, keine Sorge.

Ich finde ja durchaus, dass Airwin manchmal - selten, aber: manchmal 8) - durchaus einen Punkt trifft mit seiner Meinung. Das sehe ich vielleicht dennoch etwas anders, aber im Prinzip bin ich bei ihm. Aber dann kommen wieder diese unnötig arschigen Kommentare und das anschließende peinliche rauswinden. Wie soll man da den Respekt bewahren? Kann mir letztlich egal sein, aber aus meiner Sicht: Dauerfeuer ins eigene Knie. :roll:
Zuletzt geändert von Tamasi am 20. August 2019 11:18, insgesamt 1-mal geändert.

Airwin
Auch die Methode sich einzelne unwichtige Details rauszusuchen und die kurz ironisch zu kommentieren und den Rest im luftleeren Raum stehen zu lassen ist weder neu noch originell.



bzgl details: wenn du historisch so unbedarft bist, dass nazi- und stasimethoden für dich dasselbe sind - not my problem. Obwohl es mich bei einem mann deines alters überrascht.


Bzgl. rest stehen lassen. Ich habe einen artikel der NZZ ("rechtes gedankengut") verbreitet und btw. antifaschorschi im kontext zu seinem letzten posting und zum NZZ-artikel als denunziantenseele bezeichnet. Von nazimethoden war nicht mal andeutungsweise die rede. So einen scheißdreck brauch ich natürlich nicht zu kommentieren - obwohl ich es ja jetzt in gewisser weise getan hab :arr: .


Tamasi
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Allmachtsbachel
Oh, Mann, Airwin, du Leuchte. Schau mal, was ich oben zwischenzeitlich hinzugefügt habe.

Manche Dinge sind einfach so persönlich-unangebracht, falsch & perfide, dass man gar nicht anders kann als dir zu widersprechen. Und - siehe oben - so wirst du es nie schaffen, dass man dir inhaltlich auch nur ein Stückchen folgt.

Airwin
die leuchte bist du, ich kann leider noch nicht vorhersehen, dass du deine "beiträge" editieren wirst ;) .


und nochmals, auch wenn du womöglich zu dumm bist das zu verstehen. Ich habe dem antifaschorsch keine nazimethoden unterstellt, deswegen muß ich mich auch aus nichts "rauswinden".

edit: und du glaubst nicht wirklich, dass ich mit meinen beiträgen die hoffnung verbinde, dass mir der schorsch, opa UWe oder gar der mappes-stalker folgen werden :lol: :D :lol: ?

publicenemy
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Halbdaggl
Airwin hat geschrieben:@redrum

http://www.thegwpf.com/african-nations-plan-more-than-100-new-coal-power-plants/africa-energy-electricity/

AFRICAN NATIONS TO BUILD MORE THAN 100 NEW COAL POWER PLANTS
Date: 10/05/17 Jonathan W. Rosen, National Geographic
More than 100 coal power plants are in various stages of planning or development in 11 African countries outside of South Africa — more than eight times the region’s existing coal capacity. Africa’s embrace of coal is in part the result of its acute shortage of power.

...According to data compiled by CoalSwarm, an industry watchdog, more than 100 coal-generating units with a combined capacity of 42.5 gigawatts are in various stages of planning or development in 11 African countries outside of South Africa—more than eight times the region’s existing coal capacity. Nearly all are fueled by foreign investment, and roughly half are being financed by the world’s largest coal emitter: China.

...Africa’s embrace of coal is in part the result of its acute shortage of power. Although the continent’s economy has doubled in size since 2000, more than two thirds of residents south of the Sahara still live without electricity and most states lack the grid capacity to drive the expansion of job-creating industries.

The International Energy Agency projects the region’s electricity demand to triple by 2040, with roughly half of new capacity coming from renewables. Yet coal-fired plants, which generate 41 percent of the world’s electricity today, remain attractive because coal is relatively cheap and their operation isn’t subject to the whims of nature—unlike solar, wind, or hydro.


In Afrika werden sicher keine 100 Kohlekraftwerke gebaut werden. Außer China wird das niemand finanzieren.

