- vivafernanda
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- Granadaseggl
ohh haber!!
wie wunderschön, Heimweh....
Hab in der Vogelsangstraße gewohnt, 6 Jahre lang, ziemlich weit oben, kurz unter der später eröffneten Bauernmarkthalle. Schon lange davor begann meine Zeit in einem superschrägen Jugendkreis in der unteren Voglesangstraße, noch unterhalb des Bismarckplatzes.
Deine schaffigen Bäuerinnen hab ich auch noch gekannt, bin gerne zu ihnen gegangen, die Mutter erinnerte mich an meine Großmutter. sie hatten Gewürzluigen. Ein uralte württembergische Apflesorte, Winteräpfel, frisch vom Baum kann man sie kaum essen. Ich habs mehrfach versucht, weil wir einen Baum im Garten hatten, den wir oft erst im November geerntet haben. Die kalten nassen Finger, die kalte nasse Äpfel aus dem Gras sammeln, der Bruder im Baum mit dem Korb, der Vater auf der Leiter, vorsichtig die guten brechend. Ich versuche in einen Apfel zu beißen, der so hart und kalt ist, dass es meinen Zähnen wehtut.
Meine Mutter hat später im Jahr die Äpfel immer auf die Heizung gelegt, bevor sie sie uns in den Ranzen gepackt hat. Warum weiß ich nicht, denn sie wurden auf dem Schulweg ja wieder kalt.
Sie waren dann, wenn sie essbar wurden säuerlich und wunderbar aromatisch.
Finde ich sie viel später in der Stadt bei den beiden Damen. Hab sie immer gekauft. Und dann haben sie aufgehört. Es hab da auch einen Bäcker am Eck mit wunderbaren Kuchen, nur leider hat die Verkäuferin hinten im Laden geraucht und manchmal hatten die Kuchen einen leichten Rauchgeschmack. Etwas was die Raucher den Nichtrauchern nie glauben. Es gab da auch einen kleinen alternativen Buchladen, in dem ich ein sehr erhellendes superfeministisches Buch über den §218 gekauft habe. Hat die Welt der Jungpietistin gehörig ins Wanken gebracht. Alles weg, nehme ich an. Hab ihn sehr geliebt den Westen, die abendlichen Radtouren zum Bismarckturm oder durch den Wald auf den Scherbelino. In Freud und Leid, alleine oder in Begleitung stieg oder radelte ich steile Berge hoch, um wunderschöne Aussichten zu genießen.
Als ich zurück nach Stuttgart kam, wollte ich da natürlich wieder wohnen, was mir aber finanziell nicht mehr möglich war. Und jetzt ist mir Cannstatt so ans Herz gewachsen, dass ich nach über 6 Jahren in M mich immer noch dahin sehne.
Eine Hand, die schiebt, ist besser als 100 Hände, die ziehen.