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Rufus
Granadaseggl
fkAS hat geschrieben:Die waren sehr zuversichtlich, dass die IFR auch repräsentativ für Deutschland ist: "the IFR calculated on the basis of the infection rate in this community can be utilized to estimate the percentage of infected based onthe number of reported fatalities in other places with similar population characteristics".

Genau das ist mMn falsch.
Ich bin mir sicher, dass diese 909 Personen nicht der Bevölkerung Deutschlands entsprechen, sprich Alter, Prozentsatz der Vorerkrankten, ...
Ich verstehe schon, dass Streek und Co das veröffentlichen, es bringt Publicity und auch Kohle aber repräsentativ ist das nicht.
Klar, Streek hat jetzt die Dunkelziffer der Infizierten für Gangelt gefunden (ca. 10-fache) aber Deutschlandweit kann diese wohl immer noch zwischen 5- und 20-fach schwanken. Und ich bin mir sicher, dass sie auch regional sehr schwankt. Gut getestete Regionen (also Gegenden um Alters- und Pflegeheime herum) werden sehr wohl niedrigere Dunkelziffern haben und eben umgekehrt.

Aber die Studie ist wohl besser als gar nichts.

Schade, dass man in Norditalien so was nicht gemacht hat: Statt 909 hätte man dann wohl 909.000 Probanden gehabt.

higgi
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Grasdaggl
Hä? Es geht nicht um Probanden
Es müssen alle in der Stichprobe auf Corona und auf Antikörper getestet werden.
Auf die Ergebnisse von 909.000 kannst du ein Paar Jahre warten
von daher

Tamasi
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Allmachtsbachel
Eine Studie ähnlich wie in Gangelt gab es auch irgendwo in Norditalien. Hab ich vor einiger Zeit gelesen, finde ich jetzt nicht. Aber sowas gab‘s.

Von außen betrachtet denke ich auch, dass das (Infektions-)Leben in einer Großstadt wohl recht anders ist als in Gangelt. Mehr Enge, mehr ÖPNV etc. versus weniger Familienkontakte etc.pp. Deshalb hinkt der Vergleich zu den Wahlprognosen, bei denen die „durchschnittliche Bevölkerung“ sicher besser abgebildet wird.
Zuletzt geändert von Tamasi am 5. Mai 2020 10:14, insgesamt 1-mal geändert.



higgi
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Die Österreicher haben auch so eine Studie durchgeführt.
Die kamen auf eine Dunkelziffer von ca 60.000 was ca. 0,7% der Bevölkerung entspricht.
von daher

de mappes
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Spamferkel
Nilkheimer hat geschrieben:Und wieder - aktuell - Übersterblichkeit; heute: Italien.

Italien meldet wesentlich mehr Tote als in Vorjahren
In Italien sind im März fast 50 Prozent mehr Menschen gestorben als in den Jahren zuvor. In Frankreich gab es bereits deutlich früher als bislang bekannt eine erste Corona-Infektion. Der Überblick.


https://www.spiegel.de/wissenschaft/med ... 1cf7df3f86

Klar, man kann das wieder überlesen und dann in Kürze dreist-naiv nachfragen, wie es denn mit dem Thema aussieht jetze.


hallo,
gibt's auch verlässliche zahlen über Deutschland?
Don't criticize what you can't understand


fkAS
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Halbdaggl
higgi hat geschrieben:Die Österreicher haben auch so eine Studie durchgeführt.
Die kamen auf eine Dunkelziffer von ca 60.000 was ca. 0,7% der Bevölkerung entspricht.

