AxelKruse_FG hat geschrieben:Zwar kann ich Gomez´ Aussage gut nachvollziehen, wenn er sagt, wie soll er sich nach der Regel richten, wenn für ihn gar nicht mehr wahrnehmbar ist, ob er im Abseits steht oder nicht,sondern nur nachträglich durch minutenlange Video-Analyse. Dann ist das ganze für ihn wie würfeln. Aber man wird hinter diesen technischen Standard nicht mehr zurücktreten können, weil dann bei jeder strittigen Entscheidung eben doch wieder ins Mikroskop geschaut wird. Mir fiele nicht ein einziges Beispiel ein, wo man nachträglich eine "Unschärfe" irgendwo eingebracht hätte, weil die Entscheidungen nicht mehr nachvollziehbar waren.
Man baut nicht eine Unschärfe ein. Das Ganze nennt sich Beurteilungsspielraum (der nicht nachprüfbar ist) und ist eine übliche juristische Regelungstechnik. Das wird gerne bei Sachverhalten eingebaut, wo das Nachprüfen aus irgendwelchen Gründen scheiße ist, zB weil es im Nachhinein zu Verzerrungen führt oder weil man bewusst die Entscheidung einem Individuum überträgt. Paradebeispiel ist die Prüfung, zB an der Uni. Passt in der Sache übrigens auch gut zum Schiedsrichter in einem Spiel.
Mario Gomez sagt da und andernorts übrigens implizit etwas Wichtiges (übrigens auch explizit - die fehlende Wahrnehmbarkeit ist nicht nur für uns furzende Fettsäcke vorm Fernseher ein Problem!) - nämlich dass
durch die Hintertür faktisch eine Regeländerung durchgeführt wurde. Die Regel ist zwar die gleiche, aber im Ergebnis wird sie anders angewendet. Nur hat man das irgendwie keinem gesagt. Da verstehe ich die Frustration.
"They may be drinkers, Robin, but they are also human beings."
(Batman)
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