Das Energieversorgungsproblem muss aber gelöst werden, wenn der Kontinent nicht noch mehr verarmen soll. Und eine sichere Stromversorgung ist die Voraussetzung für Prosperität und nicht umgekehrt. Wenn der wohlhabende Teil der Welt nicht möchte, dass Kohle der Brennstoff der Armen wird, muss man ihnen technologisch, finanziell und institutionell helfen, eine umwelt- und sozialverträgliche Energieinfrastruktur aufzubauen. Das ist alternativlos.

Tamasi
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Allmachtsbachel
Airwin hat geschrieben:du glaubst nicht wirklich, dass ich mit meinen beiträgen die hoffnung verbinde, dass mir der schorsch, opa UWe oder gar der mappes-stalker folgen werden :lol: :D :lol: ?

Man muss ja nicht nur Schwarz/Weiß denken.

Außerdem habe ich nur von meiner Meinung geschrieben. Ich bleibe dabei, dass du manchmal Punkte benennst, die ich auch als sehr problematisch ansehe. Aber Ton, Musik - oh, Mann. Nicht meins.

Der ZDF-Sportstudio-Typ (Jochen Breyer?) ist übrigens erneut durchs Land gereist und hat Leute in Ostdeutschland getroffen, um mal wieder das Ding mit dem "Miteinander reden und einander zuhören" zu versuchen anstatt sich aus dem Schützengraben anzukeifen. Fand ich mal wieder sehenswert. Kam letzten Donnerstag oder Freitag? In dieser "Zoom"-Reihe?

Ich war ehrlich überrascht, dass das Minderwertigkeitsgefühl der Ostdeutschen (in Bezug auf die Westdeutschen) nach wie vor so tief verwurzelt ist. Wenn sich ein großer Teil permanent schlecht oder "nicht gut genug" fühlt - wie soll da eine gesunde Gemeinschaft entstehen? Mich wundert einfach, dass das noch soooo verbreitet ist - und auch so ost-west-bezogen. Aber klar, so kommt man halt auch schneller zu Lügenpresse. Kommt ja auch alles aus dem Westen.

(Ich war mal mit einer Frau aus dem Osten zusammen und natürlich haben wir uns gegenseitig mit unserer Herkunft verarscht. Meine Güte, womöglich ist die jetzt auch traumatisiert und wählt AfD. :shock: :o Keine Ahnung, als arroganter Wessi habe ich natürlich keinen Kontakt mehr. :lol: Moment... :shock: :o )

factotum
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Granadaseggl
publicenemy hat geschrieben:

Wenn der wohlhabende Teil der Welt nicht möchte, dass Kohle der Brennstoff der Armen wird, muss man ihnen technologisch, finanziell und institutionell helfen, eine umwelt- und sozialverträgliche Energieinfrastruktur aufzubauen. Das ist alternativlos.


Oh ja.

Es wäre, mit Verlaub, auch deutlich klimaschutzeffizienter als die diversen Kopfstände hier bei uns daheeme. Sowas ins Werk zu setzen, wäre z.B. eine schöne Aufgabe für unsere Kapitänin im Spätherbst Ihrer langen Reise. Wenn Sie es über sich bringen könnte, solche Zusammenhänge dem hiesigen Wahlvolk zumindest schon mal nahe zu bringen, wäre ich vergleichsweise hochzufrieden.
The shit that used to work, won`t work now.

Airwin
factotum hat geschrieben:
publicenemy hat geschrieben:

Wenn der wohlhabende Teil der Welt nicht möchte, dass Kohle der Brennstoff der Armen wird, muss man ihnen technologisch, finanziell und institutionell helfen, eine umwelt- und sozialverträgliche Energieinfrastruktur aufzubauen. Das ist alternativlos.


Oh ja.

Es wäre, mit Verlaub, auch deutlich klimaschutzeffizienter als die diversen Kopfstände hier bei uns daheeme. Sowas ins Werk zu setzen, wäre z.B. eine schöne Aufgabe für unsere Kapitänin im Spätherbst Ihrer langen Reise. Wenn Sie es über sich bringen könnte, solche Zusammenhänge dem hiesigen Wahlvolk zumindest schon mal nahe zu bringen, wäre ich vergleichsweise hochzufrieden.



absolut d'accord :nod: . Der artikel oben war von 2017, seither scheint sich was getan zu haben. Der economist spricht aktuell von 32 geplanten kohlekraftwerken + ca. 8 in südafrika. Also ca. 40 zusätzlich zu bestehenden 12:

As things stand, sub-Saharan Africa gets little of its power from coal. Outside South Africa (which generates 93% of its electricity from coal) the region boasts just 12 functioning coal-fired power stations. Most are small. Things are changing, though. Sub-Saharan governments plan to build dozens of new coal-fired power stations, according to Global Energy Monitor, a watchdog (see chart). Many are underpinned by Chinese investment. [...]
Some African states are reconsidering coal. Fifty of the 82 planned coal-fired power stations outside South Africa have been shelved, says Global Energy Monitor. The reasons vary. Kenya is facing calls to make more use of its geothermal resources, only a fraction of which have been tapped. Geothermal energy is cheaper than coal and as dependable. Coal allowed the West to industrialise, but Africa would be better off embracing 21st-century technology.

https://www.economist.com/middle-east-a ... r-stations

CoachingZone
Halbdaggl
„Greta Thunberg ist keine Heilige. Und sie ist auch nicht der Teufel mit Pipi-Langstrumpf-Zöpfen. Beides liest man in überquellenden Kommentarspalten, wenn mal wieder irgendwo etwas gepostet wird, was mit der Fridays-For-Future-Bewegung zu tun hat.

Dass diese junge Frau spaltet, haben wir alle begriffen. Dass ihr Segeltörn nach Amerika eigentlich gar nicht ganz so klimafreundlich ist: geschenkt. Aber nach einem Jahr mit Fridays For Future ist doch so langsam wirklich alles über sie gesagt. Von allen. Können wir jetzt aufhören, uns in sozialen Medien gegenseitig zu beschimpfen – Greta-Gegner gegen Greta-Fans?

Vielleicht wäre es schlau, wenn wir die Galionsfigur in Ruhe auf ihrem Boot rumschippern lassen und uns stattdessen darüber unterhalten, worum es bei Fridays For Future eigentlich geht:
Da sind Tausende junge Menschen, denen wir lange vorgeworfen haben, unpolitisch und bequem zu sein. Wir haben gejammert, dass sie den ganzen Tag nur an ihrer Spielekonsole rumdaddeln, die neuesten Insta-Filter ausprobieren und keine Meinung haben oder keinen Willen, für irgendetwas auf die Straße zu gehen. Und dann tun sie genau das: Sie gehen auf die Straße, wollen aufmerksam machen auf ein Problem – und uns fällt nichts Besseres ein, als die Frontfrau wahlweise mit Hass oder Lob zu überschütten?

Es geht nicht um Greta. Es geht darum, dass wir uns Gedanken drüber machen, wie wir unseren Planeten in annehmbarem Zustand an die nächsten Generationen übergeben. Und nein: Weder Greta, noch die Schülerinnen und Schüler haben besonders handfeste Vorschläge, wie wir das angehen können. Das kann man ihnen vorwerfen. Man kann aber auch sagen: Das ist gar nicht ihre Aufgabe. Die Lösungen müssen Andere finden. Die Politiker und Unternehmer – die Erwachsenen. Wir alle zusammen. Und vielleicht würde uns gemeinsam etwas einfallen, wenn wir unsere Zeit nicht verschwenden würden, uns in zwei Lager zu spalten und in sozialen Netzwerken gegeneinander rumzuhaten.“


https://www.swr3.de/aktuell/computer-un ... index.html

Ein Kommentar, der mir aus dem Herzen spricht.

Heutzutage ist es viel wichtiger geworden, über Personen zu reden und die eigene Meinung dazu kundzutun, statt die Zeit zu nutzen, um Lösungen für die Sache zu finden, um die es eigentlich geht.

Aber klar, so kann man die Leute beschäftigen und weiter seinen Profit aus der Umweltverschmutzung und Umweltausbeutung ziehen, ohne dass die Mehrheit genau hinschaut.

Persönliche Diffamierung von Gegnern, die einen beim Reichtumscheffeln stören, hat eine lange Tradition im christlichen Abendland.

Traurig, aber wahr.
Wenn die Unfähigkeit einen Decknamen braucht, nennt sie sich Pech.

- Charles Maurice de Talleyrand -

Airwin
Aber klar, so kommt man halt auch schneller zu Lügenpresse. Kommt ja auch alles aus dem Westen.



Nö die lügenpresse, die die osis kannten kam aus dem osten. Die wurden dort mit einer real existierenden :D lügenpresse sozialisiert, während man es früher im westen kannte , dass die presse ausgesprochen regierungskritisch war. Und jetzt? Die NZZ beschreibt das ja treffend:
Verstärkt wird die Entfremdung zwischen Volk und Regierung durch das Agieren der Medien, vor allem der öffentlichrechtlichen. In seinem Buch «Zur Sache, Deutschland» ist der Journalist Jochen Bittner unlängst mit seinen Kollegen ins Gericht gegangen. Am Beispiel des Redaktionsleiters der WDR-Sendung «Monitor», Georg Restle, beschreibt er «das zunehmende Bedürfnis vieler Journalisten, der Öffentlichkeit zu beweisen, wo sie politisch stehen». Dem hält er entgegen, dass die im Grundgesetz verankerte Freiheit der Berichterstattung die Presse auch dazu verpflichte, «die in der Gesellschaft und ihren Gruppen unaufhörlich sich neu bildenden Meinungen und Forderungen kritisch zusammenzufassen». Im Klartext: Neue Parteien müssen in gleicher Weise Gehör finden wie alte.

Der Haltungsjournalismus stösst im Osten Deutschlands auf besonders empfindliche Ohren. Zu gut ist den Älteren noch die «Rotlichtbestrahlung» der DDR-Medien in Erinnerung. Überschriften wie «Flüchtlinge könnten Wirtschaftswunder bringen» erinnern manchen an die Schlagzeilen über Produktionserfolge im SED-Zentralorgan «Neues Deutschland». Das ständige Bemühen, den Ostdeutschen zu sagen, was sie zu denken oder zu wählen haben, führt wie einst in der DDR zur Flucht vor der Berieselung, nur dass heute die sozialen Netzwerke die Rolle des Westfernsehens übernommen haben. Selbst wenn sämtliche Journalisten Bittners Appell folgen würden, die «Fahnen runterzunehmen», dürfte es lange dauern, das verloren gegangene Vertrauen in ihr Bemühen um Objektivität wieder aufzubauen.

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Granadaseggl
Der ZDF-Sportstudio-Typ (Jochen Breyer?) ist übrigens erneut durchs Land gereist und hat Leute in Ostdeutschland getroffen, um mal wieder das Ding mit dem "Miteinander reden und einander zuhören" zu versuchen anstatt sich aus dem Schützengraben anzukeifen.


Und vielleicht würde uns gemeinsam etwas einfallen, wenn wir unsere Zeit nicht verschwenden würden, uns in zwei Lager zu spalten und in sozialen Netzwerken gegeneinander rumzuhaten.“


Ja, genau.
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Airwin
@CZ

was ich an der greta-berichterstattung rund um den segeltörn interessant finde ist lediglich, dass er eines zeigt:
Es ist in unserer welt , so wie sie ist, gar nicht möglich sich annähernd 100% klimanerhaft zu verhalten. Egal ob sie mit dem frachter, dem linienflieger oder eben mit dem rennsegler in die USA reist - sie hätte es immer falsch gemacht. Und nicht anders geht es allen anderen auch, insbesondere nicht den jüngeren mit stets modischen, billigen klamotten aus dem primark, den liebgewonnenen billigflügen und dem immer neuesten handymodel. Mir hat vorletzte woche ein freundlicher, hochidealistischer extinction rebel am schlossplatz neben einem gedruckten flyer ("rebel for life" :D ) auch noch einen in alu + plastik verpackten veganen riegel angeboten. Ob er ein schlechtes gewissen hatte weiß ich nicht, wahrscheinlich schon, so wie grüne vielflieger halt auch.

Und das was die greta gemacht hat ist nichts anderes als das was gesellschaften derzeit auch machen - sauber sein und den dreck externalisieren. Ich segle in die USA, dass die crews hin und herfliegen ist nicht mein problem. Die deutschen setzen auf sonne & wind , schalten die AKWs ab und werfen wenn es klemmt kohlekraftwerke an (und importieren AKW- bzw Kohlestrom von den dreckigen nachbarn). Und china setzt zuhause verstärkt auf regenerative energie und pflastert entwicklungs- und schwellenländer mit kohlekraftwerken zu. Wie kürzlich im dialog mit Frank geschrieben, ich habe keine ahnung wie eine lösung aussehen könnte, noch nicht mal für den einzelnen.

thoreau
Granadaseggl
Es gibt Ansatzpunkte und Möglichkeiten für den einzelnen. Es beinhaltet eben Verzicht und Disziplin. Und ich denke niemand erwartet von niemandem Perfektion. Aber das Bewusstsein sollte vorhanden sein. Und irgendwelche Konsequenzen zur Folge haben.
Und für mich ist es besonders bitter wenn man Idealisten in den Schmutz zieht und sich über sie lustig macht. Das zeigt meistens nur die eigene Unzulänglichkeit und Selbstgerechtigkeit.

factotum
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Granadaseggl
airwin hat: keine ahnung wie eine lösung aussehen könnte, noch nicht mal für den einzelnen.


Den grossen Wurf wirds nicht geben. Viele Mühen, viel Ebene. Aber es wird unabdingbar sein, dass die Reichen ( Länder und deren Bewohner) die Taschen aufmachen. Und es wird kriegsentscheidend sein, die Ressourcen da zu verwenden, wo sie maximalen Effekt erzeugen. Also meistens nicht bei uns, sondern in, naheliegend, z.B. Afrika. Da muss unser schönes Geld hin.
Das ist politisch mindestens so schwierig zu verkaufen wie ein taugliches Gesetzeswerk zur Einwanderung, ein problemlösender Umgang mit der € - Problematik etc. etc. et al.

Trotzdem darf man das nicht weiter liegenlassen aus politischem Opportunismus, wie seit langem bei uns üblich. crunchtime.
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Granadaseggl
toro hat geschrieben:

Und für mich ist es besonders bitter wenn man Idealisten in den Schmutz zieht und sich über sie lustig macht.


Verstehe ich nicht nur, sehe ich auch so. Die Energie dieser Leute ist wichtig. Du brauchst aber leider eine gute politische Führung, um das in sinnvolle Bahnen zu lenken, sonst kommt am Ende nur pille - palle und Selbstbeweihräucherung dabei raus.

Ich bin wirklich, wirklich gespannt, ob die Grünen den Karren endlich gezogen kriegen in der regierungsverantwortlichen Realität, in Bälde (kanns kaum erwarten).
The shit that used to work, won`t work now.

CoachingZone
Halbdaggl
Edith meint: @Airwin

Nur, weil ich nicht auf Anhieb einen Marathon laufen kann, soll ich also gar keinen Schritt unternehmen?

Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt :!:

Ich gehe lieber und finde meinen Weg, statt mir alles von vorneherein als unmöglich ausreden zu lassen.

Denn: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg :!:
Zuletzt geändert von CoachingZone am 20. August 2019 14:30, insgesamt 1-mal geändert.
Wenn die Unfähigkeit einen Decknamen braucht, nennt sie sich Pech.

- Charles Maurice de Talleyrand -

higgi
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Grasdaggl
Die Chinesen investieren doch massiv in Afrika, Flughäfen, Häfen, Eisenbahnstrecken, Straßen und Autobahnen, Schulen, Krankenhäuser, Universitäten, Wohnungen, Industrieparks ...

Klar sichern sie sich die Rohstoffe, schaffen aber tausende von Jobs für die Einheimischen.

Das ist sinnvolle Entwicklungshilfe nicht dieser soziale Quatsch der niemanden weiterbringt
von daher

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Granadaseggl
CZ fragt:

Nur, weil ich nicht auf Anhieb einen Marathon laufen kann, soll ich also gar keinen Schritt unternehmen?


Hab ich das gesagt? Bring Dich ein, Mann, mit all deiner Kraft!
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