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Tamasi
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Allmachtsbachel
Frank N Furter hat geschrieben:
Unter Westfalen hat geschrieben:Aus der SZ:

[i]In der Schlange an der Supermarktkasse hört man sie jetzt ebenso wie am Telefon mit Freunden und auch in Foren von Scientologen, Reichsbürgern und Impfgegnern: die Meinung, es sei ja alles gar nicht so schlimm.


Wer einen Bericht so beginnt, darf sich nicht wundern, wenn nur Trottel weiterlesen.... :lol:


Frank,
das ist Unsinn. In dem Text wird auch der von dir geschätzte Ioannidis besprochen und das durchaus fair. Oder kannst du nicht damit umgehen, dass es nicht die EINE & EINFACHE Wahrheit gibt? Die Dinge sind komplizierter als „es ist alles nicht so schlimm!“ - das weißt du doch.

Hier nochmal der bereits vor zwei Tagen eingestellte Link:

https://sz.de/1.4854880

Unter Westfalen
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Grasdaggl
Sorry Tamasi,

den Link habe ich nicht angeklickt.

Aber, wie man sieht, war es vielleicht ganz gut, den Artikel ganz reinzustellen.
;)

Dient zumindest der Klärung. :mrgreen:
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai



Frank N Furter
Tamasi hat geschrieben:
Frank,
das ist Unsinn. In dem Text wird auch der von dir geschätzte Ioannidis besprochen und das durchaus fair.


Grundsätzliches: Ionnidis wird von mir auf keine andere Weise geschätzt und schon gar nicht besonders, als durch die Qualität seiner Publikationen. Ich habe auch initial gar nicht auf Ioannidis referiert, dass war, soweit ich es noch richtig erinnere, Knaust, der einen Artikel von ihm zitierte.

Tamasi hat geschrieben:Oder kannst du nicht damit umgehen, dass es nicht die EINE & EINFACHE Wahrheit gibt?


Oh, da stimmst Du Dich bitte mit Deinem Kumpel Nilkheimer darüber ab, der mir gerne mal vorwirft, dass ich zu oft erkenntnisphilosophische Statements hier anbringe und damit verbunde Ideen vertrete, wonach es überhaupt keine Form von "Wahrheit" geben kann. Aber Danke, für die freundliche Verdächtigung.

Tamasi hat geschrieben:Die Dinge sind komplizierter als „es ist alles nicht so schlimm!“ - das weißt du doch.


Es geht darum, dass fast alle Medien völlig unkritisch falsche Zahlen verwenden. Natürlich ist das nur scheinbar unkritisch, denn die Zahlen werden auch verwendet, um mit Übertreibung Aufmerksamkeit und Auflage zu generieren, wie das mittlerweile Usus geworden ist.

Wenn man aktuell weder über- noch untertreiben will und bereit ist auch diejenigen Untersuchungen in sein Urteil einzubeziehen, die in den letzten 2 Wochen sehr pluralistisch-kontrovers wissenschaftlich publiziert wurden, kommt man zu ganz anderen Aussagen als die SZ oder die Tagesschau.

Wie viel Murks da mittlerweile passiert, hat man z.B. auch gesehen, bei dem, was AS hier "gutmeinend" aus der ZEIT zitiert hat. Ich hatte den Artikel später gefunden, den AS vermutlich gelesen hat. Da stand tatsächlich wortwörtlich, dass der genannte Diagnostik-Verein 400.000 Tests pro Woche durchführen kann. Das ist natürlich ein katastrophaler Recherche-Fehler des Journalisten, in einem Artikel wo es ausschließlich um Corona-Diagnotik ging! Solcherart Fehler findet man im Moment leider häufig.... auch in dem, was früher mal als Qualitätsmedien galten, wie Tagesschau, SZ oder ZEIT.