Die Darstellung in der Presse ist verwirrend, daher https://www.bmbwf.gv.at/Themen/Forschun ... tudie.html

Aktiv infiziert waren demnach 21-24 April ca. 10.000, anfang April wurden noch 28.000 bzw zwischen 10.000 und 67.000 ermittelt. Und dann gibt es noch Antikörperstudien in Hotspots ähnlich wie Heinsberg. Da hatten 4,7% Kontakt mit dem Virus...
Wo die 60.000 Dunkelziffer herkommt, weiß ich nicht. Entspricht am ehesten noch der Zahl der aktiv infizierten in den Hotspots...

de mappes
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Spamferkel
Nilkheimer hat geschrieben:Gnihihi. Du kleines Cleverle, Du.


deswegen magst du mich doch so
Don't criticize what you can't understand

Flache9
Rufus hat geschrieben:https://www.uni-bonn.de/neues/111-2020
Insgesamt 919 Teilnehmer aus 405 Haushalten

Insgesamt 600 zufällig ausgewählte Haushalte in Gangelt wurden angeschrieben und gebeten, an der Studie teilzunehmen. 919 Studienteilnehmer aus 405 Haushalten wurden vom 30. März bis 6. April sechs Wochen nach dem Ausbruch der Infektion in Gangelt befragt und getestet.

Wie kann man von 919 auf 82 Mio hochrechnen?
919 Infizierete mit 3 Toten --> 1,8 Mio Infizierten mit über 6000 Toten.
Oder das mit den 20% der Infizierten ohne Befund.

Es ist sicher sehr löblich, Gangelt so intensiv untersucht zu haben aber man bräuchte mMn mehrere "Gangelts" und zwar auch in größeren Städten.
Vielleicht könnte man dann die Zahlen hochrechnen aber bisher ist das definitiv zu wenig.


Streeck:
Prof. Hendrik Streeck: Es handelt sich um ein Massenausbreitungsereignis (sogenanntes „super-spreading event“), das nur eingeschränkt auf ganz Deutschland oder andere Länder übertragen werden kann. Trotzdem bieten die nun vorliegenden Daten zu diesem Ereignis wichtige wissenschaftliche Ansatzpunkte, weil es sich in Gangelt um ein sehr frühes und sehr intensives Infektionsgeschehen in Deutschland handelte. Mit den Zahlen lassen sich zum Beispiel Simulationsmodelle zur Ausbreitung des Virus verbessern


Er hat nicht behauptet das es Fakten sind was ganz Deutschland betrifft, sondern lediglich auf den Datenbasis aus Gangelt.
Diese Daten sind eingeschränkt und verbessern die Simulation der mögliche Verbreitung.
Also man muss der Studie nichts unterstellen.

higgi
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fkAS hat geschrieben:
higgi hat geschrieben:Die Österreicher haben auch so eine Studie durchgeführt.
Die kamen auf eine Dunkelziffer von ca 60.000 was ca. 0,7% der Bevölkerung entspricht.

Die Darstellung in der Presse ist verwirrend, daher https://www.bmbwf.gv.at/Themen/Forschun ... tudie.html

Aktiv infiziert waren demnach 21-24 April ca. 10.000, anfang April wurden noch 28.000 bzw zwischen 10.000 und 67.000 ermittelt. Und dann gibt es noch Antikörperstudien in Hotspots ähnlich wie Heinsberg. Da hatten 4,7% Kontakt mit dem Virus...
Wo die 60.000 Dunkelziffer herkommt, weiß ich nicht. Entspricht am ehesten noch der Zahl der aktiv infizierten in den Hotspots...

Die 60.000 kamen aus der 1. Studie die Anfang April durchgeführt wurde.
So oder so, jedenfalls eine ziemlich kleine Anzahl von Infizierten in Österreich
von daher

fkAS
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Halbdaggl
Flache9 hat geschrieben:...
Er hat nicht behauptet das es Fakten sind was ganz Deutschland betrifft, sondern lediglich auf den Datenbasis aus Gangelt.
Diese Daten sind eingeschränkt und verbessern die Simulation der mögliche Verbreitung.
Also man muss der Studie nichts unterstellen.

Die 0,37% Letalität hat er in der Vorstellung ganz klar auf Deutschland bezogen. Daran werde sich nicht viel ändern. Daher kommt ja auch die Zahl von 1,8 Mio. Menschen, die das Virus haben oder hatten. Ca. 6600 Verstorbene/0,0037
Ist ja auch keine abwegige Zahl.

AxelKruse_FG
Granadaseggl
AS

Zum Verständnis: "Case Fatality" = Fallsterblichkeit = 1,5% und "infection fatality rate"(IFR)=0,37%. Ist das richtig? Gibt es dafür einen deutschen Begriff? Ich frage, weil das in dem Spiegel-Artikel von gestern ebensowenig unterschieden wird wie hier. Da heißt es auch nur "Todesrate".

AxelKruse_FG
Granadaseggl
Den Begriff "IFR" habe ich aus einem Interview von Prof. Streeck in der Frankfurter. Hier ein Auszug:

FAZ hat geschrieben:
Herr Professor Streeck, Sie haben schon Anfang März angefangen, in einem der deutschen Infektions-Hotspots zu forschen, in der Gemeinde Gangelt in Heinsberg, wo es nach einer Karnevalssitzung Mitte Februar zu einem Sars-CoV-2- Ausbruch kam. Nun ist Ihre Studie, bei der Sie einige hundert Personen repräsentativ ausgewählt und auf eine mögliche Infektion untersucht haben, beendet. Was sind die Ergebnisse?

Eingeflossen in die Studie sind die Daten von 919 Personen aus 405 Haushalten. Bei diesen haben wir eine Infektionsrate von 15 Prozent gesehen. Offiziell infiziert, also gemeldet, waren in Gangelt aber nur 3,1 Prozent. Das heißt wir haben einen fast fünffach höheren Wert an Infizierten festgestellt, die überwiegend nicht wussten, dass sie sich angesteckt hatten. Dabei muss man berücksichtigen, dass die Tests auf Antikörper, in diesem Fall auf Immunglobulin-G, eine Spezifität von 99 Prozent haben: Einer von 100 Tests ist falsch positiv. In einem Hochprävalenz-Gebiet wie Gangelt mit einer Infektionsrate von 15 Prozent kann man das allerdings zum Teil vernachlässigen.

Haben sich an Ihrer Studie auch die offiziell an Sars-CoV-2 infizierten Personen beteiligt?

Ja, aber sie sind unterrepräsentiert, da sie signifikant weniger an unserer Studie teilnahmen. Wenn wir das berücksichtigen, kommen wir sogar auf eine Infektionsrate von 19,4 Prozent bei einer Spezifität von 99 Prozent.

Vor Ostern hatten Sie schon erste Zwischenergebnisse vorgelegt und dabei auch davon gesprochen, dass die Sterblichkeitsrate in Gangelt bei 0,37 Prozent liege.

Da wir durch unsere Untersuchungen genau bestimmen können, wie viele Individuen infiziert sind, können wir auch den Anteil der Todesfälle unter allen Infizierten ziemlich genau bestimmen. Die „infection fatality rate“, kurz IFR, liegt bei 0,37 Prozent. Korrigiert liegt sie bei 0,36 Prozent. Die IFR ist eine Eigenschaft des Virus. Sie lässt sich im Gegensatz zur Dunkelziffer zum Teil – natürlich berichtigt für die Demographie – auf ganz Deutschland übertragen.

Wenn man die Zahlen der Johns-Hopkins-Universität zugrunde legt, haben wir in Deutschland also eine sehr hohe Dunkelziffer an Sars-CoV-2-Fällen.

Die Johns-Hopkins-Universität zählt 6866 Tote in Deutschland und 165.000 Covid-19-Infektionen. Bei einer angenommenen IFR von 0,37 Prozent müssten aber schon mehr als 1,8 Millionen mit Sars-CoV-2 infiziert sein.

Viele überstehen die Infektion also weitgehend symptomfrei.

Danach haben wir natürlich auch gefragt. Symptome gaben Infizierte, aber auch Nicht-Infizierte an, die Symptome hatten, weil sie vielleicht eine Erkältung oder einen grippalen Infekt hatten. Gar keine Symptome hatten 22 Prozent der mit Sars-CoV-2 Infizierten, was sich mit den vorhandenen Daten aus China deckt. Neun Prozent hatten nur ein Symptom, und das war am häufigsten Geruch- oder Geschmacksverlust, dies war gefolgt von Fieber, Nachtschweiß, Müdigkeit, Halsschmerzen, Husten und Muskel-und Gliederschmerzen. Atemnot war übrigens kein typisches Symptom.

muffinho
Wo ist denn eigentlich Dr. Toni? Hat sein Chef endlich entdeckt, dass er am PC die letzten Wochen gar keine Forschungsergebnisse ausgewertet, sondern hier im Forum am Spamferkelwettrennen teilgenommen hat? :D

AxelKruse_FG
Granadaseggl
Ok, hat sich erledigt, zitiere mich der Einfachheit selber:

AxelKruse_FG hat geschrieben:AS

Zum Verständnis: "Case Fatality" = Fallsterblichkeit = 1,5% und "infection fatality rate"(IFR)=0,37%. Ist das richtig? Gibt es dafür einen deutschen Begriff? Ich frage, weil das in dem Spiegel-Artikel von gestern ebensowenig unterschieden wird wie hier. Da heißt es auch nur "Todesrate".


IFR= Infektionssterblichkeit. Steht in dem Link zur Uni Bonn, gleich am Anfang.

Unter Westfalen
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Grasdaggl
muffinho hat geschrieben:Wo ist denn eigentlich Dr. Toni? Hat sein Chef endlich entdeckt, dass er am PC die letzten Wochen gar keine Forschungsergebnisse ausgewertet, sondern hier im Forum am Spamferkelwettrennen teilgenommen hat? :D


Der sucht noch seine versprengte Herde.
;)
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai

fkAS
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Halbdaggl
AxelKruse_FG hat geschrieben:Ok, hat sich erledigt, zitiere mich der Einfachheit selber:

AxelKruse_FG hat geschrieben:AS

Zum Verständnis: "Case Fatality" = Fallsterblichkeit = 1,5% und "infection fatality rate"(IFR)=0,37%. Ist das richtig? Gibt es dafür einen deutschen Begriff? Ich frage, weil das in dem Spiegel-Artikel von gestern ebensowenig unterschieden wird wie hier. Da heißt es auch nur "Todesrate".

IFR= Infektionssterblichkeit. Steht in dem Link zur Uni Bonn, gleich am Anfang.

IFR müsste Letalität sein. Fallsterblichkeit = CFR (https://de.wikipedia.org/wiki/Fall-Verstorbenen-Anteil)
Mortalität = an der Infektion (etc.) Verstorbene in % der Bevölkerung



Rufus
Granadaseggl
Flache9 hat geschrieben:Streeck:
Prof. Hendrik Streeck: Es handelt sich um ein Massenausbreitungsereignis (sogenanntes „super-spreading event“), das nur eingeschränkt auf ganz Deutschland oder andere Länder übertragen werden kann. Trotzdem bieten die nun vorliegenden Daten zu diesem Ereignis wichtige wissenschaftliche Ansatzpunkte, weil es sich in Gangelt um ein sehr frühes und sehr intensives Infektionsgeschehen in Deutschland handelte. Mit den Zahlen lassen sich zum Beispiel Simulationsmodelle zur Ausbreitung des Virus verbessern


Er hat nicht behauptet das es Fakten sind was ganz Deutschland betrifft, sondern lediglich auf den Datenbasis aus Gangelt.
Diese Daten sind eingeschränkt und verbessern die Simulation der mögliche Verbreitung.
Also man muss der Studie nichts unterstellen.

Ok, ich geb zu du hast Recht. Auch dass es eine Studie in Italien und Österreich gegeben hatte, hab ich wohl verpasst (ich klinke mich auch immer wieder mal für 1-2 Tage aus)

higgi
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Grasdaggl
Wenn man sich die Politiker (Merkel + MP) anschaut ist da nix mit Corona
Kein Mundschutz, kein Abstand, nada.
Die werden wahrscheinlich auch täglich getestet aber das Bild ist verheerend
von daher

Flache9
higgi hat geschrieben:Wenn man sich die Politiker (Merkel + MP) anschaut ist da nix mit Corona
Kein Mundschutz, kein Abstand, nada.
Die werden wahrscheinlich auch täglich getestet aber das Bild ist verheerend


Wenn man an eine mögliche Ansteckung selber nicht glaubt, dann kann man das Masken Tragen auch nicht verinnerlichen. Daher kein Vorwurf an Merkel und Co. Sie wissen eben mehr als wir. :mrgreen: