29227 Beiträge

muffinho
Upthedubs hat geschrieben:Ich sehe vor allem, dass ausschließlich männliche Randalierer zu sehen waren.


Im TV lief bestimmt wieder die 23. Staffel von "Germanys next topmodel", das hat Vorrang :D




Cantona
Upthedubs hat geschrieben:Ich sehe vor allem, dass ausschließlich männliche Randalierer zu sehen waren.


Die "Party- und Eventszene" besteht in Stuttgart ausschliesslich aus jungen Maennern.
Das ist beispielsweise bei der "Friday for Future" Szene anders, ist auch so'ne Art Jugendkultur.

Plan B
Grasdaggl
higgi hat geschrieben:
Tifferette hat geschrieben:Definiere doch mal "farbig".

Na Dunkelhäutige, in den USA heißen sie Afroamerikaner


In einer Glosse der gestrigen Zeitung hat sich der Autor seine Hautfarbe (Vater aus Afrika) messen lassen und den RAL-Farbton angegeben. Das ist jetzt die sachlichste aller Varianten.
Carpe diem.

Cantona
Julius und Charlotte aus der Fridays for Future Bewegung sind auf den Videos jedenfalls nicht zu finden.

"Die Tatverdächtigen sind junge Männer aus der Eventszene

Die Aggressoren, überwiegend männlich, rechnet die Polizei der sogenannten Eventszene zu, die am Wochenende zum Feiern in die Innenstadt komme. Diese Gruppe sei bunt gemischt. Deutsche, Deutsch mit Migrationshintergrund, Ausländer, Geflüchtete seien dabei. Der Oberbürgermeister Kuhn warnt davor, die Beteiligung von Migranten nun ausländerfeindlich auszulegen. Das Verhalten sei inakzeptabel, egal, ob Deutsche oder Migranten dahinter steckten. „Es wird jetzt schnell heißen ,Die Ausländer sind schuld’, das werde ich klar zurückweisen. Wenn nun jemand fordere, „dass wir unsere Liberalität aufgeben, dann sage ich ganz deutlich: Das wollen wir nicht“, sagte Kuhn."

https://www.stuttgarter-nachrichten.de/ ... 1592800911

Und in jedem Fall vorsorglich schon mal Rassismus thematisieren. Das macht Sinn.

Sloggi
Benutzeravatar
Lombaseggl
Cantona hat geschrieben:...party- und eventszene... auf so'n Quatsch muss man erstmal kommen.


Ja, unfassbar. Als ob sich irgendwelche Clubbesucher spontan zusammenrotten und Läden plündern.

Und wie noch mal betont werden muss, dass die Randalierer "männlich" waren. Schuld sind immer Deutsche, männlich, rechts.

higgi
Benutzeravatar
Grasdaggl
Ist es eigentlich üblich Einsatzfahrzeuge einfach so „unbewacht“ stehen zu lassen.
Ich frag mal so blöd, kenn mich da nicht so aus.
von daher

Cantona hat geschrieben:Und in jedem Fall vorsorglich schon mal Rassismus thematisieren. Das macht Sinn.


Dir ist die Zeitschiene durcheinandergeraten. Der hat da nix “vorsorglich” thematisiert, sondern als Reaktion auf tausende von Äußerungen. Ich habe mal auf Twitter geguckt: da wurde diese Nacht WELTWEIT von rechtsaußen instrumentalisiert à la “fremdländische Horden verwüsten deutsche Innenstadt”. Da herrscht so ein richtiger Deppen-Infokrieg, da kann einem nur noch angst und bange werden. Viele Leute glauben das ja.

Sloggi
Benutzeravatar
Lombaseggl
Nice Weather hat geschrieben:Da herrscht so ein richtiger Deppen-Infokrieg, da kann einem nur noch angst und bange werden. Viele Leute glauben das ja.


Ich finde das auch beängstigend. Die Szenen aus den USA sind so krass, dass man die emotionale Aufladung gut verstehen kann. Der umgekehrte Weg in D kann aber wohl auch nicht richtig sein.
Hier droht wirklich eine Spaltung der Gesellschaft. Dachte wir hätten sowas längst überwunden.