Das solche Fehler "mal passieren" ist das eine. Dass durch ihre Verbreitung in tendenziösen Meinungsartikeln Stimmung (siehe erster Satz von Uwes verlinktem Artikel) und letztlich Politik gemacht wird, ist das andere. Aktuell kann man wohl kaum zu einem anderen Schluß kommen, dass sich die öffentliche Meinung an Zahlen orientiert, die falsch sind und an Stimmungen und grob verfälschten Ländereinschätzungen wie die übetr Italien. In faktenorientierten Artikel, wird die Situation Italiens ganz anders diskutiert.

Gerade diejenigen, die an einer breiten Diskussion interessiert sind; diejenigen, die nicht glauben, es gäbe eine einfache Wahrheit, sollten froh über jede Stimme sein, die auf sachlicher Basis zu einer anderen oder neuen Einschätzung kommt. Das ist Pluralismus. Solche Meinungen pauschal in die Ecke von Scientologen (äh, hab`ich was verpasst?) oder Prepper und Reichsbürger (?) zu stellen, ist intellektuell unreif und wäre der SZ früher (vor der medialen Digitalisierung) nicht im Leben eingefallen.

Frank N Furter
knaust hat geschrieben:Zur Frage der Testkapazität in Deutschland nennt dieser Artikel neue Zahlen:

"In Deutschland würden derzeit pro Woche über eine halbe Million Corona-Tests durchgeführt."


https://www.spiegel.de/wissenschaft/men ... 85c6b00282


Herr Drosten hat das doch auch schon in seinem Podcast klar gestellt: Es gibt die PCR-basierten Tests. Die sind wie bekannt, sehr sensitiv, weil man einen einzigen RNA-Strang, per Amplifikation, so stark vervielfältigen kann, dass bereits geringe Mengen des Virus sicher festgestellt werden können. Das ist "DER TEST".

Daneben existieren andere Tests, die noch mit enormen Problemen zu tun haben, die Protein- oder Antikörperbasiert sind und bei weitem nicht so sensitiv wie ein PCR-basierter Test. Die Quote der falsch-positiven oder falsch-negativen Ergebnisse ist hier noch indiskutabel. Das ist immer ein Problem, wenn man gegen Epitope misst. Solche Tests müssen viel länger evaluiert werden.

Laut Drosten soll bis Ende Mai, Anfang Juni aber ein Test auf den Markt kommen, der i) sehr genau ist, ii) hochdurchsatzfähig und iii) günstig ist. Er soll funktionieren wie ein Schwangerschaftstest.

Drosten meine noch bis Anfang, Mitte März, die Testkapazität in Deutschland läge bei 100.000 Tests pro Woche. In den letzten Tagen hat er gesagt, sie sei auf maximal 160.000 pro Woche gestiegen (die Zahl die auch Airwin hier wiedergegeben hat), vorallem, weil so viele neue Diagnostik-Buden wie Pilze aus dem Boden sprössen.

Die Limitation in den PCR-basierten Test, ist übrigens natürlich nicht die RT-PCR von RNA. Das Problem ist, dass Sers-Cov-2 zur Gruppe der Viren mit Proteinhülle gehören. Bevor man eine Probe dem PCR-Amplifikator vorlegen kann, muss man also erst mal in einem viel größeren Gerät die Proteinhülle verdauen lassen. Das kostet 4-5 Stunden und diese Geräte so wie deren Verbrauchsmaterialien waren Anfangs bis Mitte März noch das Nadelöhr.

knaust
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Lombaseggl
@ Frank
Vielen Dank für die Einordnung hätte ich mir eigentlich auch selber denken können, dass die 500 000 keine PCR basierten Tests sind.

Hier ein weiterer lesenswerter Artikel. Darin wird auch kurz zur medialen Berichterstattung Stellung genommen:

https://www.ebm-netzwerk.de/de/veroeffe ... n/covid-19


Wir sind einerseits mit den nackten Zahlen einer exponentiell steigenden Anzahl von Erkrankten und Toten weltweit konfrontiert, die uns die Medien tagtäglich in beängstigender Form vor Augen halten. Die mediale Berichterstattung berücksichtigt jedoch in keiner Weise die von uns geforderten Kriterien einer evidenzbasierten Risikokommunikation.

In den Medien werden aktuell die Rohdaten kommuniziert, etwa bisher gibt es "X" Infizierte und "Y" Todesfälle. Dabei wird nicht zwischen Diagnosen und Infektionen differenziert. Es handelt sich bei den gemeldeten Fällen jeweils um Diagnosen. Die Gesamtzahl der Infizierten ist jedoch nicht bekannt. Dazu bräuchte es eine vollständige Testung einer repräsentativen Stichprobe aus der Bevölkerung.

Die Nennung von Fällen ohne Bezugsgrößen ist irreführend. So werden beispielsweise für die einzelnen Länder, Bundesländer oder Regionen lediglich Rohdaten berichtet, ohne Bezug zur Bevölkerungsgröße. Die Angaben könnten sich jeweils auf 100.000 Einwohner beziehen.

Auch werden keine zeitlichen Bezugsgrößen genannt. So heißt es etwa "bisher gibt es 10.000 Fälle". Die Nennung von Rohdaten ohne Bezug zu anderen Todesursachen führt zur Überschätzung des Risikos. In Deutschland versterben etwa 2.500 Personen pro Tag. Die Angaben zu den Todesfällen durch Covid-19 sollten daher entweder die täglich oder wöchentlich verstorbenen Personen mit Angabe der Gesamttodesfälle in Deutschland berichten. Auch ein Bezug zu Todesfällen durch andere akute respiratorische Infektionen wäre angemessen.

Für den Hinweis, dass durch COVID-19 überwiegend ältere und kranke Menschen versterben, wäre ein Vergleich mit Personen sinnvoll, die an anderen akuten respiratorischen Erkrankungen versterben.

Die Frage, inwieweit es aus ethischer Sicht gerechtfertigt ist, nun in den Medien exemplarisch schwer verlaufende Einzelfälle zu berichten, ohne Einordnung in das Gesamtspektrum von Krankheit und Tod, sollte diskutiert werden.

Zudem bestehen bei den zur Verfügung stehenden Daten erhebliche Ungereimtheiten. Es ist vollkommen unklar, warum es gerade in Italien zu einer solch explosionsartigen Ausbreitung mit vielen Toten gekommen ist, und das nicht etwa in einer der ärmeren Regionen Italiens, sondern in der reichen Lombardei. Man kann dieses Geschehen sicher nicht einfach mit Verweis auf eine schlechtere medizinische Versorgung abtun, und auch ein Mangel an Messungen scheint in Italien nicht vorzuliegen.




higgi
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Grasdaggl
Die Frage nach der niedrigen Sterblichkeit in Deutschland mit „wir testen in Deutschland so unheimlich viel“ zu beantworten ist kaum in Worte zu fassender Unsinn.
Der einzige plausible Grund kann nur sein, dass die Durchseuchung in Deutschland (also die Dunkelziffer) um ein Vielfaches niedriger ist als in Italien, Spanien und NYC
von daher




Frank N Furter
@Knaust
Ja, der Artikel bringt es prima auf den Punkt und macht auch gute Vorschläge, wie und in welchem vergleichenden Kontext man die Zahlen setzen könnte, wenn man es mit der Aufklärung ernst meinte.

@Dunkelziffer
In Hongkong haben Wissenschaftler die Dunkelziffer sehr, sehr aufwändig abgeschätzt. Für Deutschland gibt es so etwas noch nicht. Glaubt man den Epidemologen des Imperial College in London, dürften wir so etwa beim Faktor 5 liegen. Das ist aber auch noch sehr spekulativ.

Sinnvoller wäre es, wir würden vor allem auf die zuverlässigeren Angaben über Todesfälle referieren. Hier mag es zwar ebenfalls Probleme bei der systemtischen Feststellung von Todesursachen geben, aber ich hoffe eigentlich schon, dass das in Deutschland zu einem überschaubaren Fehler-Effekt führt.

Wie viel Tote hatten wir jetzt in toto? 200? In Knaust Artikel werden 2.500 Tote genannt, die Deutschland sowieso jeden Tag hat. Wenn wir jetzt mal 40 an einem Tag durch Corona hatten, bedeutet das eine Abweichung von 1,6% zum Durchschnitt. Das ist für jeden Betroffenen sicherlich nicht schön, aber genauso sicher auch keine Katastrophe für unsere Gesellschaft.

Noch etwas Interessantes dazu, was ich ohne Herrn Drostens Ausführungen auch nicht gewußt hätte. Wisst ihr wie die Grippe-Toten jedes Jahr festgestellt werden? Die zählt man gar nicht. Man bildet einen Durchschnittswert der Strebefälle für die Monate, in der die Grippe nicht grassiert. Diesen zieht man dann von den Monaten ab, indem die Grippe grassiert. Die Differenz, wird dann einfach als Grippetote definiert.

higgi
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Grasdaggl
Ja das hab ich auch jetzt gelernt. Erschreckend.

Eigentlich müsste man die Dunkelziffer anhand der Toten abschätzen nicht umgekehrt. Man nimmt einfach eine konstante Sterblichkeitsrate an, von mir aus 0,3 % an,
und rechnet anhand der Toten auf die Dunkelziffer hoch.
Es sei denn es gibt einen plausiblen Grund warum Südeuropäer und New Yorker eher daran sterben als andere
von daher

de mappes
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Spamferkel
Tifferette hat geschrieben:Ja, die Dunkelziffer ist wohl niedriger. Weil mehr getestet wird....


danke

ich wollte gerade schreiben: Frage und Antwort in einem Satz :mrgreen: :arr:
Don't criticize what you can't understand

Tamasi
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Allmachtsbachel
Der von knaust verlinkte Text ist wirklich sehr interessant. Und zwar in Gänze - ich empfehle, nicht nur den oben zitierten Ausschnitt lesen, sondern den gesamten Artikel.

Im Fazit steht ja auch, dass die aktuellen Maßnahmen
das einzige sind, was getan werden kann, wenn man nicht einfach nur zusehen und hoffen will.

Und in diesem Zusammenhang sehe ich auch diesen Vergleich:
Die Grippe-Saison dauerte laut Surveillance-Bericht des RKI von der 52. Kalenderwoche 2017 bis zur 14. Kalenderwoche 2018, also 15 Wochen [11]. Um innerhalb von 15 Wochen auf 5 Millionen zu kommen, müsste sich die Anzahl der Infizierten alle 4,4 Tage verdoppeln – ähnlich wie wir es jetzt bei SARS-CoV-2 sehen – nur bei der Influenza haben wir es nicht gemessen.

Bei der Grippewelle 2017/18 kam man nachträglich auf eine Verdoppelungsrate "alle 4,4 Tage". Mal mehr, mal weniger, aber der Durchschnitt AM ENDE der Welle war 4,4.

Wir sind momentan aber nicht in der Rückschau, sondern AM ANFANG der Welle - und haben jetzt schon eine aktuelle Verdoppelungsrate von... ah, nur noch "alle 5 Tage" - der Text ist veraltet. :-) Na, ernsthaft:

Wenn man nichts tun würde, würde sich die Verdoppelungsrate von ca. "alle 4 Tage" doch nicht halten lassen. Das ist doch der Punkt, oder? Und dann würde das Gesundheitssystem kollabieren, mit den entsprechenden Folgen etc.pp. Oder mache ich da einen Denkfehler?

Dabei geht es jetzt gar nicht darum, WAS für Maßnahmen man langfristig machen soll. Da wird sich sicher noch so manche Priorität verschieben, vermute ich mal.

Tamasi
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Allmachtsbachel
Frank N.F.:

Mich stört es, wenn man Meinungen, die NICHT der "alles nicht so schlimm"-Haltung entsprechen, als trottelig darstellt. Wenn "ALLES nicht so schlimm" wäre, müsste es doch genug Kapazitäten und Ressourcen geben, um auch ein kleines Wald- und Wiesenkrankenhaus mit dem nötigen Schutzmaterial zu versorgen, auf dass die dort hart arbeitenden Ärzte und Ärztinnen sich angemessen schützen könnten, wenn sie eine Bronchioskopie machen müssen.

Sprich: Irgendwo scheint's doch zu haken.

Wenn wir diese Defizite durch die aktuellen Maßnahmen in den nächsten Wochen auflösen können, dann wäre doch schon einiges gewonnen. Wenn diese Maßnahmen sich jedoch noch endlos lang ziehen, werden wir wohl viel verlieren.

Ich hoffe, deiner Schwester geht's gut. :!:

Tamasi
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Allmachtsbachel
Covid-19 hat einen überraschend anderen Verlauf als übliche Atemwegserkrankungen, sagt Lungenarzt Michael Pfeifer.

Aus einem Interview im Tagesspiegel...:
Grundsätzlich verlaufen 80 Prozent der Infektionen milde, zum Glück.

"Mild" ist ja immer relativ. :) Aber natürlich trotzdem gut - immer in der Hoffnung, dass diese Einschätzung auch in den nächsten Wochen Bestand hat.

Denn momentan scheint bei uns - bzw. in jenem Teil von Bayern - eine andere bzw. viel gemischtere Bevölkerungsgruppe betroffen zu sein als in Italien mit den vielen alten Patienten. Das könnte evtl. auch eine Erklärung für die aktuell erstaunlich niedrige Todesrate in D sein.
Bitteschön:

Unsere Patienten passen nicht in das bisher beschriebene Bild, das davon ausgeht, dass vor allem alte Menschen und Risikopatienten schwere Verläufe mit Luftnot haben. Der jüngste beatmete Patient bei uns in der Gegend ist 25, und es geht quer durch die Lebensalter.

Was ist Ihre Erklärung? Wurde das bisher absichtlich anders dargestellt?

Nein, das denke ich nicht. Die bisherigen Daten, aus China und Südkorea, stützten das ja. Ich glaube es liegt auch daran, wie das Virus nach Deutschland kam. Viele haben sich in Skiorten oder bei Dienstreisen und Ausflügen nach Italien angesteckt. Das sind einfach Aktivitäten, die vor allem Jüngere machen. Ich denke, dass wir in der zweiten Welle, bei den Menschen, die sich hier angesteckt haben, viel mehr Risikofälle sehen werden.

Und bevor jetzt fehlende Zahlen ins Feld geführt werden, hier das versöhnliche Schlusswort:
Lassen Sie uns einfach noch ein bisschen Geduld haben, und auf mehr und bessere Daten warten.

:-)

Gesamtes Interview mit interessanten Details zum Verlauf der Krankheit hier:
https://www.tagesspiegel.de/wissen/erfa ... 82126.html

de mappes
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Spamferkel
Ohne Wertung:
Aber Tamasi, auch beim Thema Corona gehörst du zu den Pessimisten...das unterscheidet uns beide in bezug auf die gleichen düsteren Aussichten beim Thema VfB :mrgreen:

ich bringe Verständnis und Interesse für alle Blickwinkel in dieser alles bestimmenden Debatte mit, aber das fällt mir nun schon auf.

Aber wie gesagt: Steht dir zu und vielleicht ist der Pessimismus auch angebracht. Wie du selbst schon sagtest:

Lassen Sie uns einfach noch ein bisschen Geduld haben, und auf mehr und bessere Daten warten.
Don't criticize what you can't understand

Tamasi
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Allmachtsbachel
mappes,
ich verstehe überhaupt nicht, wie du zu dieser Einschätzung kommst. Ich verdiene mein Geld damit, indem ich ich mich auf Jahrmärkten und Volksfesten im Kuriositätenkabinett als "optimistischster Mensch der Welt" zur Schau stellen lasse.

Da hättest du mich schon persönlich erleben können, wenn du nicht immer nur im saarländischen Humpen-Zelt feiern bzw. beim Oktoberfest im Umfeld FC-Bayern-Tisches rumlungern würdest!

Leider bin ich nicht ansteckend.

Frank N Furter
Tamasi hat geschrieben:Wenn man nichts tun würde, würde sich die Verdoppelungsrate von ca. "alle 4 Tage" doch nicht halten lassen. Das ist doch der Punkt, oder? Und dann würde das Gesundheitssystem kollabieren, mit den entsprechenden Folgen etc.pp. Oder mache ich da einen Denkfehler?


Nee, so einfach ist das nicht. In der Wissenschaft geht man davon aus, dass es eine feststehende, virustypische "Attack rate" gibt. Außerdem geht man davon aus, dass bei einem normalen, also ungebremsten Ansteckungs-Verlauf sich ein festes Verhältnis der Ansteckungshäufigkeit zwischen zwei Infektionsgenerationen einstellt. Das läßt sich dann durch eine Exponentialfunktion ausdrücken. Bei der Veranschaulichung dieser Funktion: alle x-Tage eine Verdopplung, bleibt x konstant.

Tamasi hat geschrieben:Mich stört es, wenn man Meinungen, die NICHT der "alles nicht so schlimm"-Haltung entsprechen, als trottelig darstellt.


Moment mal. Das, was ich als "trottelig" beschrieben habe, war, einen Artikel weiterzulesen, der jedwede Art von Kritik an der Bewertung der Krankheit, Reichsbürgertum, Scientologytum usw zuordnet und dadurch massiv abwertet. Das ist etwas ganz anderes, als Deine Unterstellung.

Tamasi hat geschrieben:Sprich: Irgendwo scheint's doch zu haken.

Sicher. Mehrfach sogar. Die Bewertung der Ernsthaftigkeit der Corona-Epidemie hängt doch aber nicht daran, ob und wos mal hakt. Haken tuts eh immer. Das Hauptproblem sehe ich darin, dass definitiv falsche Zahlen zu einer falschen Wirklichkeitsbeschreibung und schließlich zwangsläufig zu einer falschen Politik führen.

Ich denke, dass es viele gute Argumente gibt unser Land nicht einfach nur auf unabsehbare Zeit herunterzufahren, um eine massenweise Ausbreitung des Virus zu verhindern. Ich denke, dass man mit einer Strategie der selektiven Isolation mit dem Ziel einer schnellstmöglichen Herdenimmunität am Ende deutlich besser fährt. Die Corona-Infektion wird zu sehr vielen Toten führen, dass ist aus meiner Sicht unvermeidlich. Die Politik verkauft auch gerade ein wenig die Hybris, wir könnten Epidemien dieser Art so smart handhaben, dass am Ende nur sehr wenige sterben müssen. Sie verkauft auch die Hoffnung auf einen schnellen Wirkstoff oder schnellen Impfstoff.

Viren-Epidemien grassieren jedes Jahr. Je mehr Menschen wir werden und je mobiler wir werden, umso leichter haben es die Viren. Die aktuelle "Krise" ist für mich viel eher eine "zivilisatorische Krise" als eine medizinische. Wir reden hier nicht über einen Killer-Virus, dessen Verbreitung schon so oft verfilmt wurde. Wir sollten uns eher über Überbevölkerung und Massenmobilität unterhalten.

Wir hatten jetzt in schneller Folge HIV, Ebola, Zika, Sars, Mers, Corona. Der Planet, den wir gerade nebenher noch schrotten, wehrt sich, wenn man so will. Natürlich ist das eine "epische" Interpretation. Nichtsdestotrotz fordert unsere Lebensweise halt auch viele Opfer und Schäden. Jetzt, wo es mal gerade nicht ein Atoll trifft, das absäuft, sondern uns und unsere Lungen trifft, werden wir plötzlich panisch und, ja, kaufen Klopapier :lol:

Ich sage also mitnichten "alles gar nicht so schlimm". Ich würde eher sagen, schon relativ schlimm, aber aus anderen Gründen, als dass jetzt wieder vorzugsweise alte und kranke Menschen an einer Virusepidemie sterben müssen. Virusepidemien raffen vermutlich zu ca. 90% ohnehin nur die Leute weg, die schon so hinfällig waren, dass sie in kürzerer Zeit eh gestorben wären. Wer will, kann diese Sichtweise zynisch finden. Ich hingegen empfinde es eher als zynisch, dass wir jedes Jahr 9 Millionen gesunde Kinder, die ihr Leben noch vor sich haben verhungern lassen, während wir hier eine Diät nach der anderen machen, weil wir uns andauernd überfressen. Aber auf diesen letzten Punkt, den ich hier jetzt zum dritten mal bringe, ist erstaunlicher Weise oder nicht, noch kein Einziger eingegangen. Ich vermute: weil jedem völlig klar ist, wie unangenehm das ist, wenn man sich eingestehen muss, dass man selbst eben auch nur ein zynischer Ignorant ist und im Zweifel lieber ein VfB-Spiel anschaut, als sich mit menschlichem Leid beschäftigen zu müssen....

Tamasi hat geschrieben:Ich hoffe, deiner Schwester geht's gut. :!:

Danke, hatte gestern noch mit ihr telefoniert. Ihr und ihren Kollegen gehts schon wieder besser. Ich kenne jetzt aus der Nähe und der Distanz so ca. ein gutes Dutzend Erkrankter. Was die über ihre Krankheit und Symptome sagen, macht mich nicht bange. Meine Schwester hatte auch schon die echte Grippe und meinte wortwörtlich, wenn sie wählen könnte, nähme sie lieber nochmal Corona. Und meine Schwester (40) ist "Risikopatientin".

Auswurf
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Grasdaggl
da es bei dem thema um leben und tot geht
und es sich bei den betroffenen jederzeit um jemanden handeln kann,
den man zumindest über ecken kennt,
tu ich mich schwer in der abwägung von prioritäten und eh mit allen einschätzungen.
Ich bin so jungfräulich im umgang mit kinesischen viren.
Tamasi kann wenigstens mit stäbchen essen.

wenn aber bolsonaro sagt, dass wenn er sich infizieren würde,
er höchstens leicht was spüren täte,
weiß ich zumindest auf welcher seite des tisches ganz sicher ein idiot sitzt
das ist doch keine Musik

Frank N Furter
Auswurf hat geschrieben:da es bei dem thema um leben und tot geht


Oh, Kerle....
Jedes mal, wenn Du aufs Radl steigst und durch die Stadt bretterst, gehts um Leben und Tod.
Neulich: ne 9jährige badet und chattet nebenher mit ihrem Smartphone, das sie nebenher in der Steckdose auflädt. Tot.

Du wirst geboren, und das, was wir "Leben" nennen, ist tatsächlich ein tägliches Sterben. Und "Sterben" wiederum, bedeutet in Wirklichkeit Leben (für Andere).

"Alles was entsteht,
ist wert, das es zu Grunde geht
"

Auswurf
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Grasdaggl
ja, das sag ich den eltern des ungefähr gleichalten typen aus einer meiner liebligskneipen, welcher gerade wegen c auf intensiv liegt.

Fatalismus pflege ich ganz gerne, aber der hat grenzen.
Ich fahre ohne helm und bin strikter gegner davon kinder von jeglicher gefahr fernhalten zu wollen.
Nur kenne ich diese gefahren und bilde mir ein sie einschätzen können.
Mag mir derzeit aber nicht das recht herausnehmen das leid anderer klein zu reden oder als alltäglich zu benennen.

Es sterben leute,
die ohne c nicht gestorben wären - punkt
das ist doch keine Musik

Frank N Furter
Auswurf hat geschrieben:Fatalismus pflege ich ganz gerne, aber der hat grenzen.


Das hat überhaupt nichts mit Fatalismus zu tun.
Auch wenn man sich selbst noch so sehr vor dem Sterben fürchtet, ist es ein entscheidender Schritt zur individuellen Reife, das Leben in voller Gewissheit eines nahen Todes zu leben.

Auswurf hat geschrieben:Es sterben leute,
die ohne c nicht gestorben wären - punkt


:lol: :lol: :lol:
Das ist so unfreiwillig großartig! Es offenbart genau dieses unreife Denken, sorry, Auswurf.