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http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhal ... fa681.html„Jürgen Kramny hat die Mannschaft stabilisiert“
Trotzdem ist die Wertschätzung für Jürgen Kramny zuletzt auch in Stuttgart gestiegen. Als Interimscoach hat er nach der Entlassung von Alexander Zorniger das Traineramt übernommen, mit verschwindend geringen Chancen, zur Dauerlösung zu werden. Zwei Punkte aus drei Spielen sind keine Erfolgsbilanz, dennoch sagt der Sportvorstand Robin Dutt: „Jürgen macht das sehr gut, er hat die Mannschaft Schritt für Schritt stabilisiert.“ Ein oder zwei Tage nach dem Wolfsburg-Spiel, so hat es Dutt angekündigt, soll die Entscheidung verkündet werden – gut möglich, dass die Wahl auf Kramny fällt.
Das Umdenken in der Trainerfrage hat mehrere Gründe. Zum einen haben die bisherigen Gespräche ergeben, dass es nicht viele Kandidaten gibt, denen der VfB zutraut, die Mannschaft aus dem Tabellenkeller zu führen. Tayfun Korkut ist kein Thema mehr, auch von Jos Luhukay sind die Verantwortlichen nicht restlos überzeugt. Ein Mann aus dem Ausland wie der Schweizer Pierluigi Tami hat den Nachteil, dass er die Bundesliga nicht kennt, aber trotzdem sofort funktionieren müsste. Bleibt Lucien Favre, der aber offenbar lieber auf das Angebot eines besseren Clubs wartet.
Der Trainer konzentriert sich auf die Grundlagenarbeit
Dass Kramnys Aktien gestiegen sind, hängt andererseits damit zusammen, dass der Trainer genau das tut, was in der momentanen Situation am sinnvollsten erscheint: Er konzentriert sich auf die einfachen Dinge und lässt einen einfachen Fußball spielen. Diese Spielweise ist weder besonders innovativ noch attraktiv – zumindest kurzfristig aber erfolgversprechender als die Herangehensweise von Zorniger, die die Spieler am Ende komplett überfordert hat.
Ein kompromissloser Querdenker als Chefcoach, eine ganz neue und einheitliche Spielkonzeption von der U 12 bis hinauf zu den Profis – das mag in der Theorie eine hübsche Idee sein. In der Praxis aber geht es darum, die Wahl der Mittel der jeweiligen Situation anzupassen, vor allem wenn der Abstieg droht. Hinten kompakt stehen, kämpfen, bei Gelegenheit kontern – so hat es in den vergangenen beiden Jahren Huub Stevens geschafft, den VfB in der Liga zu halten. Auf ähnliche Weise versucht es nun Jürgen Kramny, kein Temperamentsbolzen, sondern ein besonnener Pragmatiker. Fraglich, ob dem VfB schon wieder das Wasser bis zum Hals stehen würde, hätte man zu Beginn dieser Saison einfach dort weitergemacht, wo man in der alten aufgehört hatte.
Ich kann gar nicht so viel Müsli frühstücken, wie ich bei der Lektüre dieses Artikels kotzen muss. Und Wahler schwätzt auch noch was davon, dass Kramny ernsthafte Chancen hat. Man kann das jetzt natürlich wieder als reine Taktiererei sehen, aber das hat man schon oft gedacht und am Ende war es das nicht. Ich fürchte auch diesmal meinen die das wirklich ernst.
Ehrenamtlicher Vorsitzender des 1. offiziellen mappes-Ignorierclubs e.V.