AxelKruse_FG
Granadaseggl
jagdhuette hat geschrieben:
witzfeld hat geschrieben:"Auch noch nie gehört. Die Clublandschaft in der Innenstadt stellt meines Erachtens nach keine “Szene” dar"

Muss man die Theodor Heuss Strasse hochlaufen, das ist definitv eine geschlossene Clublandschaft. Natürlich ist der Talkessel eine "Schande", arichtektonisch so oder so, aber immer noch liebenswert. Man muss die Ecken eben kennen, die kleinen Manufakturen mit Kaffee, Mobiliar, Grünkost usw. Stuttgart ist keine verlodderte Stadt, zwar unsauber aber mit eben auch mit lebenswerten Ecken. Und wo findet an das noch außer vielleicht in Hamburg?


Hamburg ist alles andere als verloddert.


Was in Stuttgart ein verloddertes Viertel ist, ist in Hamburg eine Bessere-Leute-Gegend ;)

Unter Westfalen
Benutzeravatar
Grasdaggl
Sloggi hat geschrieben:
Nice Weather hat geschrieben:Da herrscht so ein richtiger Deppen-Infokrieg, da kann einem nur noch angst und bange werden. Viele Leute glauben das ja.


Ich finde das auch beängstigend. Die Szenen aus den USA sind so krass, dass man die emotionale Aufladung gut verstehen kann. Der umgekehrte Weg in D kann aber wohl auch nicht richtig sein.
Hier droht wirklich eine Spaltung der Gesellschaft. Dachte wir hätten sowas längst überwunden.


Grüße nach Blasonien.
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai

Sloggi
Benutzeravatar
Lombaseggl
Haber hat geschrieben:__________________________________

ziemlich lesenswerter Artikel aus der Sicht "von unten" was aber imo GEWALT trotzdem NICHT rechtfertigt.


https://lowerclassmag.com/2020/06/21/st ... r-schreit/



Es ist so trivial und eigentlich weiß es jeder: Krieg ist Gewalt, Vertreibung ist Gewalt, das Europäische Grenzregime ist Gewalt, Rassismus ist Gewalt, Feminizide sind Gewalt. Mehr noch: Ein Leben in Prekarität und Unsicherheit, im schlimmsten Fall Hunger ist Gewalt. Und das Iphone, auf dem ihr diesen Text lest, ist vergegenständlichte Gewalt, in Form gegossen in Kobaltminen und Menschenschinderfabriken. Libysche Folterlager sind Gewalt, bezahlt von der Bundesregierung. Türkische Angriffskriege mit bundesdeutschem Kriegsgerät sind Gewalt. Handelsverträge sind Gewalt, Austeritätsmaßnahmen sind Gewalt. Die Liste ist endlos – und es ist trivial, jeder Mensch weiß das.

Und was hat das ganze mit Stuttgart zu tun?
Ist die schwäbische "Partyszene" in irgendeiner Weise davon betroffen, außer dass sie selbst alle ein IPhone nutzen.

Erinnert mich an die diversen Texte aus dem 70er, in denen man die RAF-Gewalt rechtfertigte.


Flache9
Ich glaube nicht das so etwas nochmal in Stuttgart vorkommt. Die Idioten wollten einen auf US Proteste machen und fanden es sehr cool. Die Polizei wird einen nach dem anderen ermitteln und einige werden sich gegenseitig verpfeifen. Das wars. Übrig bleibt ist ein Geschmack, dass nun viele Migranten Haupttäter wären. Auf Facebook posten schon massenweise AfDler, das die Migrationspolitik fehlgeschlagen sei und betreiben Hetze.




Auswurf
Benutzeravatar
Grasdaggl
polizeigewerkschaft fordert alkoholverbot auf öffentlichen plätzen
- arsch offen?

