Drosten hat geschrieben:Man könnte bestimmte Maßnahmen speziell für die Risikogruppen entwickeln. Zum Beispiel, indem man ältere Menschen und Risikopatienten konsequent früh testet und bevorzugt ins Krankenhaus aufnimmt. Und durchgehend Homeoffice für Risikogruppenmitglieder, auch für verlängerte Zeit. Man könnte Lösungen finden, wie ältere Personen zu Hause isoliert werden können. Es könnte Fahrdienste geben, sie müssen mit Lebensmitteln versorgt werden. Dabei können Ehrenamtler helfen, vielleicht auch die Bundeswehr. Und man müsste die Kinder im Alltag möglichst konsequent von den Risikogruppen trennen.
Jou, ich hoffe, jetzt setzt sich langsam mal dieser Leitgedanke durch. Wahrscheinlich musste ihn eben erst Herr Drosten äußern....
Die Risikogruppen zu isolieren, dürfte nicht sonderlich schwer fallen, denn diese Leute sind ja selbst sehr motiviert. Das eigentliche Problem bei dieser Strategie ist, diejenigen zu isolieren, die sich unvermeidlich um einige Menschen der Risikogruppen kümmern müssen. Bei denen, die Nahrungs- und Haushaltsmittel zuliefern, dürfte das noch recht einfach funktionieren. In der direkten Pflege oder Krankenversorgung wird es dann aber sehr, sehr kompliziert und aufwändig. Ich sehe da eigentlich nur eine Chance: die Pflegekräfte müssen für eine Zeit von 3-4 Wochen zusammen mit den Risikogruppen die sie betreuen in die totale Isolation. Das heißt, die schlafen und leben dann auch separiert. Entweder nutzt man dazu Container oder man muss einige Hotels komplett freiräumen und isolieren. Manchmal können die Pfleger vielleicht selbst auch in den jeweiligen Pflegestätten leben für 3-4 Wochen.
In 3-4 Wochen wird es schon eine Menge Menschen geben, die immun sind. Vor allem, wenn man den Mut und den Verstand hat, Schulen und Kindergärten wieder zu öffnen, sobald man die selektive Isolation umgesetzt hat. Dann wird man die ersten Pflegekräfte bereits durch immune Pflegekräfte ersetzen können. Sobald man das kann, hat man Covid-19 am Schlafittchen.
Das ist aus meiner Sicht die einzige Strategie, mit der man den Schaden für die Risikogruppen abwenden kann. Die reine Verzögerungstaktik und das Hoffen auf einen Impfstoff ist dagegen fahrlässig und eigentlich unverantwortlich.
Das ganze Interview in der Zeit:
https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2 ... ge-charite