Erst dachte ich, da sein wieder was passiert wegen der vielen polizisten
und weil da plötzlich der zerbeulte wagen stand, welcher noch ne halbe stunde vorher nicht da war.
Nein, zwischen all den sommerlichen shoppern und den mittagspäuslern,
also dem gewohnt vertstopften treiben ein zusätzliches hindernis...
da scheinen sich ja alle politiker heut durch die stadt gedrängelt zu haben
das ist doch keine Musik

Auswurf
Benutzeravatar
Grasdaggl
dann war ich beim kaufhof
ich: "und, sind Sie jetzt für's erste erleichtert ?"
ER: "nein, wir sind karstadt so und so, für uns wird getrennt verhandelt"

und er nannte noch ne abteilung innerhalb des selben kaufhofgebäudes,
für die wieder was anderes gilt.
Es ging nicht um kaufhof sport dingens
das ist doch keine Musik

Tifferette
Benutzeravatar
Grasdaggl
Auswurf hat geschrieben:polizeigewerkschaft fordert alkoholverbot auf öffentlichen plätzen
- arsch offen?

Auf allen oder auf bestimmten? In Freiburg zB gibt/gab es das für bestimmte Hotspots seit Jahren. Wird von den Gerichten kritisch beäugt, kann aber zulässig sein.

Generelles Alkverbot ist freilich Quatsch.
"They may be drinkers, Robin, but they are also human beings."

(Batman)


Unter Westfalen
Benutzeravatar
Grasdaggl
Ein düsterer Digitaltraum

Eine Kolumne von Sascha Lobo

Die Affäre um Philipp Amthor wirft Licht auf gefährliche Bestrebungen zur Privatisierung von Sicherheit und Überwachung. Denn was privat ist, unterliegt kaum demokratischen Kontrollinstanzen.

17.06.2020, 18.57 Uhr

Philipp Amthor sagt, er sei nicht käuflich. Die Berliner Generalstaatsanwaltschaft prüft derzeit, ob diese Behauptung stimmt. Sie ermittelt, ob ein Anfangsverdacht der Bestechlichkeit und Bestechung von Mandatsträgern vorliegt. Ob Amthor der Firma Augustus Intelligence in ungesetzlicher Weise Vorteile verschafft hat.

Es geht also vordergründig um Korruption. Ebenso vordergründig greifen die üblichen Verteidigungsreflexe. Ein stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU sagt entschuldigend, der 27-jährige Jurist und Bundestagsabgeordnete Amthor sei "ja noch jung". Ein Mitglied der Partei also, die noch im Januar die Herabsetzung der Strafmündigkeit auf 12 Jahre forderte. Es bleibt auch unklar, ob das Älterwerden vor Verfehlungen schützen soll oder vor dem Erwischtwerden.

Andere sprechen von einem "Lobbyproblem". Angesichts von Amthors Aktivitäten - politischen Einfluss verschaffen, Aktienoptionen bekommen - wirkt der Begriff "Lobbyproblem" ungefähr so, als würde man einen Diebstahl als "Eigentumsproblem" bezeichnen. Wieder andere schweigen so sorgfältig, wie nur Konservative schweigen können.

Dass einige Unionspolitiker eigenwillige Vorstellungen von akzeptablen politischen Geschäften haben, ist bekannt. Man kann dazu Matthias Wissmann fragen, der erst Verkehrsminister war und später Cheflobbyist der Automobilindustrie. Oder Hildegard Müller, die als Merkel-Vertraute und Ministerin praktisch direkt aus dem Bundeskanzleramt in die Lobbyorganisation der Energiewirtschaft purzelte. Inzwischen ist sie als Autolobbyistin Nachfolgerin von Wissmann.

Mausgrau, steingrau, aschgrau und bleigrau

Lobbyismus ist nicht per se schlimm, sondern hat in der liberalen Demokratie eine relevante Funktion. Aber ein Teil des Lobbyismus ist nur noch schwer vom Graubereich zwischen politischer Einflussnahme und Korruption zu unterscheiden. Nicht offiziell anzuzeigende Aktienoptionen deuten auf den dunkleren Teil des Graubereichs hin, irgendwo zwischen mausgrau, steingrau, aschgrau und bleigrau.

Die Gesetze gegen Korruption sind in Deutschland traditionell ein mittelgroßer Witz - aber kein guter. Bis September 2002 waren Schmiergeldzahlungen an private Firmen außerhalb Europas nicht nur nicht strafbar, Unternehmen konnten sie als "nützliche Ausgaben" sogar von der Steuer absetzen. Die Union hat hart dafür gearbeitet, dass in dieser Richtung wenig geschieht. Das Lobbyregister hat Amthor selbst mit einer großartigen, altklugen Bundestagsrede mitverhindert. Inzwischen kann man qualifiziert erraten, warum.

Ein deutsches Palantir

Amthors Augustus-Absturz ist unappetitlich und schadet dem Ansehen der Politik schwer. Und er wird weiter Konsequenzen haben, auch wenn Amthor in Politik und Medien über ein umfangreiches Netzwerk von Leuten verfügt, die seinen Aufstieg zum konservativen Hoffnungsträger mit Interesse, Männerwohligkeit oder Begeisterung sehen.

Der Hintergrund allerdings scheint noch deutlich besorgniserregender als der vordergründige Anschein von eventueller Korruption. Denn wenn man sich mit Überwachung, Sicherheitspolitik und Konservatismus beschäftigt, hat der Fall Amthor das Zeug, auf ein perspektivisches Demokratieproblem hinzuweisen. Das "Handelsblatt" zitiert frühere Manager von Augustus Intelligence, das Unternehmen habe "kein Produkt, keine Kunden und keine Umsätze". Es wäre eine große Erleichterung, wenn sich die von Amthor protegierte Firma als heiße Luft oder gar großer Schwindel entpuppen würde. Nicht aus Schadenfreude, sondern weil die Alternative gefährlich werden könnte.

Denn Augustus Intelligence ist nicht aus dem Nichts entstanden, vielmehr erkennt man an der Kommunikation und mehr noch an den Verbindungen das Vorbild und die Vision des Unternehmens. Gleich zwei ehemalige Geheimdienstchefs als Fürsprecher, flankiert von einem ehemaligen Verteidigungsminister - hier soll offensichtlich ein deutsches Palantir entstehen (auch wenn der Sitz in New York ist). Wie könnten die Parallelen, zum Beispiel als Erzählung für Investoren, aussehen?
Ein mysteriöses Überwachungsmonster

Palantir ist eines der wertvollsten und problematischsten Mega-Start-ups der Welt. Über Jahre konnte man überall die Phrase lesen, niemand wisse genau, was Palantir mache. Das hat noch nie so richtig gestimmt, sondern war Teil eines sorgsam gepflegten Images. Eine gewisse Mysteriösität wirkt in der Branche verkaufsförderlich. Palantir ist einer der wichtigsten und unerbittlichsten Überwachungskonzerne der Welt, mit besonderem Fokus auf Geheimdienste, Polizeibehörden und Verwaltungen. Seit einigen Jahren hat man sich auch der Digitalisierung des Kriegs verschrieben.

Die Technologien von Palantir dienen zum Beispiel dazu, in extrem großen Datenmengen Muster zu finden. Insbesondere dann, wenn die Daten dazu nicht geeignet scheinen, etwa weil sie aus sehr unterschiedlichen Quellen stammen und daher nicht ohne Weiteres kombinierbar sind. Das Ziel ist dabei oft, Handlungsempfehlungen abzugeben oder zumindest Wahrscheinlichkeiten zu berechnen. Ende 2019 wurde bekannt, dass Palantir das "Project Maven" übernommen hatte. Es handelte sich um das Killerdrohnen-Programm für das Pentagon, aus dem sich Google aus ethischen Gründen zurückgezogen hat.

Palantir arbeitet mit einer großen Zahl von US-Behörden, Sicherheitsapparaten und Institutionen zusammen, darunter NSA, FBI, Department of Homeland Security, US Army und seit März auch US Navy. Das ist alles gut nachvollziehbar, denn zu den ersten Geldgebern von Palantir gehörte der Risikokapitalarm der CIA, und die CIA unterstützt eher selten Projekte, in denen es um die Berechnung des optimalen Hefeanteils im Bier geht. (Palantir-CEO Alex Karp saß übrigens im Aufsichtsrat von Axel Springer und ist mittlerweile in den Aktionärsausschuss aufgerückt.)

Ein düsterer Digitaltraum

Immer wieder wird durch Gerichtsverfahren oder Leaks bekannt, was das Unternehmen den Behörden konkret anbietet. Der US-Handelskammer zum Beispiel wollte Palantir offenbar eine Strategie verkaufen, mit der progressive Aktivisten samt ihrer Familien ausspioniert werden, kritische Gruppen mithilfe von Fake-Identitäten infiltriert und schließlich mit Falschinformationen diskreditiert werden. Wem das diffus bekannt vorkommt: Solche Aktivitäten gehören traurigerweise inzwischen zum Handwerkszeug der Sicherheitsbehörden auch in einigen liberalen Demokratien.

Palantir steht wie kaum ein Unternehmen für die Privatisierung der Sicherheitsbehörden, für die Übernahme eines Teils staatlicher Hoheitsgewalt mit digitalen Mitteln. Über Palantir gab es Gerüchte, viele Produkte seien untauglich oder luftschlossig. Aber die Verheißung, mithilfe künstlicher Intelligenz endlich den perfekten Überwachungs- und Sicherheitsapparat zu schaffen, hat Palantir noch immer für Behörden und besonders die konservative Politik attraktiv erscheinen lassen.

Und für die Finanzwirtschaft. Weil Finanzströme bekanntermaßen sicherheitsrelevant sind, arbeitet Palantir für einige Großbanken in den USA. Hier entsteht das Schnittfeld aus dem Digitaltraum stahlharter Law-and-Order-Konservativer, künstlicher Intelligenz und dem höchstens drittelseidenen Marketinggelaber von Augustus Intelligence.

Auftritt Hans-Georg Maaßen, ehemaliger Verfassungsschutzchef und Amthors "Buddy" bei Augustus Intelligence, der einen Prozess der "Selbstradikalisierung" durchmessen hat, wie die "FAZ" urteilte. Dabei war nicht Linksradikalismus gemeint. Den aber hat Maaßen "Teilen der SPD" unterstellt. Doch um die harmloseste sozialdemokratische Partei Europas als linksradikal zu betrachten, muss man entweder ein sehr spezielles, politisches Koordinatensystem mitbringen oder selbst absurd weit rechts stehen.

Nächster Auftritt: August Hanning, ehemaliger BND-Chef, auch für Augustus Intelligence unterwegs. Hanning hat sich wiederholt sehr kritisch über die Flüchtlingspolitik von Angela Merkel geäußert und gegen bessere Kontrollen von Geheimdiensten. Im März 2020 fand der "Stern" heraus, dass Hanning und Maaßen geschäftlich verbunden sind, über eine "obskure Firma" beziehungsweise Firmengruppe. Die wiederum - Überraschung - "diskrete Ermittlungen und präventive Schutzpakete" anbietet. Komplettiert wird diese "Story", wie man bei Start-ups sagt, ausgerechnet durch das lasche "Fehlereingeständnis" von Philipp Amthor selbst. Er schreibt auf Instagram über Augustus Intelligence, es handele sich um ein "Unternehmen, das in einem für die ökonomische und sicherheitspolitische Zukunft wichtigen Themenfeld arbeitet".
Visionen ohne demokratische Kontrolle

Ein Teil der Konservativen in den USA und in Deutschland kann der zunehmenden Privatisierung der Sicherheitsbehörden viel abgewinnen. Unternehmen werden weniger stark demokratisch kontrolliert als Exekutivbehörden. Endlich könnten die vielen schönen Sicherheitsprojekte mit ordentlich künstlicher Intelligenz drin ungestört umgesetzt werden. Wie Palantir es vorgemacht hat.

Es ist vor allem anhand der Personage rund um Augustus Intelligence wahrscheinlich, dass die Vision des Unternehmens kritisch übersetzt lautet: Wir schaffen mithilfe künstlicher Intelligenz die perfekte, algorithmische Überwachungs- und Kontrollmaschine für Deutschland, ungestört von nerviger, demokratischer Detailkontrolle. Mit tollen Grenz-Features gegen doofe Flüchtlinge!

Anfang 2020 gab CEO Karp zu, dass Palantir entgegen früherer Behauptungen eine Software entwickelte, mit deren Hilfe speziell minderjährige, illegale Einwanderer aufgespürt, eingesperrt und abgeschoben werden sollen. Es hört sich ein bisschen an wie eine Idee, die Maaßen, Hanning, Amthor und ein paar KI-Hallodris nach dem dritten Champagner als "visionär" bezeichnen würden.
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai